[Elfen] Fuchsgeister erwacht!

Antworten
Der Erzähler

[Elfen] Fuchsgeister erwacht!

Beitrag von Der Erzähler »

Sonnenstrahlen fielen gebündelt, wie ein hauchzarter Schleier aus feinen, lichtgoldenen Fäden, durch das frische, lebendige Grün des Wäldchens an der Südküste Nharams, weit in den malerischen Bergen, in welchen "Imlaersul", das Tal des Sommerwindes, lag. Der goldene, feine Stoff bog sich sanft dem Boden entgegen und breitete sich dort aus, wie es nur ein Teppich aus der Welt der Naturgeister vollbrachte. Unwirkliches Gewebe zwischen einem zu klaren Traum in einer zu diffusen Wirklichkeit.
Andächtig wogen die wilden Blumen und Gräser sich in der aufkommenden Brise und neigten die Häupter tiefer, als hätten sie die Ankunft des besonderen Gastes und Hausherren zugleich in diesem abgelegenen Streifen der Erde bereits erwartet. Als er sich der Lichtung aber letztendlich näherte, da begannen die sonst längst schläfrigen Leuchtkäfer mit der Sonne um die Wette zu glimmen, spitzten kleine Steingeister aus den Felsspalten herab und so mancher nymphengleiche Baumgeist neigte sich ihm in Ehrerbietung zu.

Golden, filigran und von elfengleich anmutiger Eleganz, so näherte sich die kleine Fuchsgestalt dem Zentrum der Lichtung, auf welcher ein Edhil mit schneeweißen, langen Haaren und sehr ebenmäßigen Zügen ruhte. Er lag auf der Seite, die Knie etwas angewinkelt und die Hände im Schlaf zu Fäusten geballt. Die tiefe Atmung hob die Brust und senkte sie so regelmäßig, dass der selige Schlummer und die innere Ruhe beinahe greifbar über dem schlafenden Elfen lagen.
Sanft berührte die Fuchsnase die Stirn des Träumenden und sorgte damit für ein feines Lächeln, dass kurz über seine Züge huschte, doch wollte er sich nicht aus dem Traum lösen.
Kurz verweilte das goldene Füchschen still an Ort und Stelle, dann jankte es bellend einmalig auf und als auch das den Zauber des Schlafes nicht brechen konnte, da umhüllten ihn die güldenen Sonnenstrahlenschleier noch einmal, um die wahre Gestalt dahinter frei zu geben.
Diese war dem schlummernden Elfen gar nicht so unähnlich vom groben Aufbau des Körpers her, doch der goldene Schimmer auf der Haut des ehemaligen Fuchses strahlte so sanft wie das Licht der Sterne und im ebenfalls güldenen, langen Haar schien neben dem Glanz der Sonne auch der Silberhauch des Mondes darin zu wohnen. Besonders anziehend aber waren die Augen, welche zwar in der dunklen, reichen Bernsteinfarbe des Honigs glommen, doch voller goldener, sanft flirrender Goldsprenkel durchzogen waren, die nie vollkommen stillstehen wollten.


"Willst du nicht aufwachen, mein Kind, so werde ich dich im Traum erreichen...", raunte er ruhig und beim Klang seiner Stimme ging ein ergriffenes oder gar befreites Seufzen wispernd durch die Wipfel der Bäume ringsum. Als sich der Ewige ebenfalls im Gras niederließ, um zu ruhen und den alten Freund in seinem Traum aufzuspüren und endlich zu wecken, da kamen die Füchse aus dem Unterholz und schmiegten sich wärmend an den einstmaligen Goldfuchs heran, die Nähe zu ihm suchend, während er nach dem Geist des Schneefuchses spürte und... ihn fand!

"Es ist an der Zeit, Nimaeglos. Erinnere dich an dein Versprechen, wach auf und wecke die anderen, jungen Geister... Fuchsgeister!"


Bild
Benutzeravatar
Nimaeglos Hithlhoss
Beiträge: 5
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Nimaeglos Hithlhoss »

Viel zu lange hatte er die Stadt nicht mehr betreten gehabt und fühlte sich im ersten Moment auch wie ein Relikt aus einer vergessenen Zeit. Die jungen Edhil am Hafen oder im Zentrum der Stadt blickten ihm mit einer Mischung aus verhaltener Distanz oder aber auch fast ablehnender Unsicherheit nach, selbst wenn die Höflichkeit immer tadellos und der Respekt spürbar blieb.
Die Maske auf seinen Zügen sorgte für Verwirrung, die Schriftrollen am Gurt und der vollen Reisetasche für dezente Sorge. Anders reagierten die wenigen Lindil, die ihm über den Weg liefen. Arglos und neugierig spitzten sie ihm hinterher, ein recht junges Kind aus den grünen Armen des Nebelwaldes lief ihm sogar ein Weilchen nach und hätte wahrscheinlich angefangen Fragen zu stellen, wäre er nicht in Richtung Palast abgebogen, um die Stufen rasch und mühelos zu erklimmen. Er konnte die Blicke noch einen Moment auf seinem Rücken spüren, dann tauchte er in den kühlen Schatten des zeitlos schönen Gebäudes.

Nicht nur die Bäume inmitten der zart wirkenden Marmormauern begrüßten ihn, sondern auch die Stimme eines alten Vertrauten.
Schon viel zu lange hatte er Vaenor nicht mehr besucht und doch lag kein Tadel, kein Schimpf oder irgendein Vorwurf in seinen Willkommensworten.

Er verstand, denn er hatte einen Part der Vision bereits mit ihm geteilt.

"Es braucht dabei keinen Größe, keinen Prunkbau, in Gold und Juwelen getaucht. Das ist nicht, was benötigt wird. Doch der Platz, den wir mit den Augen des Fuchses gesehen haben, muss es sein und er reicht aus.
Ein Tor soll den Eintritt in den Schrein des Fuchses darstellen, ein Tor zu seiner Welt, seiner Sphäre und seinem Heim. Danach die Treppen aus Stein, kühl und Teil des Berges, die den Weg in die Höhe markieren. Dieser geht in den gesandeten Weg zum ersten Schreingebäude über, dessen helle Flur von Laternen am Rande gesäumt werden. Ein Brunnen wird an der Seite wachsen mit einem Wasserbecken, um die Hände und die Lippen zu reinigen, ehe das Heiligtum betreten werden kann.
Vorangestellt wartet die Gebetshalle auf all jene, die zu Besuch kommen und ihre Bitten, Wünsche, Hoffnungen an den goldenen Fuchs richten wollen und dahinter, sich in den Berg schmiegend, wird der Schrein selbst erstrahlen und Ered Luin, sowie den Nebelwald überblicken, damit sein wachsames Auge seine Kinder nie aus dem Blicke verliert.
So soll es sein, denn das ist seine Vision und ich beginne sie zu begreifen."


Sein Vertrauter nickte nur einmal und stellte keine Fragen, doch Kräfte und Ressourcen zur Verfügung.
Die Arbeit begann, die Vision entfaltete sich.

Das Erste, darauf bestand der Schneefuchs, das errichtet werden sollte, war das Tor zur Welt seines Vaters und mit diesem, das fühlte er, kam der Funke der Faernestyr zurück nach Ered Luin.


Bild
Meren i faer nîn... and i narn hen!
(Mein Geist ist voller Freude... der Geschichtsfaden erstreckt sich weit und lang!)
Nimuir Mithalagos

Beitrag von Nimuir Mithalagos »

Warme, leicht feuchte Erde, würziges Moos und das sanfte Duftgemisch aus Harz, Laubgrün und dem Meer aus Waldblumen, all das bedeutete der Aufstieg zum Hang hin und selbst dort, wo die Bäume nach und nach dem steinigen Felsen Platz machten, nahm dieser zauberhafte Geruchsreichtum nicht ab, sondern mischte noch die mineralhaltige, klare Luft hinein.
Jeder Schritt hinauf bedeute ein wenig Loslassen, was die Stadt und all ihre geschäftigen Annehmlichkeiten betraf, um dafür im Austausch noch mehr Freiheit, erfrischten Geist und die Nähe zum Sternenhimmel zu erlangen.

Vor Jahren noch, weit vor der Zeit als der Dämon durch Ered Luin gezogen und so viel verwüstet hatte, da war es ein bestimmter Pfad durch Wald, Wiesen und Flur bis hinauf in des Berges Höh, der ihr Herz erklingen ließ, wann immer sie ihn erklomm. Dieser wunderbare Kletterweg war nun verloren, doch das, was sie hier erwartete, konnte mit einem noch mächtigeren Zauber aufwarten.

Immer wieder stieg sie Stufe um Stufe hinauf, bis sie weit über der Höhe der meisten Dächer der Stadt auf immergrünen Weiden stand und dann in die alten Wälder dort oben tauchte. Alleine hier galt es viel zu entdecken, doch der schmale Pfad führte weiter, bis er sich an einem kristallklaren, kleinen See verlor, den honigsüße Blütenmeere einsäumten. Nun musste man der Intuition nach zum Bergmassiv folgen und wieder einen kleinen Wald durchschreiten, bis dort das Tor wartete.

Das Tor...

Aus nur wenigen, hohen Balken errichtet war es dennoch wie ein Portal in eine Sphäre. Nein, eher wie der Eingang in eine Welt, die voll und ganz den Geistern der Natur und allen voran dem Vater Fuchs, Phanodain selbst, gehörte. Die kleine Fuchsstatue, die das hölzerne Tor bewachte, unterstrich diesen Eindruck noch auf elegante und dezente Art und Weise.

Danach war der Weg wieder ersichtlich, Steinstufen die einen mit jeden Schritt näher an das Heiligtum herantrugen, den Schrein, den sie alle zusammen nun aufbauten.

Der Gwador, der in Hirschgestalt die Steine hinaufbrachte, der Ithron, welcher einige Schriftrollen studierte und mit den Baumeistern abglich, das Hen, beinahe schon eine junge Gwathel, die Körbe mit Verpflegung trug und sie, die jeden Tag hinauf ging, um mögliche Verletzungen zu verpflegen, frisches Wasser und Holz mitbrachte.

Holz, aus dem der Schrein weiter erwachsen sollte, bis ihre gemeinsame Vision vollkommen war!

Bild
Benutzeravatar
Shalayel Eathron en Thaluil
Beiträge: 75
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Shalayel Eathron en Thaluil »

Langsamen Schrittes ging er in den Keller und zog dort aus der Garderobe einige Kleidungsstücke. Es benötigte etwas Zeit bis er den passenden Zauberhut dazu fand, jedoch wirkte er dabei voller aufgeregter Motivation.

Als er die Stufen seines Hauses hinaus stieg formte sich um seine Rechte der Laervandil und nun begann der langsame und gelassene Gang durch die Stadt. Der Mond war gerade dabei empor zu steigen und die Herrschaft der Sonne abzulösen und so lag ein warm rötlicher Schleier auf dem Tal.

An einigen Häusern machte er halt, begann hier und dort einige Gespräche zu führen und gegen Ende führte sein Weg ihn wie gewohnt zu den Weg in Celines Hort und dort auf die schneebedeckte Spitze.

Trotz der warmen sommerlichen Temperaturen ist es hier oben immer gleichbleibend, einige Schwankungen gibt es zwar. Jedoch läßt sich die durchgängige Schneedecke immer aufrecht erhalten. Als er sein Seelenlied den Temperaturen angepaßt hatte, schweifte sein Blick umher und landet bei den Flugechsen die hier und dort ihr Unwesen trieben.

Nach einiger Zeit der Beobachtung entdeckte er unten in der Ferne, ein noch emsiges Treiben, trotz der nun gänzlich eintretenden Dunkelheit. Ein Umriß eines Tempels schien sich abzuzeichnen.

Zügig fing er an sich auf den Ankerpunkt in der Nähe zu konzentrieren und mit einem Mal entschwand er..


Bild
Die Musik wirkt wie die Sonne, die alle Blumen des Feldes mit ihrem Strahlen zum Leben erweckt.
Benutzeravatar
Miriel Idhralain
Beiträge: 102
Registriert: Donnerstag 18. November 2021, 20:11

Beitrag von Miriel Idhralain »

Eine leichte Brise versetze ihre seidenen Gewänder in Bewegung und strich ihr ein paar Strähnen ins Gesicht als Miriel langsam ihre Augen öffnete. Den Blick gen Himmel gerichtet lag sie in einem Bett aus weichem Moos. Die zuvor noch strahlende Sonne war bereits von dunklen, großen Wolken zurückgedrängt worden und die ersten Schwalben begannen tief über die Erde durch die Lüfte zu gleiten. Die anderen Vögel begannen in den Bäumen Schutz zu suchen. Als die feingliedrige Elfe sich erhob, fielen bereits die ersten Wassertropfen auf sie herab. Ebenso unter einem großen Baum Schutz suchend, dem leisen Tröpfeln des Regens auf den kleinen See lauschend, griffen die filigranen Finger nach dem ihr nur allzu bekannten Büchlein in ihrer Tasche. Dort sammelten sich die Werke, welche sie auf Gerimor aus Abenteuern und Geschichten zusammengestellt hatte. Sie schlug das Buch auf der ersten Seite auf und ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie die Zeilen überflog, die sie selbst niedergeschrieben hatte. Bei ihrer Reise auf dem Schiff nach EredLuin vor Rund einem Jahreslauf waren jene Zeilen entstanden, noch bevor sie die Stadt erreicht hatte. Sie klappt das Büchlein wieder zu und ließ es behutsam in die Tasche gleiten. Sie nahm ihre Harfe zur Hand und bewegte sich langsam und völlig ohne Eile durch die Stadt des ewig andauernden Frühlings...der Weg führte sie durch grüne Wälder und von Blumenduft erfüllte Wiesen, die Stufen hinauf zum Tor Phanodains.

An den oberen Steinstufen zum Tor, nahe der kleinen Fuchsstatue ließ sich die Elfe nieder und genoss die Eindrücke an jenem Ort, das Lied in den Klängen der Umgebung war deutlich spürbar und die Sonne trat bereits wieder hinter den Wolken hervor. Das lange elegante Kleid ergoß sich fließend über den Stufen, als sie die Harfe auf ihrem Schoß platzierte. Ruhig strich sie über die Saiten der Harfe und die Luft wurde erfüllt von hellem, melodischen Elfengesang.


Der Schatten der Bäume taucht den Wald ins Dunkeln,
das Wispern der Tiere verstummt es wird still,
sind es Sterne die in der Dunkelheit funkeln?
Oder ist es das was mein Geist sehen will?

Aufmerksam beobachten meine Augen,
wie sein Schweif vorbeizieht,
und ich kann es nicht ganz Glauben,
doch ist es das was mein Auge sieht.

Lauscht dem seidenen Klang und spürt das Lied im Gesang.

Eingenommen von dieser schimmernden Pracht
hat die Magie des Liedes mein Herz erfüllt,
der Fuchs er bewegt sich durch die Nacht,
und mein Verstand hat eine Erkenntniss enthüllt.


Das Lied es zieht euch in seinen Bann,
ein jeder soll tun was er am besten kann,
bestrebt sein Wissen zu hüten und mehren,
unser Handeln um Phanodain zu ehren.

Lauscht dem seidenen Klang und spürt das Lied im Gesang.


Wir nehmen den Segen an , welcher der Fuchs uns vermacht,
und werden nutzen das Wissen mit bedacht.
So manch einer wird noch nicht sein so weit,
doch weiß unser Volk, die Weisheit gedeiht mit der Zeit.



Nachdem die letzten Worte der Melodie in der Ferne verhallt waren, blickte sie sich um und wartete mit aller Zeit der Welt auf ihren Gwador, den Schneefuchs, um mit ihm ein Anliegen zu besprechen.



Bild
Antworten