Das Spiel beginnt

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Syrr'ael
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Das Spiel beginnt

Beitrag von Syrr'ael »

Rot. Klar. Makellos.

Versonnen betrachtete Syrr'ael das Weinglas in seinen Händen, schwenkte es behutsam um es schließlich wieder ruhig zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger zu halten und dabei zuzusehen, wie das klare Rot des Weins von den Seiten des Glases hinab ran. Die Menschen taugten wahrlich nicht für viel, aber sie verstanden es vorzüglich aus vollen Trauben den Saft herauszupressen um ihn schließlich zu köstlichen Wein reifen zu lassen.

Volle Trauben auspressen...

Aus irgendeinem unbestimmten Grund musste der Lethar bei diesem Gedanken lächeln; hob sich ein Mundwinkel zu einem unbestimmten, süffisanten Lächeln.
Ja, es hatte genauer betrachtet viel mit seiner Situation zu tun. Lag es nicht auch an ihm, das Potential aus den vollen Trauben der Menschen, gar der Letharen um ihn herum, herauszupressen um es zu verfeinern, einem besseren Zweck zuzuführen?

Er hob das Glas an, schmeckte die Würze, die Schärfe, die Bitterkeit des jungen Weins an den mitternachtsblauen Lippen und ließ den Blick über seine Umgebung schweifen während seine Zungenspitze über den Gaumen strich um den Geschmack zu intensivieren.
Das schummrige Licht eines großen, gezüchteten Kristalls in einem Topf erhellte vage die kleine, aber gemütliche Wohnhöhle Phy'mexparlas, der Geschichtenerzählerin und Bardin unter den Letharen.

Schön, wirklich schön. Und mit Stil. Und leicht zu beeinflussen.

Das perfekte Werkzeug.
Syrr'ael hatte sich ihre "Geschichte" erzählen lassen, weniger aus wirklichem Interesse daran als viel mehr dass Interesse ihrerseits an ihm selbst zu schüren. Sie war jung und hatte keinen Patron. Niemanden der sich um sie sorgte.
Es war viel zu leicht sie an seine Seite zu ziehen und noch einfacher ihr die Idee einzupflanzen, dass er als zukünftiger Lethyr, als auserwähltes Kind des dunklen Vaters, ein perfekter Patron wäre.
Zudem hegte er gewisse Gefühle für die junge Lethra; er empfand ihre Gegenwart als angenehm, ebenso ihr Äußeres und ihre Art.

Wie ein guter Wein.

Die Liste über die im Versteck unter Rahal lebenden Letharen war nur ein Test gewesen, zudem hatte es ihm lästige Recherche erspart.

Name, Stellung, Funktion.

Es war ein perfekter Katalog, eine Grundlage mit der er beginnen konnte. Shan'Rhyl, erhabener Anführer der Letharen und - natürlich - sein Lehrmeister, hatte ihm bisher keine nennenswerten Aufgaben die sein Talent und seinen Intellekt forderten gestellt und irgendwie musste er sich ja beschäftigen...

Als sich Tluth'xarlor dem offenen Wunsch des jungen Lethyren widersetzt hatte, ihn gar zu einem unüberlegten inneren Gefühlsausbruch geführt hatte, war es nur der nächste logische Schritt gewesen der kleinen Bardin aufzutragen jenen zu observieren. Vielleicht würde er ja auch versuchen über dessen Lethra Lhan'Chyl an den Lethrixor heranzukommen.

Wie auch immer, jedes Wesen hatte seine Schwachstelle und Syrr'ael würde sie finden. Immerhin musste er seinen "Bruder" ja vor sich selbst beschützen, oder etwa nicht?
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