Loge Civitas - Raum der Gemeinschaft

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Jynela Dhara
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Loge Civitas - Raum der Gemeinschaft

Beitrag von Jynela Dhara »

*Sie saß am Feuer und kam nicht umhin zu Lächeln. Es war ein harter Tag und jeder war froh, dass sie alle noch hier waren. Niemand war ernsthaft verletzt und nun, wo endlich die Anspannung abfiel, spürte man regelrecht, wie das Lachen zurückkehrte. Ihre Augen glitten über Janosch, der sich gerade zu Shea hinabbeugte, ihr etwas zuflüsterte und wie sie ihn mit leuchtenden Augen ansah. Sie verfolgte die Geste wie sie kurz seine Schulter berührte und ihr Blick glitt weiter über Jork und Tenkan, die gerade mit einem der hölzernen Krüge anstießen, dahinter ertönte das laute Fluchen von Fynn, dem ein Funken auf die Hand gefallen war. Es waren nicht viele Menschen um sie herum und jeder war anders. Den einen mochte sie mehr, den anderen weniger, aber dennoch waren sie eine Gemeinschaft, eine Familie.
Sie erinnere sich nicht mehr wirklich, wie es war, eine Familie zu haben. Aber jedes Mal, wenn sie an solchen Abenden zusammen saßen, stellte sie es sich eben genauso vor: Dieses Gefühl von Zusammengehörigkeit, von Vertrauen untereinander. Die Möglichkeit immer jemanden zu haben, der da war, der einem helfen würde, der einem vielleicht auch einmal den Kopf wusch, wenn es nötig war.
Dann strich ihr Blick weiter zu Fergus, der sie wie so oft direkt ansah und wieder mal das leichte Schmunzeln im Mundwinkel hatte, seinen Krug hob und ihr zu prostete.
Nur ein Abend.
Nur ein Moment mit Menschen, die ihr wichtig waren.
Dennoch war er für sie perfekt.*




Der Appell war vorbei. Aresh hatte den Dienst beendet und ihr Blick glitt über den Platz, die Pferde, die Menschen. Einige standen noch kurz zusammen, unterhielten sich, stellten vielleicht Fragen. Doch dann löste es sich auf. Dienstschluss und irgendwie war jeder dann auch irgendwann froh nach Hause zu kommen.

An diesem Abend kam sie noch einmal zurück zur Kommandantur. Sie passierte die Wachen und ging hinein. Sie war gerne hier. Wenn sie durch die Türen trat, war das für sie schon immer ein besonderer Raum gewesen. Ein Raum voller Menschen, voller Geräuschen, voller Kameradschaftlichkeit.
Nun war es still und auch das genoss sie.
Hier hatte sie nicht nur gute Kameraden gefunden, sondern eben auch Menschen, die ihr so wichtig geworden waren, dass wirkliche Freundschaften entstanden waren. Wenn nicht sogar mehr.
Damals, als sie an der Wegkreuzung nach Westen gegangen war, hatte sie sich für ihren Weg entschieden und damit für das Reich, in dem sie nun lebte.

Jede einzelne weitere Entscheidung, ob es nun der Bürgerbrief war, der Beitritt in die Garde, der Umzug nach Rahal oder auch die Entscheidung, ihren Weg als Scharfschütze zu gehen, wurde davon beeinflusst und immer weiter gestärkt.

Es war immer eine Entscheidung, ihr Leben in den Dienst Alatars zu stellen.
Mittlerweile war sie kein Landsknecht mehr, sondern gehörte zu den Offizieren der Garde. Sie war auch keine Schülerin mehr, sondern selbst zum Scharfschützen ernannt und würde nun ihren eigenen Schüler auf dem Weg der Ausbildung begleiten.
Sie hatte hier Möglichkeiten erhalten, sie hatte diese Möglichkeiten genutzt und mehr erreicht, als sie sich wahrscheinlich damals zu träumen gewagt hatte, als sie jämmerlich frierend an der Kreuzung gestanden hatte.

Man könnte meinen, das war für sie das Ende des Weges. Sie hätte sich darauf konzentrieren können. Aber sie spürte, dass da noch so viel mehr war, was vor ihr lag.
Im Keller der Kommandantur legte sie ihre Rüstung ab und atmete kurz durch. Es genügte ihr nicht. Der Funke, der irgendwann entfacht war, brannte auch weiterhin. Und auch wenn sie ihre Gebete mit dem Einen leise und für sich ausmachte, spürte sie seine Nähe in jedem ihrer Schritte.


“Dir zu dienen heißt, die Jüngeren zu lehren und zu unterstützen, denn sie werden die Wurzeln sein, welche dein Reich auf Erden fest im Boden verankern.”


Das war immer ihr Bestreben gewesen, aber bisher war sie dem meistens nur im militärischen Bereich nachgekommen. Das beschäftige sie…

An diesem Abend wanderte sie eher gedankenverloren zu ihrem Haus zurück. Es war erst nur ein kurzer Geistesblitz gewesen, eine Erwähnung aus der langsam eine Idee entstanden war und so saß sie noch eine ganze Weile auf der Bank im Freien. Ab und an glitt ihr Blick herum, über die Häuser, die Mauer, den Weg entlang. Sie lauschte den abendlichen Geräuschen Rahals, es war eigentlich wie immer, die Dämmerstunde in der das Licht langsam ins bläuliche über glitt und der geschäftige Tag sein Ende fand. Aber dann strich kurz ein warmer Wind über Rahal hinweg, vielleicht noch ein letzter Hauch von Sommerabend, bevor bald der Herbst greifbar sein würde.
Und dann war es einfach so greifbar:

Ihr fehlte diese Familie.
Ihr fehlte es mit Menschen auch nach dem Dienst Zeit zu verbringen.
Menschen, welche die gleichen Ziele verfolgten wie sie.
Menschen, die ebenso dem Reich dienen wollten, denen diese Gemeinschaft im Westen am Herzen lag.

Langsam breitete sich ein Lächeln auf ihren Lippen auf und in dem Augenblick hielt sie nichts mehr auf der Bank. Sie wusste nicht, ob es lediglich sie selbst gewesen war, oder ob sogar der Eine ihr in jenem Moment beigestanden hatte, aber sie wusste genau, was sie tun wollte.
Und dazu brauchte sie vor allem erst einmal zwei Menschen, ohne die es nicht gehen würde.

An deren Reaktion und Entscheidung würde nun alles hängen.
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Jynela Dhara
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Beitrag von Jynela Dhara »

Die Schwester:


Sie hatte den Mantel von der jungen Frau gerade erst entgegen genommen und war noch ein wenig überwältigt, als diese bereits meinte: “Ich kann euch leider nur anbieten, mich auf der Jagd zu begleiten. Das ist die Art, wie ich
meinen Lebensunterhalt verdiene.”
Der Mann neben ihr, warf da nur ruhig ein: “So ist es... Lilyth ist eine stolze und mutige Kriegerin die das Reich mit ihrem Schwert sowie Leib und Seele zur Seite steht.”
Sie konnte nicht umhin, dass ihre Augen ein wenig aufleuchteten und sie beeindruckt nickte, während die Mundwinkel der jungen Frau hochzuckten.
“Das klingt….wirklich beeindruckend, Fräulein Cainthe.”, stellte sie dann noch fest.
Ein kurzes Abwinken folgte, während sich die grünen Augen auf sie richteten und ein leichtes Grinsen über die Lippen der Frau huschte: “Lilyth reicht vollkommen.”

K`awi. Das war also die Insel, auf die es einige ihrer Kameraden verschlagen hatte. Sie hatte sie sich eigentlich schon vor einer Weile ansehen wollen, aber dann war die Reise dazwischen gekommen. Nun waren Wochen vergangen und sie stand neben Lilyth an der Reling, als das Schiff auf die Insel zu segelte.
Sie spürte, dass ihre Freundin angespannt war, kein Wunder nach den Erlebnissen von damals. Umso wichtiger war es ihr, dabei zu sein und sie zu begleiten.

Sie wanderten eine Weile umher, ging am Strand entlang, bis sie irgendwann auf einen kleinen Pavillon direkt am Meer trafen und dort eine Rast einlegten.
Die Kissen am Boden waren bequem und man hatte einfach nur den weiten Ozean vor sich. Auch wenn der Sonnenuntergang in der anderen Richtung lag, so war dennoch der Himmel wunderbar rötlich gefärbt. Sie spürte ihr Herz gegen die Brust hämmern und obwohl ihr eigentlich gar nicht so sehr nach Lächeln zuMute war, spürte sie, wie es sich auf ihren Lippen ausbreitete und sie den Moment einfach nur genoss.

Auch Lilyth begann sich zu entspannen, während sie redeten, über die Zeit ihrer Abwesenheit plauderten und über die Tage hier auf der Insel Natürlich gab es auch das ein oder andere schmerzliche Thema und auch unangenehme Erinnerungen. Aber dafür waren sie füreinander da. Wenn jemand sie gefragt hätte, wer Lilyth für sie war, hätte sie nicht einfach nur von einer “Freundin” gesprochen. Lilyth war mehr als das. Und auch wenn sie niemals eine Schwester gehabt hatte, sie stellte es sich genauso vor. Ein wenig hatte sie von Janosch, ihre Abenteuerlust, der Sinn dafür Regeln zu umgehen oder sie bis an die Grenzen auszudehnen, die Leidenschaft für einen guten Rum, die Ruhe mit der sie sich dennoch manchmal zurückzog. Und dann erinnerte sie auch wieder ein wenig an Fergus, die Möglichkeit mit ihr über alles zu sprechen und offene Worte zu bekommen, kein Geheuchel, keine Lügen. Sie konnte ihr vertrauen.


In Allem.


Und am Ende erinnerte Lilyth sie noch an sie selbst. Es war nicht wie in einen Spiegel zu sehen, nein, dafür waren sie noch in vielerlei Hinsicht unterschiedlich genug. Aber in ihnen brannten oft die gleichen Feuer, loderten die gleichen Emotionen hoch und genauso lauerten in den tiefen Ecken ihrer selbst die Schatten.
Und genau deswegen musste Lilyth an ihrer Seite sein.

Irgendwann sprach sie es dann an. Dass sie seit ihrer Zeit auf Gerimor einiges gewonnen hatte, Lilyth, Lingor, aber auch Aresh als Freunde, die Garde. Und ebenso sprach sie das Danach an. Die Zeit, wenn der Appell vorbei ist. Dass ihr das Zusammensein fehlen würde und bereits da konnte sie sehen, wie sich Lilyth Mundwinkel anhoben und sie wusste, dass sie genauso dachte.

Sie wagte es auch anzusprechen, dass es für sie eine Weile sogar ein Weg gewesen wäre, in die Gemeinschaft der Aeternum einzutreten, dass ihr aber mit der Zeit klar geworden war, dass ihre Ziele andere waren.
Auch wenn sie sich einen kleinen Scherz nicht verkneifen konnte, gab es am Ende dennoch nur die schlichte Frage, ob sie bereit war, den Weg mitzugehen. Mit ihr und anderen zusammen etwas Neues aufzubauen. Mit ihrer “Familie”, mit Menschen, mit denen sie sich verstanden und vor allem aber denen sie vertrauten, mit denen man zusammensitzen wollte, zusammenarbeiten und mit denen man es schaffen würde, die Gemeinschaft im Westen noch weiter zu stärken.

Am Ende hörte sie das breite Lächeln in Lilyths Stimme, als sie leicht mit ihrer Schulter gegen Ihre stieß.


“Ach Jyn, ich glaub, ich würde dir fast überall hin folgen.”
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Jynela Dhara
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Beitrag von Jynela Dhara »

Ihr Mann:


Sie beugte sich noch ein wenig vor, nur noch wenige Zentimeter und ihre eiskalten Finger würden sich um die köstliche Karotte legen, die oben auf dem Futtertrog ruhte, als würde sie nur auf sie warten.
“Seinen Segen.”
“Verflucht…”, mit einer hastigen Bewegung wich sie zurück und ihr Blick glitt über den fremden Mann, der auf einmal vor ihr stand.
“Was tut ihr?”, sein Blick ruhte doch etwas Skeptisch auf ihr.
“Hübsche Ziege.” , startete sie eine schnelle Ablenkung. “Wollt ihr einen Fisch kaufen?”
Wenig später waren sie im Geschäft.
“Sagt ihr mit euren Namen?”
Sie musterte ihn noch etwas skeptisch und ihr Zögern fiel ihm natürlich auf, was nur dazu führte, dass sich ein Schmunzeln auf seine Lippen legte.
“Warum so skeptisch? Lingor Melia. Mrt gehört der Kram hier.”
Und schon in diesem Moment begann ihr Herz in der Brust deutlich schneller zu schlagen.

Sie waren manchmal wie Feuer und Wasser. Seit dem Tag, an dem sie Lingor getroffen hatte, waren viele Auf und Abs gefolgt. Glückliche Zeiten, schwierige Zeiten, Zeiten voller Ängste und Sorgen und wieder welche voller Glück und Zufriedenheit.
Aber egal welche Zeit es gewesen war, er war immer eine Konstante geblieben. Wenn nicht als Geliebter, dann doch immerhin weiter als ihr Freund, dem sie sich anvertrauen konnte, der da war.
Der Umstand ihrer Reise war nun bei weitem nicht der beste Hintergrund, um ihre Pläne bei Lingor anzusprechen.
Er war verletzt und wütend, sie war es ebenso.
Aber am Ende wusste sie, egal was zwischen ihnen beiden geschehen würde, egal was die Zukunft ihnen brachte, sie gehörten zusammen.
Er hatte sie damals aufgenommen, ihr damit das Leben gerettet und war mit Smula zusammen zu ihrer Familie geworden. Eine Familie, die gewachsen war und weiter wachsen sollte. Ohne ihn würde sie ihren Plan nicht weiter verfolgen wollen.

Dennoch kostete der Moment, als sie mit ihm über ihre Pläne sprach, sie eine Menge Kraft.
Aber immerhin würde er vieles ohne große Worte verstehen, denn er wusste von ihrer Vergangenheit, er wusste vom “Hauptmann” und auch davon, dass sie diese Zeiten vermisste. Und als wolle sie es herauszögern, sprachen sie erst über Lilyth und sie redet ein wenig um den heißen Brei herum, bevor sie dann die Worte aussprach, dir ihr auf der Seele lagen:

“Du solltest auch dazu gehören.”

Es waren schlichte Worte, aber mit dem Hintergrund, dass es zumindest in dem Moment ein kleines Wunder war, dass sie beide zusammen in einem Raum saßen, wiegten sie schwerer, als man es sich vielleicht vorstellen konnte. Seine Reaktion war es, die sie dann beinahe zum Schmunzeln brachte.

“Noch …immer?”

Beinahe wäre sie aufgestanden und hätte ihn geschüttelt. Noch immer.
Und das obwohl sie doch Familie waren. Sie konnte noch so verletzt oder enttäuscht sein und vielleicht war sie in jenem Moment auch nicht bereit auszusprechen, dass er die Liebe ihres Lebens war, aber das änderte einfach nichts an der Tatsache, dass er dazu gehörte. Aber sie beließ es dabei ihn schlicht darum zu bitten darüber nachzudenken.

“Das muss ich nicht.”

Ebenso einfache Worte auf ihre schlichte Frage, die aber einen Stein von ihrem Herzen fallen ließen. Denn das wirklich Gewichtige an diesen Worten war, dass er in jenem Moment noch nicht einmal wusste, was genau sie plante. Welche Richtung es war, welche Ziele. Er wusste auch nicht, wohin es mit ihnen beiden führen würde. Ob er an ihrer Seite war als ihr Ehemann, ihr Geliebter, ihr Freund.

Er hatte keine Ahnung, was ihn erwarten würde.

Aber es spielte für ihn einfach keine Rolle. Denn er würde an ihrer Seite sein. Und auch wenn er es in jenem Moment nicht wusste, aber in dem Augenblick begann die Mauer, die sie versucht hatte zu errichten, massiv zu bröckeln.

Sie schaffte es aber, die Haltung zu wahren und sie plauderten noch eine Weile darüber, was wirklich ihre Ziele sein würden, worauf es ankam und mit jeder Minute, die verstrich, fühlte sie sich leichter.


Sie hatten beide zugesagt.


Obwohl sie wusste, was das bedeuten würde, dass diese Zusage gleich mit einem Abschied verbunden sein würde.

Ab jetzt, gingen die nächsten Schritte zu dritt.

Aber nicht für lange…
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Jynela Dhara
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Beitrag von Jynela Dhara »

Der Schüler:


“Und euer Alter?”
“30 Jahre.”
“Der Tag eurer Geburt ist euch also nicht bekannt?”
“Meine Familie wird mich dafür schelten, aber nein.''
Ihr Blick ruhte noch auf dem vielleicht zukünftigen Landsknecht, bevor er dann doch ein wenig trocken und mit einem darauffolgenden Schmunzeln antwortete: “Es war Sommer.”
In diesem Augenblick musste sie sich zum ersten Mal ein leichtes Grinsen verkneifen.

Ihre erste Begegnung mit Vylen war genau dieses Gespräch gewesen, seine Vorstellung bei der Legion. Im Bericht, den Lilyth verfasst hatte, stand dann auch genau das, was sie ebenso empfunden hatte. Er war geduldig, zurückhaltend und wusste dennoch genau, was er wollte. Seine Worte waren offen und ehrlich, nicht überheblich aber selbstbewusst. Die Tatsache, dass er auf der Suche nach Wurzeln war, kam ihr bekannt vor.
Und am Ende schrieb sie noch: “Ich hab ein gutes Bauchgefühl bei ihm - und auf mein Bauchgefühl ist meist Verlass. Er wäre eine Bereicherung für unsere Truppe.”
Sie selbst hätte ihren ersten Eindruck von Vylen nicht besser beschreiben können.


Mittlerweile war er nicht nur ein wichtiger Teil der Legion, sondern seine Fähigkeiten als Schütze und aus seiner Lebenserfahrung, hatten ihn zu einem Rekrut der Scharfschützen gemacht.
Jetzt lag es in ihrer Hand, ihn zu begleiten auf seinem Weg. Mit Lilyth und Lingor musste sie nicht lange diskutieren, Konrads Name war einer der ersten, als es um weitere Mitglieder ging.

Mit der Zeit war er wie von selbst einer von ihnen geworden und fügte sich wunderbar in die Runde ein. Aber für sie waren es auch die Zeiten, in denen sie mit ihm allein war. Wenn es um Zeit in der Bruderschaft ging, oder um einen Unterricht. Sie würde bis zum Ende der Ausbildung eine Distanz zu ihm wahren müssen, aber sie hatte keine Zweifel, dass er nichts anderes von ihr erwartet hätte.
Dafür würde sicherlich seine Freundschaft zu den anderen auf offene Art wachsen und gedeihen. Tief in ihrem Inneren wusste sie bereits schon jetzt, dass seine Ausbildung auch für sie etwas Besonderes werden würde. Ihr erster Schüler, ja, aber vor allem war Vylen jemand mit Erfahrung, der selbst viel erlebt hatte.
Am Ende würde nicht nur er ihr Schüler sein, sondern sie konnte ebenso von ihm profitieren.
Das gefiel ihr außerordentlich gut.

An jenem Abend saß noch Lilyth bei ihnen, als ihr klar wurde, dass sie die Chance nutzen musste. Nachdem er die Feier der Legion verpasst hatte, sprach sie von einem Treffen in kleiner Runde, ausgewählte Leute, von denen sie sich erhoffte, dass sie ihren Weg mit ihr gehen würden.
Und wie beinahe immer, wenn sie ihm etwas erkläre, vortrug, etwas mit ihm besprach, lauschte er aufmerksam ihren Worten. während sein Blick doch ein wenig forschend auf ihr ruhte. Sie hatte keine Zweifel, dass ihm in jenem Moment einiges durch den Kopf ging. Und sie war gespannt, was davon er mit ihnen teilen würde.

Überrascht war sie nicht, als er genau den Punkt ansprach, der ihr wichtig war. Ein Teil der Gemeinschaft zu werden, sollte nicht abhängig sein von seiner Loyalität ihr gegenüber als Ausbilderin.
Allerdings brachte seine weitere Ausführung nicht nur sie zum Schmunzeln.
Vylen zögerte tatsächlich keine Sekunde um festzustellen, dass er es nur als richtig und angemessen gegenüber Lilyth und Lingor erachten würde, wenn er seine Entscheidung ein Teil der Gemeinschaft zu werden, aus rein freundschaftlicher Loyalität und kameradschaftlicher Verbundenheit treffen würde.

Sie hatte selten jemanden mit so vielen Worten “Ja” sagen hören, ohne auch nur einen Hauch von Oberflächlichkeit oder Floskeln zu verschwenden. Er hatte es wieder einmal bewiesen, dass das 7te Gebot ihm durchaus lag und er es beinahe immer schaffte, die perfekten Worte zu finden.

Sie blickten sich alle drei noch einmal an, als er den Krug anhob.

“Dann auf die 4 und dass es bald 5 sein mögen!”
Zuletzt geändert von Jynela Dhara am Donnerstag 6. Oktober 2022, 21:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Jynela Dhara
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Beitrag von Jynela Dhara »

Der Farbklecks:

Die Frau war in doch recht auffällige Farben gekleidet und hob den Blick von einem zerfledderten Büchlein an, als sie ihre Schritte vernahm.
“ Jynela Dhara...ich habe das Schild gesehen und dachte…”
Sie musste nicht einmal ihren Gedanken zu Ende führen, als der Gruß auch schon erwidert wurde.
“Dem All Einen zum Gruße die Dame, tretet ruhig ein. Viktoria Grander.”
Und während die Schneiderin sich um ihre Bücher kümmerte, sah sie sich ein wenig um. Wie meistens, wenn sie bei einem Schneider war.
“Ihr müsst mich nur unbedingt davon abhalten, mir noch mehr Kleider....also so richtige Kleider zu kaufen, die ich am Ende eh nicht trage.”
Ein scherzhafter Ton schwang in ihrer Antwort mit: “Und mir damit ins eigene Fleisch schneiden?”
Und damit musste sie bereits leise lachen.
An diesem Tag verließ sie die Schneiderei mit einer Corsage aus schwarzem Samt, in das filigrane florale Ornamente eingestickt waren. Es wurde eines ihrer Lieblingsstücke.

Seit diesem Tag war sie zuerst einfach nur eine Kundin geworden. Dass aus einer einfachen Kundschaft eine Freundschaft wurde, begann mit ihrem Mantel.

Es war ein etwas anderer Auftrag, der sie damals zu Viktoria führte. Sie suchte einen besonderen Mantel für die Jagd. Etwas, womit sie sich relativ frei bewegen konnte, dass dennoch Schutz bot und vor allem auch ein wenig Platz.
Sie saßen damals ziemlich lange zusammen und diskutierten, was möglich war. Spätestens als sie ihren Mantel in Händen hatte, ihre Finger über das alte und neue Leder glitten und auch vorsichtig die sorgfältig eingearbeiteten Klingen ertasteten und sie sich an den Moment zurück erinnerte, als ihr Gespräch um jene lebensrettende Kleinigkeit ging, war ihr klar, dass sich sehr viel mehr hinter der Fassade der Schneiderin verbarg.


Mit der Zeit hatte sie viele Seiten von Viktoria kennen gelernt.
Sie war nicht sonderlich groß, aber hinter einem manchmal ziemlich losen und beinahe provokanten Mundwerk verbarg sich dafür ein großes Herz, ein scharfer Verstand und…eine Menge Erfahrung.

Durch ihren Eintritt in die Legion waren sie noch mehr zusammengewachsen und am Ende war klar, dass auch sie das einmalige Angebot bekommen würde. Sie wollten sie ebenso von Beginn an dabei haben.

Es brauchte an dem Abend erst einmal gar nicht so viele Worte. Ein langer, schweigend und abwartender Blick genügte wieder einmal, um sich Viktorias Aufmerksamkeit zu sichern.
Zu dritt legten sie ihr dar, was geplant war und warum sie an ihrer Seite sein sollte, nur um nach vielen Worten festzustellen, dass Viktoria es geschafft hatte munter mit ihnen zu plaudern, aber nicht im geringsten eine Antwort gegeben hatte.
Und obwohl alle gerne sofort ein “Ja!” gehört hätten, war da ebenso genug Verständnis da, als sie darauf hinwies, dass sie schon einmal ein “Ja” durchaus bereut hatte.

Diese Gemeinschaft sollte im besten Fall für das Leben sein. Eine Antwort musste also tatsächlich gut überlegt sein.
Was sie allerdings nicht eine Sekunde davon abhielt, sich bereits tatkräftig an allen Entscheidungen zu beteiligen, Wünsche einzubringen und schlichtweg ihre Stimme mit in den Raum zu werfen. Im Inneren war die Entscheidung mit Sicherheit bereits gefallen.

Es war erst als sie aufbrach, ihre Stimme kurz senkte und auf einmal deutlich ernster wurde, denn auch diese Seite hatte sie bereits bei Viktoria kennen gelernt.


“Ich wollte mich bedanken. Hat mich wirklich gerührt, dass ihr da an mich gedacht habt. Ich werde nicht ''Ja ich will'' sagen, aber ich gebe dir meine Zustimmung.”

Und dann ging sie mit einem breiten Lächeln.
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Jynela Dhara
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Beitrag von Jynela Dhara »

Den Hammer noch in der Hand betrachtete sie doch zufrieden das Schild vor sich.

“Loge Civitas”

Sie liebte den Klang der Worte, auch wenn sie nicht fähig gewesen wäre, sie ohne Hilfe zu übersetzen.
Raum der Gemeinschaft.
Mehr als einmal war das Wort “Raum” gefallen, während sie zu viert, manchmal sogar schon zu fünft oder gar sechst um den Tisch saßen und planten und hatte sie in die eine Richtung gelenkt.
Ein wenig überrascht war sie allerdings doch gewesen, dass Lingor sich sofort bereit erklärt hatte, den Hof zur Verfügung zu stellen.
Aber die Lösung war tatsächlich perfekt.
Es war genug Platz, sie konnten drinnen und draußen sitzen, was in ihrem Haus nicht möglich gewesen wäre. Aber vor allem kannten die Menschen bereits den Hof, er lag direkt am Weg und vielleicht würde einfach das Licht von Feuerschalen, Gespräche und Lachen bis zu jenen dringen, die passierten und sie vielleicht dazu bringen, einfach einmal reinzuschauen. Denn das würde ihr großes Ziel bleiben, die Menschen im Reich mehr zueinander zu bringen, denn am Ende konnte nur so eine Gemeinschaft wirklich erstarken.

An diesem Abend begann es langsam zu dämmern und man spürte bereits, dass der Herbst nun langsam da war. Die Luft wurde kälter, die Sonne verschwand schon bald. Aber noch war es am frühen Abend angenehm und erst wenn sie komplett verschwunden war, wurde es ungemütlich. Und so landeten sie am Ende doch wieder einmal um den großen Tisch, Getränke vor sich, manchmal lachend, manchmal in ernste Themen vertieft. Manchmal saßen sie nur zu zweit oder dritt am Tisch. An Anderen Abenden waren noch andere Leute dabei, die vorbeigeschaut haben. Aber heute waren es nur die Begründer der Loge.

Sie hatte sich ein wenig zurückgelehnt in ihrem Stuhl und lauschte eine Weile einfach nur, während ihre Augen über die Gesichter glitten und sich wie von selbst ein Lächeln auf ihren Lippen ausbreitete.
Genau wusste niemand, wie sich das alles entwickeln würde, aber im Augenblick, fühlte es sich einfach richtig an. Und gut. Verdammt gut sogar.

Mit einem Schmunzeln auf den Lippen hob sie dann ihr Glas in die Höhe und unterbrach mit ihrer klaren Stimme:

“Auf uns!”


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