Im Verlies

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Erlan

Im Verlies

Beitrag von Erlan »

Langsam schlug er die Augen auf und blickte benommen um sich. Nichts außer dem furchtbare Schmerz seiner Kopfwunde und dem Pochen seines gebrochen und nur notdürftig geschienten Schildarmes drang anfangs in sein Bewusstsein. Im kargen Licht des Kerkers konnte er kaum etwas erkennen. So lag er lange Zeit, an Armen und Beinen gefesselt, da.
In seinem Kopf begann es langsam zu arbeiten. Wo er war wusste er nicht, was mit ihm noch geschehen würde ebenso wenig. Das dumpfe hämmern im Kopf und die Qualen der Folter, der er zum Opfer gefallen war, ließen ihn sich nur bruchstückhaft an die Ereignisse erinnern:

Das Duell mit einem Anhänger Alatar vor wenige Tagen, das sich in einem ungleichen Kampf nochmals wiederholen sollte. Der kurze, voll Hass und Wut, geführte Kampf und die Verwundungen, die ihn in eine tiefe Ohnmacht stürzten - dann nichts mehr - bis er im Verlies aufwachte, nur um unter harter Folter wieder in den Abgrund der Bewusstlosigkeit zu stürzen.

Auf seinen Lippen schmeckte er nur den bitteren Geschmack seines eigenen Blutes, ein lautes, klagendes Stöhnen entrang sich seiner brennenden Kehle, das in seinem Verlies ohne Wiederhall verklang.

Wo er war wusste er nicht, auch nicht wessen Gefangener er war. Zuviele Erinnerungen wurden durch die verzehrende Macht der Folter unterdrückt.

Was weiter mit ihm geschehen würde, war sein letzter Gedanke bevor ihn die Erschöpfung in einen Schlaf voller dunkler Albträume und Abgründe sog.
Erlan

Beitrag von Erlan »

Als er aus seinen Albträumen erwachte fand er sich an einem fremden Ort wieder: einer, im düsteren Zwielicht gelegenen, feuchten Kerkerzelle.
Seine voller Angst erweiterten Augen versuchten im Halbdunkel etwas zu erkennen. Mit den Händen taste er mechanisch seinen Körper ab; sie hatten ihm die Rüstung abgenommen und auch von seinen anderen Habseligkeiten war nichts zu entdecken. Die Wunde am Kopf und der gebrochene Arm waren frisch verbunden, jemand musste sich also seiner angenommen haben.

Langsam setzte er sich auf, stemmte sich mit dem Rücken gegen die Wand und schob sich so langsam auf die Beine. In seinem Kopf drehte sich alles, und doch konnte er schon wieder etwas klarer Denken. Einige verlorene Erinnerungen tauchten wieder auf, die ihm die Auswegslosigkeit seiner Lage verdeutlichten: Er war in die Hände von Burg Eisenwart gefallen.

Seine Gedanken rasten: "Warum gerade er? War er wichtig? Er, ein einfacher Bürger? War sein Temora-Glaube schuld an seiner misslichen Lage? Was wird geschehen?" Diese und ähnliche Gedanken trieben ihm den Angstschweiß auf die Stirn und verschlossene seine Atemwege, sodass er panisch wurde und hastig nach Luft zu schnappen begann. Vor lauter Angst zitternd ließ er sich in eine Ecke fallen und kauerte sich zusammen, gerade als könnte er so dem Unausweichlichem entkommen.

Das knarren einer Tür ließ ihn hochschrecken, er blickte ins Halbdunkel in die Richtung aus der das Geräusch kam. Das Geräusch der Schritte, das die Ankunft eines Wächter sankündigte, hämmerten sich furchterregend in seinen Kopf ein. Er schlug die Hände vors Gesicht um so der langsam heranschreitenden Person nicht in die Augen blicken zu müssen.
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Malachai Schwarzmourne
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Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04

Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Langsamen Schrittes ging er die Treppe hinab. Er gab der Wache, die ihm folgen wollte, mit einem einfachen Handzeichen den Befehl, er solle oben warten.
Jener Mann wäre nicht einmal in gutem Lichte zu erkennen gewesen. In Schwarz gehüllt, trug er eine lange Robe. Ein Seidener Umhang ragte sich an seinem Rücken hinab, während sein Gesicht nicht nur hinter einer Maske versteckt war, sondern auch durch die tief ins Gesicht gezogene Kaputze soweit verdeckt war, dass man nur leere Schwärze erkennen könnte.
Er hatte seine Arme verschrenkt, ehe er weiter langsam Schrittes der Zelle näher kam. Man konnte nicht ausmachen, welche Richtung seine Blicke gab, ebensowenig ob jene Person lachen würde.
Er ging nah an die Gitterstäbe, kniete sich nieder und schien nun die zusammengekauerte Gestallt zu mustern.
Die Zeit verging so, es wurde kein Wort gesprochen, ehe der Verhüllte seine Stimme erhob.
"Ich verstehe wirklich nicht mehr, was das soll. Sind wir nun ein Auffanglager für Verweist geworden?"
Es schien eher, als würde er mit seiner Emotionslosen und kalten Stimme zu sich selbst reden.
"Nun er wird, so hoffe ich in seinem Interesse, schon etwas für ihn wissen."
Dann erhob er sich wieder, blickte auf ihn hinab und schüttelte leicht den Kopf.
"Dennoch ein Rätsel für mich, wie man angesichts solch schlimmer Situationen, in denen man steckt, noch an irgendeinen Gott glauben kann. Die Verzweiflung des Menschen treibt einen in jeden Schoß."
Dann drehte er sich und würde nun kein Wort mehr fallen, so würde die verhüllte Gestallt die Treppen empor und hinaus gehen.
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