Ein Schreiben des Horts an den Befehlshaber der Reichsgarde

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Valeska Anabelle Sichelfe

Ein Schreiben des Horts an den Befehlshaber der Reichsgarde

Beitrag von Valeska Anabelle Sichelfe »

Seine Pranke über den Herzen der Reichsgarde!

Mit Bedauern im Herzen und im Auftrage der ehrenwerten Auriane und des Hortes schreibe ich diese Zeilen. Vor zwei Sonnengrüßen hat sich ein Angriff des schattenhaftes Feindes zugetragen, als die Institutionen des Reiches und vereinzelte Bürger sich zum Planen von dessen Zurückdrängung und Vernichtung im Hort einfanden. Der feste Glaube, die hervorrangende Disziplin und nicht zuletzt die Götter selbst konnten schlimmeres verhindern. Ritter Rabenstein und andere haben dazu sicher schon detailbehaftetes Zeugnis abgeliefert.

Bei dieser Verteidigung ist der Hort stark in Mitleidenschaft gezogen worden und zahlte den höchsten Preis für das, was gewonnen wurde. Erste Instandsetzungen wurden begonnen, doch kann der Schaden an den Teils seltensten Büchern weder einfach so ausgemerzt werden, noch sollte sich so ein Ereignis wiederholen.

Im Wunsch das Zentrum des Wissens zu erhalten, in guten Zustand zu setzen und weiterhin eine Säule im Kampf für das Reich sein zu lassen, bitte ich dringend in Erwägung zu ziehen, weitere Wachen zum Schutze zur Verfügung zu stellen und diese zuvor besonders im Umgang mit kostbaren Pergamenten zu schulen. Bevorzugt werden dabei ungebundene junge Frauen und Männer in vollem Lebenssaft, dass Augen und Körper frisch genug seien auf Gefahren zu reagieren und sich vor Bücher zu werfen.

Außerdem könnte eine Öffnung der Kriegskasse dabei helfen, den erlittenen Wissensverlust zu minmieren. Die Wiederbeschaffung aus entfernten Quellen wird einige Ressourcen benötigten. Nach ersten Schätzungen würde eine Summe von 16.500 Kronen den Hort bis auf weiteres mit allen notwendigen Mitteln ausstatten. Jede Krone hilft.

Unter der Pranke vereint,
Frau Sichelfeld
BIBLIOTHEKARIN FÜR DEN HORT DES WISSENS
HELFERIN DER EHRWÜRDIGEN AURIANE
BOTIN DER LIEBE

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Muireall Laval
Beiträge: 477
Registriert: Montag 28. Januar 2013, 05:27

Beitrag von Muireall Laval »

Eines Abends wird ein Gardist aus Rahal ein Antwortschreiben zum Hort des Wissens bringen, adressiert an "Frau Sichelfeld, Bibliothekarin des Hort des Wissens". Zudem übergibt er vor Ort ein weiteres Schriftstück mit dem Adressat "Fräulein Auriane, Leiterin des Hort des Wissens":


An Frau Sichelfeld:

  • 02. Wechselwind 264,
    Kommandantur der Legion des Panthers, Rahal.


    Unter dem Segen des All-Einen seien Euch Grüße entboten,
    Frau Sichelfeld.


    Zunächst möchte ich mein Bedauern ob der Beschädigungen und Verluste an den
    gesammelten (Schrift-)Werken des Hort des Wissens zum Ausdruck bringen. Wis-
    sen zu verlieren ist stets schmerzhaft für eine kultivierte Gesellschaft, weshalb es
    unser Ziel sein sollte jenes zu schützen und zu bewahren.

    Gleichwohl ob der gewiss leidend von Euch getragenen Einbuße an verschriftlichtem
    Opus, verbleibe ich befremdet in Betrachtung des offengelegten Gleichmuts gegen-
    über dem primären Ziel der Lebensbewahrung von Gläubigen Alatars in Gestalt der
    Gardisten der Legion und der maßlosen Verkennung jeglicher Wertigkeiten. Es ist
    meiner Person gänzlich schleierhaft, ob Eure mehr als unglücklich gewählten Worte
    und die vermeintlichen Bedürfnisse des Horts des Wissens einen Mangel an Respekt,
    bloßes Unwissen oder lediglich einen artikulierter Missgriff darstellen, erwarte künf-
    tig dennoch eine differenzierte und gemäßigte Auseinandersetzung mit Benötigtem
    und einer adäquaten Formulierung jener Bitte. Insbesondere von einer Person, die
    das geschriebene Wort offenkundig über das Leben junger Gardisten stellt und für
    die Reparatur eine Bibliothek und der Rettung einiger Bücher den materiellen Ge-
    genwert eines Palastneubaus aus der Kriegskasse des Reiches einfordert.


    In Absprache mit Ritter Rabenstein sei hiermit mitgeteilt, dass die Legion des Pan-
    thers einen weiteren Gardisten zum Schutz des Horts abstellen kann. Jener hat die
    klare Anweisung das Wissen vor Ort zu schützen, sich aber keinesfalls rettend vor
    irgendwelche Bücher, Pergamentrollen oder Tintenspritzer auf Pergament zu werfen.
    Es steht den Mitarbeitern des Horts frei die Gardisten anzuleiten wie im Notfall mit
    Schriftstücken zu verfahren ist, doch unterstehen die Wachhabenden der Legion un-
    missverständlich dem Befehl ihre Dienstpflicht und den Schutz von Leben, ihrem ei-
    genen wie dem anderer Bürger, über Stein, Tinte und Haut zu stellen.


    Betreffend der Schäden am Hort und der Instandsetzung an Gebäude und Buchwerk
    wird ein Gutachten von entsprechend ausgebildeten Handwerkern des Reichs und
    ein detaillierter Kostenvoranschlag erwartet, der sich im Bereich reeler Summen
    und keiner halluzinogenen Zauberspannen bewegt. Diese kann an die Bruderschaft
    des All-Einen adressiert werden.


    Sofern unter der gegebenen Bedrohungslage zur dringend nötigen Ernsthaftigkeit
    zurückgekehrt wird, sind sowohl die Legion des Panthers wie die Bruderschaft des
    Herrn jederzeit bereit benötigte Hilfe und Beistand zu leisten. Diese sei hiermit un-
    ter gegebenen Voraussetzungen versichert.


    Möge Sein Auge stets wohlwollend auf uns ruhen.




    M. Laval
    Ahad des All-Einen,
    Heerführerin der Legion des Panthers,
    Schirmherrin von Rahal.


    [img]http://www.zwiegelichter.de/Siegel_Bruderschaft.png[/img] [img]http://fs1.directupload.net/images/180722/dequxy72.png[/img]


    Post Scriptum
    Es wird in Erinnerung an den nötigen Respekt für tatsächliche Würdenträger des
    Heiligen Alatarischen Reichs und den verdienten und ernstzunehmenden Rängen
    unserer Verbündeten erwartet, dass zukünftig keine ausgedachten Titularien oder
    Ehrungen in offiziellen Schreiben verwendet werden.


An Fräulein Auriane:

Dem eigentlichen, versiegelten Brief sind die Abschriften des ursprünglichen Briefs von Frau Sichelfelds und des Antwortschreibens der Ahad Laval hinzugefügt worden.


  • 02. Wechselwind 264,
    Kommandantur der Legion des Panthers, Rahal.


    Unter dem Segen des All-Einen seien Euch Grüße entboten,
    Fräulein Auriane.


    Zunächst möchte ich auch Euch gegenüber mein Bedauern ob der jüngst entstan-
    denen Beschädigungen und Verluste an den gesammelten (Schrift-)Werken des
    Hort des Wissens zum Ausdruck bringen. Wissen zu verlieren ist stets schmerzhaft
    für eine kultivierte Gesellschaft, weshalb es unser Ziel sein sollte jenes zu schüt-
    zen und zu bewahren.


    Bedauerlicherweise muss ich Euch im Zuge dieses Schreibens über die unange-
    messene Herangehensweise einer Eurer Mitarbeiterinnen im Hort des Wissens,
    namentlich Frau Sichelfeld, in Kenntnis setzen. Ich gehe initiierend nicht davon
    aus, dass, wenngleich die ursprüngliche Bitte um Beistand an die Legion des Pan-
    thers gewiss von Euch stammt und zur Verschriftlichung deligiert wurde, derlei
    hochtrabende Forderungen und alatarungefällige Wünsche von Euch in Auftrag
    gegeben wurden.

    Ich überlasse es Euch als Leiterin des Hort des Wissens jener Mitarbeiterin eine
    entsprechende Anweisung und Mäßigung zukommen zu lassen, schädigt ihr Han-
    deln zuvorderst dem Ruf der Bibliothek selbst.
    Sollte mich erneut ein solch scherzhaft anmutendes Schriftstück vom Hort des
    Wissens erreichen, werde ich es nicht mehr auf sich beruhen lassen.


    Sofern unter der gegebenen Bedrohungslage zur dringend nötigen Ernsthaftigkeit
    zurückgekehrt wird, sind sowohl die Legion des Panthers wie die Bruderschaft des
    Herrn jederzeit bereit benötigte Hilfe und Beistand zu leisten. Diese sei hiermit un-
    ter gegebenen Voraussetzungen versichert.

    Eine Abschrift des ursprünglichen Briefs von Frau Sichelfeld und meines Antwort-
    schreibens an sie wird dem Schriftstück beigefügt.


    Möge Sein Auge stets wohlwollend auf uns ruhen.



    M. Laval
    Ahad des All-Einen,
    Heerführerin der Legion des Panthers,
    Schirmherrin von Rahal.


    [img]http://www.zwiegelichter.de/Siegel_Bruderschaft.png[/img] [img]http://fs1.directupload.net/images/180722/dequxy72.png[/img]
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Auriane Treuwind
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Beitrag von Auriane Treuwind »

*Die Schriftstücke würden von Penrot auch entgegengenommen und in die jeweiligen Fächer der beiden Frauen hineingelegt werden. Später am Abend nach der Hofweihe machte die junge Frau noch einen letzten Besuch am Hort des Wissens, wo sie entsprechend jenes Schreiben dann vorfand und es einige Momente beäugte. Es wurde geöffnet und mit jeder Zeile vertiefte sich ihr Stirnrunzeln als würde sie damit auch um mehrere Jahre altern. Nicht nur einmal wurde das Schreiben der Ahad durchgelesen bis dann auch die Abschrift in ihre Hände gelangte und jene mit wachsendem Unglauben gelesen wurde. Selten würde man die junge Frau wohl mit so einem ungläubigen Ausdruck sehen können, der Schopf schüttelte sich mehrmals ehe beide Schreiben zur Seite gelegt wurden und sie sich fest an die Nasenwurzel fasste. "Ein Bericht, es sollte doch nur ein Bericht werden, mehr nicht!", murmelte sie vor sich hin mit einem immerwährenden Kopfschütteln. Beide Schreiben, an sie gerichtet, nahm sie für den Abend mit und würde sie wohl am nächsten Tage gleich beantworten.*
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Auriane Treuwind
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Beitrag von Auriane Treuwind »

*Immer wieder hatte sie das eine und auch das andere Schreiben verworfen und den Flammen des Kamins übergeben, bis sie schlussendlich ein Schreiben für die Ahad verfasst hatte, welches wiederum mit jener Abschrift des Briefes bestückt wurde, das sie für die Bibliothekarin Sichelfeld im Hort hinterlegt hatte.*


03. Wechselwind 264
Hort des Wissens, Bitterforst


  • Unter dem Segen unseres Herrn seien Euch Grüße entboten, Ahad Laval,

    seid bedankt für Euer Schreiben bezüglich des Verhaltens meiner Bibliothekarin. Mit Unglauben las ich Eure Zeilen ob des Inhaltes dessen, mit was man sich an Euch gewandt hat, kann ich mir doch nicht erklären, wie ein solches Fehlverhalten seitens meiner Bibliothekarin zustande kommen konnte.

    Der Auftrag, mit dem sie betraut wurde, war jener, einen Bericht an die Kommandatur zu entsenden. Aufgrund ihres Alters und der damit einhergehenden Lebenserfahrung ging ich davon aus, dass sie jene Aufgabe vertrauensvoll durchführen würde. Mitnichten aber wurde ihr aufgetragen, auch nur eine Krone aus der Kriegskasse zu fordern, geschweige denn einen weiteren Gardisten für den Hort anzufordern in diesen Zeiten, wo jede Hand dringend an anderer Stelle benötigt würde. Gardist Brandos hat bereits großartige Dienste dem Hort erwiesen und uns vor nicht nur einem Überfall oder Unruhestifter beschützt, sondern gewiss auch jene mit schlechten Absichten abgeschreckt. Seid überaus bedankt hierfür, dass es möglich wäre, einen weiteren Gardisten abzustellen, dies ist jedoch nicht nötig. So sei an dieser Stelle angefügt, dass derlei Bitten stets von der Leitung des Hortes selbst geäußert werden zukünftig und nicht in Auftrag gegeben werden, damit derlei keine Wiederholung finde.

    Euren Worten mich anschließend, will ich mich nicht wiederholen und nur erwähnen, dass ich es ebenso als reichlich überzogen erachte, das Leben eines der Kameraden über das jener Bücher im Hort zu stellen, die gewiss selten waren, die Schaden nahmen, jedoch wie vieles Materielle aber auch nicht unersetzbar. Der Hort verfügt überdies seitdem er in meine Hände übertragen wurde, über eine zwar kleine Kasse, doch durchaus über eine Kasse, aus der jene Schäden bezahlt werden können.
    In ihrer Euphorie, eine offizielle Aufgabe erhalten zu haben, hat sie offenbar die Grenze übersehen, die es nicht zu überschreiten gilt; in mehrerlei Hinsicht.

    Seid versichert, dass ich mich ihrer annehme und ihr stärker ins Gedächtnis rufe, welche Verantwortung sie mit ihrem Amt trägt und welche Folgen ein solches Verhalten hat.

    Es ist meine Hoffnung, dass Ihr meine ergebene Entschuldigung für dieses Vorkommnis bereit seid, anzunehmen wie auch mein Versprechen, dass derlei keine Wiederholung finden wird.

    Jeglicher Schriftverkehr wird in erster Konsequenz vorerst wieder durch meine Hand gehen und meine Bibliothekarin von dieser Aufgabe befreit sein, damit sie ausreichend Zeit ihr Eigen nennen darf, um über die hierdraus resultierenden Konsequenzen nachzudenken. Zusätzlich werde ich sie gewissenhafter in der Etikette des Reiches schulen, meine letzten Worte scheinen sie nicht erreicht zu haben.

    Habt meinen aufrichtigen Dank, dass Ihr mich über dieses Schreiben informiert habt.


    Möge Seine Pranke stets schützend über uns und Sein Blick wachsam auf uns sein!

    Für den Hort des Wissens,

    Auriane
    Bürgerliche Leitung im Hort des Wissens



    Bild


*Anbei findet sich die besagte Abschrift für Frau Sichelfeld, die sich in keinem Punkt mit dem Schreiben unterscheidet, welches die Bibliothekarin in ihrer Bibliothekarskassette vorfinden wird.*


03. Wechselwind 264
Hort des Wissens, Bitterforst


  • Der Segen des Herrn sei mit Euch, Bibliothekarin Sichelfeld,

    ein Schreiben unserer Ahad Laval erreichte mich heute und ich mag nicht in Worte zu fassen, welch ein Unglaube mich erfasste als ich ihre Zeilen las. Selten fehlten mir die Worte wie nach diesem Schreiben.

    Vermutlich ist Euch in Vergessenheit geraten, was Euch damals über das Amt eines Bibliothekars im Hort des Wissens von meiner Person erzählt wurde. So muss ich zu meinem großen Bedauern feststellen, dass nicht nur die Etikette in Vergessenheit geraten zu sein scheint, auch scheint mir, als hättet Ihr im Namen des Hortes gesprochen und selbstständig Forderungen gestellt, die so niemals in Auftrag gegeben wurden. Es sei Euch versichert, dass es mein Bestreben ist, dass ein jeder Bibliothekar selbstständig und verantwortungsvoll zu jeder Zeit alleine arbeiten können soll und auch darf, doch hierbei sollte ein gewisses Maß Beachtung erhalten, an dem der eigene gesunde Verstand mitteilt, dass Grenzen überschritten werden, die es nicht zu überschreiten gilt.

    Ich erinnere mich sehr wohl daran, dass ich Euch mein Wort gab, Euch stets zu verteidigen, sofern Ihr Euch angemessen Eurer Aufgabe widmet, hier ist bedauerlicherweise ein Punkt erreicht, bei dem kein Argument mehr dies begründen kann.

    Daher wünsche ich zeitnah ein Gespräch mit Euch, um gemeinsam mit Euch Eure Lücken zu füllen und Euer Wissen zu erneuern, was Etikette, das Verwenden von Titeln und dergleichen anbelangt. Teilt mir Termine in den kommenden zwei Wochenläufen mit, an denen Ihr hierfür Zeit findet.


    Möge Sein Wille Euch stets leiten, Bibliothekarin.

    Auriane
Zuletzt geändert von Auriane Treuwind am Samstag 3. April 2021, 22:51, insgesamt 1-mal geändert.
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