Obwohl die letzten Tage im Kloster der Templer ihrer Herrin Temora wahrlich für ihre Heiligkeit Alyssa ruhiger hätten sein können, so war das Kloster an sich in seiner Ruhe besonders in dem Aspekt der Leere, der Erztemplerin schon seit längerem eher wehmütig aufgefallen. Nur wenige anstrebende Geistliche beherbergte es zur Zeit für wahr, abgeschieden zwar nicht von der Harmonie welche Temora ihnen gab. Doch die Pflichten, die das tugendhafte Leben im Kloster mit sich brachten, ließen den Bewohnern dieser ruhigen Herberge nur wenig Zeit so umsichtig auf die Welt zu blicken wie sie es eigentlich sollten.
Mit einem tiefen, wehmütigen aber auch gezügelten Seufzen ließ sich die gealterte Klosterführerin auf ihrem Stuhl nieder und richtete ihren Blick zu den Pergamentrollen, welche auf ihrem Schreibtisch ruhten und auf ihre Bearbeitung warteten. Viel war zu tun. Einige helfende Hände, welche nicht die eines Templers waren, wurden stets gebraucht, merkte sie dies doch nicht zuletzt an der defekten Brücke zum Schrein der Demut: Zwar hatte Falk ihr die Hilfe des Clan Hinrah zugesichert, doch war schon einiges an Zeit verstrichen in dieser Angelegenheit die eigentlich keinen Aufschub duldete, auch wäre ihr es sichtbar lieber gewesen jemanden mit dieser Aufgabe vertrauen zu können, welcher sich den Schreinen und so auch dem Glauben an dieser Sache näher fühlte als Falk und seinem Clan welchem sie die Aufgabe ungern zusätzlich noch zu seinen anderen Sorgen aufbürgte. Auch misste die Erztemplerin das rege, fleißige Treiben aller Professionen innerhalb der Klostermauern, wobei die Templer es für sich stets beanstandeten, die Abgeschiedenheit in aller Ruhe und Harmonie der Suche nach der Wärme Temoras nach zu kommen. Alyssa's Gedanken schweiften zu streitenden Berufenen der Lichtbringerin und weiter zu jenen welche sich lediglich im Geiste mit den Werten und der Moral Temoras identifizieren konnten und ihren Dienst an Temora auf ihre eigene spezifische Weise taten, indem sie ihrer alltäglichen Arbeit nachgingen und doch nicht Mitgefühl, Opferbereitschaft und die anderen Tugenden vergaßen. Wie das Leben selbst waren die Anhänger und Befürworter so unterschiedlich und mannigfaltig wie das Licht eines Regenbogens, und doch waren sie geeint auf ihren Glauben und derSache die sie guthießen, die Wahl in ihrem Herzen hatten sie getroffen und das verband sie.
Langsam richtete sich ihre Heiligkeit Arnis auf, der Blick folgte dem schmalen Fenster in ihrem recht großen Büro und durchglitt nachdenklich das schmale Fenster in den recht soliden Klostermauern. Ihr war bewusst, dass das Leben einiger Bauern Handwerker und Streiter, aus mehr Bestand als nur der Gang in die Kirche zur Messe und das es doch jene gab die desto trotz ihr Leben den Tugenden und der Herrin widmen wollten, doch keine Anlaufstelle und keinen Weg fanden dies mit ihrem Leben zu vereinbaren, auch war die eigentliche gemeinschaftliche welche sich unter Temora bildete verstreut und geteilt, so verharrten die Paladine das eigentliche Schild des Glaubens in ihrem Kloster und die Templer in ihrem eigenen. Der Traum welcher in ihr wuchs, war der Zusammenschluss einer unabhängigen Gemeinschaft, welche sich unter dem Banner des Adlers einte und jeden Geist beherbergte der sich und seinem Leben den gleichen Prinzipien verschrieb, eine Gemeinschaft die mehr war als die Summe ihrer Einzelteile und welche zusammen in Gerimor für das recht und den Glauben einstand. Erst wenn alles ineinander greifen würde, würde der Kreislauf funktionieren und die Glaubensgemeinschaft wäre zu etwas herangewachsen das mit Beispiel voran gehen könnte.
Als Alyssa der Gedanke eines solchen Zusammenschlusses kam, unabhängig von Stand Rasse oder Beruf und ihr Blick über die weiten des Feldes vor ihr schwof war es ihr fast so als würde die Wolkendecke aufbrechen ihr ein ungebrochener, in sich kaum erkennbarer Lichtstrahl das Land in einiger Entfernung berühren, darauf deutend. Sie erinnerte sich und doch war dies gar nicht notwendig, denn stets hatte sie die Erinnerung und die Demut ihrer Herkunft bewahrt. Als Schneiderstochter wart sie geboren und aufgewachsen und sie hatte Temora erwählt, hatte dies ihre Vergangenheit geprägt, so dass sie wie keine zweite die Notwendigkeit der Einigung kannte und deren Bedeutung. Erneut glitten ihre Gedanken ab zu einer solchen Einigung unter einem Banner, ehe sie sich ihren Arbeiten zuwendete welche an jenem Tag noch auf sie warteten.
Die Idee wuchs mit den Tagen und so war sie häufig in dem Bewusstsein der Erztemplerin zu finden in dem sie reifte, und in dem sie diese Idee ausreifte zu einem Konzept, welches sie niederschrieb, der erste welche in ihr Vorhaben eingeweiht werden sollte war Kelan der Grosritter, die Symbiose zwischen Paladinen und Templern war wohl eine der wichtigsten und ihrem neuen Aufleben galt das neue Ziel. Ehe sie Leon einweihte verging einiges an Zeit, zeitgleich überreichte sie einem mit dem Siegel des Klosters versehenen Brief und beauftragte ihn unter äußerster Sorgfalt jenen in das Grafenschloss zu den Händen ihrer Majestät Anara von Hohenfels zu bringen. Ebenfalls beauftragte sie den Jungtempler, so wie sie selbst, in die Landschaften hinaus zu gehen und jene zu finden welche für das Leben unter den Tugenden bereit wären, und mit ihnen zusammen den Orden der Temora in der Einheit ins Leben zu rufen. Sorgfältig hatte Alyssa ihre Gedanken mit einiger Niederschriften geordnet welche zum einen den Gründungsstein, den Eid des Lebens und der Tugenden beinhalteten sowie den Kodex der künftigen Gemeinschaft.
Als jene, die den Anfängen beiwohnen sollten, versammelt waren, legte Alyssa ihre Überlegungen dar, sowie ihre niedergeschriebenen Schriften, und stellte einem jedem die Wahl. Gemeinsam zogen sie in die Kirche um unter einer Zeremonie gemeinsam den gesamten Eid zu leisten und somit den ersten Stein zu der Gründung des Ordens der Temora legten. Als Wappen wählten sie den Adler auf blau weißen Grund und gemeinsam zogen sie auf um an der Stelle das Gebäude und die Manifestierung des Ordens auf Gerimor zu errichten. So wie einst vor ihrer Zeit, die erste Gemeinschaft Temoras angeführt durch die Sieben das Kloster errichten, so sollte diese Gemeinschaft erneut den Glauben unter einem Banner in einer Örtlichkeit einen.