Ziellos irrte sie umher. Der Blick gen Boden, verängstigt und verzweifelt. Wohin? Wieso sollte sie wohin? Es war überall gleich, keiner, wirklich keiner würde sie brauchen, mögen, oder einfach nur dulden.
Schnell, geduckt und verängstigt zu den Wachen schauend, trat sie durch das Tor. Varuna. Menschen. Zu Viele Menschen. Aber sie hatte Hunger und Durst. 'Ach vergiss es, hier gibt es nichts für dich' hallte es in ihrem Kopf. 'Sei still' dachte sie. Sie würde schon etwas finden. Bisher hatte sie ja auch überlebt. 'Bild dir nichts darauf ein das du noch lebst. Lange kann es ja nicht mehr sein'. Ihr Gesicht verzog sich ein wenig und wirkte nun wütend. Ihr Blick viel auf eine Frau mit blauen Haaren. Sie kam ihr bekannt vor, aber woher?
'Ach was denkst du da?', gehässig klang die STimme. 'Du kennst niemanden, keiner will etwas mit dir zu tun haben. Niemand braucht so ein nutzloses Ding wie dich. Jeder muss sich ja SCHÄMEN mit dir gesehen zu werden'. Ein lachen ertönte. Doch sie war sich sicher, diese Frau... Sie kannte sie, doch woher? Auf jeden Fall hatte sie nun ein Ziel, ein kleines, jedoch ein Ziel, vieleicht erkennt die Frau sie ja. Also tappste sie ihr hinterher. 'Sinnlos, aber von dir erwarte ich ja nichts anders'.
Als die Frau sie bemerkte, wurde Lyn klar wer sie war. Doch ehe sie etwas sagen konnte, wurde Lyn schon umarmt. Sie wurde UMARMT. Sie zuckte erschrocken zusammen. 'Wehr dich, sie will dich töten, erwürg sie!' dröhnte es in ihrem Kopf. Doch es war kein Angriff, da war Lyn sich sicher. So folgte sie der Frau in eine Taverne, wo sie Essen und Trinken bekam. Sie langte Gut zu und trank hastig. Hungrig wie sie war, überhörte sie sogar, wie ihr gesagt wurde, das sei ja doch alles vergiftet und man habe sie nur hierhergelockt, um sie zu töten.
Zu allem Überfluss bekam sie auch noch einen vielzugrossen Mantel geschenkt, in welchen sie sich auch schnell einkuschelte.
Die Frau redete lange mit einem Mann, Lyn sass nur da und genoss die Wärme. Als sie schliesslich gingen stellte man ihr Kleidung aussicht. Kleidung, keine Lumpen, sondern neue, für sie geschneiderte Kleidung. 'Sollst wohl geopfert werden und nicht so hässlig aussehen' kam sogleich die gehässige Stimme. Panik kam in ihr hoch, würde man ihr doch nur wieder wehtuen? Sie schlagen oder aufschneiden? Triumphierend kam sogleich die bestätigung. 'Ich sagte doch, du bist für alle nutzlos, vielelicht will man dich ja auch nur an die Hunde verfüttern'
Die Schneiderin hatte auf jeden Fall keine Zeit für sie. In dem Haus war es laut und ein Kind rannte immerzu hin und her. 'Erwürg es schon, oder erstich es, du hast doch einen Dolch. Es nervt'
Doch soweit lies sie es nicht kommen und verharrte still auf ihrem Sitzt. Irgendwann ging die Frau, die sie kannte, und einige Zeit danach wurde auch Lyn weggeschickt.
'Tja, dann musst du dich wohl selbst Opfern.'
Traurig darüber, wiedereinmal weggeschickt worden zu sein, ging sie zur Kutsche und fuhr zu einem Dorf. Dort sollte die Frau sein.
Sie traf sie auch, mit einem Mann streitend. Er hatte ein Schwert und war sichtlich entzürnd. Also versteckte sie sich hinter der Frau und schaute nur verängstigt zu Boden. 'Siehst du sein Schwert? Die Frau wird dir nichts nützen, gleich wirst du erschlagen und alle werden lachen. Darüber wie dein Kopf durch die Luft fliegt, ehe dich die Larven durchlöchern.'
Doch irgendwann gingen die beiden Frauen und Lyn hinterher. Als sie auf dem Schiff waren, wurde sie gefragt ob sie mitkommt. Panik, sie durfte nicht mit? Man würde sie jetzt bestimmt über Bord werfen. Dann würden die Fische ihren Spass an ihr haben. In ihrem Kopf, gelächter. Doch sie nahm ihren Mut zusammen und ignorierte den Hinweis, es bringe ja doch nichts, und fragte. Sie fragte ob sie mitkommen dürfe. Gross war ihre stumme Freude als sie durfte. Sie war zwar nur ein Klotz am Bein, dazu brauchte sie nicht einmal warten bis die Stimme kam, aber sie durfte mit.
Nachdem man ihr das Lager gezeigt hatte, brachte man sie in eine Herberge. 'Wirst also doch abgeschoben'. SIe schlug sich mit der Hand gegen den Kopf, die Stimme verstummte.
In der Herberge wurde ein Zimmer für sie bezahlt. 'Vieleilcht stirbst du ja diese Nacht' kam es als Gutenachtgruss, ehe sie in unruhigen Schlaf viel.
ANGST
- Tajara Nair
- Beiträge: 609
- Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57
Das kleine Mädchen, vielleicht gerademal 16 tat Tajara leid, als sie sie so verängstigt sah. Die kleine Lyn war eine Spielgefährtin ihrer Schwester, und hin und wieder musste sie auf beide aufpassen.
Aber alleine die Verstörtheit in Varuna und auch im Lager machten ihr eines Deutlich, die arme kleine Lyn braucht Hilfe!
Offenbar hatten auch alle anderen Schwestern das Gefühl, dass mit ihr etwas nicht stimmte. Keiner wollte sie, meinte Lyn - doch im Gegenteil bewies die Schwesternschaft wieder ihren Wert, sie standen zu den Leuten. Sollte Lyn eine Schwester werden? Vielleicht mochte es Schwierigkeiten mit ihr geben, aber sie brauchte Hilfe, und es war gerade für Tajara, die selbst warmherzig in die Reihen der Gefährtinnen aufgenommen wurde, eine Selbstverständlichkeit, Lynfair Schutz zu gewähren.
Sie sagte es vor einigen Tagen schon - die Schwestern waren die Rüstung für eine schwester, und umgekehrt war es nicht anders - sie waren alle füreinander da, und eines war sich Tajara gewiss - sie würde Lynfair schützen wo sie nur konnte, egal was kommen mochte.
Aber alleine die Verstörtheit in Varuna und auch im Lager machten ihr eines Deutlich, die arme kleine Lyn braucht Hilfe!
Offenbar hatten auch alle anderen Schwestern das Gefühl, dass mit ihr etwas nicht stimmte. Keiner wollte sie, meinte Lyn - doch im Gegenteil bewies die Schwesternschaft wieder ihren Wert, sie standen zu den Leuten. Sollte Lyn eine Schwester werden? Vielleicht mochte es Schwierigkeiten mit ihr geben, aber sie brauchte Hilfe, und es war gerade für Tajara, die selbst warmherzig in die Reihen der Gefährtinnen aufgenommen wurde, eine Selbstverständlichkeit, Lynfair Schutz zu gewähren.
Sie sagte es vor einigen Tagen schon - die Schwestern waren die Rüstung für eine schwester, und umgekehrt war es nicht anders - sie waren alle füreinander da, und eines war sich Tajara gewiss - sie würde Lynfair schützen wo sie nur konnte, egal was kommen mochte.