Als sie in den Morgenstunden erwacht und die Hoftür geöffnet hatte um hinauszutreten, war ihr der stechende Geruch von Qualm bereits in die Nase gezogen. Konnte man Krieg wirklich verschlafen? Die ersten Gedanken trieben in Richtung des anderen Hofes, der Halle oder auch dem Pferdestall. Nachdem sie jedoch auch dort keine Anzeichen eines Brandes gefunden hatte, lief die oberste Hand das Dorf ab und folgte letztendlich den letzten schleichenden Spuren von Rauch. Getarnt als morgendlicher Nebel bahnte er sich seinen Weg dicht über den Boden hinweg und zog durch das Tor in Richtung Wulfgard. Als die rothaarige Thyrin dann vor der abgebrannten Brücke zum stehen kam stieß sie zuerst ein Brummen aus, sank leicht in die Hocke und versuchte das Ausmaß des erloschenen Brandes auszumachen. Irgendwann jedoch begann sie zu lachen.. erst nur leise, dann wurde es lauter und ausgeprägter. War es nur die Ironie, weil sie das Dorf erst komplett neu aufgebaut hatten oder war es gar Belustigung? Natürlich war es nicht wirklich witzig oder etwas worüber man sich lustig machen sollte doch was hatten die Brandstifter sich davon versprochen eine Brücke anzuzünden, wenn es noch zwei weitere Wege aus Wulfgard hinaus gab?
Der Ridder hatte das absurde Lachen scheinbar vernommen, denn nur Augenblicke später trat er hinter Yndis und brummte unzufrieden. Das Lachen verstarb langsam und sie setzte bereits eine nachdenkliche Miene auf um das verkohlte Werk neuerlich zu besehen. "Pantherfratzen Ridder?", fragte sie zu ihm zurück und ein weiteres Brummen erklang seinerseits. Und während sie weiterhin in der Hocke verblieb und ihr Kinn auf den Handrücken stützte, erzählte der Ridder ihr vom vergangenen Überfall und der feigen Tat. Wirklich Leid tat es Yndis nur um die Wölfe die ihr Leben gelassen hatten, denn hätten die Pantherfratzen ihre Feinde wirklich gekannt, hätten sie gewusst das eine Brücke den Thyren nicht wehtun würde. Das Rudel verbrachte ohnehin die letzten Jahre immer wieder damit sein Heim neu zu erschaffen.. da würde eine Holzbrücke nur ebenfalls etwas Neues sein. Ein Neuanfang im Kreislauf der Zeitenmühlen. Das neue und jugendliche Geweih eines alten Hirsches. Die Natur und ihre Heimat hatten schon immer aus einem Geben und Nehmen bestanden und nun war es an der Zeit etwas neues zu geben. Der Ridder hatte ihre Gedanken förmlich gehört denn er sank neben ihr in die Hocke. "Oberste Hand, dey weißt was zutun is' aye?", fragte er zur Seite und ließ die hochgewachsene Thyrin nicken. "Wyr werden eyne Lösung mit den Städdern und Spytzohren finden, damyt wir uns besser verständygen könn", fügte er noch an und erzählte von der Hilfe der restlichen Streiter während er sich wieder in den Stand drückte. "Aye Ridder, mey werd anpack'n wo mey kann und auch d'e anderen Hände Bescheyd geben", erwiderte Yndis fest und stämmte die Hände auf die Knie um sich zu erheben. Der belustigte Ausdruck war gewichen.. stattdessen hatte Entschlossenheit Einzug in ihre moosgrünen Augen gefunden.
Als sie zusammen mit Trygve zurück ins Dorf wanderte zuckte ihr Mundwinkel dennoch. Sie hatten ihnen Schaden wollen und hatten am Ende nur dafür gesorgt, dass die Völker wieder mehr zusammengerückt waren. Trotz des Schadens etwas worüber man schmunzeln konnte. In der Händehütte hinterließ sie dann noch eine Holztafel für Helfjor ehe sie begann einige Vorbereitungen zu treffen.
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Hossa Vargson!
D'e Möglichkeyt dey als wahrhafte Hand zu beweysen is' gekomm. Mey hab in den nächsten Tag'n noch eyn paar Geburt'n der Kaltblüter zu überwachen und dey wirst in meyner Abwesenheit meyne Vertretung sein. Das betrifft allerdyngs nur d'e Brücke und keyne ganze Umstrukturierung vom Lager, eh?! Wenn mey da bin, pack ich natürlych selbst mit an. Sollte der Ridder also dey Hilfe brauch'n könn', weißt dey Bescheid.
Stolz un' Ehr'!
Eysgardottr
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