.. und als wäre es niemals anders gewesen, wird die neueste Ausgabe knapp um die Geisterstunde herum in der lichten Reichshälfte und Bajard verteilt. Der Wind ist tückisch und so ist nicht auszuschließen, dass das ein oder andere Blatt über die Grenze geweht wird.
Der Schnatterer
Ausgabe 9
Ausgabe 9
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Abhandlung über den gemeinen Rossapfel
- Was am Ende rauskommt. -
Wann immer das Getreide saftig und ungehemmt durch das edle Ross rauscht, floriert das Reich und das Bauernvolk jauchzt vor Glück und Harmonie. Gewitterwolken ziehen dann auf, wenn wie aktuell eine Erkrankung grassiert, welche heimtückisch des Rosses Hintertür verschließt, was nicht nur das jämmerliche Wiehern des armen Tieres zur Folge hat sondern auch noch die Besitzer mit Ingrimm erfüllt: Der Mist wird knapp. Es häufen sich die Berichte über Handgemenge und Brüllerei; ein besonders gewiefter Bauer täuscht vielleicht einen Spaziergang vor, bei welchem er in größtmöglichem Zufall mit dem Stiefel in den Pferdeapfel eines Nachbars steigt und diesen, der Bequemlichkeit halber, natürlich kurzerhand mit nach Hause tragen muss. Der Schnatterer hat Kunde darüber erhalten, dass ein mancher sogar versucht den duftenden Schatz in einem geschickten Manöver mit der eigenen Notdurft auszutauschen um den Diebstahl zu vertuschen.- Was am Ende rauskommt. -
"Früher hätte es das nicht gegeben.", so Waltraud Specking, eine vollschlanke Vettel die von dem Streit mittlerweile die Nase voll hat und ihre Meinung ungefragt im Vorbeigehen äußerte. Zu allem Unglück scheinen die düsteren Letharen aus dem westlichen Reich nun auch noch auf den Geschmack dieser besonderen Apfelsorte gekommen zu sein; eine Entspannung der Situation ist aktuell nicht in Sicht.
L. Landerwal
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Keylon von Salberg tritt für Gerechtigkeit ein!
- Unsere Geheimnisse sind sicher. -
Selbst das unscheinbarste Lächeln verbirgt mitunter einen zutiefst verdorbenen Geist, so auch in dieser Erzählung über eine Schneiderin, die gern und gut im Bajarder Fischerdorf für ihre feinen Stoffe aufgesucht wird. Wenn man in der gemütlichen Stube Platz nimmt und sich über die neueste Mode beraten lässt, gelingt es dem ungenannten Fräulein mit Leichtigkeit den Kunden solange einzulullen, bis dieser schließlich einem Kauf zustimmt und bereitwillig seine Maße nehmen lässt. Ein keckes Wort, eine ablenkende Bemerkung später ist der Spuk auch bereits vorbei und die flinken Hände haben Distanzen gemessen, deren genaue Größe ausschließlich in einem Ehebett ergründet werden sollte! Wer Unheil sät wird Unheil ernten und so flog die durchtriebene Schneiderei bei dem Versuch, die tückisch gesammelten Informationen an einsame Damen zu verkaufen, auf und rief Ritter Salberg mitsamt seinem gerechten Zorn auf den Plan. Um die Geheimnisse seiner Landsmänner zu schützen wurde die morsche Türe der Schneiderin mit einem knackigen Tritt der Aufrichtigkeit in tausend Teile zerlegt und sämtliche Unterlagen zu diesem sensiblen Thema ein für allemal vernichtet. Wer solche Unannehmlichkeiten verhindern will, kauft in Lichtenthal. Wo Schneider noch Schneider sind.- Unsere Geheimnisse sind sicher. -
Lang lebe Sir Keylon von Salberg!
L. Landerwal
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Verwunschenes Artefakt in Lichtenthal aufgetaucht
- Besser zwischen den Stühlen sitzen. -
Hierzulande wurde wenig berichtet über die unglücklichen Vorkommnisse in Schwarzwasser, bei denen eine ganze Familie bei dem Versuch sich auszuruhen ihr Leben lassen musste. Roland, das Oberhaupt der Familie, hatte am hiesigen Markt ein Schnäppchen in Form eines alten Schaukelstuhls gefunden und direkt in sein trautes Heim gebracht, wo alle Angehörigen von Oma bis Urenkel freudig auf dem Holzgestell ritten. Später sollte sich herausstellen, dass finstere Eindringlinge das Holz in einem verwunschenen Elfenwald geschlagen und dabei eines der Spitzohren höchstselbst in Baumgestalt gefällt hatten. Jeder Hintern auf dem Schaukelstuhl stellt demnach eine Beleidigung der Ehre dar und der erzürnte Geist des Wesens vermag es giftige Dornen aus dem Holz direkt in den Allerwertesten wachsen zu lassen. Was anfangs noch als harmloser Ausschlag abgetan wird, führt sehr bald zu Schwindel und schließlich zum unvermeidbaren Dahinscheiden.- Besser zwischen den Stühlen sitzen. -
Nach aktuellen Informationen wurde der gefährliche Schaukelstuhl vor kurzem bei einer Auktion in Lichtenthal veräußert; dem unbekannten Käufer sei zu äußerster Vorsicht geraten!
L. Landerwal
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Gerüchteküche
Zeckenwarnung in Bajard
Händler aufgepasst! Wer in Bajard seine Waren anbietet und nichtsahnend einen Stand betreibt, könnte möglicherweise jederzeit von einem alten Griesgram, den man gemeinhin als 'den Zeck' bezeichnet, angefallen und beschimpft werden. Einzig durch sehr niedrige Preise, die einen selbst in den Ruin treiben, ist er in die Flucht zu schlagen; andernfalls ist bedauerlicherweise mit Bissen und Kratzern zu rechnen.
L. Landerwal
Die saftigsten Melonen in ganz Lichtenthal
Wahre Größe und Besonderheit ist oft schwer zu finden und so muss man auch in diesem Fall einen beschwerlichen Weg zurücklegen und den nördlichsten Zipfel Lichtenthals bereisen um den idyllischen Apfelblatthof zu finden. Das hier mitunter die schmackhaftesten Früchte und das zarteste Fleisch zu finden ist, wundert nicht besonders lange wenn man sieht wie die sanftmütige Gutsherrin den Pflanzen Schlaflieder singt und Gespräche mit den Tieren führt. Gerüchte besagen, dass jeder reinen Herzens ein besonders gutes Angebot bekommen wird - eine Reise lohnt sich also allemal!
L. Landerwal
Wahrer Menschenfreund gefunden!
Großmut ist eine Tugend und in Zeiten der Pferdemist-Auseinandersetzungen selten geworden; eine Ausnahme stellt ein sehr junges Fräulein namens Shaika dar. Offenbar nicht dazu in der Lage Leid mit anzusehen, scheut sie weder Kosten noch Mühen um alle Menschen in ihrem Umfeld mit Glück zu überhäufen. Der Schnatterer wollte eigentlich ein tieferes Gespräch über die Hintergründe der Wohltäterin führen, doch ein unbeabsichtigtes Magenknurren führte dazu, dass der Mund des Schreibers mit Keksen vollgestopft wurde. Wer Unterstützung benötigt sollte sich lediglich um einen jämmerlichen Gesichtsausdruck bemühen; Shaika wird euch finden!
L. Landerwal
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Anzeigen & Angebote
Kleines Würstchen sucht Pelle
Ein zierliches Blümchen namens Nara Sabathea Halgarth wartet zitternd und alleine auf ihren Vetter, der den gleichen Nachnamen trägt und gemeinhin als 'Pelle' bekannt ist. Nach ihrer Einschätzung sollte der Mann sich dem falschen Glauben angeschlossen haben und ist vom Schnatterer gründlichst ersucht sich zuerst um das arme Mädchen in der Bajarder Bank und anschließend einen Termin im lichtenthaler Kloster zu kümmern. Jeder kann gerettet werden, es ist noch nicht zu spät!
Nichts für Holzköpfe!
Der geneigte Leser erkennt den Namen Fero Wulfenthal vielleicht noch als jenen Drachentöter der vor einigen Jahren wegen chronischer Unterforderung den Beruf an den Nagel gehangen hat. Die Legende besagt, dass das Volk der Drachen über seine Gnade dermaßen dankbar war, dass sie ihm eine seltene Holzfälleraxt aus Drachenknochen überlassen haben, die ob ihrer Schärfe durch jeden Baum gleitet wie die Blicke eines Lüstlings durch die dünne Seide eines Burgfräuleins. Dieser Tag, der von den Schuppigen als Feiertag begangen wird, war der Beginn seiner wahren Berufung und wer auch immer etwas aus Holz gefertigt braucht - dem ist höchst angeraten zu Fero dem Drachentöter zu gehen!
Anmerkung der Redaktion: Gegen einen kleinen Aufpreis rettet er auch jetzt im Ruhestand noch Fräulein in Not.
Mitarbeiter des Schnatterers
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