Die Arbeit als Knecht

Antworten
Rafael de Arganta

Die Arbeit als Knecht

Beitrag von Rafael de Arganta »

Es war noch früh am Morgen als Rafael zum Rotenbachhof kam.
Man war schon auf, die Tiere brauchten ihr Futter, die Felder mussten abgeerntet werden und... der Hühnerstall gebaut werden.
Das war Rafaels Aufgabe. Seine erste als Knecht.
Man zeigte ihm wo die Stämme dafür gesammelt waren und den Platz wo der Stall hinsollte, dann ließ man ihn alleine.

Einen Hühnerstall bauen.
Zweifelnd sah Rafael auf die Stämme dann auf den Bauplatz.
Zuerst musste einmal ein Plan her.
Er schritt die Masse ab. Notierte sie, stellte eine Skizze her, malte sogar grinsend kleine Hühner hinein, und es dauerte bis er zufrieden damit war.
Dann holte er das Werkzeug, legte Stamm für Stamm auf den Bock und begann sie zu zersägen um handliche Bretter her zu stellen, die er dann noch fein säuberlich abschmirgelte und zu den schon vorhandenen Bestand hinzufügte.
Erst als er einen annehmbaren Stapel zusammen hatte, begann er ein Feuer zu entfachen, setzte einen Pott mit Pech darauf, um dann, während dieses langsam zu köcheln begann , an den Eckpunkten, wo der Stall hinkommen sollte. die Erde aus zu heben.
Die Stützpfeiler bestrich er dann sorgfältig mit Pech bevor er sie in die Erde einließ, und den Sand wieder darauf schüttete, bis die Pfeiler halt hatten.
Inzwischen war es schon weit nach Mittag, und er musste sich ranhalten, wollte er noch fertig werden.

Mit Hammer und Nägeln versehen, nagelte er nun die Querstreben an die Eckpfeiler, wobei er immer wieder leise fluchte.
Wenn er den Handwerkern beim Werkeln zusah, sah das alles immer so einfach aus.
Er trieb die ersten Nägel so schief ein, das er teilweise mehr als nötig brauchte, um die Streben zu befestigen... geschweige denn von seinem Linken Zeigefinger der nun eine bläuliche Färbung trug, nachdem er den Nagel einmal verfehlt hatte.
„Welch Glück das du mit dem Schwert nicht so ein Stümper bist.“ Murmelt er zu sich selber. „Mit Hammer und Nagel als Waffe, wärst du verloren.... Selbstverstümmelung.“ Grummelte er weiter, und setzte sein Werk mit sichtlicher Freude jedoch fort.
Es machte Spaß etwas her zu stellen, zu sehen wie es Formen annahm.
Brett für Brett Nagelte er immer treffsicherer an die Querstreben und bald schon stand die erste Wand.
Jetzt erst gönnte er sich eine Pause, nahm dankend das Wasser und das Brot an das man ihm bot, um sich danach wieder an die Arbeit zu machen.
Bald schon war der Stall fertig .... fast fertig, denn als er drum herum ging, musste er zugeben etwas vergessen zu haben.
„Den Eingang.“ seufzte er, geflissentlich etwaige Grinser von Zuschauern übersehend, und so machte er sich daran einige der Bretter wieder zu entfernen.
Die Öffnung wo die Tür hineinkommen sollte, schliff er noch einmal ab, dann irgendwann doch sichtlich erleichtert sein „Werk“ betrachten zu können.
Er hoffte nur das es nicht einfach in sich zusammen fallen würde.
Aber es sah schon stabil aus.
„Und Morgen komme ich und werde einen Zaun drum herum bauen.“ Meinte er dann nach getanener Arbeit.
Es war auch bereits schon dunkle, um überhaupt noch etwas zu tun.
Die Einladung zum Abendessen schlug er jedoch aus.
Er wollte nur noch Heim.
Heim und etwas schlafen.
Avezia Rotenbach

Beitrag von Avezia Rotenbach »

Er hatte sein Wort gehalten, und war am Morgen am Hof aufgetaucht, sie war noch gar nicht so lange wach gewesen.
Etwas anderes hatte sie von einem.. nicht-mehr-Ritter auch nicht erwartet.

Sie zeigte ihm die Stelle hinter dem Haus, der Stall sollte so nah am Kamin wie möglich sein, damit die Hühner im Winter etwas von der Wärme abbekamen.
Avezia wollte dem Knecht auch nicht zuviel vorschreiben, er war es gewohnt selber zu denken, und das zeigte sich in seinem Verhalten. So wies sie ihm nur das Nötigste an.
Er schlich auch nicht lange herum und machte sich gleich ans Werk.

Immer wenn Avezia bei den Hühnern war, konnte sie das leise Stöhnen und das leise Fluchen hören, doch sie sagte nichts. Ein breites Grinsen konnte sie sich jedoch nicht verkneifen.

Abundzu stellte sie einen Krug Wasser an den Zaun. Sie war erstaunt, wie hart er arbeitete. Er hatte die Aufgabe ohne murren angenommen, auch das er hier am Hof nicht immer nur Menschen begegnen würde, die ihm gut gesonnen waren, hatte er nach einigen Minuten Bedenkzeit akzeptiert.

Avezia wollte ihm helfen, und wenn sie dabei noch eine Hilfe am Hof hatte, war das doch mehr als Praktisch.

Ein unterdrückter Schrei schreckte Avezia aus ihren Überlegungen, sie blickte heimlich um die Ecke und sah zu wie der Knecht Arganta an seinem Finger lutschte. Uhi der würde übel blau werden. Avezia verzog ihr Gesicht kurz, doch Rafael dachte nicht daran aufzugeben, so entschied auch die Bäuerin nichts zu sagen und ihn machen zu lassen.
Rafael de Arganta

Beitrag von Rafael de Arganta »

Der Morgen graute, doch wie sollte es sein, die Hühner waren natürlich schon wach.
Er grinste. Genauso wie Frau Rotenbach die ihn erfreut begrüßte.
Dieses mal schlug er das Angebot des Frühstückes nicht aus.
Irgendwie hatte er immer Hunger, schien es ihm.
Viel Zeit nahm er sich jedoch nicht, sondern machte sich gleich wieder an die Arbeit.

Als erstes bastelte er den Zaun. Setzte erneut streben an denen er die Bretter anbrachte, bis der ganze Stall umrandet war.
Ein Gatter, vergaß er dieses mal nicht, wie er stolz feststellte.
Als der Zaun stand, gönnte er sich nur eine kurze Pause.
Das Dach des Stalles musste noch gemacht werden, und so holte er sich eine Leiter.

Diesmal half ihm die Bäuerin selber, und reichte ihm die Bretter an die er oben zu einem Giebel festnagelte.
Schnell waren die Querstreben angebracht, und Rafael kam immer besser mit Hammer und Nagel zurecht.
Die Bretter passte er an das sie in gleicher Höhe saßen um dann das Stroh auf zu decken.
Von unten nach oben, deckte er es damit das Wasser von oben her ablaufen konnte.
Frau Rotenbach reichte ihm das Stroh immer wieder an, und er legte es akribisch an die Stelle wo es hin musste.

Ein Ruf von unten ließ ihn innehalten.
Er blickte über das Dach, wollte hören das man von ihm wollte, trat vor ... und trat ins Leere.
Das Stroh unter ihm gab nach.
Wild mit den Armen rudernd versuchte er sich fest zu halten, hielt sich im straucheln an einer der Querstreben fest, riss sie mit hinab und krachte durch das Dach in den Stall hinein.
Mitten in die Wild auseinanderstobenden Hühner hinein.
Autsch.
Einen Moment blieb er benommen liegen, scheuchte das Huhn fort das es sich mitten auf seiner Brust bequem machen wollte und erhob sich wankend, als auch schon Frau Rotenbach besorgt um die Ecke kam. Ein Blick hinauf bestätigte seine Vermutung ... Das Dach war hin!
„Das muss ich wohl neu machen.“ Seufzte er „Doch nicht mehr heute.“ Hielt man ihn ab.
Sein Schädel brummte eh und so war er doch froh heim gehen zu können.
Morgen war auch noch ein Tag.
Avezia Rotenbach

Beitrag von Avezia Rotenbach »

Avezia blickte Rafael hinterher als er sich auf das Pferd schwang und nach Hause ritt. Sie hoffte, er würde sicher ankommen, sein Kopf brummte sicherlich gewaltig nach dem Sturz.
Zum Glück war der Boden des Hühnerstalles vom Dachdecken mit Stroh gedeckt, das hatte einiges vom Sturz abgefangen.
Kurz zuckten die Mundwinkel, als sie an das Huhn dachte welches den ehemaligen Ritter wohl bequem gefunden hatte.

Zum Glück war nichts weiter passiert, jetzt trieb sie noch die Hühner in das neue Gatter und hoffte, dass es das Federvieh einsperrte.

Eines musste sie unumwunden zu geben, mochte es auch ungewohnte Arbeit sein die er hier verrichtete, so lies er sich dadurch trotzdem nicht einschüchtern. Zielstrebig und gewissenhaft nahm er alle seine Aufgaben wahr, die sie ihm auftrug.

Sie hoffte nur seine Liebste würde nicht auf dumme Gedanken kommen, wenn Rafael mit Stroh im Haar bei sich zu Hause ankam....
Rafael de Arganta

Beitrag von Rafael de Arganta »

Die erste Aufgabe für ihn heute war Holz schlagen.
Wie gut.
Er konnte seine gesamte Wut daran auslassen. Hieb auf den Baum ein und spaltete später die Stämme zu handlichem Feuerholz.
Man konnte ihm ansehen das er nicht nur einfach auf das Holz hieb, sondern das er es mit Verbissenheit tat als wäre es ein gefährlicher Gegner den er vor sich hatte, oder das Schicksal, das er versuchte mit aller Kraft zu zerteilen um einen Weg hindurch zu finden.
Und so war es ja auch fast.
Er vermisste seine Arbeit, seine Aufgaben die Verantwortung. Mied mehr und mehr Varuna einfach weil er nicht mehr eingreifen wollte wo er es nicht mehr durfte.

Das Holz war schnell gescheitet, und so musste er nun aufs Feld.
Weizen schneiden es zu bündeln war ja nicht schwer, so half er dort bis es abgeerntet war und er eine weitere Aufgabe bekam. Äpfel vom Baum ernten sollte...
Gut... keine schwere Aufgabe.
Apfel und Apfel wanderte in die dafür vorgesehenen Körbe und al er unten keine mehr erreichen konnte kletterte er behände auf den Baum hinauf.
Warf die Äpfel gezielt in einen Korb hinein.
Auf einem Ast der mehr Äpfel trug kletterte er bis er bedrohlich unter seinem Gewicht nachgab.
Er erreichte den Apfel warf ihn hinab, ließ sich daran dann hinab schwingen und sprang auf den Boden.
Was er nicht bedachte... der Ast schwang nach, berührte weiter oben welche an denen noch Äpfel saßen und diese, so geschüttelt gaben nach und fielen zu boden.
Um Rafael herum kam ein Wahrer Regen von Äpfel herunter, und er zog den Kopf ein.
„Na klasse. Ex Ritter beim Apfel pflücken von Äpfeln erschlagen! Welch Schlagzeile.“ Stöhnte er und wieder ein „Au!“ als ihn ein weiter Apfel auf dem Kopf traf.
„Welch Tragik.“ Brummelte er und sah um sich.
Nun hieß es wohl eher Fallobst pflücken....
Nein ... er war alles andere als für die Arbeit auf dem Hofe geschaffen.
Antworten