Die Schande, die Narben, die Tat…
Nicht lange ist es her, als sie beinahe zu Tode geprügelt wurde, nicht lange ist es her wo die Angst ihren Körper beinahe durchbohrte. Die Schande überfuhr sie jede Stunde, Minute, Sekunde.. immer und immer wieder. Niemand konnte sie ihr mehr nehmen, davon abgesehen will das sicher keiner tun. Wieder und wieder erinnerte die Narbe, die durch ihr linkes Auge fuhr, sie daran was ihr angetan wurde, was er ihr angetan hat. Niemals mehr will sie ihm in die Augen blicken, niemals mehr ein „vertrautes Wort“ mit ihm wechseln. Jedoch überwiegt die Angst ihm gegenüber mehr als der Hass.
Wenn er in ihrer Nähe ist, jede einzige Bewegung könnte falsch sein, jedes Wort ihr Tod. Also was soll sie bloß tun?! Nichts, sie musste sich dem hingeben, sich dem fügen, ob es ihr nun passt oder nicht.
„Was sind deine Wünsche? – Sie interessieren mich eigentlich nicht wirklich..“ Jene Worte fahren ihr durch den Kopf, immer und immer wieder. Was will er, was will dieser … was will er? Diese lächerlichen Anspielungen ob er ein Interesse an ihrer selbst hätte, sie sind doch lächerlich! Aber gegen ihn ein Wort zu erheben wäre genauso schlimm, vielleicht sogar noch schlimmer, als ein Wort gegen den, der ihr so unendliches Leid zufügte.
Irgendwas hatte dieser JungLethyr was sie davon abhielt, in irgendeiner Art und Weise frech oder ungehorsam zu ihm zu sein. Die Furcht was er tunt würde wenn sie es wäre, ist zu groß, viel zu groß. So oft läuft er ihr über den Weg, so oft beginnt er ein Gespräch mit ihr, was sie doch eigentlich nicht will, jedoch wie sollte sie sich dagegen wehren? Gar nicht.. Es ist nicht möglich, er ist ein Mann und davon abgesehen mit magischer Begabung geboren worden, so jemanden stellt man sich nicht in den Weg, so jemanden widerspricht man nicht.
Und auch wenn es gestattet wäre, seine Art lehrt ihr so das Fürchten, das sie sich nie wagen würde dies zu tun.
„Such mich morgen auf Lethra, ich möchte dir eine weitere Frage stellen.“ Seine arrogante Art, so unerträglich findet sie diese, jedoch widersetzte sie sich nicht seinen Anweisungen, sie nickte nur „Wie ihr wünscht..“ Und willigte ein, was bleibt ihr auch anderes übrig. Ihr einer Frau, einer Lethraxiae – einer niedrigen..
Die Qual einer Lethra..
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Velvyr´tae
Angst schneidet tief, fordert Härte heraus. Denn wer sich der Angst beugt, wird niemals stark.
Die junge Lethra hob die sehnigen Arme und tastete über Steine, Fels und Geröll. Die geschundenen Fingerspitzen brannten, doch sie grub entschlossen die Finger wie Krallen fest und zog sich hoch. Die geschmeidigen Muskelstränge taten trotz aller Schmerzen, aller Mattigkeit ihre Pflicht. Und so stand sie nach wenigen Augenblicken auf der Kante der Felsformation, hoch aufgerichtet und mit straff gespannten Schultern. Ein zufälliger Beobachter könnte die Maskerade beinahe akzeptieren, dieses Bild der Kraft und steter Wachsamkeit. Doch der Ausdruck ihrer Augen verriet die Lethra, gewährte dem imaginären Zuseher einen flüchtigen Blick hinter die, so mühsam aufrecht erhaltene Fassade. Noch verstand sie es nicht, diese so verräterischen Augen mit einem Schleier zu verhüllen, unliebsame Emotionen daraus zu vertreiben. Oder war es nur die vermeintliche Abgeschiedenheit, die ihre schützende Hülle bröckeln ließ? Darunter mischten sich aufflackernde Bilder zu widerstrebendem, einander verdrängenden Mienenspiel.
Schwäche wird nicht toleriert. Nur die Starken beschreiten den Weg des Panthers, leisten ihren Beitrag zu der heiligsten aller Missionen.
Ein Augenpaar, mit grauenhafter, eisiger Kälte auf sie gerichtet. Die Gewissheit, mit jedem Wort, jeder Geste auf einem schmalen Grat zwischen Anerkennung und dem tiefen Sturz in die Abgründe des Versagens zu balancieren. Aufkeimende Angst vor der Erinnerung an das Blitzen in diesen Augen, die gnadenlose Brutalität mit der die dazu gehörige Faust in das Gesicht Lhan’Chyls geschmettert wurde. Das Bewusstsein, das diese Strafe verdient war – nicht weil sie das Vergehen der Lethra kannte oder gar missbilligte. Es war nur das feste, unverrückbare Wissen, das der Wille eines Letharf stets über dem ihren, und besonders über dem seines Besitzes stand. Die Gewissheit, dass sie als Frau niemals denselben Wert wie ein Mann haben würde, und jeden Funken Respekt, alle Anerkennung mit doppelter Kraft erarbeitet werden mussten. Und schlussendlich der hämische, erniedrigende Blick ihres Bruders Ryx’tare, der jeden Zweifel ob ihrer Stellung beiseite räumte.
Ein Schlag, direkt ins Gesicht. Der Kopf knickt zurück, die schwarzen Wimpern senken sich um die demütigende Träne fortzuwischen. Nicht weinen. Nicht schwach sein. Ein Blinzeln, dann richtet sie den Blick auf ihre Mutter. Keine Emotion liegt darin, nur ihre zitternden Hände verraten die junge Lethra. „Du bist nichts wert. Nicht das Essen das du verschlingst und nicht das Lehrgeld das deine Ausbildung kostet. Ich hätte dich bei deiner Geburt erwürgen sollen, dann hätte mir Alatar vielleicht noch einen Sohn geschenkt.“
Und doch – irgendwo in ihr lebte die Hoffnung unbeirrt fort. Wenn sie nur lernte, alles gab, das Äußerste aus sich holte um dem Vater, ihrem Volk zu dienen. Wenn sie die Angst bezwingen lernte, ihren Geist stählte um nicht mehr zu fehlen. Vielleicht, ja vielleicht würde sie dann keine immerwährende Enttäuschung mehr darstellen.
Mit einem geschmeidigen, zielsicheren Satz sprang sie von dem Felsvorsprung, landete weich auf dem staubigen Höhlenboden. Der Unterschlupf war längst zur Ruhe gekommen, und auch in ihr senkte die Müdigkeit eine Decke machtvoll über alle Gedanken. Doch noch war die Zeit nicht gekommen sich zur Ruhe zu begeben. So vieles galt es zu lernen, so viel zu erfahren. Und so suchte sie ihren Weg auf leisen Sohlen durch die verzweigten Gänge, still und auf ihr Ziel konzentriert. Niemals schwach sein, niemals versagen.
Die junge Lethra hob die sehnigen Arme und tastete über Steine, Fels und Geröll. Die geschundenen Fingerspitzen brannten, doch sie grub entschlossen die Finger wie Krallen fest und zog sich hoch. Die geschmeidigen Muskelstränge taten trotz aller Schmerzen, aller Mattigkeit ihre Pflicht. Und so stand sie nach wenigen Augenblicken auf der Kante der Felsformation, hoch aufgerichtet und mit straff gespannten Schultern. Ein zufälliger Beobachter könnte die Maskerade beinahe akzeptieren, dieses Bild der Kraft und steter Wachsamkeit. Doch der Ausdruck ihrer Augen verriet die Lethra, gewährte dem imaginären Zuseher einen flüchtigen Blick hinter die, so mühsam aufrecht erhaltene Fassade. Noch verstand sie es nicht, diese so verräterischen Augen mit einem Schleier zu verhüllen, unliebsame Emotionen daraus zu vertreiben. Oder war es nur die vermeintliche Abgeschiedenheit, die ihre schützende Hülle bröckeln ließ? Darunter mischten sich aufflackernde Bilder zu widerstrebendem, einander verdrängenden Mienenspiel.
Schwäche wird nicht toleriert. Nur die Starken beschreiten den Weg des Panthers, leisten ihren Beitrag zu der heiligsten aller Missionen.
Ein Augenpaar, mit grauenhafter, eisiger Kälte auf sie gerichtet. Die Gewissheit, mit jedem Wort, jeder Geste auf einem schmalen Grat zwischen Anerkennung und dem tiefen Sturz in die Abgründe des Versagens zu balancieren. Aufkeimende Angst vor der Erinnerung an das Blitzen in diesen Augen, die gnadenlose Brutalität mit der die dazu gehörige Faust in das Gesicht Lhan’Chyls geschmettert wurde. Das Bewusstsein, das diese Strafe verdient war – nicht weil sie das Vergehen der Lethra kannte oder gar missbilligte. Es war nur das feste, unverrückbare Wissen, das der Wille eines Letharf stets über dem ihren, und besonders über dem seines Besitzes stand. Die Gewissheit, dass sie als Frau niemals denselben Wert wie ein Mann haben würde, und jeden Funken Respekt, alle Anerkennung mit doppelter Kraft erarbeitet werden mussten. Und schlussendlich der hämische, erniedrigende Blick ihres Bruders Ryx’tare, der jeden Zweifel ob ihrer Stellung beiseite räumte.
Ein Schlag, direkt ins Gesicht. Der Kopf knickt zurück, die schwarzen Wimpern senken sich um die demütigende Träne fortzuwischen. Nicht weinen. Nicht schwach sein. Ein Blinzeln, dann richtet sie den Blick auf ihre Mutter. Keine Emotion liegt darin, nur ihre zitternden Hände verraten die junge Lethra. „Du bist nichts wert. Nicht das Essen das du verschlingst und nicht das Lehrgeld das deine Ausbildung kostet. Ich hätte dich bei deiner Geburt erwürgen sollen, dann hätte mir Alatar vielleicht noch einen Sohn geschenkt.“
Und doch – irgendwo in ihr lebte die Hoffnung unbeirrt fort. Wenn sie nur lernte, alles gab, das Äußerste aus sich holte um dem Vater, ihrem Volk zu dienen. Wenn sie die Angst bezwingen lernte, ihren Geist stählte um nicht mehr zu fehlen. Vielleicht, ja vielleicht würde sie dann keine immerwährende Enttäuschung mehr darstellen.
Mit einem geschmeidigen, zielsicheren Satz sprang sie von dem Felsvorsprung, landete weich auf dem staubigen Höhlenboden. Der Unterschlupf war längst zur Ruhe gekommen, und auch in ihr senkte die Müdigkeit eine Decke machtvoll über alle Gedanken. Doch noch war die Zeit nicht gekommen sich zur Ruhe zu begeben. So vieles galt es zu lernen, so viel zu erfahren. Und so suchte sie ihren Weg auf leisen Sohlen durch die verzweigten Gänge, still und auf ihr Ziel konzentriert. Niemals schwach sein, niemals versagen.
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Lhan´Chyl
Ein lauter Knall ertönt, die Anker, an denen die Trainingspuppe hängt, knarren lautstark im Holz auf als ihre Faust gegen jene scheppert. Ein weiteres Scheppern erklingt als ihr Bein jene noch mal mit einer recht ruckartigen Bewegung ins Schleudern bringt. Diese Wut, diese Wut die in ihr beinah überkocht..
„Rhy´Xaryl ist nun ebenso unter meinem Schutz, kümmere dich um sie Lhan’Chyl, schenk ihr soviel Aufmerksamkeit wie sie verdient und hilf ihr da wo sie Hilfe braucht…“
Abermals knallt sie ihre Faust gegen die Puppe, daraufhin drückt sie ihre Fingernägel in das Gesicht jener, das durch 2 schwarze Punkte als Augen und einen roten Strich als Mund angedeutet wird, und senkt ihr Haupt. Ihr Brustkorb hebt und senkt sich und ihre Haare haben sich leicht aus dem Zopf gelöst und hängen wild an ihrem Gesicht.
„Sie ist sehr diszipliniert...“ Langsam löst sie die Hand wieder von dem Gesicht der Puppe, jenes ist nun leicht aufgerissen und die Wollklumpen hängen leicht heraus. Das Leder hat sich recht weit auseinander gerissen und hängt schlaff herunter.
Was fällt ihn ein, was fällt ihm nur ein.
Liebe Schwester, oh liebe Schwester. Ihr Kopf lehnt leicht an Velvyr’tae’s Schulter, stumm sitzen sie beide auf der Bank und starren in die dunkle Nacht hinaus. Ihre Lippen öffnen sich für kurze Zeit bevor sie sie wieder schließt, wohl runterschluckend was sie hätte sagen wollen. Velvyr merkte dies jedoch, Velvyr die eigentlich jede Emotion in ihrem Gesicht deuten konnte ohne dass sie ihr irgendein Wort schenkte. Ihr Kopf lehnte sich nun leicht zur Seite, gegen LhanChyls. Weiterhin gehen keinerlei Worte von beiden aus, ihre Blicke treffen sich nicht, weiterhin liegen jene in der dunklen Nacht.
Velvyr weiß was Lhan’Chyl angetan wurde, jedes Gefühl das in diesen Momenten durch ihren Körper strömte kannte sie. Ihr könnte sie alles sagen, ohne dafür gequält zu werden, ohne irgendwelche Erklärungen was sie denn falsch machen würde, ohne in jeglicher Art beleidigt zu werden. Velvyr muss ihr zwar Respekt erweisen, jedoch würde sie ihr sicherlich sagen wenn ihr irgendwas irgendwie nicht passte, da war sich Lhan’Chyl sicher, soviel Vertrauen hat sie ihr schon geschenkt. .
„Rhy´Xaryl ist nun ebenso unter meinem Schutz, kümmere dich um sie Lhan’Chyl, schenk ihr soviel Aufmerksamkeit wie sie verdient und hilf ihr da wo sie Hilfe braucht…“
Abermals knallt sie ihre Faust gegen die Puppe, daraufhin drückt sie ihre Fingernägel in das Gesicht jener, das durch 2 schwarze Punkte als Augen und einen roten Strich als Mund angedeutet wird, und senkt ihr Haupt. Ihr Brustkorb hebt und senkt sich und ihre Haare haben sich leicht aus dem Zopf gelöst und hängen wild an ihrem Gesicht.
„Sie ist sehr diszipliniert...“ Langsam löst sie die Hand wieder von dem Gesicht der Puppe, jenes ist nun leicht aufgerissen und die Wollklumpen hängen leicht heraus. Das Leder hat sich recht weit auseinander gerissen und hängt schlaff herunter.
Was fällt ihn ein, was fällt ihm nur ein.
Liebe Schwester, oh liebe Schwester. Ihr Kopf lehnt leicht an Velvyr’tae’s Schulter, stumm sitzen sie beide auf der Bank und starren in die dunkle Nacht hinaus. Ihre Lippen öffnen sich für kurze Zeit bevor sie sie wieder schließt, wohl runterschluckend was sie hätte sagen wollen. Velvyr merkte dies jedoch, Velvyr die eigentlich jede Emotion in ihrem Gesicht deuten konnte ohne dass sie ihr irgendein Wort schenkte. Ihr Kopf lehnte sich nun leicht zur Seite, gegen LhanChyls. Weiterhin gehen keinerlei Worte von beiden aus, ihre Blicke treffen sich nicht, weiterhin liegen jene in der dunklen Nacht.
Velvyr weiß was Lhan’Chyl angetan wurde, jedes Gefühl das in diesen Momenten durch ihren Körper strömte kannte sie. Ihr könnte sie alles sagen, ohne dafür gequält zu werden, ohne irgendwelche Erklärungen was sie denn falsch machen würde, ohne in jeglicher Art beleidigt zu werden. Velvyr muss ihr zwar Respekt erweisen, jedoch würde sie ihr sicherlich sagen wenn ihr irgendwas irgendwie nicht passte, da war sich Lhan’Chyl sicher, soviel Vertrauen hat sie ihr schon geschenkt. .
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Velvyr´tae
Der Dorn hatte sich tief in das Fleisch ihres Unterarms gebohrt, saß darin wie ein hämisches Insekt. In dumpfen Wellen brandete der Schmerz an den Rand ihres Bewusstseins, doch erst das heisere Keuchen rief sie wieder zu sich und löste den rötlichen Schleier von ihren Augen.
Lass nicht zu, dass der Schmerz dich beherrscht. Kontrolliere ihn zu deinem eigenen Nutzen.
Mühsam zwang sie sich zur Ruhe, ließ die angestaute Luft aus den Lungen entweichen. Langsam verebbte das wütende Toben zu einem leisen, lauernden Pochen das ihre Haut mit schmerzhaften Wogen überzog. Die Lippen zu einem blutleeren Strich aufeinander gepresst, zog sie vorsichtig am Ende des breiten Dorns, ihn mit einem unterdrückten Stöhnen aus ihrem Körper lösend. Wieder einmal war es eine unachtsame Bewegung gewesen, die ihre selbst konstruierte Falle frühzeitig ausgelöst hatte. Die beweglichen, lernbegierigen Finger hatten geschmerzt von langen Stunden der Übung, der Konzentration. Nach und nach hatte sie sich von der Monotonie ihrer Arbeit einlullen lassen, die Gedanken waren auf Reisen gewandert.
Schwäche ist nicht nur gefährlich. Sie ist unentschuldbar.
Es hatte nicht der unverhüllt bedrohlichen Forderung des Erhabenen Shan’Rhyl bedurft, ihre Körper zu unterwerfen, ihren Geist zu stählen. Schwäche, Versagen, Ungehorsam waren keine Optionen innerhalb dieser Gemeinschaft, und ihre Konsequenzen hart. Die stille, ergebene Gestalt Rhy’Xaryls, war vor ihrem inneren Auge entstanden, an die modrige Wand des Verlieses gekettet. Lhan’Chyls für einen flüchtigen Wimpernschlag so hasserfüllter Blick, die Mühe mit der sie sich unterwarf und ihren angestammten Platz stets in Frage stellte. Sie hatte gesehen was mit ihr geschah, hatte die Züge in diesem Spiel um Macht und Stärke verfolgt. Und auf eine seltsam verborgene Art bedauerte sie die so zerrissene Lethra. Ihr eigener Status war zu niedrig, als das sie ihr etwas anderes als ihre stille Anwesenheit, Verschwiegenheit und Loyalität hätte anbieten können. Doch es schien auszureichen, und so begleitete sie die Wege der Schwester, bot ihr das wenige an Halt das sie aufzubringen vermochte.
Der treue Schatten, nur zur Hälfte sichtbar. Es war einfach über ihn hinwegzusehen.
Sie stand stets am Rand des Geschehens, ein Beobachter, nicht mehr. Und manches was sie sah, schürte die Unsicherheit. Die Erhabenen und die Stärksten der Gemeinschaft waren nicht immer in der Lage diese zerbrechliche Einheit aufrecht zu erhalten. Der Hass, den zu kanalisieren und nutzen sie in der Lage waren, richtete sich nicht selten auch auf ihre Brüdern und Schwestern. Es war ihr Recht, ihre Pflicht zu strafen wo ein Fehltritt begangen wurde. Und doch, den Lethrixor Tluth’xarlor dort knien zu sehen, bestraft und provoziert, die Genugtuung Lhan’Chyls zu spüren, berührte eine empfindliche Saite in ihr. Es war wiederum ein Spiel, in dem nur die Mächtigen ihre Züge machen konnten. Und jene, denen es an Macht und Stärke fehlte, gingen auf diesem Spielfeld zugrunde.
Wer bist du, dir über diese Dinge Gedanken zu machen? Niemand…ein Nichts.
Mit einem metallischen Sirren hatte sich der Draht gelöst, den Dorn auf seinen unheilvollen Weg schickend. Die verdiente Strafe für ihre Unachtsamkeit, für ihre unangemessenen Gedanken. Ihr Platz waren die Schatten, jene Zone zwischen der Realität und dem Unsichtbaren. Ein sicherer Ort um zu lernen, zu beobachten, sich vorzubereiten – auf jenen Tag, an dem sie den Schritt aus dem Halbdunkel wagen musste.
Lass nicht zu, dass der Schmerz dich beherrscht. Kontrolliere ihn zu deinem eigenen Nutzen.
Mühsam zwang sie sich zur Ruhe, ließ die angestaute Luft aus den Lungen entweichen. Langsam verebbte das wütende Toben zu einem leisen, lauernden Pochen das ihre Haut mit schmerzhaften Wogen überzog. Die Lippen zu einem blutleeren Strich aufeinander gepresst, zog sie vorsichtig am Ende des breiten Dorns, ihn mit einem unterdrückten Stöhnen aus ihrem Körper lösend. Wieder einmal war es eine unachtsame Bewegung gewesen, die ihre selbst konstruierte Falle frühzeitig ausgelöst hatte. Die beweglichen, lernbegierigen Finger hatten geschmerzt von langen Stunden der Übung, der Konzentration. Nach und nach hatte sie sich von der Monotonie ihrer Arbeit einlullen lassen, die Gedanken waren auf Reisen gewandert.
Schwäche ist nicht nur gefährlich. Sie ist unentschuldbar.
Es hatte nicht der unverhüllt bedrohlichen Forderung des Erhabenen Shan’Rhyl bedurft, ihre Körper zu unterwerfen, ihren Geist zu stählen. Schwäche, Versagen, Ungehorsam waren keine Optionen innerhalb dieser Gemeinschaft, und ihre Konsequenzen hart. Die stille, ergebene Gestalt Rhy’Xaryls, war vor ihrem inneren Auge entstanden, an die modrige Wand des Verlieses gekettet. Lhan’Chyls für einen flüchtigen Wimpernschlag so hasserfüllter Blick, die Mühe mit der sie sich unterwarf und ihren angestammten Platz stets in Frage stellte. Sie hatte gesehen was mit ihr geschah, hatte die Züge in diesem Spiel um Macht und Stärke verfolgt. Und auf eine seltsam verborgene Art bedauerte sie die so zerrissene Lethra. Ihr eigener Status war zu niedrig, als das sie ihr etwas anderes als ihre stille Anwesenheit, Verschwiegenheit und Loyalität hätte anbieten können. Doch es schien auszureichen, und so begleitete sie die Wege der Schwester, bot ihr das wenige an Halt das sie aufzubringen vermochte.
Der treue Schatten, nur zur Hälfte sichtbar. Es war einfach über ihn hinwegzusehen.
Sie stand stets am Rand des Geschehens, ein Beobachter, nicht mehr. Und manches was sie sah, schürte die Unsicherheit. Die Erhabenen und die Stärksten der Gemeinschaft waren nicht immer in der Lage diese zerbrechliche Einheit aufrecht zu erhalten. Der Hass, den zu kanalisieren und nutzen sie in der Lage waren, richtete sich nicht selten auch auf ihre Brüdern und Schwestern. Es war ihr Recht, ihre Pflicht zu strafen wo ein Fehltritt begangen wurde. Und doch, den Lethrixor Tluth’xarlor dort knien zu sehen, bestraft und provoziert, die Genugtuung Lhan’Chyls zu spüren, berührte eine empfindliche Saite in ihr. Es war wiederum ein Spiel, in dem nur die Mächtigen ihre Züge machen konnten. Und jene, denen es an Macht und Stärke fehlte, gingen auf diesem Spielfeld zugrunde.
Wer bist du, dir über diese Dinge Gedanken zu machen? Niemand…ein Nichts.
Mit einem metallischen Sirren hatte sich der Draht gelöst, den Dorn auf seinen unheilvollen Weg schickend. Die verdiente Strafe für ihre Unachtsamkeit, für ihre unangemessenen Gedanken. Ihr Platz waren die Schatten, jene Zone zwischen der Realität und dem Unsichtbaren. Ein sicherer Ort um zu lernen, zu beobachten, sich vorzubereiten – auf jenen Tag, an dem sie den Schritt aus dem Halbdunkel wagen musste.