*Eine Depesche aus Menek'Ur erreicht die Tore Wulfgards, adressiert an Yndis Hinrah*
Salam Aleikum,
Yndis, Tochter der Familie Hinrah,
Stimme des Nordens,
mit Unmut, aber auch mit dem Wunsch nach Aufklärung habe ich dein Schreiben zur Kenntnis genommen.
Was den Vorfall an den Toren eurer Stadt angeht, so nenne mir hudad den Namen der Natifah, die die von dir gemahnten Taten begangen hat, oder eine möglichst genaue Beschreibung der Blüte.
Gerne werde ich dann Untersuchungen einleiten, um diesen Vorfall zu untersuchen und gegebenenfalls zu sanktionieren. Es behagt mir ganz und gar neda, wenn das in unserem Volk heilige Gastrecht in dieser Form im Haus unserer Freunde mit Füßen getreten wird.
Wir können den Sachverhalt gerne gemeinsam besprechen.
Der dritte Tag dieser Woche zur achten Abendstunde wäre mir hierzu sehr gelegen.
Was die Kleiderordnung im Tempel angeht, so kann ich hier nur bedingt behilflich sein. Das Treffen wurde zwischen euren Schamanen und unserem Tempel vereinbart. Ich denke, an dieser Stelle sollte das Problem auch geklärt werden. So sehe ich es zum einen als Verpflichtung des Gastgebers, den geladenen Gast auf gewisse Regeln hinzuweisen und den Gast neda bloßzustellen und in Verlegenheit zu bringen. Ich sehe es jedoch ebenso als Pflicht des Gastes, sich vor seiner Anreise über die Gesetze und Regeln des Gastgebers zu informieren.
Für mich klingt der von dir beschriebene Vorfall im Tempel so, als hätten beide beteiligten Parteien weder im Vorfeld wichtige Gastregeln besprochen, noch als wäre dann bei besagtem Treffen umsichtig und feinfühlig bei der Suche nach einer Lösung für das Problem agiert worden.
Sofern hier eine diplomatische Aussprache zwischen den Schamanen deines Volkes und den Khaliq gewünscht ist, stehe ich natürlich gerne für die Unterstützung der gemeinsamen Aufarbeitung mit allen Betroffenen zur Verfügung.
In beiden oben genannten Punkten ist, soweit ich es erkennen kann, kein nennenswerter Schaden entstanden. Dies ist, wenn man so will, die gute Nachricht aus den von dir geschilderten Unannehmlichkeiten.
Daher bin ich sicher, dass wir recht bald eine Klärung und Einigung in den Angelegenheiten erreichen können, die alle Seiten zufriedenstellt und künftige derartige Probleme von vornherein vermeiden wird.
Mögen die Ahnen auf uns herablächeln und mögen unsere Wege stets gesäumt sein mit Wasser und Schatten.
Ma'Salam!
*Schwungvoll unterzeichnet*
Sahid Ibrahim Yazir
Rais Effendi des Reiches der Sonne