Heimat ist dort, wo man sich nicht erklären muss.
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Bartholomeo Felhaven
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- Registriert: Donnerstag 22. April 2021, 17:02
Eifrig klopfte dieser sich die vielen Hundehaaren von der Kleidung ab und richtete sorgsam sein Oberteil, ehe sein Blick gen Raum wanderte und er mitbekam wie ihn alle abwartend anschauten.
Beruhigend hob er die Hände und ließ mit geheimnisvoller Stimme verkünden.
"Ihr fragt euch sicher nach dem Grund meines Geheimnisvollen Auftrittes?"
Kaum waren die Worte gesprochen griff er eine Gabel und stahl ein Stück Fleisch von einem fremden Teller, welches er genüsslich kaute und weiter den Tisch umrundete.
"Pein? Scham? Die Angst vor unliebsamen Bekanntschaften? Entzug von Verantwortung?", zählte er voller Thetralik auf und griff erneut ein Rotweinglas, ganz sicher nicht das Seinige und trank einen kräftigen Schluck. Ein genießender Seufzer ging von ihm aus.
"Werte Spectatores wie immer weit gefehlt und enttäuscht bin ich von jenen, die solches über mich denken. Einzig mein Mitgefühl zwang mich zu dieser wirklich abstrusen Maskerade. Doch zugegeben, sie stand mir!"
Dann stolzierte er weiter wie ein eitler Pfau gen Beak und Raia und deutete auf die Beiden. Erklärend ertönte seine Stimme voller Liebreiz und Fürsorge im ganzen Raum.
"Ich wollte diesen Beiden zarten Täubchen einfach nicht den Auftritt stehlen. Es wäre einfach nicht verantwortlich gewesen, hätte ICH, Bartholomeo Felhaven, Herr aller Künste, Liebhaber ohne Gleichen, ERFOLGREICHER Verwalter dieses Hofes alle Blicke und Gespräche auf mich gerichtet."
Dann deutete er eine Verbeugung an und erhob wenig später wieder beschwichtigend seine Hände.
"Spart euch euren Applaus, Danken könnt ihr mir später. Nun lasst uns Essen!", kaum waren die Worte gesprochen schwang er sich neben Beak und Raia und grinste die Beiden an. Dann wanderte sein Blick argwöhnisch über den Tisch, als suche er jemanden.
Beruhigend hob er die Hände und ließ mit geheimnisvoller Stimme verkünden.
"Ihr fragt euch sicher nach dem Grund meines Geheimnisvollen Auftrittes?"
Kaum waren die Worte gesprochen griff er eine Gabel und stahl ein Stück Fleisch von einem fremden Teller, welches er genüsslich kaute und weiter den Tisch umrundete.
"Pein? Scham? Die Angst vor unliebsamen Bekanntschaften? Entzug von Verantwortung?", zählte er voller Thetralik auf und griff erneut ein Rotweinglas, ganz sicher nicht das Seinige und trank einen kräftigen Schluck. Ein genießender Seufzer ging von ihm aus.
"Werte Spectatores wie immer weit gefehlt und enttäuscht bin ich von jenen, die solches über mich denken. Einzig mein Mitgefühl zwang mich zu dieser wirklich abstrusen Maskerade. Doch zugegeben, sie stand mir!"
Dann stolzierte er weiter wie ein eitler Pfau gen Beak und Raia und deutete auf die Beiden. Erklärend ertönte seine Stimme voller Liebreiz und Fürsorge im ganzen Raum.
"Ich wollte diesen Beiden zarten Täubchen einfach nicht den Auftritt stehlen. Es wäre einfach nicht verantwortlich gewesen, hätte ICH, Bartholomeo Felhaven, Herr aller Künste, Liebhaber ohne Gleichen, ERFOLGREICHER Verwalter dieses Hofes alle Blicke und Gespräche auf mich gerichtet."
Dann deutete er eine Verbeugung an und erhob wenig später wieder beschwichtigend seine Hände.
"Spart euch euren Applaus, Danken könnt ihr mir später. Nun lasst uns Essen!", kaum waren die Worte gesprochen schwang er sich neben Beak und Raia und grinste die Beiden an. Dann wanderte sein Blick argwöhnisch über den Tisch, als suche er jemanden.
- Raia Lathaia
- Beiträge: 643
- Registriert: Montag 24. September 2018, 22:08
Dort, wo Bartholomeo war, konnte erfülltes Lachen nicht weit sein. Das Mittagessen war gesellig, gesprächig und die Gäste tauchten immer mehr in das Leben des Hofes ein.
Raia fühlte sich mehr und mehr geborgen, gar heimisch. Alles verschwamm – das Essen zog sich durch die Geselligkeit so lange hin, dass man alsbald überging zu Kaffee und Kuchen. Kinder liefen rein und raus und es blieb ein gemütliches Treiben.
Sie beobachtete Beak in seiner Rolle hier Daheim und das warme Lächeln auf ihren Lippen riss nicht ab, denn es war wunderbar mitanzusehen, mit welcher Selbstverständlichkeit und mit welchem Wohlwollen er auch hier agierte. Ihm wurde großer Respekt gezollt und doch sah man ihn nicht streng oder mahnend. Es war, als sei ihm dies alles in die Wiege gelegt worden. Dabei war es so nicht. Er hatte sich alles erarbeitet, erlernt, angeeignet. Doch sein Herz war rein, der Weg seiner Tugenden schien unbeirrbar.
Ein kurzer Auftritt Bartholomeos riss sie aus den Gedanken und die Gesellschaft verfiel heiter und gemeinsam in ein Lachen.
Am späten Nachmittag zog es Raia hinaus in die Felder und Wiesen. Sie musste zugeben, dass sie nach wie vor gleichsam die Ruhe genoss. Lächelnd führten sie die blanken Füße durch die Olivenhaine und über kleine Trampelpfade durch die Weizenfelder. Die Sonne des späten Tages stand schon tiefer und füllte alles in ein güldenes Licht. Wo, wenn nicht hier, war man näher bei sich.
Raias Gedanken schweiften in die Ferne und wie so oft in letzter Zeit fragte sie sich, wohin ihre Lebensreise gehen würde. Vor einigen Monden wäre die Antwort sehr viel einfacher gewesen. Doch nun gab es mehr als nur ihr Dienen der Herrin – obgleich ihre Hingabe zu Temora mit keinem Deut gelitten hatte. Und doch spürte sie einen zweiten Herzschlag, erkannte ein anderes Lachen an sich, neue Gedanken und Wahrnehmungen.
Dass die weltliche Liebe sie erfüllte, wusste selbst Raia längst. Naivität hin oder her. Es hatte lediglich gedauert, es sich einzugestehen. Und die Liebe an sich fühlte sich so natürlich an, als sei nichts anderes möglich gewesen. Doch gab es nicht nur sie beide… Die Welt herum war voller Anforderungen, Regeln, Erwartungen… Raia nahm auf einem kleinen Felsen aus Sandstein Platz und ließ die wärmende Abendsonne ihre Haut bedecken. Diese unendliche Weite… Nicht ohne Grund hatten die beiden nach so vielen Jahren wieder zusammengefunden. Und auch damals schon…
Raia lächelte unweigerlich auf. Sie erinnerte sich gerne an jene Abende am Hofe von Adrian und Darna von Hohenfels zurück. Sie hatten sich oft gesehen, selten gesprochen und doch… Die Gespräche, die sie führten, waren damals schon vertraut. Oberflächliche Floskeln waren den beiden immer schon fern. Dass daraus eines Tages jenes unendliche Gefühl entstehen würde – undenkbar… oder?
Der Hof wurde in ein unendlich warmes goldenes Licht getränkt und Raia beschloss zurückzukehren. In sich ruhend und doch von einer gewissen Unruhe getrieben, folgte sie den kleinen Pfaden hinauf zum Haus.
Raia fühlte sich mehr und mehr geborgen, gar heimisch. Alles verschwamm – das Essen zog sich durch die Geselligkeit so lange hin, dass man alsbald überging zu Kaffee und Kuchen. Kinder liefen rein und raus und es blieb ein gemütliches Treiben.
Sie beobachtete Beak in seiner Rolle hier Daheim und das warme Lächeln auf ihren Lippen riss nicht ab, denn es war wunderbar mitanzusehen, mit welcher Selbstverständlichkeit und mit welchem Wohlwollen er auch hier agierte. Ihm wurde großer Respekt gezollt und doch sah man ihn nicht streng oder mahnend. Es war, als sei ihm dies alles in die Wiege gelegt worden. Dabei war es so nicht. Er hatte sich alles erarbeitet, erlernt, angeeignet. Doch sein Herz war rein, der Weg seiner Tugenden schien unbeirrbar.
Ein kurzer Auftritt Bartholomeos riss sie aus den Gedanken und die Gesellschaft verfiel heiter und gemeinsam in ein Lachen.
Am späten Nachmittag zog es Raia hinaus in die Felder und Wiesen. Sie musste zugeben, dass sie nach wie vor gleichsam die Ruhe genoss. Lächelnd führten sie die blanken Füße durch die Olivenhaine und über kleine Trampelpfade durch die Weizenfelder. Die Sonne des späten Tages stand schon tiefer und füllte alles in ein güldenes Licht. Wo, wenn nicht hier, war man näher bei sich.
Raias Gedanken schweiften in die Ferne und wie so oft in letzter Zeit fragte sie sich, wohin ihre Lebensreise gehen würde. Vor einigen Monden wäre die Antwort sehr viel einfacher gewesen. Doch nun gab es mehr als nur ihr Dienen der Herrin – obgleich ihre Hingabe zu Temora mit keinem Deut gelitten hatte. Und doch spürte sie einen zweiten Herzschlag, erkannte ein anderes Lachen an sich, neue Gedanken und Wahrnehmungen.
Dass die weltliche Liebe sie erfüllte, wusste selbst Raia längst. Naivität hin oder her. Es hatte lediglich gedauert, es sich einzugestehen. Und die Liebe an sich fühlte sich so natürlich an, als sei nichts anderes möglich gewesen. Doch gab es nicht nur sie beide… Die Welt herum war voller Anforderungen, Regeln, Erwartungen… Raia nahm auf einem kleinen Felsen aus Sandstein Platz und ließ die wärmende Abendsonne ihre Haut bedecken. Diese unendliche Weite… Nicht ohne Grund hatten die beiden nach so vielen Jahren wieder zusammengefunden. Und auch damals schon…
Raia lächelte unweigerlich auf. Sie erinnerte sich gerne an jene Abende am Hofe von Adrian und Darna von Hohenfels zurück. Sie hatten sich oft gesehen, selten gesprochen und doch… Die Gespräche, die sie führten, waren damals schon vertraut. Oberflächliche Floskeln waren den beiden immer schon fern. Dass daraus eines Tages jenes unendliche Gefühl entstehen würde – undenkbar… oder?
Der Hof wurde in ein unendlich warmes goldenes Licht getränkt und Raia beschloss zurückzukehren. In sich ruhend und doch von einer gewissen Unruhe getrieben, folgte sie den kleinen Pfaden hinauf zum Haus.
- Beak von Sankurio
- Beiträge: 1113
- Registriert: Montag 23. Februar 2015, 21:17
- Wohnort: Schwingenstein
- ... den roten baumelnden Schopf konnte man schon von der Ferne erhaschen.
In aller Gemütlichkeit schien Raia die bereits wenigen vergangen Stunden in den weiten Ländereien zu genießen.
Ihre langsamen Schritte auf dem staubigen Pfad, diese neugierigen Augen - der Genuss dieses großen an weilenden Moments war ihr wahrlich anzusehen.
Derweil oben auf der Erhöhung hielt Beak die Zügel von zwei ausgewachsenen Maremanno Pferden in den Händen.
Ihre dunkelbraunen Felle trugen einen leichten Schimmer durch die untergehende, in orange gefärbte, Abendsonne.
Es waren nur wenige Schritte welche er Raia entgegenkam, denn sie blickte schon mit großen Äuglein den Hang hinauf.
Ihre verträumten Schritte der Gedanken waren mit dem Anblick dieses Bildes passé und die junge, rothaarige Diakonin erhöhte die Schlagzahl der Tritte.
Es wurde ihr klar vor Augen, was ihr noch am Abend erwarten würde.
Ein gemeinsamer Ausritt während der untergehenden Abendsonne, eine Auszeit vom fröhlichen Tumult im Hofhaus.
Zweisamkeit, abgesehen von den behaarten Warmblütern, fernab in einer doch wohlbekannten Fremde.
Als die ersten Schritte der Tiere bewältigt wurden, begann das innige und intensive Gespräch.
Ein reger Austausch der Gedanken, daher wurde sich rasch nach den Eindrücken Raias erkundigt, auch wenn ihre Blicke während seiner Beobachtung bereits wahre Worte sprachen.
Doch die Frage traf auch ihn, denn das Auftreten von Beaks Art in der eigenen Heimat schien ganz ohne Last auf seinen Schultern.
Hier war er einfach er selbst.
Der zurückhaltende, ruhige Charakter schien geöffnet mit Witz seinen Nächsten gegenüber, auf einer gar charmanten Art und Weise.
Beak kannte eben auch die meisten Gesichter schon von Klein an, daher war dies kein großes Wunder.
Gemeinsam ritt man dem Wegverlauf des schmalen Trampelpfads entlang.
Wenige Augenblicke hat es gedauert, bis man bereits die ersten Weizenfelder hinter sich gelassen hatte.
Die Augen der Beiden konfrontieren sich öfters, gepaart mit Humor und tiefer Verbundenheit.
Angesteuert wurde ein größerer Hügel, wessen oberste Mitte einen einsamen, ausladenden Felsbrocken zierte.
Dieser Ausritt war ein Segen, wenn nicht sogar eine Wohltat, für die strapazierten Füße.
Die stämmigen Pferde trugen beide mit wenig Mühe den Hügel hinauf.
Es war ein krönender Abschluss für diesen ereignisreichen Tag, die ausgiebigen Gespräche, welche die verschwiegenen Gefühle in trauter Zweisamkeit einmal mehr offenbarten.
Am Horizont drückte derweil mit letzter Kraft die Abendsonne, die tief orangen Sonnenstrahlen über die letzten Wipfel der Gebirgskette.
Angekommen auf der Anhöhe machte sich Raia zügig auf, um den Felsen zu erklimmen.
Sie scheute es nicht und es war Ihr Herzenswunsch die letzten, wärmenden Strahlen vor den Untergang aufzusaugen.
Und wieder erkannte man die verträumten Blicke, wie sie Zeuge des Naturschauspiels wurde und sich die Sonne von Augenblick zu Augenblick hinter das Gebirge legte.
Währenddessen haben sich die geduldigen Pferde am feuchten, saftigen Gras bereichert und Beak hatte unter dem Vorsprung des Felsen eine Wolldecke ausgerollt.
Der Abend würde zum Verweilen einladen, um dieser friedliebenden Idylle beiwohnen zu können.
Dies wurde durch frisches Obst, einer Laterne und zwei Gläsern sowie einer Weinflasche ausgeschmückt.
Es war Ihr erster Abend in aller Ruhe, ohne Last und Hast fern ab von Gerimor ...
- Raia Lathaia
- Beiträge: 643
- Registriert: Montag 24. September 2018, 22:08
Die Sonne nahm die Wärme des Tages mit sich und hinterließ bei Raia einmal mehr ein wohlig wonniges Gefühl als sie den Felsen wieder hinabstieg und mit freudiger Überraschung Beaks Mitbringsel entdeckte. Vergnügt ließ sie sich auf der Decke nieder und nahm das gefüllte Weinglas in Empfang.
Die Aufregung des Tages und vor allem des Ausrittes weilten an und erst ein wenig später erkannte Raia, welch einzigartiger Moment sich hier offenbarte. Beak und sie liebten ihre Aufgaben und Verpflichtungen, die ihnen beiden jeweils und zusammen, nur wenig Zeit ließen für ein „Ich“. Um so bedeutender waren jene kleinen und großen Momente.
Wie stets erfüllte die Anwesenheit Beaks sie mit einem Gefühl aus Vertrautheit und Aufregung gleichermaßen.
Freundschaft ging voraus und ebnete den Weg für zwei Menschen, die nicht vorhatten, einen anderen Menschen auf jene Weise näher kommen zu lassen. Womöglich war es das, was die Tore zur Festung beiderseits öffnete.
Ihre Freundschaft war wie ein ruhiger Bergquell, der stetig und ohne Anstrengung vor sich hinfloss und einfach war und sein durfte. Aber auch unaufhaltsam und nicht änderbar seinen Weg fand.
Vertraute Gespräche und angenehme Momente der Stille bestimmten den wundervollen Abend, der immer wieder vom herzhaften Lachen erfüllt war.
Ritter und Geweihte – das waren keine Berufe, die man erlernte. Man legte das Ornat nicht an wie Arbeitskleidung. Es war viel mehr, wie eine Vorherbestimmung und die Wege entwickelten sich auf natürliche Weise vorwärts. Nichts würde jene Wege aufhalten können. Vermutlich war es das, was Beak und Raia einander näherbrachte. Sie unterstützten sich mit jeder Tat, jedem Gedanken gegenseitig auf ihren eigenen Pfaden. Und irgendwann war dort ein Wegkreuz gewesen, da die beiden sich auf eine andere Weise – mit einem neuen Blick füreinander - trafen.
So warm der Tag gewesen war, beherrschte nun eine erfrischende Kühle den Abend. Die Grillen zirpten zunehmend und der köstliche Wein löste auch die letzte Anspannung von Raias Schultern.
Nur in der tiefen Meditation in der vollkommenen Nähe zur Herrin fühlte sie sich so frei und geborgen gleichermaßen. Allzu gerne versank sie in Beaks graublauen Augen und lauschte voller Hingabe seinen Geschichten, die ihm so leicht von den Lippen sprudelten als wären auch ihm alle Lasten für jenen Moment genommen. Und als er seinen Umhang um ihre Schultern legte, hielt Raias Welt für einen Moment inne. Einer jener seltenen Augenblicke der Nähe, der sie in eine wohlige Unendlichkeit eintauchte….
Doch es war spät geworden und die Dunkelheit hatte die Weiten des Landes längst im Griff. Trittsicher und mit einer stoischen Ruhe beseelt traten die Pferde mit Beak und Raia den ruhigen Rückweg an.
Auf dem Innenhof angekommen waren es nicht nur die Blicke des Stallknechtes, welche sie beobachteten – dessen war sich Raia sicher und sie lächelt ein wenig verlegen vor sich hin. Alles äußerst ungewohnt…
Eine liebevolle Verabschiedung und wenige Momente später lag Raia in dem riesigen Bett und die Gedanken kreisten um den Tag, um das Hier und Jetzt und sie wagte einen vorsichtigen Blick in die Zukunft… Wohlige Träume begleiteten die Nacht.….
Die Sonne brach soeben durch die luftigen Vorhänge, da Raia bereits aufsprang und voller Tatendrang und Neugierde den Tag mit einem Gebet und einem Bad begann. Die Gedanken an die letzten Tage ließen sie summend durchs Zimmer streifen. Der Blick hinaus aber ließ sie auflachen...
Bartholomeo Felhaven huschte, einer jagenden und gleichzeitig gejagten Katze gleich von Schatten zu Schatten über den Hof gen Haupthaus. Die Stiefel in der Hand, die Haare zerzaust. Raias Lachen war vermutlich zu ihm vorgedrungen, denn er sah vage in ihre Richtung hinauf. Raia schüttelte nur den Kopf, ehe sie den Weg nach unten antrat, wo sie bereits reges Treiben wahrnahm.
So fand sie sich freudig strahlend in der Küche ein und half bei den Vorbereitungen für den Tag. Das Leben hier hatte sie spätestens jetzt gänzlich in ihren Bann gezogen.
Die Aufregung des Tages und vor allem des Ausrittes weilten an und erst ein wenig später erkannte Raia, welch einzigartiger Moment sich hier offenbarte. Beak und sie liebten ihre Aufgaben und Verpflichtungen, die ihnen beiden jeweils und zusammen, nur wenig Zeit ließen für ein „Ich“. Um so bedeutender waren jene kleinen und großen Momente.
Wie stets erfüllte die Anwesenheit Beaks sie mit einem Gefühl aus Vertrautheit und Aufregung gleichermaßen.
Freundschaft ging voraus und ebnete den Weg für zwei Menschen, die nicht vorhatten, einen anderen Menschen auf jene Weise näher kommen zu lassen. Womöglich war es das, was die Tore zur Festung beiderseits öffnete.
Ihre Freundschaft war wie ein ruhiger Bergquell, der stetig und ohne Anstrengung vor sich hinfloss und einfach war und sein durfte. Aber auch unaufhaltsam und nicht änderbar seinen Weg fand.
Vertraute Gespräche und angenehme Momente der Stille bestimmten den wundervollen Abend, der immer wieder vom herzhaften Lachen erfüllt war.
Ritter und Geweihte – das waren keine Berufe, die man erlernte. Man legte das Ornat nicht an wie Arbeitskleidung. Es war viel mehr, wie eine Vorherbestimmung und die Wege entwickelten sich auf natürliche Weise vorwärts. Nichts würde jene Wege aufhalten können. Vermutlich war es das, was Beak und Raia einander näherbrachte. Sie unterstützten sich mit jeder Tat, jedem Gedanken gegenseitig auf ihren eigenen Pfaden. Und irgendwann war dort ein Wegkreuz gewesen, da die beiden sich auf eine andere Weise – mit einem neuen Blick füreinander - trafen.
So warm der Tag gewesen war, beherrschte nun eine erfrischende Kühle den Abend. Die Grillen zirpten zunehmend und der köstliche Wein löste auch die letzte Anspannung von Raias Schultern.
Nur in der tiefen Meditation in der vollkommenen Nähe zur Herrin fühlte sie sich so frei und geborgen gleichermaßen. Allzu gerne versank sie in Beaks graublauen Augen und lauschte voller Hingabe seinen Geschichten, die ihm so leicht von den Lippen sprudelten als wären auch ihm alle Lasten für jenen Moment genommen. Und als er seinen Umhang um ihre Schultern legte, hielt Raias Welt für einen Moment inne. Einer jener seltenen Augenblicke der Nähe, der sie in eine wohlige Unendlichkeit eintauchte….
Doch es war spät geworden und die Dunkelheit hatte die Weiten des Landes längst im Griff. Trittsicher und mit einer stoischen Ruhe beseelt traten die Pferde mit Beak und Raia den ruhigen Rückweg an.
Auf dem Innenhof angekommen waren es nicht nur die Blicke des Stallknechtes, welche sie beobachteten – dessen war sich Raia sicher und sie lächelt ein wenig verlegen vor sich hin. Alles äußerst ungewohnt…
Eine liebevolle Verabschiedung und wenige Momente später lag Raia in dem riesigen Bett und die Gedanken kreisten um den Tag, um das Hier und Jetzt und sie wagte einen vorsichtigen Blick in die Zukunft… Wohlige Träume begleiteten die Nacht.….
Die Sonne brach soeben durch die luftigen Vorhänge, da Raia bereits aufsprang und voller Tatendrang und Neugierde den Tag mit einem Gebet und einem Bad begann. Die Gedanken an die letzten Tage ließen sie summend durchs Zimmer streifen. Der Blick hinaus aber ließ sie auflachen...
Bartholomeo Felhaven huschte, einer jagenden und gleichzeitig gejagten Katze gleich von Schatten zu Schatten über den Hof gen Haupthaus. Die Stiefel in der Hand, die Haare zerzaust. Raias Lachen war vermutlich zu ihm vorgedrungen, denn er sah vage in ihre Richtung hinauf. Raia schüttelte nur den Kopf, ehe sie den Weg nach unten antrat, wo sie bereits reges Treiben wahrnahm.
So fand sie sich freudig strahlend in der Küche ein und half bei den Vorbereitungen für den Tag. Das Leben hier hatte sie spätestens jetzt gänzlich in ihren Bann gezogen.
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Bartholomeo Felhaven
- Beiträge: 21
- Registriert: Donnerstag 22. April 2021, 17:02
Was Raia nicht sah, war der Verfolger, welche dem Unschuldslamm von Barden auf den Fersen war. So huschte er im Haupthaus von Raum zu Raum, stets die Gefahr im Nacken und doch fand er die Zeit sich etwas Obst zu schnappen und einer jungen Magd einen verführerischen Blick zuzuwerfen.
"Es ist alles nur ein Missverständnis!", hörten die Bewohner des Hauses Ihn rufen, ehe er aus dem Fenster im Erdgeschoss Richtung Stall sprang.
"Da geht er hin, der tolle Hengst.", murmelte Beak, der gerade ebenso die Küche betrat und mit den Augen ob der ihm wohl bekannten Prozedur des Barden rollte. Raia kicherte nur amüsiert ob der Situation.
Wenige Augenblicke später tauchte ein stämmiger älterer Herr in der Küche auf, das Gesicht voller Zornesröte und die Mistgabel fest in der Hand. Efrig und deutlich erregt blickte er sich suchend im Raume um.
"Wo.. Wo... Wo zum Henker ist dieser Schuft hin?", fluchte er lautstark, so dass einige Bedienstete sogar zusammenzuckten.
Bartholomeo welcher unter dem Fenster kauerte lauschte aufmerksam dem Wortwechsel und schien seine weitere Flucht zu planen.
"Zum Fenster raus, Richtung Stallung, der Schuft will sich bestimmt aus dem Staube machen!", gestand Beak voller Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit und deutete gen Fenster.
"Verrat, Verrat von den engsten Vertrauten!", ertönte der entsetzte Schrei des Barden unter dem Fenster und ihm ward nun bewusst, dass er jetzt erst recht seine Position freigegeben hatte.
Sofort sprintete er los Richtung Stall, die fliegende Mistgabel verfehlte ihn nur knapp und er musste kurz anhalten um seine Hose zu richten, welche drohte hinunter zu rutschen.
"Unschuldig, Unschuldig bin ich, nur ein Opfer der holden Weiblichkeiten!", kaum waren die Worte gesprochen verschwand er schon in der Stallung und warf die Tür hinter sich zu. Mit einem lauten Wumms warf er den Riegel ins Schloss und verbarrikadierte sich.
Die Burg Felhaven schien nun belagert zu werden. Wütend klopfte der ältere Herr gegen das Scheunentor und rief dabei lautstark: "Komm raus du Schuft, damit ich dich aufspießen kann!"
"Es ist alles nur ein Missverständnis!", hörten die Bewohner des Hauses Ihn rufen, ehe er aus dem Fenster im Erdgeschoss Richtung Stall sprang.
"Da geht er hin, der tolle Hengst.", murmelte Beak, der gerade ebenso die Küche betrat und mit den Augen ob der ihm wohl bekannten Prozedur des Barden rollte. Raia kicherte nur amüsiert ob der Situation.
Wenige Augenblicke später tauchte ein stämmiger älterer Herr in der Küche auf, das Gesicht voller Zornesröte und die Mistgabel fest in der Hand. Efrig und deutlich erregt blickte er sich suchend im Raume um.
"Wo.. Wo... Wo zum Henker ist dieser Schuft hin?", fluchte er lautstark, so dass einige Bedienstete sogar zusammenzuckten.
Bartholomeo welcher unter dem Fenster kauerte lauschte aufmerksam dem Wortwechsel und schien seine weitere Flucht zu planen.
"Zum Fenster raus, Richtung Stallung, der Schuft will sich bestimmt aus dem Staube machen!", gestand Beak voller Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit und deutete gen Fenster.
"Verrat, Verrat von den engsten Vertrauten!", ertönte der entsetzte Schrei des Barden unter dem Fenster und ihm ward nun bewusst, dass er jetzt erst recht seine Position freigegeben hatte.
Sofort sprintete er los Richtung Stall, die fliegende Mistgabel verfehlte ihn nur knapp und er musste kurz anhalten um seine Hose zu richten, welche drohte hinunter zu rutschen.
"Unschuldig, Unschuldig bin ich, nur ein Opfer der holden Weiblichkeiten!", kaum waren die Worte gesprochen verschwand er schon in der Stallung und warf die Tür hinter sich zu. Mit einem lauten Wumms warf er den Riegel ins Schloss und verbarrikadierte sich.
Die Burg Felhaven schien nun belagert zu werden. Wütend klopfte der ältere Herr gegen das Scheunentor und rief dabei lautstark: "Komm raus du Schuft, damit ich dich aufspießen kann!"
Zuletzt geändert von Bartholomeo Felhaven am Samstag 18. September 2021, 19:42, insgesamt 1-mal geändert.
- Beak von Sankurio
- Beiträge: 1113
- Registriert: Montag 23. Februar 2015, 21:17
- Wohnort: Schwingenstein
- ... das Ergebnis dieser Eskapade war jener, dass Bartholomeo Felhaven sich in Demut üben durfte.
Den Vater der guten Guthilde zu besänftigen, war wie das Fangen eines störrischen Wildpferdes.
Doch gab es in diesen Sommermonat einiges an Arbeit und wer wäre da nicht besser geeignet, als Jemand der ohnehin nach Aufmerksamkeit schrie.
Natürlich war dies ein erneuter Schachzug des Schelms denn mit dieser aufopfernden Arbeit konnte er den Kontakt mit der Bauerntochter ‚verinnerlichen‘.
Die wenigen Tage waren mühsam, denn keiner hatte die Intention sich auf die Faule haut dort zulegen.
Ob es Bartholomeo nun war, oder eben Raia, welche oftmals mit Nialia in der Küche ausgeholfen hatte.
Alle packten Sie an, auch Beak der da die kräftezehrende Arbeit auf den weiten Weizenfeldern suchte.
‚Adel verpflichtet‘ hieß es immer und es musste auch gelebt werden.
Sich auf einem Titel oder einer Position auszuruhen, sei nicht seine Erklärung dafür gewesen.
Viel mehr sah er sich, als gutes Beispiel voran zutreten, dass man sich für diese niedere Arbeit nicht zu schön war.
Am Tag der Abreise steckte noch die harte Arbeit den Dreien tief in den Knochen und doch verließ der Humor niemals an Bedeutung.
Viel mehr erkannte man deutlich, dass zwei der Reisenden enger denn je zusammengefunden haben.
Raia und Beak, welche sich schon fast ein Jahrzehnt mit Unterbrechungen kannten, hatten diese intensive Zeit des Miteinanders deutlich genossen.
Es war wie eine kleine Reise in die Vergangenheit Beaks, welche Raia dargeboten wurde.
Sicherlich stand außer Frage, dass dies aufmerksam beobachtet wurde auf dem Gutshof.
Doch keiner, nicht mal die engsten Vertrauten, hatten dies kommentiert oder hinterfragt.
Die Diakonin von Übersee war von ersten Minute ein willkommener Bestandteil einer großen Familie.
Und auch wenn der Vater von Guthilde den gerechten Zorn in den Knochen trug, so war er froh einen tatkräftigen Burschen für sich gewonnen zu haben.
Es ist ja nicht so, dass die Vorlagen des Barden nicht doch in der mühsamen Stunde unter der gleißenden Sonne ein Lächeln entlocken würde.
Die Windeseile, so wie die Tageszyklen vergangen sind, sorgte jedoch auch für gewisse Trauer am Tag der Abreise.
Am Vorabend der Rückkehr nach Gerimor wurde vor dem Anwesen ein großes Lagerfeuer entfacht - Eine Abschiedfeier gewidmet den Gästen.
Es gab viel zu Trinken, reichlich zu Essen.
Neben der klimpernden Melodie von Bartholomeo, folgte auch ein bürgerlicher Tanz.
Alle hatten an diesen Abend sich verabschiedet, für den kurzen und doch auch überraschenden Besuch.
Gut möglich also, dass dann doch nicht nur die Arbeit in den Knochen stand.
Am Pier angekommen, war es nur noch die Planke des Schiffes selbst, welche die Drei von dem Kontinent trennte.
Lediglich Nialia saß dort auf ihrer weißschimmernden Stute, dicht an dem Ufer der Hafenmauer.
Die sanfte Brise brachte Ihr blondes Haar zum Wehen und Sie war es, welche besonders Raia und Beak alles Gute für Ihre Zukunft wünschte.
Eine Zukunft auf Gerimor, welche als bald zeigen würde, wie nah man sich stand.
Denn Sie wusste sehr wohl, dass eben nur dort Heimat sei, wo man sich nicht erklären müsste, ausser Bartholomeo natürlich, aber DAS ist ist eine andere Geschichte.
Danke für die Teilnahme!
Zuletzt geändert von Beak von Sankurio am Samstag 16. Oktober 2021, 19:20, insgesamt 1-mal geändert.
- Beak von Sankurio
- Beiträge: 1113
- Registriert: Montag 23. Februar 2015, 21:17
- Wohnort: Schwingenstein
- … krachend schlugen die Muscheln auf das feuchte Pflaster im Hafenviertel von Alumenaspracht!

Das laute Lachen der Seemöwen, die kreisend im orangefarbenen Himmel flogen, nutzten die Wucht der Schwerkraft für sich, sodass die harten Panzer zersprangen.
Es war früh an diesem Morgen, und die hölzernen Lastenkräne zogen Vieh und schwere Ladung auf die angelegten Schiffe.
Ein reges Treiben herrschte einmal mehr im Hafen Adorans, wo Seeleute emsig ihren Geschäften nachgingen.
Die Bark, ein majestätisches Segelschiff mit drei Masten, schaukelte sanft durch die leichten Wellenbewegungen am Ufer.
Knarzend gab das Holz Geräusche von sich, während es sich gegen den ebenso hölzernen Steg drückte. Doch all dies ließ den Paladin unbeeindruckt. Sein Gang zum Oberdeck über die feuchten Planken erfolgte souverän und geübt.
Die salzige Brise umspielte sein Gesicht und trug den Duft des Meeres mit sich, während er in Gedanken versunken dem Horizont entgegenblickte.
Sack und Pack, Tier und Ausrüstung, alles wurde schon vor Tagen verladen. Seine Gefolgsleute verbrachten eifrige Arbeit, damit die Reise in Beak‘s Heimat unbeschwert und frei verlaufen sollte.
Eine Reise in die Heimat, die wahre Heimat fern von schweren Bürden und Verpflichtungen.
Im Grunde ein Rollentausch, denn das Schwert ruhte meist im Gepäck in der ledernen Schwertscheide. Bewaffnet wurde sich viel mehr dort mit einem Schnitter, um die einfache Arbeit die dennoch körperlich anspruchsvoll war, zu absolvieren.
Wie je war das Ziel in den Sommertagen der eigene Gutshof, ein Erbe seines Ziehvaters. An die 7 Morgen weit, dies war unter anderem der Grund der Namensgebung des Lichtshofs, wurden dort weitläufige Weizenfelder angelegt, welche stets passiert werden mussten, um den Landsitz zu betreten.
Doch nicht nur Weizen wurde für die naheliegende Großstadt angebaut. Üppige Apfel,- Birnen,- und Kirschbäumen wurden stellenweise gepflanzt und brachten eine farbenfrohe Abwechslung in Duft und Farbschlag.
Das Ganze musste natürlich koordiniert werden.
Schon vor Jahren wurde der Wohnsitz der Heimat in die Hände einer alten Weggefährtin gegeben, welche als Priesterin im Grunde ein prägendes Beispiel der Opferbereitschaft und Demut setzte.
Nialia Anthea Domerias meisterte dies mit Bravour, denn es war dem örtlichen Kloster der Tugenden eine ehrbare Aufgabe, sich um die Bewohner des Landes zu kümmern. Zum trockenen Alltag eines Klosters, so munkelte man, war es ohnehin auch eine willkommene Abwechslung gewesen.
Heimat ist dort, wo man sich nicht erklären muss und doch ist es die erste Reise in die Heimat, als ernannter Paladin der Herrin Temora freigegeben durch seine königliche Majestät Ador dem Ersten.
Im Grunde ein möglicher Beginn einer Ära, welche durchaus für Nachstreber sorgen könnte. Die eigene Verantwortung auf Gerimor wurde hinter sich gelassen, oder viel mehr auf seinem Knappen abgelegt.
War Alexander zwar recht jung zum Knappen ernannt, besaß er aber schon länger die Fähigkeiten sich dem zu beweisen.
Mit dem Rattern der schweren Eisenketten wurde durch vereinte Manneskraft der Anker hochgeholt, während die gewichtigen Seile vom Steg gelöst wurden. Das Schiff setzte langsam ab, getrieben vom Wellengang. Inmitten der Hafenbucht erfolgte lauthals der Befehl des Kapitäns - die weiten Segel wurden gesetzt auf einer Reise, die vieles ändern würde …
- Beak von Sankurio
- Beiträge: 1113
- Registriert: Montag 23. Februar 2015, 21:17
- Wohnort: Schwingenstein
- … die Ankunft des Paladins war für die vielen vertrauten Gesichter dieses Mal keine wirkliche Überraschung.

Seine Rückkehr hatte sich bereits durch zahlreiche Briefe zwischen Nialia und ihm angekündigt, in denen sie von den Abenteuern und Herausforderungen berichteten, die das Leben ihnen beschert hatte. Doch das minderte nicht die Vorfreude – im Gegenteil, sie schien mit jedem Tag gewachsen. Wer sich über Jahrzehnte kannte, seit der unbeschwerten Kindheit, blickte mit Sehnsucht auf diese besonderen Tage zurück, an denen alte Freundschaften aufgelebt werden konnten.
Akira, die weiß schimmernde Stute aus der Zucht vom Hof Valkenberg, war seine einzige Treue Begleiterin aus Gerimor.
Zumindest nur bewusst, wenn sich Bartholomeo nicht wieder als blinder Passagier auf das Schiff geschmuggelt hatte.
Jedenfalls trug das edle Tier den Paladin sicher an die Grenzen seiner Ländereien. Schon von weitem erblickte man das Lichtspiel des strahlenden Weizens, der in der sanften Brise tanzte und wie flüssiges Gold wirkte.
Inmitten dieser Felder lag der Landsitz, zu dem sich ein kurvenreicher Schotterpfad schlängelte, gesäumt von majestätischen Silber-Pappeln, deren Blätter im Wind raschelten und eine Melodie der Erinnerung sangen.
Die Kinder, die am Gutshof ihre Heimat gefunden hatten, erblickten schon von weitem den herankommenden Reiter, ganz im Geiste der Geschichte dieses Ortes. Eilig verkündeten sie die frohe Botschaft des Besuchs und stürmten mit großer Begeisterung auf ihn zu. Das milde Klima stellte sich als schweißtreibend heraus und hemmte die körperliche Kraft, je höher die Sonne über den Feldern stand. Kurz vor ihrem Höhepunkt war diese Ankunft eine willkommene Pause für das arbeitende Personal. Sie legten Werkzeug und Geräte nieder, spannten Ochsen und Esel ein und folgten langsam dem Ziel des Paladins.
Die jungen Mädchen und Knaben hatten es derweil geschafft, völlig außer Puste Beak zu begrüßen. Mit einer gereichten Blumenkrone und werfenden Blütenblättern wurde er mit viel kindlichen Frohsinn begrüßt. Die jungen Knaben hingegen, bewaffnet mit hölzernen Schwertern, schenkten Ihm die Respektbekundung mit einem wackligen Spalier. Das Ganze entlockte jedoch auch nicht nur Ihm ein fröhliches Lächeln im Gesicht. Nialia welche schon am Landsitz harrte, beschaute sich das Streben all Jener auf dem Hof genauestens. Ihre saphirblauen Augen lösten sich kaum vom Treiben der Kinder woraufhin sich zarte Lachfalten auf ihrem weichen Gesicht legten. Diese Begrüßung war von langer Hand geplant. Ihn als Paladin zu begrüßen, an diesem Ort wo Beak einst als Findlingskind großgezogen wurde, hätte man damals nicht einmal Geträumt und doch schreibt das Leben eine endlose Geschichte mit vielen Wendungen und Ereignissen.
Auf der Rückseite des Landsitzes, die von kühlem Schatten gesäumt war, waren bereits Tische und Bänke aufgestellt worden, die reichhaltige Speisen und Getränke boten.
Er war angekommen und wurde als ihr eigener Held gefeiert …
- Beak von Sankurio
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- … Summend schwirrte eine fleißige Honigbiene umher und labte anschließend genüsslich vom süßen Kuchen, welcher durch eine Hausdame nach draußen gebracht wurde. Die warmen Sonnenstrahlen fielen auf die festliche Tafel, während der verlockende Duft von frisch gebackenem Gebäck in der Luft lag.

In der Zwischenzeit wurde die treue Gefährtin Akira in den größeren Stall untergebracht, wo das edle Tier sich von den Strapazen der Reise erholen konnte. Das Personal kümmerte sich derweil um Beaks Reisegepäck und brachten es sorgfältig in dessen Zimmer im Landsitz hoch.
Nialia war es, welche eine ungewöhnlich, innige Umarmung ihm zur Begrüßung schenkte.
Beide durchlebten im Laufe der vergangenen Jahre die Ernte ihrer Tugendhaftigkeit.
Sie, welche nun inzwischen in den Reihen des Klerus als Priesterin aufgenommen wurde.
Er, welcher im hohen heiligen Dienste gegenüber Temora und seinem König agierte.
Jedoch war es weitaus mehr, was Sie verknüpfte.
Seit dem sich Nialia dem familiären Ursprung Beaks annahm, denn Sie fand das verlassene Grab seiner Eltern in Greifenhain, überraschte die frisch ernannte Priesterin weiterhin mit stetiger, bedingungsloser Loyalität.
Jeder konnte vor Ort erkennen, sie waren mittlerweile weit mehr als nur feste Freunde.
Der klare, hellblaue Himmel ebnete den Weg für den strahlenden Sonnenschein und der damit verbundenen Sommerhitze.
Der Nachmittag war fortgeschritten, die schuftenden Arbeiter auf dem Hof fanden sich allmählich ebenso auf der Rückseite des Landsitzes ein. Für die engsten Vertrauten um Beak herum, wurde ein Pavillon aufgestellt, welcher Schutz vor der gleißenden Sonne bot. Nialias Finger griffen nach einer Kuchengabel, welche sie mehrmals gegen den gläsernen Rand der mit Saft gefüllten Karaffe klopfte. Das Erklingen des Glases war deutlich zu hören, ihre sanften Klänge begrüßten den Gast förmlich. Die neugierigen Blicke legten sich einmal mehr auf den Paladin, welcher sich für die herzliche Gastfreundschaft bedankte.
Große Reden? Fehlanzeige!
Nicht länger als 3 Momente – einfache Worte, fernab von gehobener Etikette und Verpflichtung adliger Privilegien. Dies machte ihn als Mensch aus und für viele so Besonders.
Zu wissen wann, die eigene Abstammung stets vor Auge führend, diese Ansprüche geltend zu machen.
Bis in den späten Abend hinein wurde dieser besondere Anlass feierlich begangen.
Die Honig-Schnuten, welche ähnlich gierig wie die Bienen sich an die Süßspeisen zu schaffen machten, wurden von der Hausdame zu Bett geschickt. Einige Landarbeiter sahen sich gezwungen, aufgrund vergangener und anstehender Tage sich ebenso auszuruhen.
Man zog die leichten Vorhänge vom Pavillon zu, verkehrte im gemütlichen Beisammensein mit Kerzenschein, Wein sowie einer hölzernen Platte voller Schinken, Käsewürfel und Nüsse.
Nur noch wenige bildeten den harten Kern, denn mit langsamen Schritten neigte sich der besondere Tag zum Ende hin.
Die sanfte Brise strich immer wieder über den feinen Behang und ließ ihn zur Seite gleiten. Im leichten Mondschein wurde das Zirpen der Insekten immer intensiver, während der festliche Lärm allmählich verstummte. Nun waren nur noch Nialia und Beak an diesem Ort geblieben. Die güldenen Weizenfelder in der Nähe spendeten die gespeicherte Energie der vergangenen Mittagssonne, doch die fortwährende Abendbrise sorgte für eine angenehme Kühle auf Haut und Haar …