Der Beginn des Torbaus für das PhalBrag
Ein Brummen drang aus seiner Kehle als er den Blick in seiner kleinen Hütte umher gleiten ließ. Wahrlich eine prächtige Hütte nannte er sein Eigen, doch ein ganzes Tor? Das prächtigste und stabilste Tor das der Nilzadan je gesehen hatte? Nein das passte nicht in seine Hütte, auch Amboss und Esse waren für dieses Vorhaben eindeutig zu klein. Mit einem lauten, angestrengtem ächzen hievte der kleine, rundlich gebaute, aber dennoch sehr kräftige Kalure den nächsten schweren Sack Erze in die Höhe und verzurrte ihn Draußen auf einem seiner Beisser. Für diese Aufgabe würde er sich in die Tiefen Stollen des Nilzadans begeben, dort wo ausreichend Platz und genügend große Geräte zur Verarbeitung auf ihn warteten. Außerdem fühlte er sich im Herz des Berges näher an Cirmias, er war sich sicher, dass dieser so besser über den Torbau wachen konnte. Schließlich sollte die Frostklamm gut geschützt sein durch das neue Tor.
Schaufel um Schaufel scheppte er die Kohle in die bereits entfachte Esse. Mit dem Blasebalg wurde die Kohle auf die richtige Temperatur gebracht, mittig bettete er einen großen Schmelztiegel in die glühenden Kohlen. Schon jetzt ran ihm der Schweiß in Strömen von der Stirn, doch das schien ihn nicht zu kümmern. Nach der aufheiz Phase kippte er sorgsam das blau glänzende Erz in den Schmelztiegel und sah ihm beinahe verträumt zu wie es sich nach und verflüssigte und die Farbe zu einem leuchtendem Orange wechselte. Immer wieder schöpfte er die Schlacke vom flüssigen Erz, bis es schließlich durch und durch geschmolzen war. Mehrere Kaluren waren nötig, um den großen Schmelztiegel wieder aus der Esse zu holen. Zähflüssig floss das flüssige Metall in die vorbereitete Form. Eine Form extra gefertigt für die Tore des PhalBrag, die gesamte Länge der Form wurde achtsam mit dem heiligen Metall befüllt. Immer wieder brodelte es bedrohlich und die glühenden Funken schlugen wild umher. Im Fluss des Metalls lag gar ein Hauch von Cirmias selbst. Eifrig war das Treiben der Schmiede, immerwieder musste Cadmar seinen Flüssigkeitsverlust mit Bhir ausgleichen, um auch arbeitsfähig zu bleiben.
Einige Formen wurden in dieser Nacht gefüllt doch bei weitem nicht alle die benötigt werden. Es dauerte ganze zwei Tage, bis die armdicken Stangen vollständig ausgekühlt waren. Mit einem Hammer schlug Cadmar die restliche abgekühlte Schlacke vom Werkstück, darunter kam das kräftige Blau des Mithrills zum Vorschein. Bei dem Glanz legte sich ein zufriedenes Grinsen auf seine Miene. Erst als die Stangen von der Schlackte befreit waren, waren sie bereit für die eigentliche Schmiedearbeit. Erneut wurden die Essen ordentlich befeuert, das ausgekühlte Material wurde in die Glut gelegt und ebenso mit der glühenden Kohle bedeckt, so dass es von allen Seiten gut durchglühen konnte. Schwere Zangen griffen nach dem gelblich glühendem Metallstück und hievten es auf einen mächtigen Amboss. Wieder war eine Hand voll Zwerge nötig, um den Brocken zu schmieden. Laut hallten die Hammerschläge durch die Stollen des Nilzadan, Funken tanzten bei jedem Hammerschlag über den Amboss und schwirrten knisternd durch die Luft. Nach und nach gewannen die Stangen mehr an Länge, durch das ständige Drehen wurde sie dabei noch in eine gleichmäßig Runde Form geschlagen. Doch waren die Schmiede dabei darauf bedacht nicht allzu viel von der Armdicke der Stangen wegzunehmen, sollte das Tor doch später noch ausreichend Stabil sein und jedem Feind standhalten. Stück um Stück wurden die Stangen in Form gebracht. Immer wieder mussten sie zurück in die Esse, um wieder auf Schmiedetemperatur gebracht zu werden. Es vergingen Tage bis Cadmar mit den ersten Stangen zufrieden war und sie vollenden konnte.
Es lag noch viel Arbeit vor ihnen, doch fürs erste schien er zufrieden während sein Blick über die blau glänzenden Stangen glitt.
