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19. Rabenmond 265,
Grafschaft Tiefenberg,
Berchgard
Hiermit entrichten Ihre Erlaucht Helisande von Alsted, Gräfin von
Tiefenberg, und Seine Hochwohlgeboren Arenvir von Tilianas, Baron von
Berchgard, ihre Reaktion an Seine Hochgeboren Hluthar von Dragane,
Freiherr von Dunkelmoor, und seine angetraute Gattin Moira von Dragane.
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Da Ihr es bevorzugt habt Eure Empörung über das Mitwirken eines Bürgers
von K'awi in Angelegenheiten der Gräfin und des Barons als auch Euren
Rückzug aus den von Euch übernommenen Aufgaben zur Winterballplanung
mit dem gesamten Haushalt zu teilen, werden auch wir dieses öffentliche
Forum für unsere Antwort an Euch nutzen. Obgleich Ihr Euren
Austrittsgesuch in einem privaten Anschreiben an Ihre Erlaucht gerichtet
habt, so möchte sich die Führung des Haushalts Tiefenberg in Anbetracht
der vielen anstehenden Aufgaben und Verpflichtungen nicht mit
wiederholenden, einzelnen Erklärungen gegenüber der geschätzten
Haushaltsmitglieder aufhalten.
Zurecht zeigten wir uns über Euren Vorwurf verwundert, wir hätten über
die von Euch angesprochenen, andauernden Probleme hinwegesehen und
überprüften gewissenhaft, was Euch zu dieser Annahme hätte führen
können. Dabei wurde deutlich, dass Ihr - Sir Hluthar - die Gelegenheiten
der persönlichen Ansprache nicht wahrgenommen habt und reichlich selten
bis gar nicht an Haushaltsversammlungen oder anderen Zusammentreffen
des Haushalt Tiefenberg teilgenommen habt. So war es uns, dies mögt Ihr
uns unter dem tugendschaften Schirm der Gerechtigkeit zugute halten,
kaum möglich Euch mit Euren Bedenken Gehör zu schenken.
Was die Klage Eurer Ehefrau anbelangt, so wird es sich wohl um die
Beauftragung von Samuel Flammenstern handeln. Dies mag die einzige
Beschwerde gewesen sein, die uns offengelegt wurde, so offen, dass sie
beinahe auf eine diffamierende Art und Weise vom gesamten Haushalt
gelesen werden konnte. In den Zeilen deutete sich kein Wunsch heraus,
dass über die Thematik gesprochen werden sollte, und war lediglich mit
der getroffenen Entscheidung verbunden die gemeinsamen Planungen zum
Tiefenberger Winterball zu verlassen.
Noch bedauerlicher aber war die Pietätlosigkeit und die fehlende Empathie
in dieser öffentlich geteilten Empörung, die ganz und gar vergessen ließ,
welch persönliches und gefühlvolles Thema es doch betrifft: Die Statue des
Barons von Gipfelsturm war der Wunsch einer trauernden Witwe und eines
betroffenen, eng verbundenen Freundes eines großen, geliebten Mannes.
Die Gräfin und der Baron haben diese Entscheidung getroffen und es obliegt
nicht Euch dies so anstandslos anzuprangern. Nicht auf diese Weise, nicht
mit solchen Worten.
Es gebietet der Kodex der Ritterlichkeit und die Lehren, die Ihr in der
Ritterschaft während Eurer Ausbildung zugetragen bekamt, dass gerade ein
Mann Eures Standes dem Prinzip der guten Sitte folgt und seinen Platz in
der Hierarchie dieses Königreiches kennt. Auch Ihr, Freifrau von Dragane,
seid schon lange genug Teil alldessen, um anders handeln und entscheiden
zu können. Nicht mehr und nicht weniger als den Respekt hätte es
gebraucht in das persönliche Gespräch zu gehen und es hätte auch Euch
Sorgen genommen, Unruhen geglättet und wäre unserer vertrauensvollen
Verbindung zugute gekommen. Ihr wähltet einen anderen Weg.
Wir wissen um die Aufregung, die es mit sich bringt, wenn eine Ehe frisch
geschlossen wurde und bald ein gemeinsames Kind auf die Welt kommt.
Daher werden wir Euch den Weg zu gehen nicht versperren. Als belehnter,
zur Treue vereidigter Freiherr in der Grafschaft Tiefenberg wird eine
Verbindung bleiben.
- Gräfin von Tiefenberg -
- Baron von Berchgard -

Im Auftrag verfasst von
Gwenna Nordlicht
- Schreiberin der Grafschaft Tiefenberg -