...und wieder ward die Stunde gekommen, tief im Gebete zu versinken, das Herz und den Geiste zu öffnen, für die Bewahrerin, welche unser aller Herrin sei und das Licht bewahrt auf Erden, so das nicht Hass und Dunkelheit erwuchsen...
Nur selten in diesen Tagen ward die Zeit gefunden ganz und gar im Gebete auf zu gehen und dies ward eine jener Stunden... versunken in jene tiefen Worte, gesellte sich eine Schülerin zu meiner Seiten, Amaris, junge Templerin des heiligen Ordens im Kloster der Temora, gewillt den Pfaden der Herrin zu folgen und rein in Geist und Herzen.
So ward es zusammen gebetet auf das die Stimmen sich verbinden sollten und es ward geantwortet… eines leises Wispern, die sanfte Stimme einer Mutter und zugleich kraftvoll und stark, wie jene einer Kriegerin rief... es waren keine Worte die man hören konnte... nein es ward eher ein Gefühl von Anwesenheit und Ruf, welches sich tief in meiner Seele regte… Ein Pfad ward uns aufgetan. Eine Aufgabe zugetragen und so ward das Kloster verlassen mit Amaris. Gefolgt dem Wispern der Einen...
Der Ruf führte uns in die Stätte Bajard, dem nahen Fischersorte und so in das dortige Gasthaus... eine Treppe empor und vor die Türe eines Zimmers... nach einigem Klopfen ward geöffnet und in das Angesicht eines weiteren Schülers geblickt, Lucenius, ein weiterer Schüler der Templerschaft, ebenso von reinem Geiste wie Amaris...
So warden wir eingelassen und Lucenius berichtete, das er in diesem Orte auf die Brust des Panthergottes traf… Jene, welche schon einst versuchten dem Kloster mit Lug und Trug zu schaden… es ward wohl zum Streite gekommen, welcher damit endete, dass ein Dolche aus der Seite eines Mannes ragte und eben jener Manne lag danieder in dem Zimmer. Ward im Vorfelde auch schon von einem Heilkundigen versorgt worden... doch Lucenius blieb an der seinen Seite um zu wachen, zu schützen und gar zu heilen wie es stets die Aufgabe unserer Zunft sei.
So ward jener Manne noch einmal untersicht, doch ward sichtlich gute Arbeit geliefert und es nicht weiter von Nöten den Manne zu behandeln... so ließ man ihn ruhen und verließ den Raume zu dreien...
Zurück in dem heiligen Gemäuer des Klosters ward ein Bote entsandt um vor dem Raume des Mannes zu wachen.
Und es sollte gegeben sein, dass Lucenius und Amaris nun ein weiteres Zeugnis ihres neuen Standes erhalten sollten...
So ward sich in die Kapelle begeben und die geheiligte Weihe gehalten, um jenen Schülern den Stab als Zeichen ihres Standes zu überreichen, auf das jener sie in die schützenden Schwingen Temoras geben würde. Getragen wie die Robe mit Tugend und Stolz.
Nach dem Rituale kümmerten sich die beiden Schüler des Klosters um den Verletzten, so ward es an Amaris Kräutersalben und Verbände zu beschaffen und zusammen machten sie sich auf den Wege nach Bajard.
Ich selbst begab mich in die Räume ihrer Heiligkeit um Bericht zu erstatten...
Aus dem Tagebuch von Sanjana Valeth
Von tugendhaften Schwingen und pechschwarzen Krallen
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Amaris von Dunkelbrunn
Die Gastwirtin hatte ihre Anfrage zwar zunächst mit einem Stirnrunzeln strafend quittiert, sich dann allerdings bereitwillig dazu erklärt, einen Bottich mit frischem, abgekochtem Wasser und einige Tücher zur Verfügung zu stellen. Auch die gute Schneiderin Gelmira hatte ihre Bitte nicht ausgeschlagen und ihr sogar die Stoffbahnen zurecht geschnitten. Die demnach beinahe schon formschönen Bandagen wollte sie sich nicht bezahlen lassen.
„Nimm ruhig, Kind der Lichten. Es ist doch sicher für den armen Kerl, welcher da vom Messer erwischt wurde, nicht?“
Ein straffes, zackiges Nicken blieb zunächst die Antwort. In Amaris’ Kopf ging zu viel umher und drehte sich im wilden Reigentanz schleudernd im Kreise. Immer wenn so ein gedankliches Durcheinander über sie hereinbrach, war sie froh einen Anker zu finden, welcher ihr dann doch den geistigen Boden unter den Füßen zurück brachte. Früher hatte sie jenen Halt stets in drei Personen gehabt und keine war ihr nun in greifbarer Nähe.
Miares, der Mann, welcher ihr stets im wahrsten Sinne des Wortes ein „Bruder“ gewesen war, verrichtete seine Arbeit noch auf Burg Dunkelbrunn und brachte dem jungen Ionathan, ihren kleinen Bruder, all jene Tugenden näher, welche sie auch am Kloster aus dem Munde der hohen Schwester Sanjana und der Heiligkeit Alyssa vernahm und versuchte in ihre Handlungen einzubinden. Sie vermisste ihn… sogar die resignierenden Seufzer, welche er fast schon theatralisch auszustoßen wagte, wann immer die Herrin sie mit „Ideen“ segnete.
Vyra war ihr auch nicht geblieben. Seit ihrer Flucht vor der Vermählung mit Vinard hatte man zwar ab und an noch die ein oder andere Mär über den Verbleib der älteren Schwester gehört, jedoch hatte sich nichts bestätigt und ihr hoher Herr Vater hatte mit steifer Kälte irgendwann aufgehört nach Kataleen Jilvyra zu spüren. Vermutlich hatte er sie aus seinem Geiste gestrichen und sprach den Namen der Tochter nicht einmal mehr im Schlafe aus.
Wut pochte kurz brennend durch die Adern beim Gedanken an diese Art der wirren Verbohrtheit im Kreise des Adels. Denn hinsichtlich dieser Untugend schenkten sich ihr Vater, ihr älterer Bruder Laurel und auch der Widerling Vinard nichts… und sie alle waren schuld an der Tatsache, dass ihr auch der dritte Anker entrissen wurde.
Alastar… Aly…
Sie stockte und raffte eilig mit einem letzten, dankbarem Wort und ruhigem Segen auf den Lippen die Verbände zusammen. Gerade DAS konnte sie sich nicht leisten. Nochmals der gedankliche Sprung zu ihm, der ihr mehr als nur ein Freund war.
Doch im Grunde hatte sich das Bild schon geformt und schmerzlich ließ sie die Erinnerung an dieses junge Gesicht, ein schiefes Schmunzeln und einen belustigt- tadelnden Blick von schräg oben zu sich herab ergehen. Ich hatte sie gänzlich verloren und diese Erkenntnis blieb auch als sie die Stufen zum Zimmer, in welchem Sanjana und Lucenius noch immer am Bette des Verletzten beteten, hinauf hastete.
Rasch öffnete sie, die Verbände in der einen, den Bottich mit dem Wasser und die Tücher in der anderen Hand, die Türe mehr mit der Stiefelspitze, als eine angenehme Wärme in ihrem Inneren den Schmerz langsam umspülte und verdeckte. Ein leichtes, dankbares Lächeln der hohen Templerin sowie ein müdes, besorgtes, doch freundschaftlich- brüderliches Nicken seitens Lucenius galten ihr und plötzlich waren auch die Anker wieder in so verdammt greifbarer Nähe…
„Nimm ruhig, Kind der Lichten. Es ist doch sicher für den armen Kerl, welcher da vom Messer erwischt wurde, nicht?“
Ein straffes, zackiges Nicken blieb zunächst die Antwort. In Amaris’ Kopf ging zu viel umher und drehte sich im wilden Reigentanz schleudernd im Kreise. Immer wenn so ein gedankliches Durcheinander über sie hereinbrach, war sie froh einen Anker zu finden, welcher ihr dann doch den geistigen Boden unter den Füßen zurück brachte. Früher hatte sie jenen Halt stets in drei Personen gehabt und keine war ihr nun in greifbarer Nähe.
Miares, der Mann, welcher ihr stets im wahrsten Sinne des Wortes ein „Bruder“ gewesen war, verrichtete seine Arbeit noch auf Burg Dunkelbrunn und brachte dem jungen Ionathan, ihren kleinen Bruder, all jene Tugenden näher, welche sie auch am Kloster aus dem Munde der hohen Schwester Sanjana und der Heiligkeit Alyssa vernahm und versuchte in ihre Handlungen einzubinden. Sie vermisste ihn… sogar die resignierenden Seufzer, welche er fast schon theatralisch auszustoßen wagte, wann immer die Herrin sie mit „Ideen“ segnete.
Vyra war ihr auch nicht geblieben. Seit ihrer Flucht vor der Vermählung mit Vinard hatte man zwar ab und an noch die ein oder andere Mär über den Verbleib der älteren Schwester gehört, jedoch hatte sich nichts bestätigt und ihr hoher Herr Vater hatte mit steifer Kälte irgendwann aufgehört nach Kataleen Jilvyra zu spüren. Vermutlich hatte er sie aus seinem Geiste gestrichen und sprach den Namen der Tochter nicht einmal mehr im Schlafe aus.
Wut pochte kurz brennend durch die Adern beim Gedanken an diese Art der wirren Verbohrtheit im Kreise des Adels. Denn hinsichtlich dieser Untugend schenkten sich ihr Vater, ihr älterer Bruder Laurel und auch der Widerling Vinard nichts… und sie alle waren schuld an der Tatsache, dass ihr auch der dritte Anker entrissen wurde.
Alastar… Aly…
Sie stockte und raffte eilig mit einem letzten, dankbarem Wort und ruhigem Segen auf den Lippen die Verbände zusammen. Gerade DAS konnte sie sich nicht leisten. Nochmals der gedankliche Sprung zu ihm, der ihr mehr als nur ein Freund war.
Doch im Grunde hatte sich das Bild schon geformt und schmerzlich ließ sie die Erinnerung an dieses junge Gesicht, ein schiefes Schmunzeln und einen belustigt- tadelnden Blick von schräg oben zu sich herab ergehen. Ich hatte sie gänzlich verloren und diese Erkenntnis blieb auch als sie die Stufen zum Zimmer, in welchem Sanjana und Lucenius noch immer am Bette des Verletzten beteten, hinauf hastete.
Rasch öffnete sie, die Verbände in der einen, den Bottich mit dem Wasser und die Tücher in der anderen Hand, die Türe mehr mit der Stiefelspitze, als eine angenehme Wärme in ihrem Inneren den Schmerz langsam umspülte und verdeckte. Ein leichtes, dankbares Lächeln der hohen Templerin sowie ein müdes, besorgtes, doch freundschaftlich- brüderliches Nicken seitens Lucenius galten ihr und plötzlich waren auch die Anker wieder in so verdammt greifbarer Nähe…
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Elias Fregolan
"Das ist meine letzte Warnung an Euch!"
Und dies meinte Elias ernst...Aber die Lethaner vor ihm schien sich sichtlich über ihn und seine Zwille zu amüsieren. Sollte sie nur...Sie wusste ja nicht was für eine Schleuder dort in Elias Hand ruhte. Geschnitzt aus einem besonders dicken Ast des Lieblingsbaumes aus dem privaten Obstgarten des Dorfpfarrers. Bespannt mit einer Sehne von Fridolin, dem ewigen Champion des dorfübergreifenden Schweinerennens. Vater einer wahren Dynastie von Rennschweinen..seelig eingeschlafen lebte er weiter in der Zwille. Keinen Wettbewerb im Zielschießen hatte Elias verloren. Heute würde sein Ziel zwischen den Augen der Lethanerin liegen. Entschlossen hob Elias die Hand und spannte die Zwille. Doch dann stieß Lucenius ihn schützend nach hinten.
Noch im taumeln nach hinten wollte sein Gehirn dem Mund Worte der Empörung sprechen lassen. Doch plötzlich wurde Elias von einem heftigen Schmerz in der Seite überflutet. Die Zeit schien still zu stehen als das Wurfmesser der zweiten Lethanerin in sein Fleisch fuhr...es zerteilte wie ein warmes Messer die Butter am Sonntagstisch...und schließlich der länge nach eine Rippe entlangkratzte. Die Wucht des Aufpralls hob Elias von den Füssen. Noch in der Luft rasten seine Gedanken...Ich will nicht sterben! Der schwere Aufschlag vertrieb nicht nur die Luft aus den Lungen des rothaarigen Jungen sondern auch seine Besinnung. Schmerzlose Schwärze legte sich über Elias.
Er bekam nicht mit wie Janus und seine Begleiterin in aus der Gefahrenzone zogen. Auch wie sie geistesgegenwärtig das Richtige taten, und damit sein Leben retteten, geschah außerhalb seiner Wahrnehmung. Als die Wachen die Lethanerinnen einfach laufen ließen..als sein nichts geschehen.. war es besser, dass Elias nichts mitbekam. Es hätte ihn gekränkt als ein Nichts angesehen zu werden. Nicht mal Grund genug zwei Teufelsdiener festzunehmen.
Die nächsten Erinnerungen waren ihm fremd. Ein fremdes Bett in dem er lag. Ein fremdes Zimmer mit fremden Frauen die ihn umsorgten. Ihre stillen Gebete bekam er im dämmernden Zustand mit. Stand es wirklich so schlimm um ihn?
Das einzig bekannte Gesicht war Lucenius. Oft begleitete sein warmes, aber dennoch besorgtes Lächeln ihn in die Schwärze der Bewusstlosigkeit. Immer wenn er kurz daraus zurückkam war sein Gesicht da ihn zu begrüssen. Manchmal konnte Elias sich ein ein lächeln abringen. Mehr Dankbarkeit konnte er den Helfenden nicht zeigen.
Langsam erholte sich der Junge von seiner Verletzung. Die Farbe kam zurück in sein Gesicht..auch die Haare richteten sich wieder langsam in alle Richtungen. Bald schon würden sie erneut widerspenstig in alle Richtungen stehen. Bereit jeder Zähmung in Form von Schweinefett oder Mützen zu widerstehen. Und bald würde Elias wieder ganz auf den Füssen sein. Nur eine Narbe an seiner Seite würde bleiben. Doch würde sie nicht für Leid stehen..sondern für die Dankbarkeit an Menschen die Elias einmal mehr das Gefühl gaben seinen Platz in der Welt zu haben. Und dafür kämpften damit Elias es auch behielt...
Und dies meinte Elias ernst...Aber die Lethaner vor ihm schien sich sichtlich über ihn und seine Zwille zu amüsieren. Sollte sie nur...Sie wusste ja nicht was für eine Schleuder dort in Elias Hand ruhte. Geschnitzt aus einem besonders dicken Ast des Lieblingsbaumes aus dem privaten Obstgarten des Dorfpfarrers. Bespannt mit einer Sehne von Fridolin, dem ewigen Champion des dorfübergreifenden Schweinerennens. Vater einer wahren Dynastie von Rennschweinen..seelig eingeschlafen lebte er weiter in der Zwille. Keinen Wettbewerb im Zielschießen hatte Elias verloren. Heute würde sein Ziel zwischen den Augen der Lethanerin liegen. Entschlossen hob Elias die Hand und spannte die Zwille. Doch dann stieß Lucenius ihn schützend nach hinten.
Noch im taumeln nach hinten wollte sein Gehirn dem Mund Worte der Empörung sprechen lassen. Doch plötzlich wurde Elias von einem heftigen Schmerz in der Seite überflutet. Die Zeit schien still zu stehen als das Wurfmesser der zweiten Lethanerin in sein Fleisch fuhr...es zerteilte wie ein warmes Messer die Butter am Sonntagstisch...und schließlich der länge nach eine Rippe entlangkratzte. Die Wucht des Aufpralls hob Elias von den Füssen. Noch in der Luft rasten seine Gedanken...Ich will nicht sterben! Der schwere Aufschlag vertrieb nicht nur die Luft aus den Lungen des rothaarigen Jungen sondern auch seine Besinnung. Schmerzlose Schwärze legte sich über Elias.
Er bekam nicht mit wie Janus und seine Begleiterin in aus der Gefahrenzone zogen. Auch wie sie geistesgegenwärtig das Richtige taten, und damit sein Leben retteten, geschah außerhalb seiner Wahrnehmung. Als die Wachen die Lethanerinnen einfach laufen ließen..als sein nichts geschehen.. war es besser, dass Elias nichts mitbekam. Es hätte ihn gekränkt als ein Nichts angesehen zu werden. Nicht mal Grund genug zwei Teufelsdiener festzunehmen.
Die nächsten Erinnerungen waren ihm fremd. Ein fremdes Bett in dem er lag. Ein fremdes Zimmer mit fremden Frauen die ihn umsorgten. Ihre stillen Gebete bekam er im dämmernden Zustand mit. Stand es wirklich so schlimm um ihn?
Das einzig bekannte Gesicht war Lucenius. Oft begleitete sein warmes, aber dennoch besorgtes Lächeln ihn in die Schwärze der Bewusstlosigkeit. Immer wenn er kurz daraus zurückkam war sein Gesicht da ihn zu begrüssen. Manchmal konnte Elias sich ein ein lächeln abringen. Mehr Dankbarkeit konnte er den Helfenden nicht zeigen.
Langsam erholte sich der Junge von seiner Verletzung. Die Farbe kam zurück in sein Gesicht..auch die Haare richteten sich wieder langsam in alle Richtungen. Bald schon würden sie erneut widerspenstig in alle Richtungen stehen. Bereit jeder Zähmung in Form von Schweinefett oder Mützen zu widerstehen. Und bald würde Elias wieder ganz auf den Füssen sein. Nur eine Narbe an seiner Seite würde bleiben. Doch würde sie nicht für Leid stehen..sondern für die Dankbarkeit an Menschen die Elias einmal mehr das Gefühl gaben seinen Platz in der Welt zu haben. Und dafür kämpften damit Elias es auch behielt...