- Intermezzo in Eirensee -
Natürlich fuhr kein Schiff direkt nach Aalenfels. Es hätte ihn auch stark gewundert. Er hatte es aber auch nicht sonderlich eilig, wenn er ehrlich war. Sein Neffe hatte ihn zwar mit einer wichtigen Aufgabe betreut, aber es bestand keine Dringlichkeit, dass es auf jeden Tag ankomme. Er hatte nicht schlecht gestaunt, als Merrik vor seiner Tür stand. Aber sein neffe kam und ging, wie es ihm gefiel. Diese Magier.. er war nicht unbedingt begeistert, was aus seinem Neffen wurde, zumindest zu Anfang nicht. Doch mit der Zeit gewöhnte sich auch Edo daran und lernte Merriks Fähigkeiten zu schätzen. Die Falken waren auch nicht unbedingt begeistert von dem Ganzen, hatte Edo ihnen auch nicht alles erzählt, wo sie doch sonst immer offen über alles redeten. Aber gewisse Dinge mussten eben geheim bleiben.
Die Überfahrt nach Eirensee dauerte für seinen geschmack viel zu lange. Er war zwar mit seinem Bruder in einer Hafenstadt aufgewachsen, ans Schiff fahren konnte er sich dennoch nie wirklich gewöhnen. Nicht nur, dass das Schiff ständig zu wanken und zu wackeln schien, das stetige Plätschern und Knallen der Wellen an das Holz ihn nicht ruhig schlafen liesen, er immer daran denken musste, dass nur diese morschen Planken zwischen ihm und den unbekannten Tiefen der Meere waren, war es auch die trostlose Aussicht, weit und breit nur ungenießbares Wasser, flaches Blau bis zum Horrizont, das ihn diese elenden Schifffahrten unerträglich machten. Aber er hatte ein Versprechen gegeben. Und für die Familie springt man nicht nur einmal über seinen Schatten. Außerdem hätte er unmöglich jemand anderen damit beauftragen können.
"Alle Mann von Bord!" Hallte es neben dem Klingeln der Glocke über das Deck, bis in die Kajüten runter. Mit schweren Schritten stapften die Besatzung und die Passagiere die mehr als wackelige Planke auf den Pier runter und schleppten eine Kiste nach der anderen, rollten ein Fass nach dem nächsten zum Karren, der schon bereit stand. Daneben ein Kerl mit Federhut, einer Liste in der einen und einer Schreibfeder in der anderen Hand, der abwechselnd zählte und notierte. In diesem Teil des Königreiches würde man ihn wohl als fein gekleidet ansehen, wenn auch Edo aus Nharam ein ganz anderes Niveau gewöhnt war. Es stimmte wohl, dass Nharam mit das feinste und reichste Herzogtum war. Dafür waren seine Ritter aber auch mehr Zierde, als wirklich gute Kämpfer. Aber so hatte jedes Herzogtum seine Eigenheiten, Vorzüge und genauso seine Schattenseiten. Doch Edo interessierte sich zugegeben nur wenig für das alles. Er war im Moment froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Ein anderer Kerl mit Hut ohne Feder und einer anderen Liste trat an ihn heran, als er das Schiff verlies.
"Name und Stand?" erklang die Stimme des Mannes, weder sonderlich unfreundlich, noch herausragend höflich. Man könnte die Tonlage als professionell und zielstrebig bezeichnen.
"Edo Daske. Bürger Nharams."
Der Kerl nickte kurz. "Grund für die Anreise?"
"Ich bin auf der Durchreise. Morgen fahr ich weiter nach Aalenfels."
Der Kerl nickte wieder, hob aber leicht eine Braue an. "Verstehe. Dann willkommen in Toichtingen. Wenn ihr eine Unterkunft für die Nacht sucht, direkt hier am Hafen haben wir den Anker. Etwas schäbig, aber tauglich. Weiter in der Stadt gibt es noch das Zipfelchen. Oder wenn ihr es euch leisten könnt ist in der Oberstadt die Goldene Gans."
Edo nickte dann selbst. "Danke." erwiderte er knapp und tonlos. Er hatte nicht damit gerechnet, dass der Kerl so gesprächig werden würde. Aber immerhin wusste er, wo er die Nacht verbringen konnte.
Geld spielte kaum eine Rolle, hatte Merrik ihm noch einiges da gelassen, um Edos Unkosten zu decken. Er wollte es erst nicht annehmen, aber im Moment war er seinem Neffen dann doch dankbar dafür. Nicht nur, dass er sich einen platz auf einem der schnelleren Schiffe sichern konnte, musste er jetzt auch weder in diesem Anker oder im Zipfelchen übernachten. Und die Goldene Gans machte schon am Eingang einen guten Eindruck. Sein Zimmer war nicht das größte, aber er hatte es für dich. Und in diesem Teil Toichtingens war es zumindest ruhig. Und Ruhe konnte er gerade sehr gut gebrauchen.
Sein Schiff ging früh und er war entsprechend früh auf den Beinen. Die Wirtin war so freundlich ihn am Morgen direkt zu wecken und ihm ein solides Frühstück und Wegzehrung hinzustellen. Er packte seine Sachen und legte beim Hinausgehen noch ein paar größere Münzen auf den Thresen. Er erntete dafür zumindest von der Wirtin noch ein Lächeln und eine angedeutete Verbeugung. Das Schiff nach Aalenfels war deutlich kleiner als das, mit dem er aus Nharam hier her kam. Es lag noch vor Anker und wurde gerade wieder beladen. Das kleinere Schiff nach Aalenfels lud fast ausschließlich Waren und Edo war einer von zwei Passagieren, die mit wollten.
"Ah, da ist ja unser Gast." Der erste Maat des Schiffes begrüßte ihn, als er die Planke erklommen war und das Deck betrat. "Ist nicht häufig, dass wir wen hier mit übersetzen. Da will fast niemand hin. Ich frag dich auch lieber nicht, was dich da hin treibt, he?" Der Maat grinst ihm entgegen und Edo nickte nur knapp. "Muss ich irgendwas wissen über Aalenfels?" "Najoa, da gibt es schon das ein oder andere, so is nich. Keine ruhige Insel sach ich dir. Rauhe Gegend. Aber so wie du aussiehst, kommst du da schon klar. Und in Steinert ist es eigentlich auch ganz gemütlich. Solltest nur aufpassen, wenn du zu weit wech von dem Dorf gehst, ay?" Edo nickte erneut. "Wie lang dauert die Überfahrt? Wo soll ich hin?" "Ay, die Überfahrt dauert einige Stunden. Is schon n Stückchen. Aber wenn wir n günstigen Wind haben sind wa ruck zuck da. Kannst solange unter Deck, da ham wa ne Kajüte. Oder du genießt die Aussicht hier oebn aufm Deck, wenn du nich im Weg stehst." "Dann bleib ich lieber unter Deck, danke." Der Maat nickte nur kapp und grinst kurz, bevor er sich wieder der Mannschaft zuwendete und Befehle über das Deck brüllte. "Auf eure Posten ihr faulen Hunde! Wir sind vollzählig, also alles bereit machen zum Ablegen!" Von dem aufkommenden Trubel bekam Edo nur Gestampfe und dumpfe Worte mit. Noch bevor sich das Schiff in Bewegung setzt, hatte er es sich in der Kajüte bequem gemacht. "Hätte Merrik mich nicht einfach da hin.. zaubern können oder so?" er seufzte schwer und schwang sich in die Hängematte, mit einem Notizbuch in der Hand, in dem er wärend der ganzen Überfahrt blätterte, las und schrieb.
Aalsfels war keine schöne Insel. Nicht mal bei Licht betrachtet. Ein einzelner nicht sonderlich großer Berg ragt in der Mitte der Insel nach oben, der über und über mit Wald bedeckt ist. Das Dorf auf das sie zuhielten ist alles andere als groß aber von einer soliden Palisade umrundet. Fast wäre es auch ein nahezu perfekter Halbkreis geworden, wenn nicht irgendwer scheinbar ordentlich gepfuscht hätte. Es war diesig und düster, als sie an der Küste am Dorf anlegten. Nur wenige Leute waren auf den matschigen Wegen des Dorftes unterwegs. Ganz offensichtlich die, die es mussten. Edo selbst wäre auch lieber irgendwo drinnen geblieben, wenn er gekonnt hätte, aber nachdem er das Schiff verlassen, sich beim Hafenarbeiter gemeldet und sich schon einmal eine Unterkunft gesucht hatte - die weit weniger angenehm war als die in Toichtingen - machte er sich doch lieber schon auf den Weg. Dass Steinert 'gemütlich' sein soll, war eindeutig eine Übertreibung. Je früher er wieder hier weg war, desto besser.
Der Wirt sah ihm etwas schief und verdutzt entgegen. "Drachenjäger? Ne, sowas gibts hier in Steinert nicht. Ist n friedliches Dorf, ohne viel Probleme."
"Und jenseits der Palisaden? Was ist da?"
"Na der Wald. Ziemlich wild belassen und widersprinstig. Kommt man nicht gut durch, darum bleiben wir hier. Gibt vermutlich vereinzelt Banditen, die da draußen rum schleichen. Ungefährlich ist das aber nicht. Hier sollen angeblich auch Orks und Oger und sowas rum laufen."
Edo nickte ein paar mal. "Kann ich hier irgendwo eine Karte von der Insel bekommen?"
"Ne Karte? Hm.. vielleicht hat der alte Gustav eine. Ansonsten musst dir selbst eine zeichnen." grinste der Wirt kurz und schrubte weiter auf dem Thresen rum.
"Gut, danke. Dann bis später." Edo nickte wieder und machte sich auf den Weg. Er hörte noch ein Gemurmel vom Wirt, das sein Zurückkommen in Frage stellte, wenn er wirklich aus dem Dorf raus gehen würde, aber auch wenn Edo nicht mehr der jüngste war, war er doch klug und erfahren genug, wie auch immer noch geschickt genug im Kampf, um der Wildnis dieser Insel trotzen zu können.
"Bist du Gustav?"
Der ältere Mann sah zu Edo hoch und blinzelte ihm ein paar mal langsam entgegen. Er schmatzte zwei mal und schnief, bevor er nickte und seinen Blick wieder auf sein Buch senkte. "Der bin ich. Was willst du? Ich lese gerade."
"Ich brauche eine Karte dieser Insel."
Ohne groß zu antworten zog der alte Mann eine Schublade an seinem Schreibtisch auf und griffelte darin rum. Er zog ein zusammen gerolltes Pergament heraus und reichte es Edo entgegen. Er griff nach der Rolle und die entgegen gestreckte Hand des Mannes wurde zu einer aufhaltenden, die er abwartend und geduldig in Edos Richtung streckte. Ohne ein Seufzen oder etwas anderes macht er auch keine Anstalten in eben diese Hand einen gut gefüllten Goldbeutel zu legen. Die Hand wog das Gold kurz und lies es, nicht ohne ein weiteres Schnauben des Alten, in der Schublade verschinden, aus der die Karte gekommen ist. Der Alte schien aber auch kein wirkliches Interesse daran zu haben sich weiter oder groß mit Edo zu unterhalten, hob er das Buch etwas weiter an und verdeckte damit sein Gesicht. Edo krauste kurz seine Nase, verstand aber und verschwand wieder aus dem Haus des Alten.
Die Karte war nicht sonderlich detailliert, noch wirklich fein gezeichnet. Hätte er das früher gewusst, hätte er vermutlich weniger dafür bezahlt. Aber immerhin hatte er eine Karte, die doch ziemlich akkurat war. Und mehr brauchte er erstmal auch nicht. Immerhin hatte er selbst schon einige Karten gezeichnet und könnte sicher ohne große Probleme die Karte bei Bedarf ergänzen.
"Drachen.. wo bitte finde ich hier denn Drachen?" er murmelte die Worte zwar nur, dennoch trat die Wache am Palisadentor an ihn heran, als er darauf zusteuerte.
"Ihr sucht Drachen? Die gibt es hier lange nicht mehr. Es soll hier mal welche gegeben haben. Der alte Gustav sagt er habe mal welche gesehen, in den Bergen. Aber die würde man ja hören vermutlich. Und an den Hängen und in den Höhlen leben nur noch Orks."
"Orks sagt ihr?" Die wache nickte. "Na mal sehen, was sich da finden lässt."
"Seid vorsichtig da draußen. Und kommt vor Sonnenuntergang zurück, sonst kommt ihr nicht mehr rein."
Der Wald war finsterer, als es von Weitem aussah. Vom Schiff aus sah man nur eine große Fläche Grün, die hier und da löchrig zu sein schien. Im Wald selbst war es alles andere als das. Die Baumkronen hinderten mit Wehemenz jeden Lichtstrahl daran zum Waldboden vorzudringen, auch wenn es das Licht hier und da schaffte durch die Blätter schwächere Vertreter zu dringen. Dadurch war man zumindest nicht völlig blind. Dennoch wirkte es etwas.. unheimlich. Das Dorf war schon nach wenigen Wegzweigungen nicht mehr zu sehen. Edo hatte Schwierigkeiten wirklich zügig in diesem völlig wilden Wald voranzukommen. Der Weg war nicht mehr als ein schmaler Trampelpfad, der scheinbar oft wieder zugewachsen ist und wieder geräumt wurde. Bedauerlicherweise war er gerade wieder dabei ordentlich zuzuwachsen.
Der Weg führte ihn weiter, tiefer und auch höher. Vereinzelt hatte er bereits Orks und auch Oger gesehen, die scheinbar auf der Suche nach Nahrung waren. Doch zum Glück wusste er sich versteckt zu halten. Ungerne hätte er sich direkt mit ihnen angelegt.
Der Wald lichtete sich etwas mehr und der Boden wurde steiniger. Eine dreckig, teils mit Blut besudelte Palisade ragte auf der Lichtung emporr, mit keinem ersichtlichen Tor. Deutlich hörte Edo, was darin vor sich ging. Solche Orkforts gab es nicht unbedingt häufig, auf Nharam erst recht nicht. Dennoch kannte er solche Forts und wusste, dass es keine gute Idee war sich hier erwischen zu lassen. Langsam und leise näherte er sich der Palisade. Er sah keine einzige Wache am oberen Ende, weder postiert noch auf Patrouille. Vermutlich hatten sie das nicht wirklich nötig. Oder sie waren einfach nur leichtsinnig. Immerhin würde es ihm seine Arbeit erleichtern. Er griff in seine Tasche und kramte metallerne Krallen heraus, die er sich auf die Finger setzte. Vorsichtig aber sicher rammte er die Krallen in das Holz der Palisade und kraxelte diese empor. Der Blick über die Palisade offenbarte, was er bereits vermutete. Viele einfach gehaltene Zelte aus Fellen umringten eine schleht zusammen gebaute Hütte aus Holz. Überall saßen, lagen oder gingen Orks, Oger und Zweiköpfe umher. Doch das, was er gehofft hatte zu finden, gab es nicht. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn er direkt das richtige gefunden hätte. Er ließ sich wieder herab rutschen und schlich sich direkt wieder in den Wald. Zu lange wollte er sich hier definitiv nicht aufhalten.
Sein Weg führte ihn weiter in Richtung des Berges, wobei, zu seinem Leidwesen, die Population an Orks immer weiter zuzunehmen schien. Teilweise sah er sogar Orks mit verschiedenen Bemalungen gegeneinander kämpfen, was er natürlich für sich zu nutzen wusste, konnte er sich hier schneller und etwas weniger aufs leise sein bedacht bewegen.
Das nächste Fort lag direkt am Berg in einer Landzunge, die von allen Seiten außer einer von Stein umgeben war und der sich dahinter weiter nach oben erstreckte. Hier sah Edo auch direkt Wachposten auf der Palisade, die weit weniger schäbig gebaut war und sogar 2 Türme neben dem Tor hatte. Edo verblieb eine Weile beobachtend im Wald und spähte das Fort und die nähere Umgebung aus. Er musste zumindest einen Blick in das Fort werfen können, bevor er weiter zog.
Er saß eine ganze Weile da, als ein Horn ertönte und das Tor sich langsam öffnete. Eine kleine Truppe Orks näherte sich dem Fort, die auf Wildschweinen reitend direkt auf das Tor zuhielten. Das war der Moment,a uf den er gewartet hatte. Jetzt konnte er zumindest kurz einen Blick in das Fort werfen. Ein langer Weg erstreckte sich geradlinig durch das Fort. Links und Rechts des Weges erst einiges an freierer Fläche, eingezäunt, auf der scheinbar noch mehr Wildschweine gehalten wurden. Wieter hinten viele Zelte, auch aus Leder, wie beim anderen Lager, doch das allgemeine Farbschema war ein anderes. Noch weiter hinten konnte Edo einen Platz erahnen, auf dessen Mitte etwas lag. Was genau konnte er allerdings nicht erkennen, zu schnell wurde das Tor wieder geschlossen. Doch offenbar würde es sich lohnen näher heran und direkter in das Lager zu blicken.
Er sah sich um auf dem wenig verbliebenen Platz zwischen Wald und Fort. Er konnte unmöglich direkt auf das Fort zu halten, zu groß war die Gefahr, dass er dabei gesehen wurde. Er schlich am Rand des Waldes näher an den Berg heran und sah aufmerksam den Berg ab. Es musste eine Möglichkeit geben. Und tatsächlich fand er nicht unweit rechts vom Fort einen schmalen Pfad, der sich den Berg hinauf züngelte. Er wurde auch weder bewacht, noch könnte man ihn da gut erkennen. Zügig sprintete er zu dem Pfad über den kürzest möglichen Weg vom Waldrand aus und verschwand direkt hinter dem Stein, um dem Blickfeld der beiden Wachtürme zu entgehen. Der Pfad fürte weiter oben zum Berg, war aber zu schmal um ihm wirklich problemlos folgen zu können. Zumindest für einen Ork. Edo konnte sich tatsächlich recht gut durch die eng beieinander liegenden Steinwände drücken und folgte dem Pfad ein gutes Stück nach oben.
Ein kleines Plateau zeigte sich nach einigen Abbiegungen, Ecken und Winkeln, in dem Edo kurz durchatmen konnte. Er sah sich kurz um, um sich zu orientieren, und erblickte direkt unter sich das Orkfort, dessen Front er eben noch beobachtet hatte. Es war größer, als er erwartet hatte und ragte tiefer in den Berg hinein. Doch von hier aus, sah er alles, was wirklich wichtig war.
Auf dem Platz, den er vorhin erahnen konnte, lag ein großes Skelett, das sich, bei genauerem Hinsehen, als das Skelett eines Drachen herausstellte. Nicht unweit davon entfernt konnte er eine Art steinernen Thron erkennen, der auf das Skelett ausgerichtet war. Der Thron war in einen riesigen, monolithen artigen Stein geschlagen. Um diesen Stein herum waren Knochen drapiert, dass das Skelett aufrecht steht. Ein zweites Drachenskelett, zur Schau gestellt und verhöhnt. Links und rechts vom Thron waren zwei Fahnen aufgestellt, die im Wind wehten, in einem leuchtenden Grün. Edo kannte dieses Grün, es war unverwechselbar und es konnte kein Zufall sein. Hinter dem Thron erstreckte sich ein längliches Gebäude, das mit der Haut der Drachen überzogen wurde. Das selbe Grün, was auch die Fahnen tragen, das selbe Grün, das er schon auf Nharam sah, das selbe Grün, das seine Großnichte am Leib trug.
Er hatte es gefunden. Auf der Karte zeichnete er einen roten Kreis ein und versuchte das Fort und den Pfad daneben genauer zu skizzieren. Er zog sich zurück, als er fertig war und machte sich auf die Reise nach Gerimor. Seine Arbeit hier war erledigt. Zeit seinen Neffen zu informieren.