„Seht euch um, seht in die Gesichter. Jeder hier kennt euren Namen nun. Jeder wird erfahren wie ihr mit dem umgeht, was ihr nun wisst und in den Händen haltet.“
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„Tristoban... wir sind alle verletzlich...
verletzbar... das ist der Preis, den wir für unsere Verbindungen zahlen.
Es mag beängstigend sein, dass sie deinen Namen nun kennen.
Aber du kannst entscheiden, was sie künftig mit jenem Namen verbinden werden.“
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„Tristoban... wir sind alle verletzlich...
verletzbar... das ist der Preis, den wir für unsere Verbindungen zahlen.
Es mag beängstigend sein, dass sie deinen Namen nun kennen.
Aber du kannst entscheiden, was sie künftig mit jenem Namen verbinden werden.“
Zu schnell. Es dreht sich die Welt so rasch um dich herum und zieht dich in einer Geschwindigkeit mit, die du nicht gewohnt bist. Unbeeindruckt von deiner Atemlosigkeit zieht dich das Leben weiter voran, es schubst und stößt dich voran, aus Trotz dessen vielleicht, dass du einen anderen Weg eingeschlagen hast, als du solltest. Du bist nicht mehr nur Soldat, nein, nicht einmal mehr Page. Der Eid ist gesprochen, die Zeit der Bewährung und des Lernens erwarten dich nun umso mehr. Knappe sollst du sein und Ritter einst werden. Die Ritterschaft hat gesprochen und die Lady ihre schützende Hand über dich ausgestreckt. Ein zweiter Lebensweg, mit einem zweiten Mentor in deinem Leben. Die erste Strecke hatte dein Vater dich begleitet, belehrt und mit dir geübt. Es vergeht kein Tag, an dem du darüber nachdenkst, einen Brief in die Heimat zu entsenden. Doch die Worte hasst du immer noch, du hast seit Wochen keine Feder mehr angefasst und beginnst derzeit, die Schreibstube in der Stadt öfter zu umrunden, als dir lieb ist. Was würdest du ihm schreiben? Wie würdest du ihm erklären, was du derzeit selbst nicht begreifst?
Leibwächter, Zuhörer, manchmal auch helfende Hand beim Halten des kleinen Barons. So ganz anders scheint dein neuer Rhythmus. Die vertrauten Wände, die du derzeit dein Heim nennst, siehst du viel zu selten und umso seltener umgibt dich die Ruhe und Entspannung. Man sieht dich anders an, Soldat. Spürst du die Blicke? Siehst du, wie sie Erwartungen bereits reifen lassen, ohne dass du dir bewusst bist, was genau sie von dir wollen? Viel zu schnell reißt das eiskalte Wasser dich mit und wirft dich hin und her. Als hättest du dich überschätzt und der Fluss doch eine schnellere Strömung als dir lieb ist. Manchmal ist es dir zu viel, die Aufgaben eine enorme Hürde für dich. Du bist nicht gern im Mittelpunkt und scheust immer noch die Gesellschaften der hohen Herrschaften. Und dennoch wird erwartet, dass du dich dort sicher bewegst. Du siehst dich dem noch lange nicht gewachsen, doch was ändert es? Ein Soldat gehorcht. Ein Soldat widerspricht nicht. So wappnest du dich innerlich der kommenden Zeit, in der du vielleicht sogar vor dem eigenen König knien wirst. Du hoffst schlicht, dass du nicht angesprochen wirst, hoffst, dass du unsichtbar im Eck stehen bleiben darfst. Lass den Krug nicht fallen, bleib leise und unauffällig!
Ein Knappe soll...
Ein Knappe muss...
Ein Knappe kann...
Dir ist bewusst, wie viel du lernen musst. Die Begegnung mit dem Feind, so umrundet von ihnen, hat es dir geradezu und schlagartig eingebläut: Was weißt du schon von den Tugenden, vom Reich und dem, was ein Ritter sein muss? Einmal, da hast du von einem Herz aus Wachs und Diamant gesprochen, damals, bei Alianna. Es war aus einer dieser Geschichten, die man sich abends erzählte, von mutigen Helden und ehrenhaften Rittersmännern. Doch du kannst nicht in dich hineinblicken, du hast kaum Ahnung davon, wie dein Herz beschaffen ist. Alles, was du weißt, ist die Tatsache, weiterhin höflich sich zu verneigen und vom Zusehen zu lernen. Stillstehen, stramm stehen. Es gibt dir Sicherheit, den Soldaten in dir zu spüren. Es war jener Soldat, der dir die Sicherheit gab, als du vor diesem Ahad standest und seinen Worten gelauscht hattest. Die vielen Fragen, die auf dich einprasselten und die wenigen Antworten, die du bekommen hattest. Verwirrung, vielleicht auch Alarmbereitschaft meldeten sich bei dir, doch eines fehlte: Die Angst. Tausend andere Dinge schossen in deinen Schopf, doch es fehlte schlichtweg die Furcht. „Ein Soldat hat keine Angst, Tristoban. Er sieht dem Tod immer wieder ins Gesicht, in jeder folgenden Schlacht aufs Neue. Und sollte der Tod den Soldaten endlich holen, so gibt man sich in Freundschaft einander die Hand. Man hat sich so oft gesehen, dass man keine Angst mehr voreinander haben muss.“ Doch auch der Feind hat seine Ehre und scheint allgemeine Verordnungen einzuhalten. Doch das nächste Mal wirst du das Schwert ziehen, so sagst du es dir zumindest. Wer weiss, ob sie wirklich sich deiner erinnern werden oder ob es eine jener Taktiken war, die man gern gebraucht, um Druck zu erzeugen. Du hast schon davon gehört, doch ein einfacher Soldat muss nicht gebrochen werden. Nur Ranghöhere... und anscheinend Knappen.
Du bist Knappe.
Du trägst die Farben des Hauses Gipfelsturms.
Du fühlst dich verpflichtet, nachts auch mal der Amme das Kind abzunehmen und umherzutragen, wenn die Lady schläft.
Du liegst viel zu selten in deinem Bett.
Du vermisst den Wachdienst am Haupttor.
Du bist nun Knappe.
Eines Tages wirst du vielleicht Leuten Befehle geben müssen. Du wirst lernen müssen, diese zu vertreten und die Konsequenzen zu tragen. Entscheidungen treffen zu müssen, in politischer Hinsicht zu handeln. Du siehst Situationen, die dir nicht gefallen und denkst, es müsste so einfach doch sein, es zu ändern. Doch die Politik ist nicht einfach, das ist dir schon zu lange bewusst. Sie ist undurchsichtig, verwirrend und einem Labyrinth gleich, mit vielen Abzweigungen und Sackgassen. Dennoch hoffst du, vielleicht eines Tages den Plan erblicken zu dürfen, wie jener Irrgarten aufgebaut ist, um den Weg hindurch zu finden. Du willst etwas verändern, doch was genau, ist noch nicht greifbar für dich.
Wen du beschützen willst, umso mehr.
Das Geheimnis stets wahrend, verschließt du es nach außen hin fest in dich hinein. Nun umso mehr, nachdem du weißt, wie es um das Regular steht. Doch der Mond wird immer für dich leuchten und du... du wirst für ihn leuchten und eines Tages deinen Platz sichtbar neben ihm einnehmen, dessen bist du dir sicher.
Du warst Soldat.
Du warst Leibwächter und Page.
Und nun... bist du Knappe.