Des Nachts im Sturm 26. Cirmiasum 265
Sieben Bilder für die Sieben Todsünden, gezeichnet vor geraumer Zeit, mit Blut, Schweiß, völliger Hingabe, Liebe und dem tiefverwurzeltem Glaube an den Rabenvater selbst und
der ewige Schlund.
Unnachgiebig rauscht der stürmische Wind durch das Geäst, grollendes Donnern ist zu vernehmen während helle Blitze, krachend, die Dunkelheit der Nacht durchschneiden. Der prasselnde Regen, wird sich vom Wind hineingepresst, in die Mitte des Balkons drücken und dennoch verweilt auf dem gepolsterten Stuhl, sicher schon durchnässt bis auf die Zehenspitzen, eine dunkle Gestalt. Zurückgelehnt wird das Grüngelb schlicht starr in die Nacht hinausblicken, nur ab und an wird ein Zucken der Pupillen und das Heben des Brustkorbes, um der Atmung willen, von Leben jener zeugen. Als wäre sie in einem Zwiegespräch mit sich selbst, in den innersten Gedanken versunken.
Leise schreitet sie durch die völlig leere, vertrocknete und dunkle Wüste. Der Blick wandert von einer schattigen Düne zur nächsten. Lediglich das immer wiederkehrende tiefe, basshaltige Trommeln, welches wie ein Donner über die Wüste schallt, wird sie wach halten und dafür sorgen, dass sie in keine Lethargie verfällt. Schritt für Schritt wird sie weiter voranschreiten, der eigene Puls mischt sich unter das dröhnen und langsam aber sicher, wird sich eine gewisse Panik in ihr ausbreiten. Das Gefühl, dass sie etwas jage oder aber selbst gejagt werde. Das Gefühl, dass sie etwas suche oder sie selbst gesuchte ist und die Erkenntnis, dass es scheinbar schlicht nicht existiert.
Dann hält sie inne. Ein tiefer Atemzug folgt, die Augen taxieren den Eingang eines Hauses, eines welches zuvor nicht dort an jenem Ort verweilte, aber nun, nun war es hier.
Das beklemmende Gefühl wird nach wie vor die Kehle ein Stückweit zu schnüren, doch die Hand drückt die Klinke hinab. Hörbar krächzen und quietschen die Scharniere als die alte Holztüre zum Leben erweckt wird und den Blick auf das Innere frei gibt.
Doch innen wirkt es gänzlich neu. Ein grosser Raum, ein Kamin und ein großer Tisch. Imposant, übermächtig in seiner Wirkung selbst. So fremd und irgendwie dennoch bekannt. Eine Gestalt verweilt an jenem Kamin, ein dunkler Haarschopf, großgewachsen und als diese sich umdreht zerrt es das gesamte Haus ins Nicht, gänzlich Leere wird kurz darauf den Platz einnehmen. Schwärze.
Ein Blinzeln, noch eines, erst dann wird sich ein glimmendes Lichtlein auftun. Wieder führen die Schritte voran, bis das Flackern stetig näher wird und sie Schlussendlich vor einer hübsch verzierten Laterne innehält. Sie geht in die Knie und betrachtet diese. Ein Früchtebaum, ein heller Rabe, ein Schmiedehammer, eine Sanduhr, ein Kind und ein Grab. Eingezeichnet, völlig Chaotisch und ohne wirkliche Reihenfolge. Die Hand greift nach der Laterne und gerade als sie dabei ist jenes Kunstwerk noch genauer betrachten zu wollen, wird sie wieder ruckartig in das Licht gezerrt.
'Groll!'
Ein lauter Knall direkt gepaart mit dem grellen Licht des Blitzes. Erschrocken hebt sie die Augenlider empor und starrt hinaus.
Im Hier und Jetzt 30. Cirmiasum 265
Pitsch…..*stille*
Patsch….*stille*
Pitsch…..*stille*
Patsch….*stille*
Langsam und zäh windet sich der Tropfen am Körper entlang in Richtung Arme und streicht zu guter letzt den Zeige- und Mittelfinger. Von dort ab, ist es nur noch ein kurzer Weg bis in die schon prall gefüllte Schüssel.
Roter Lebenssaft, so klar und so flüssig, perfekt um ihn noch zu verarbeiten.
Natürlich hätte sie sich auch einfach etwas aus dem Becken nehmen können, doch so war es gänzlich frisch und mit der Restwärme auch wunderbar zu verarbeiten.
Langsam erhebt sie sich, stellt sich auf den Stuhl und wird den leblosen Körper von dem Seil lösen, an welchem er kopfüber hängend verweilt. Dieser fällt, von einem klatschenden Geräusch begleitet, sogleich hinab gen Boden.
'Der Bruder wird es benötigen.' wispert sie da leise vor sich her. Die Hand gleitet zur Robe, einen kleinen Knochen vom Gürtel lösend. Dieser wird auf den Boden gelegt und mit flüsternden Gebeten gen den Herrn gefüllt. Nach und nach winden sich dunkle Nebelschwaden um eben jenen. Leise, wie aus der Ferne, ist ein klackern zu vernehmen. So, als würden unendlich viele Knochen nacheinander zusammenfinden und so ist es auch, schon einige Wimpernschläge später, wird das Knochengestell in voller Größe vor ihr verweilen. Die leeren Augen glimmen rötlich auf und ein Lachen erklingt welches hohler und leerer, aber auch schrille, nicht klingen könnte.
'Nimm ihn und bring ihm es, er wird es brauchen können.' mit dem Deut gen den leblosen Körper, wird sie selbst sich umwenden, gen der Leinwand drehen und sich ihrer Arbeit widmen.
Die Farben, gemischt mit dem frischen Blut prägen eher die dunkleren Töne, als wolle sie schlicht die Tiefe der Farbpracht an die Leinwand bringen.
Mit einem großen Pinsel beginnt sie damit die Grundfarbe welche als erste Ebene dient, aufzupinseln. Jeder Strich welchen sie tätigt, wird sie in eine Art Trance hinabgleiten lassen.
'Endlich ist es wieder soweit! Endlich können wir wieder tun. Wofür wir existieren!' schallt es da krächzend mit dem Klang der Vorfreude, durch die innere Hülle. 'Und wieviele wir mitnehmen könnten, gemeinsam! HAHA! Wir könnten so viele hineinzerren! Der Herr wird zufrieden sein, äußerst zufrieden!'
'Aber sollten wir nicht darauf bedacht sein die richtigen zu wählen?' fast flehend, als wollte sie die Vorfreude etwas stutzen.
'Schwach! Schwaaaahaaaach! Irgendwann werde ich meinen Platz einnehmen und du, du wirst schweigen! Das wirst du! Wir nehmen was wir kriegen können, ihm sollen sie alle gehören!'
'Solange ich meinen Platz habe, werde ich entscheiden.' der Letzte Satz wird mit so einer festen Stimmfarbe untermalt sein, dass sie schlicht keinen Widerspruch zu dulden scheint. So kehrt die Stille auch recht schnell wieder ein.
Sieben Bilder für die Sieben Todsünden, gezeichnet vor geraumer Zeit, mit Blut, Schweiß, völliger Hingabe, Liebe und dem tiefverwurzeltem Glaube an den Rabenvater selbst und
der ewige Schlund.
Unnachgiebig rauscht der stürmische Wind durch das Geäst, grollendes Donnern ist zu vernehmen während helle Blitze, krachend, die Dunkelheit der Nacht durchschneiden. Der prasselnde Regen, wird sich vom Wind hineingepresst, in die Mitte des Balkons drücken und dennoch verweilt auf dem gepolsterten Stuhl, sicher schon durchnässt bis auf die Zehenspitzen, eine dunkle Gestalt. Zurückgelehnt wird das Grüngelb schlicht starr in die Nacht hinausblicken, nur ab und an wird ein Zucken der Pupillen und das Heben des Brustkorbes, um der Atmung willen, von Leben jener zeugen. Als wäre sie in einem Zwiegespräch mit sich selbst, in den innersten Gedanken versunken.
Leise schreitet sie durch die völlig leere, vertrocknete und dunkle Wüste. Der Blick wandert von einer schattigen Düne zur nächsten. Lediglich das immer wiederkehrende tiefe, basshaltige Trommeln, welches wie ein Donner über die Wüste schallt, wird sie wach halten und dafür sorgen, dass sie in keine Lethargie verfällt. Schritt für Schritt wird sie weiter voranschreiten, der eigene Puls mischt sich unter das dröhnen und langsam aber sicher, wird sich eine gewisse Panik in ihr ausbreiten. Das Gefühl, dass sie etwas jage oder aber selbst gejagt werde. Das Gefühl, dass sie etwas suche oder sie selbst gesuchte ist und die Erkenntnis, dass es scheinbar schlicht nicht existiert.
Dann hält sie inne. Ein tiefer Atemzug folgt, die Augen taxieren den Eingang eines Hauses, eines welches zuvor nicht dort an jenem Ort verweilte, aber nun, nun war es hier.
Das beklemmende Gefühl wird nach wie vor die Kehle ein Stückweit zu schnüren, doch die Hand drückt die Klinke hinab. Hörbar krächzen und quietschen die Scharniere als die alte Holztüre zum Leben erweckt wird und den Blick auf das Innere frei gibt.
Doch innen wirkt es gänzlich neu. Ein grosser Raum, ein Kamin und ein großer Tisch. Imposant, übermächtig in seiner Wirkung selbst. So fremd und irgendwie dennoch bekannt. Eine Gestalt verweilt an jenem Kamin, ein dunkler Haarschopf, großgewachsen und als diese sich umdreht zerrt es das gesamte Haus ins Nicht, gänzlich Leere wird kurz darauf den Platz einnehmen. Schwärze.
Ein Blinzeln, noch eines, erst dann wird sich ein glimmendes Lichtlein auftun. Wieder führen die Schritte voran, bis das Flackern stetig näher wird und sie Schlussendlich vor einer hübsch verzierten Laterne innehält. Sie geht in die Knie und betrachtet diese. Ein Früchtebaum, ein heller Rabe, ein Schmiedehammer, eine Sanduhr, ein Kind und ein Grab. Eingezeichnet, völlig Chaotisch und ohne wirkliche Reihenfolge. Die Hand greift nach der Laterne und gerade als sie dabei ist jenes Kunstwerk noch genauer betrachten zu wollen, wird sie wieder ruckartig in das Licht gezerrt.
'Groll!'
Ein lauter Knall direkt gepaart mit dem grellen Licht des Blitzes. Erschrocken hebt sie die Augenlider empor und starrt hinaus.
Im Hier und Jetzt 30. Cirmiasum 265
Pitsch…..*stille*
Patsch….*stille*
Pitsch…..*stille*
Patsch….*stille*
Langsam und zäh windet sich der Tropfen am Körper entlang in Richtung Arme und streicht zu guter letzt den Zeige- und Mittelfinger. Von dort ab, ist es nur noch ein kurzer Weg bis in die schon prall gefüllte Schüssel.
Roter Lebenssaft, so klar und so flüssig, perfekt um ihn noch zu verarbeiten.
Natürlich hätte sie sich auch einfach etwas aus dem Becken nehmen können, doch so war es gänzlich frisch und mit der Restwärme auch wunderbar zu verarbeiten.
Langsam erhebt sie sich, stellt sich auf den Stuhl und wird den leblosen Körper von dem Seil lösen, an welchem er kopfüber hängend verweilt. Dieser fällt, von einem klatschenden Geräusch begleitet, sogleich hinab gen Boden.
'Der Bruder wird es benötigen.' wispert sie da leise vor sich her. Die Hand gleitet zur Robe, einen kleinen Knochen vom Gürtel lösend. Dieser wird auf den Boden gelegt und mit flüsternden Gebeten gen den Herrn gefüllt. Nach und nach winden sich dunkle Nebelschwaden um eben jenen. Leise, wie aus der Ferne, ist ein klackern zu vernehmen. So, als würden unendlich viele Knochen nacheinander zusammenfinden und so ist es auch, schon einige Wimpernschläge später, wird das Knochengestell in voller Größe vor ihr verweilen. Die leeren Augen glimmen rötlich auf und ein Lachen erklingt welches hohler und leerer, aber auch schrille, nicht klingen könnte.
'Nimm ihn und bring ihm es, er wird es brauchen können.' mit dem Deut gen den leblosen Körper, wird sie selbst sich umwenden, gen der Leinwand drehen und sich ihrer Arbeit widmen.
Die Farben, gemischt mit dem frischen Blut prägen eher die dunkleren Töne, als wolle sie schlicht die Tiefe der Farbpracht an die Leinwand bringen.
Mit einem großen Pinsel beginnt sie damit die Grundfarbe welche als erste Ebene dient, aufzupinseln. Jeder Strich welchen sie tätigt, wird sie in eine Art Trance hinabgleiten lassen.
'Endlich ist es wieder soweit! Endlich können wir wieder tun. Wofür wir existieren!' schallt es da krächzend mit dem Klang der Vorfreude, durch die innere Hülle. 'Und wieviele wir mitnehmen könnten, gemeinsam! HAHA! Wir könnten so viele hineinzerren! Der Herr wird zufrieden sein, äußerst zufrieden!'
'Aber sollten wir nicht darauf bedacht sein die richtigen zu wählen?' fast flehend, als wollte sie die Vorfreude etwas stutzen.
'Schwach! Schwaaaahaaaach! Irgendwann werde ich meinen Platz einnehmen und du, du wirst schweigen! Das wirst du! Wir nehmen was wir kriegen können, ihm sollen sie alle gehören!'
'Solange ich meinen Platz habe, werde ich entscheiden.' der Letzte Satz wird mit so einer festen Stimmfarbe untermalt sein, dass sie schlicht keinen Widerspruch zu dulden scheint. So kehrt die Stille auch recht schnell wieder ein.
