Der kleine Umzug

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Sheldrea

Der kleine Umzug

Beitrag von Sheldrea »

Wieder war eine Nacht vergangen, die das kleine Mädchen mit dem knittrigen Hut im Lager ihrer Bäuerin verbracht hatte. Frohen Mutes ging sie an die Arbeit, mähte das Heu und den Weizen, erntete die Kräuter, pflückte Obst, fütterte die Tiere. Auf dem Weg zum anderen Hof bemerkte sie, dass das Haus direkt neben Llynyas Hof leerstand. Neugierig beschaute sie sich das kleine Häuschen, linste auf den Preis den die Miete kosten sollte und blickte darauf in ihren Goldbeutel. "Wird schon reichen" murmelte sie. Darin befand sich beinahe doppelt so viel wie eine Monatsmiete betrug. Beim Baumeister tauschte sie ihren alten Wohnugnsschlüssel gegen den neuen, einige Helfer tugen ihre spärlichen Möbel herbei und stellten sie dann kreuz und quer in die Wohnung.

Einige Stunden später war aus dem leerstehenden Gebäude eine kleine Schneiderei geworden, die Wände verziert mit Wolkenweißen Umhängen selbst dort, wo kein Fenster war. Wenn der Wind durch das Zimmerchen wehte, spielte er mit den Vorhängen und ließ sie flattern. "Fast wie Alas Haare" meinte sie kichernd als sie die Vorhänge beobachtete. Ja, sie mochte Alassea sehr. Vielleicht sollte sie ihr einen Brief schreiben. Doch als sie fertig eingeräumt hatte war sie dermaßen müde geworden, dass sie nur noch in ihr Bett fiel, die frische Luft Lameriasts in ihrem eigenen Heim einatmete und sich in der Nähe von Alassea wusste.

Vielleicht würde Alassea ja auch die von Kinderhand geschriebene Aufschrift auf dem Hausschild bemerken.
Llynya Nemeton

Beitrag von Llynya Nemeton »

Lächelnd sah Llynya aus dem Fenster ihres Hofes. Auf dem Feld erblickte sie die Gestalt ihrer jungen Magd Sheldrea, welche gerade etwas Flachs erntete. „Ein fleißiges junges Mädchen...“, dachte sie zufrieden. So viel hatte Sheldrea schon durchmachen müssen. Viel wusste Llynya nicht darüber, doch konnte man es in ihren Augen sehen. „Sie ist noch jünger als ich und geht jeden neuen Tag trotzdem mit so viel Mut und Freude an.“, flüsterte Llynya leise zu sich selbst.
Vor einigen Tagen war Sheldrea in das Haus gegenüber ihres Hofes gezogen und hatte es sich dort gemütlich gemacht. Llynya hoffte inständig, dass ihre junge Magd alles hatte, was sie brauchte und glücklich war – und nichts wünschte sie ihr mehr. Trotzdem kam ihr ihr Haus leerer vor denn je... Sie vermisste das Leben, das Sheldrea in ihr Heim gebracht hatte. Etwas traurig blickte sie in den wolkenverhangenen Himmel. Kajol und Mikhail Kalveron, welche zuvor Sheldreas Häuschen bewohnt hatten, hatten sich nicht einmal von ihr verabschiedet und Halungar, der ihr vieles versprochen hatte, war sie nun schon sehr viele Tage nicht mehr besuchen gekommen. Sollte es einfach ihr Schicksal sein immer allein zu sein?
Llynyas Blick richtete sich wieder auf die Gestalt von Sheldrea und ihr Anblick zauberte ein Lächeln auf Llynyas fast ebenso junges Gesicht. „Ich werde dir helfen...“, sagte sie zu sich selbst, die Bedeutung dieser Worte in ihren Gedanken bewegend. Rasch schwang sie sich ihren Umhang über die Schultern und trat vor die Tür ihres Hauses.
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