*Lange hatte sie nun mit sich gerungen, auch Gewissensbisse plagten sie, ob sie dieses Schreiben nun aufsetzen sollte oder nicht. Aber der Bote war erfolglos von seiner Mission zurückgekehrt und es hatte auch in den Tagen darauf weder Reaktion noch irgendeinen Hinweis auf einen Erfolg gegeben. Aber sie glaubte, dass es dennoch eine Dringlichkeit hatte, dieses eine Ding. Und dann war da noch diese andere Sache, die seit jeher an ihr nagte und ihr keine Ruhe ließ... die jüngsten Ereignisse hatten es ihr in gewisser Weise auch bewiesen... nein, fürchten tat sie es nicht, aber sie sah es durchaus mit so einigen Bedenken. Nicht zuletzt auch, weil sie nun recht offen darauf angesprochen wurde. Aber gut, sie würde nur klüger werden, wenn sie fragen würde, es gab keinen anderen Weg daran vorbei; zumindest keinen, den sie gegenwärtig sehen konnte. So griff sie mit tiefem Seufzen nach Pergament und Tinte und setzte ein schwungvolles Schreiben auf, welches sicherlich die Gleichmäßigkeit des vielen, sehr vielen Schreibens aufweist. Versiegelt wird es mit einem einfachen Siegel, in das ein "AD" hineingeprägt wurde, daneben eine Feder und eine Orchideenblüte gemalt. Und so suchte sich die junge Frau einen Boten und sah jenen mit ungewohnt strengem Blick an. "Du wartest so lange, bis ihn jemand entgegennimmt! Und früher kommst du mir nicht zurück!", sprach sie mit ebenso großem Ernst in der Stimme. "Meine letzten Briefe haben sie nicht erreicht, dieser hier soll es aber tun! Hier hast du was zu essen und zu trinken, damit dir das Warten nicht zu lange wird." Damit drückt sie ihm einen dicken Beutel samt Umschlag in die Hand und zog leise verstimmt zurück gen Düstersee.
Wer auch immer ihn öffnen sollte, wird sodann folgende Nachricht lesen können:*
Düstersee, 14. Schwalbenkunft 262
Des All-Einen Segen mit dem Orden der Arkorither!
Derzeit liegen einige Anliegen als auch ein bescheidener Wunsch meiner Person vor, die ich gerne mit jemandem besprechen möchte, der die Befugnisse hat, darüber zu bestimmen. Leider ist ein Anliegen, von dem ich vermute, dass er eine gewisse Dringlichkeit besitzt, bisher unbeantwortet und gänzlich nicht empfangen worden, weshalb ich mich am heutigen Tage an den Orden wenden möchte.
Daher möchte ich um einen Termin bitten, an dem man sich für ein Gespräch zusammenfinden könnte. So es dem Willen des Ordens zusagt, werde ich mich an einem Ort der Wahl seitens jenem für diese Unterhaltung begeben.
*Nach einem guten Wochenlauf wird sie den gleichen Boten erneut behelligen, um ihn zur schwarzen Burg zu schicken, um anfragen zu lassen, ob man einen genaueren Termin nennen könne. Zwischenzeitlich sei ein weiteres Anliegen hinzugekommen, welches sicherlich beiden Seiten zugute kommen würde.*
Nachdem eine Weile vergangen und diverse Gespräche geführt worden sind
erhält Auriane ein Antwortschreiben des Arkoritherordens. Das Pergament ist
mit dessen Siegel versehen.
Des All-Einen Segen,
im Auftrag der hohen Maestra des Ordens könnt ihr Euch mit Eurem Anliegen
an mich wenden. Ich werde mir Euer Gesuch gerne in einem persönlichen
Treffen anhören und dann über das weitere Vorgehen entscheiden.
Möge Ihm gefallen was Er sieht!
Elena Agastor
Magistra des hohen Ordens der Arkorither
Hofmaga seiner Heiligkeit
*Als das Pergament sie wohl gerade erreicht, während sie noch die Klinke in der Hand hielt, wird sie den Boten darum bitten, einen Moment zu warten. So öffnet sie jenes Schreiben, um schnell die einzelnen Zeilen zu lesen und den Boten dann mit ihrem besten Dank fortschicken. Außerdem wird ihm wohl aufgetragen anfragen zu lassen, wann die Hofmage Zeit für ein persönliches Treffen aufbringen könne und sie sich sehr freue, dass sie sich ihrer annehmen würde.*