Vorbereitungen:
Ein stetes, dumpfes Pochen, der Staub zerstossener Minerale und eine Geruchswolke schwelender Sulfide kamen ihm entgegen, als er die Pforte zu den Werkstaetten seiner Sippe passierte. Schon fuer einen Bewohner der Oberflaeche mochte dies ein imposanter Ort sein - viele Meilen unter der Erde wuerde man fuer gewoehnlich keine derartig beleuchtete Halle finden - doch in der Welt der Bergvolkes, erstrahlte der lange Aufgang in einer ganz anderen Dimension: Kleinste Spalten in dem festen Mauerwerk der Erde bliessen kuehle Luft in die aufgehitzte Kaverne, winzige Tiere verschiedener Arten bewegten sich an den Felswaenden entlang, und aus jedem einzelnen Raum heraus drangen, verursacht durch die flinken Bewegungen der Arbeiter, zahllose kleine Luftstroeme die sich mit Denen des langen Ganges trafen, verbanden, und wieder loesten - ein schier unvergleichbares Farbenspiel in den waermesehenden Augen eines Khaz-Aduir. Doch der Zwerg der diesen Ort betrat, war alles Andere als begeistert, vielmehr stand ihm der Schweiss zwischen den faltigen Gesichtszuegen und seine pulsierende Stirn erzaehlte von seiner inneren Hektik.
"Mrâ'gromin, Kinder und Enkel des Grom, ich brauche eure Hilfe!", mit einem Donnern verliessen die klaren Worte den Rachen des Alten und wurden durch den Schall in jeden einzelnen Raum der gewaltigen Werkstatt getragen; tatsaechlich vergingen nur wenige Augenblicke bis aus jeder Werkstatt ein, zumeist etwas aelterer, Zwergenmann heraustrat und sich alle in einer losen Reihe vor dem Sohn des Sippenvaters postiert hatten. Ohne eine Erklaerung von sich zu geben, loeste der Mann den sie umringten eine grosszuegig gebaute Armistentruhe von seinem Ruecken, welche sogleich darauf krachend auf dem Felsboden aufschlug. "Mrâ, die Ruestung eines Freundes befindet sich d'rin, seht nach welche Teile fuer unsere Zwecke verwendbar sind, das Uebrige schmelzt ihr ein - wenn es rein ist, dann hinterlegt's im Lager, ansonsten schmeisst es in das Magma." Voller Fleiss und Tatendrang stemmten bereits 2 der Handwerker die Truhe in die Hoehe, noch bevor die Worte verklungen waren; gemeinsam mit ihnen entfernte sich ein Teil der Gruppe und begann umgehend mit der Arbeit. Die Augenlider des Alten drueckten sich eng aneinander und es schien als ob er einen Moment ueberlegen musste, bevor er schliesslich fortfuhr: "Grashkar und Tagrum, ich werd' mein Gravurwerkzeug brauchen, ausserdem Salpeter, Schwefel, etwa 110 Pfund Diamant, das Gute - dann etwa eine Hand voll Goldspat. Alle anderen raeumen bitte die Magma-Kaverne.. und die beiden Stollen die quer zu ihr verlaufen; und besorgt mir die Zeichnungen aller diamantenen Ruestwerke aus den letzten 1300 Arbeitszyklen." Von verschiedenen Seiten aus vernahm er ein zustimmendes Murmeln und sehr schnell hatte jeder Zwerg seinen Platz gefunden. Mit einem zufriedenen Schmunzeln auf den trockenen Lippen setzte der Alte seinen Weg fort, da er sowieso nicht sofort mit der Arbeit beginnen konnte war sein Schritt langsam und es vergingen mehrere Minuten bevor er in der letzten Kammer der Halle ankam, einer sehr kleinen Kaverne in deren Mitte eine zaehe, flammende Masse bedrohlich brodelte. Die lauten Geraeusche verrieten ihm, das noch nicht alles vorbereitet war - waehrend einige seiner Grossneffen in grossen Kisten Werkzeug und Material hinfortschafften, brachten wieder Andere in ebenso grossen Kisten neues Werkzeug und neues Material hinein; Grim beschloss die Zwangspause zu nutzen um seine Notizen durchzugehen, so zog er einen laengliche, metallenen Koecher aus seinem Werkzeuggurt, aus welchem 2 kleine Pergamente ragten. Da er genau wusste, dass sich auf dem Kleineren lediglich einige grobe Schaetzwerte zu den Proportionen des Grafen befanden, zog er direkt das grosse, weitaus gewichtigere Papier heraus und breitete es auf dem naechstgelegenen Arbeitstisch aus - es zeigte das Wappen derer zu Hohenfels: Den silbernen Lindwurm gemeinsam mit Buch und Zirkel aus Gold, auf blauem Untergrund, getrennt durch ein goldenes Band, welches von roten Adlern getragen wird. Die Mundwinkel des Hammergrund-Oberhauptes verzogen sich leicht missmutig, er hatte erwartet dass ein Sippenwappen der Oberflaeche anders sein wuerde - jedoch nicht so. Mit leisem Nuscheln griff er nach einem Kohlestift und nahm rasch einige Veraenderungen daran vor, sodass aus dem eher spitzen, ritterlichen Wappen ein ovaler Schild wurde, bei dem die historischen Symbole der Familie natuerlich gewahrt wurden, jedoch ergaenzte er in allen 4 Himmelsrichtungen eine altzwergische Rune die dem Wappen einen Rahmen bieten sollten.
In der Zwischenzeit hatten fast saemtliche Khaz-Aduir die kargen Raeumlichkeiten verlassen, nur ein Letzter war geblieben um die noch verbliebenen, nicht brauchbaren Teile der bisherigen Grafenruestung in dem Magmatuempel zu entsorgen - zu Grim's Rechter stand nun, akribisch hergerichtet, der ausgeweidete Brustharnisch samt einem Plattenschurz und den angegliederten Kniekacheln, das restliche Beinzug war entfernt worden. Mit einem leisen Brummen ging er einige Schritte aus das Ruestwerk zu, begutachtete es und schob seine gesunde Hand pruefend unter den kalten Werkstoff. Sein Kopf lag leicht schief und der Blick wirkte sehr besorgt, als er seinen Zwergenbruder mit seiner Metallhand zu sich winken musste: "Werd'n einige Nietpunkte anders setzen muessen, und ein paar Kacheln fehlen im Hueftbereich - werd' ich nicht alles bis morgen schaffen, schau mal im Lager ob wir zumindest noch ein Kragenteil haben das passt, mrâ? Und die Diechlinge fuer die duennen Langbeinerschenkel schaff' ich auch nicht, wenn wir von den Diamantscheiben noch welche haben, werd' ich die dann an die Stiefel anpassen.. wirst schon was finden." "Nragâ, dann musst du Heute mindestens noch die Fausthandschuhe und die Armkacheln schaffen, die Stiefel und Schulterberge zum Schluss? Wenn es knapp wird, misch' ich dir das Rauchpulver und das Gold an, mrâ'ga?" Das Vorgeschlagene ergab durchaus seinen Sinn, und wenn er taetsaechlich bis zum morgigen Tage die Ruestung komplettieren wollte, so konnte er sich kaum mit solchen Kleinigkeiten aufhalten; und so nickte er dem Jungen zu und begab sich wieder an seine Arbeit. Mit einigen geuebten Handgriffen waren alle gebrauchten Werkzeuge in seinem Gurt gelangt, und so machte er sich gleich daran die klar-transparenten Diamantstuecke in einen duennen Kessel aus reinem Mithrill zu schichten. Dank der Hilfe einer an der Decke befestigten Hebekonstruktion, die ueber einen ausgekluegelten Flaschenzug bedient wurde, konnte er trotz seiner fehlenden Linken das tiefblaue Metallungetuem ganz alleine in die Hoehe ziehen und es sorgsam ueber dem immer-brodelnden Magmateich positionieren - tatsaechlich sollte es ueber 6 Stunden dauern, bevor das Diamant auch nur im Ansatz bearbeitbar war; fuer Grim genuegend Zeit um sich zunaechst um die ganz spezielle Gravur zu kuemmern, denn selbst fuer Angehoerige seiner Volkesrasse war es ein auesserst schwieriges Unterfangen etwas so Reines wie Diamant mit Verzierzungen zu versehen, auf der einen Seite bedurfte es enormen Kraeften um den harten Stoff ueberhaupt zu bearbeiten, auf der anderen Seite koennten es eben diese Kraefte sein, die das Diamant instabil und damit wertlos machten. Als ob seine Gedanken es hervorgerufen haetten, stand nun ploetzlich der junge Bruder neben ihm und beaeugte ihn neugierig; unter dem Arm trug er eine tiefe, bauchige Steinschale in welcher er seelenruhig mit einem Stoessel die knackenden Minerale zerstiess. Die Blicke der Beiden trafen sich und Grim zog scharf Luft ein, der Zwerg jedoch unterbrach ihn geschickt: "Hab' wirklich noch ein paar Scheiben gefunden, von den Kragenteilen haben wir noch 2, du schaust am Besten selbst welcher besser sitzt. Das Rauchpulver ist auch bald fertig, vielleicht kann ich.." "Die Diechlinge.. " ".. hab' ich nicht vergessen, sogar schon montiert - fehlen nur noch die Stiefel. Nrevs'gô, jedenfalls wollte ich dich fragen, ob ich vielleicht..", mit einer wirschen Handbewegung stiess der Alte seinen eifrigen Verwandten bei Seite um einen Blick auf die Ruestung zu werfen: Tatsaechlich hatte sein Grossneffe den massiven Beinschutz bereits an dem Plattenschurz lose befestigt, sodass er lediglich kleinere Anpassungen vornehmen musste, wenn er die Garnitur auf die Masse des Grafen abstimmte. "Mrâ, du sollst nicht immer einfach... bei den Steinen, sieh zu dass du das Pulver fertig bekommst" Mit einem unzufriedenen Brummeln liess Grim den Khaz-Aduir stehen und wandte sich nun dem Ruestwerk zu, er griff nach einem schmalen, scharfkantigen Metallstift und begann penibel die Linien und Ornamente vorzuzeichnen, die er plante in die Ruestung einzufuegen.
Eine Nacht voller Arbeit:
In den vergangenen Stunden hatte sich unlaengst eine Menge getan, mit der Hilfe seines Grossneffen - denn anders war es ihm zeitlich kaum moeglich - hatte der alte Schmied bereits alle unzureichenden Metallschienen des Harnisches und der Beinpartieen durch hochwertiges Material aus Zwergenhand ersetzt. Ebendso waren die Meisten der neuen Teilstuecke bereits verschmiedet, und in einer Kuehlrinne zum Aushaerten verstaut worden, lediglich bei der Herstellung der geplattnerten Schulterpartie liess er sich mehr Zeit: Seit ueber einer vollen Stunden suchte er nach einer Moeglichkeit das Zuggewicht zur linken Seite hin - begruendet durch die zusaetzlichen Brechraender an Schulter und Achsel - zu verlagern, um der Ruestung in sich mehr Stabilitaet zu verleihen. Da der Brustharnisch jedoch nur teilweise von ihm selbst stammte, wollte er keine Experimente wagen und stattdessen einen Gewichtsausgleich im Bereich der neu angefertigten Stuecke suchen. "Dann schmeissen wir den Harnisch eben in die Glut.." , lautete das Kommentar des voreiligen Bruders, der daraufhin sogleich einen geraeuschvollen Schlag in die Seite erntete. "Mrâ-vrel, grosser Unfug, ich will die Arbeit noch Heute beenden..", mit seiner gsunden Hand hob er die Ruestung unter dem Plattenschurz an und versuchte das fehlende Gewicht der rechten Seite zu schaetzen, ".. werden wohl so 3 Pfund sein, mrâ?", sein Bruder der nur einen kurzen Blick darauf geworfen hatte, nickte ihm eifrig zu und bestaetigte seine Vermutung. Hastig rappelte sich der Alte von seiner Sitzgelegenheit auf und marschierte in Richtung des Kessels - an dessen Seite befand sich eine kleine Oeffnung, welcher er sogleich aufzog um einen genauen Blick auf die verbliebende Diamantmenge zu werfen: Wenig erfreut, selbst wenn er die ganze Masse zaehfluessigen Kristalls ziehen koennte, wuerde er auch nur knapp an ein einzigstes Pfund herankommen. Die Wut stand ihm in das sonst so stoische Gesicht geschrieben, als er die Kesseltuere mit voller Kraft wieder zuschlug. "Bring' den Rest sofort zu Torgal und Krângat in die Goldschmiede, sie sollen mir einen 3 Pfund schweren Drachenkopf modellieren, ihnen wird schon was einfallen, mrâ.. wenn wir den auf der rechten Seite anbringen, haben wir unser Gegengewicht und der Oberflaechenmann muss nicht wie ein Trollhirn durch die Gegend humpeln.", da die Worte des Alten alles andere als herzlich zu dem jungen Mann drangen, machte sich sein Gegenueber nicht die Muehe auch nur den kleinsten Ton von sich zu geben, sondern begab sich sofort in Richtung Hoehlenausgang um die Handwerker der Feinschmiede zu informieren und auf Alles vorzubereiten - Grim nahm derweil wieder gemuetlich an seinem Arbeitstisch Platz und begann damit die bereits vorhandenen Diamantscheiben durch verstellbare Scharniere und Gewinde miteinander zu verbinden. Und so wuchs die Ruestung des Grafen, ein ganz besonderes Schmiedestueck der Hammergrund'schen Werkstaetten, insbesondere da dies der erste Panzer fuer einen Oberflaechenmann war, der unter der persoenlichen Anweisung und mit der eigenen Kraft des Sippenherren erschaffen worden war. Vorsichtig schob Grim seinen kalten Armstumpf zwischen die Ablenkplatten des linken Fausthandschuhs, um dessen Umfang naeher zu bestimmen, und er dachte darueber nach, ob sein Verhalten wohl dem Willen des Bergvaters entsprach..
Der naechste Morgen:
"Mrâga-Cammara, steh' nicht faul in der Gegend rum, sondern bring endlich die Sachen her.. bei Cirmias, soll' ich es dir noch in den Schaedel meiseln?", Grim sass nun auf einem erhoehten Podest direkt vor der aufgebarrten Ruestung - er hatte es tatsaechlich geschafft bis zum Morgen die gesamte Garnitur fertigzustellen, lediglich daie Arbeiten an Harnischwappen und dem Drachenkopf waren noch nicht beendet. Letzterer hatte im Uebrigen tatsaechlich seine 3 Pfund Gewicht erreicht, da die Feinschmiede des Hauses beide Augen und Fangzaehne des Erdwurms aus purem Gold gefertigt hatte; so wirkte der Drachenkopf der ueber die Schulter des Ruestungstraegers lugte zwar nicht sonderlich realistisch, dafuer umso imposanter - und was dem Zwergenschmied noch wichtiger war: Er erfuellte einen Zweck. "Ist doch recht, lass' mir wenigstens die Zeit um atmen.. hab' doch schon alles", mit einer langen, ausgehoehlten Stahlstange in der Linken, sowie 2 kleinen Ledersaeckchen in der Rechten kam er auf den Alten zu und entleerte unumwunden das erste Saeckchen in einen flachen Moerser vor Grims Nase: Es war stark konzentriertes Rauchpulver, von hellgrauer Farbe und koerniger Existenz. Den zweiten Saeckel befestigte der Gehilfe an seinem eigenen Werkzeuggurt, er griff hinein und fuellte seine Hand mit wertvollem Goldspat - anschliessend oeffnete er noch einen winzigen Schub in der Rohrkonstruktion und gab dann dem alten Schmied mit einem Nicken zu verstehen, dass er bereit war. Einvernehmlich griff Grim nach einem schlanken Spachtel aus seinem Gurt; mit seiner Metallfaust griff er nach einem Bierkrug und ertraenkte den vor ihm stehenden Moerser samt dessen Inhalt darin. Das grobe Pulver begann sich mit der Fluessigkeit zu vermischen und es entstand eine halbliquide Masse, in die der Alte sofort den Spachtel stiess und eiligst damit begann das Rauchpulverkonzentrat grosszuegig auf dem Brustharnisch und den Faustruecken zu verstreichen: Wie von ihm gewuenscht, verblieb die klebrige Substanz nur in den zuvor eingekerbten Linien und blaetterte von der restlichen - spiegelglatten - Oberflaeche der Ruestung sehr schnell wieder herunter. Rasch warf er seinem Grossneffen einen Blick zu. "Bereit?", der Zwerg setzt als Antwort auf seine Frage ein Ende der Metallstange an die Lippen und hob das Rohr zu einer waagerechten Stellung, gleichzeitig begann er es durch die Oeffnung mit dem Goldspat zu befuellen. Grim nickte nur und griff nach dem ersten Handschuh - da es ein sehr unuebliches Verfahren war, eine Diamantruestung einer Goldgravur zu unterziehen, wollte er es zunaechst an den Handschuhen probieren. Mit Hilfe eines Zundsteines und seiner metallischen Linken versuchte er das feuchte Rauchpulver mit einem kleinen Funken zu entzuenden. Es vergingen Sekunden, in denen das Gesicht seines Gehilfen vor Atemnot schon zu platen drohte, bevor er es endlich schaffte einen brauchbaren Funken zu erzeugen: Ein Zischen durchdrang den Raum als sich das giftige Mineraliengemisch entzuendete und damit begann sich in das Diamant zu aetzen, gleichzeitig begann der junge Zwergenmann in Grims Ruecken seinen kraeftigen Zwergenatem in das Rohr zu pusten, waehrend der alte Schmied das andere Ende der Metallstange zielgerichtet auf die brennenden Linien richtete und so die Zufuhr des wertvollen Goldspaltes regulierte. Unglaubliche Hitze peitschte gegen die faltige Haut des Schmiedes, sein Gesicht war nur einen knappen Fuss von der Oberflaeche des Handschuhruecken entfernt - doch der Schmerz war noetig, um die Fehler so gering wie moeglich zu halten. Das empfindliche Goldspat prallte mit hoher Geschwindigkeit auf das brennende Pulvergemisch, und es vergingen nur wenige Sekunden bevor es seinen festen Zustand aufgab, sich langsam verfluessigte, das vergluehende Pulvergemisch verdraengte und sich in den eingekerbten Linien zur Ruhe legte. Sicher waren die Linien an der einen oder anderen Stelle hoeher ausgepraegt, doch es wuerde eine Kleinigkeit bedeuten diese Unterschiede spaeter durch einen guten Schliff auszugleichen, mit einem Klaps auf den Schenkel gab der Alte seinem Grossneffen nun zu verstehen, dass er wieder in aller Ruhe Luft holen konnte. "Mrâga, scheint funktioniert zu haben.. warten wir noch ab, wie es aussieht wenn es abgekuehlt ist", er wandte den Blick in die Richtung des Jungen: Auch dieser sah ziemlich geschafft aus und obwohl er noch einmal 3 Fuss weiter von der gewaltigen Hitze enfernt war, stand ihm der Schweiss im Gesicht. Dennoch konnte er seine Neugierde nicht im Zaum halten - in den Stunden zuvor hatte er freilich mitbekommen wie der Alte die aufwaendigen Linien auf dem Harnisch einekerbt hatte, doch bis vor wenigen Minuten hatte er nicht einmal geahnt, dass die Faustruecken aehnlich praepariert worden waren. So warf er einen schnellen Blick auf die noch immer glimmenenden Goldlinien, erkannte das Muster einer Rune - verstand jedoch nicht. "Grossonkel.. dir ist bewusst, dass das unmoeglich richtig sein kann? Ich weiss, der Langbeiner wird's eh nicht verstehen, aber..", ein gewichtiges Schraubenschluessel, der ziemlich genau in der Magengegend sein Ziel fand, unterbrach die schelmische Erklaerung des jungen Zwergen. "Trollhirn, mrâ'ga, nur weil du es nicht lesen kannst, heisst es nicht, dass es ohne Bedeutung ist - es ist nur kein zwergisches Wort. Ausserdem.. spar' deinen Atem, waehrend es auskuehlt montieren wir den Drachenschaedel, mrâ?", die Frage, die vielmehr nach einer Anweisung klang liess seinen Gegenueber den Schmerz vergessen und ohne eine weitere Frage zu stellen schnappte er sich den Harnisch und trug ihn zu dem groessten Amboss in der Werkstatt. Grim seinerseits, griff beherzt nach dem edlen Drachenkopfaufsatz sowie dem Moerser und stapfte zielstrebig auf den Harnisch zu, welcher waehrendessen von seinem fleissigen Helfer in den Amboss eingespannt wurde. Nach einer kurzen Diskussion ueber den guenstigsten Platz fuer den Aufsatz, in weiser Vorraussicht hatte Grim jedoch bereits einige Bolzen in die Schulterkacheln verschmiedet, welche als Halterung dienen sollten, und so verblieben die Beiden bei der Ansicht, dass man ihn wohl so aufsetzen wuerde wie es eben am besten moeglich war. "Wir machen's so, ich enzuendete die Bolzen und du haelst den Aufsatz fest, wenn du merkst das sich was tut, gibst du mir Bescheid, mrâ?, waehrend er ihm den Vorgang erklaerte, begann er damit die Bolzen mit dem klebrigen Konzentrat einzustreichen und holte anschliessend wieder den kleinen Zundstein heraus. "Wehe, ich verbrenn mir die Pfoten..", murmelte der kurze Mann noch in seinen Bart als ein Funke flog und die Bolzenspitzen zu brennen begannen. Eilig und dennoch mit ruhigen Haenden setzte er den Drachenschaedel ueber die aetzenden Auswuechse und wartete ab, der alte Schmied hingegen griff nach einem der schweren Grobhaemmer die neben jedem Amboss zu finden waren, legte den Kopf in seine linke Armbeuge und harrte aus. Obwohl sein Grossneffe nur geringen Druck in Richtung der Schulterschiene ausuebte, senkte sich der Diamantkopf sehr rasch schon beinahe ganz von alleine etwas ab, sodass sich die aetzenden Bolzen in die gewaltige Drachendekoration frassen."Jetzt!", da er sich nicht umdrehen konnte, hoerte er nur wie der alte Mann die Luft einzog und der gewichtige Zwergenhammer in einem grossen Bogen Selbige schnitt und schliesslich geraeuschvoll auf das filigrane Drachenkunstwerk eintruemmerte; ein weiterer Schlag war von Noeten bevor der Kopf endgueltig eng anliegend auf der Schulterkachel festsass. "Mrâ'ga, das sollte genuegen.. wir Beides vorerst liegen, den zweiten Handschuh machen wir noch jetzt und den Harnisch in 2 Stunden, dann kann ich noch alles abschleifen und schaffe es bis zum grossen Sonnenfeuer an die Oberflaeche", der junge Zwergenmann schuettelte sich bei der Erwaehnung der Sonne, die manchen Khaz-Aduir noch unliebsamer war als der Odem eines wuetenden Roten. Allen Abneigungen zum Trotz verkniff er sich jegliches Kommentar, da er wusste, dass er bei zuegiger Arbeitsweise - und die Goldgravierung des zweiten Handschuhs konnte kaum mehr als 10 Minuten dauern - immerhin gute 2 Stunden Pause geniessen konnte; und er hatte nicht vor, sich in diesen 2 Stunden die Vortraege eines gewissen Sippenvaters anzuhoeren.
Am Hof des Grafen:
Im brennenden Zenit der Mittagssonne erreichte Grim Hammergrund die Pforte zur "Steinstadt im Wasser", auf seinem Ruecken war die metallbeschlagene Armistentruhe des Grafen zu Hohenfels geschnallt und in seiner Metallfaust lag seine mannshohe Streitaxt aus reinstem Mithrill - Wildfang. Einer der Torwaechter beaeugte ihn zwar kritisch, da die Garde der Stadt jedoch um seine besondere Stellung wussten oeffneten sie missmutig, wenngleich anstandslos das grosse Osttor Varunas. Ein gezwungen freundliches traf die beiden Gardisten und mit einem leisen Gebrabbel durchschritt er die Pforte, die gesunde Hand stets ueber den Augen gehalten um die feindliche Strahlung der Sonne abzuwehren. Zielgerichtete Schritte fuehrten ihn nahe der Mauer entlang, welche die penetrante Helligkeit der Oberflaeche zusaetzlich etwas an Kraft nahmen; als er spuerte dass die Mauer zu seiner Rechten verschwand und eine schmale Luecke freigab, bog er in Seitenstrasse ab. Nur noch wenige Schritte und er stand in dem Torbogen des Grafenhofes, mit einem schelmischen Grinsen in den Mundwinkeln glaettete er seine Kleidung aus reinstem Diamant und klopfte mit seinem Armstumpf 2 Mal geraeuschvoll gegen das eiserne Gatter..
Des Grafen Brust
-
Adrian von Hohenfels
Übergabe eines edlen Werkes
Den Entschluss gefasst habend, war die lange Unterredung mit den Abgesandten des Zwergenvolkes mehr als erfreulich gewesen. Sie hatten eingewilligt, die vorhandene Rüstung aus edlem Diamanterz durch eigene Arbeiten zu verfeinern und zu vervollständigen. Die Ehre, welche hierin zum Ausdruck kam, war ihm überaus bewusst. Ein weiteres Symbol der Verbundenheit zum Volk aus dem Berge würde es sein, neben sovielen deutlich sichtbaren in der neu erblühten Stadt. Eindeutig konnte er nur sein Haupt beugen vor diesem Entgegenkommen, des überaus stolzen Volkes, welches dieses Zeichen gewiss nur sehr ausgewählt offenbarte.
Einen Tag, so war die Aussage gefallen, mochte die Veredelung und Vervollständigung der Rüstung dauern, welche er zum Hochzeitstage empfangen hatte. So erwartete er das Eintreffen des Grim Hammergrund an diesem Tage, sich einer gewissen Spannung ob des Werkes gewiss kaum erwehren könnend. Die Nachricht des Gardisten, dessen Miene deutlich von Skepsis ob des Besuchers getragen wurde, nahm er somit mit Freude auf und wies an, den Gast einzulassen.
Wenige Augenblicke später war ihm der erste Blick auf die edle Arbeit vergönnt. Viel hatte er sich ausgemalt, doch das sich ihm eröffnende übertraf seine Künsten Vorstellungen. Die gesamte Rüstung überziehende Verzierungen sowie das von Runen eingefasste Grafenwappen, gaben ein Bild von Würde und Schönheit ab, wie man es gewiss nicht zu überbieten imstande war. Er konnte nicht umhin die Rüstung in angemessenster Weise zu loben. Möglicherweise keine weiseste Wahl, bezugnehmend auf die sicher kommenden Preisverhandlungen. Ein leichtes Schmunzeln huschte über seine Lippen bei dem Gedanken. Doch sollte gutes Werk nicht gewürdigt sein, wie es verdient war?
Zuvorderst jedoch war noch viel Arbeit ungetan, sollte die Rüstung vollständig auf seine Größe angepasst werden. So schrat man zur Tat, die Rüstungsteile anzukleiden um die Änderungen vorzunehmen, stets begleite von kleineren Scherzen. Mehrfach wurde die Rüstung auf ihre Beweglichkeit in allen Kampfsituationen getestet. Hier und dort ein Riemen angezogen und ein Rüstteil zurechtgeformt und angepasst. Bis schliesslich, abgesehen vom Helm alles seine rechte Größe und Anpassung gefunden hatte. Grim bemerkte, dass jener Helm der Idealgrösse entspräche. Das Drücken an den Ohren, welches einer weiteren Anpassung bedurfte, liess Adrian zur Bemerkung hinreissen, dass er eben einen Dickschädel habe, wie man ihm mehrfach hatte wissen lassen.
Die nun unvermeidliche Verhandlung über den Preis konnte nach Vollendung des Werkes nun beginnen. In höchsten Tönen lobte er nochmals das edle Werk. Wohingegen der Preis gewiss genauso edel war und Adrian zum Schlucken brachte, wenngleich er es nach Außen nicht aufzeigte. 824 massive Goldbarren und 360 Goldmuenzen. Ein stolzer Preis, ein stolzes Volk aber auch eine stolze Rüstung. Dennoch war es zu verhandeln, gewiss würden beide Seiten kaum so leicht zu erweichen sein. Erneut huschte ein Schmunzeln über Adrians Lippen. Löbnisse wurden seinerseits ausgesprochen sowie Zugeständnisse gegeben.
Stunden um Stunden weilte die gestrenge Verhandlung, durchaus beinah durch einen Fehler eines zu frühen Zuschlages seinerseits zu Ende geführt. Nicht ohne eine gewisse Amüsiertheit erkannte er die faire Verhandlungsweise seines Gegenübers, einen Passus des Preises nicht ausreichend hinterfragt zu haben. Man einigte sich schlussendlich auf den tragbaren Preis von 609 Kronen, nach Zusage des Zuspielens weiterer Aufträge aus eigenem Hause und durch das höchstlobende Erwähnen des Schmiedes dieser edlen Rüstung vor dem Adel des Reiches, ebenso wie auf die Order an die Garde des Reiches, Grim zum Ausstatter der Garde mit gebührlichen Rüstungen zu ernennen sowie der Ankündigung für die Grafschaft benötigte Reichsinsignien in die Hände fähiger Zwergenschmiede zu legen. Ein Entgegenkommen auf beiden Seiten, dass nun schlussendlich zum Einschlagen in den Handel und der Auszahlung des angemessenen Preises führte.
Diesen Part abgeschlossen wissend konnte Adrian nicht umhin, mit einem Augenzwinkern einwerfend, dass diese Bitte allein ihn zum Vorteil gereichen mochte, um einen weiteren Punkt zu ersuchen, den Handel entgültig zu besiegeln: das Anstossen auf den Handel sowie auf die Zukunft des Bündnisses mit einem Krug des mitgeführten Zwergenbieres. Er hatte wohlweisslich jenen Krug mitgeführt, welchen Eileen und er zur Hochzeit überreicht bekommen hatten. Ein wohl angemessener Zeitpunkt diesen gut aufbewahrten Krug einzuweihen. Grims Augenmerk auf die Runen, welche den Krug verzierten, entging Adrian hierbei nicht. Der Hinweis, auf die Frage was er bisher aus diesem Krug getrunken habe und erwähnte dass er ihn heute zum ersten mal benutze, er habe Glück gehabt, liess ihn nachhaken. So sprach Grim von einem in der menschensprache nicht auszusprechenden Fluches über jene die aus diesem Krug je etwas anderes trinken würden als edles Zwergenbrau.
Es mochte Scherz sein, Adrian würde abgeneigt sein, dies auszuprobieren. Verdiente ein Geschenk des Volkes aus dem Berge doch stets die erwartete Achtung.
Als Schmied und Graf hatte man sich an diesem Tage getroffen, doch als Grim schliesslich aus dem Schloss verabschiedet wurde, trennten sich Freunde, so war es Adrians Eindruck.
Einen Tag, so war die Aussage gefallen, mochte die Veredelung und Vervollständigung der Rüstung dauern, welche er zum Hochzeitstage empfangen hatte. So erwartete er das Eintreffen des Grim Hammergrund an diesem Tage, sich einer gewissen Spannung ob des Werkes gewiss kaum erwehren könnend. Die Nachricht des Gardisten, dessen Miene deutlich von Skepsis ob des Besuchers getragen wurde, nahm er somit mit Freude auf und wies an, den Gast einzulassen.
Wenige Augenblicke später war ihm der erste Blick auf die edle Arbeit vergönnt. Viel hatte er sich ausgemalt, doch das sich ihm eröffnende übertraf seine Künsten Vorstellungen. Die gesamte Rüstung überziehende Verzierungen sowie das von Runen eingefasste Grafenwappen, gaben ein Bild von Würde und Schönheit ab, wie man es gewiss nicht zu überbieten imstande war. Er konnte nicht umhin die Rüstung in angemessenster Weise zu loben. Möglicherweise keine weiseste Wahl, bezugnehmend auf die sicher kommenden Preisverhandlungen. Ein leichtes Schmunzeln huschte über seine Lippen bei dem Gedanken. Doch sollte gutes Werk nicht gewürdigt sein, wie es verdient war?
Zuvorderst jedoch war noch viel Arbeit ungetan, sollte die Rüstung vollständig auf seine Größe angepasst werden. So schrat man zur Tat, die Rüstungsteile anzukleiden um die Änderungen vorzunehmen, stets begleite von kleineren Scherzen. Mehrfach wurde die Rüstung auf ihre Beweglichkeit in allen Kampfsituationen getestet. Hier und dort ein Riemen angezogen und ein Rüstteil zurechtgeformt und angepasst. Bis schliesslich, abgesehen vom Helm alles seine rechte Größe und Anpassung gefunden hatte. Grim bemerkte, dass jener Helm der Idealgrösse entspräche. Das Drücken an den Ohren, welches einer weiteren Anpassung bedurfte, liess Adrian zur Bemerkung hinreissen, dass er eben einen Dickschädel habe, wie man ihm mehrfach hatte wissen lassen.
Die nun unvermeidliche Verhandlung über den Preis konnte nach Vollendung des Werkes nun beginnen. In höchsten Tönen lobte er nochmals das edle Werk. Wohingegen der Preis gewiss genauso edel war und Adrian zum Schlucken brachte, wenngleich er es nach Außen nicht aufzeigte. 824 massive Goldbarren und 360 Goldmuenzen. Ein stolzer Preis, ein stolzes Volk aber auch eine stolze Rüstung. Dennoch war es zu verhandeln, gewiss würden beide Seiten kaum so leicht zu erweichen sein. Erneut huschte ein Schmunzeln über Adrians Lippen. Löbnisse wurden seinerseits ausgesprochen sowie Zugeständnisse gegeben.
Stunden um Stunden weilte die gestrenge Verhandlung, durchaus beinah durch einen Fehler eines zu frühen Zuschlages seinerseits zu Ende geführt. Nicht ohne eine gewisse Amüsiertheit erkannte er die faire Verhandlungsweise seines Gegenübers, einen Passus des Preises nicht ausreichend hinterfragt zu haben. Man einigte sich schlussendlich auf den tragbaren Preis von 609 Kronen, nach Zusage des Zuspielens weiterer Aufträge aus eigenem Hause und durch das höchstlobende Erwähnen des Schmiedes dieser edlen Rüstung vor dem Adel des Reiches, ebenso wie auf die Order an die Garde des Reiches, Grim zum Ausstatter der Garde mit gebührlichen Rüstungen zu ernennen sowie der Ankündigung für die Grafschaft benötigte Reichsinsignien in die Hände fähiger Zwergenschmiede zu legen. Ein Entgegenkommen auf beiden Seiten, dass nun schlussendlich zum Einschlagen in den Handel und der Auszahlung des angemessenen Preises führte.
Diesen Part abgeschlossen wissend konnte Adrian nicht umhin, mit einem Augenzwinkern einwerfend, dass diese Bitte allein ihn zum Vorteil gereichen mochte, um einen weiteren Punkt zu ersuchen, den Handel entgültig zu besiegeln: das Anstossen auf den Handel sowie auf die Zukunft des Bündnisses mit einem Krug des mitgeführten Zwergenbieres. Er hatte wohlweisslich jenen Krug mitgeführt, welchen Eileen und er zur Hochzeit überreicht bekommen hatten. Ein wohl angemessener Zeitpunkt diesen gut aufbewahrten Krug einzuweihen. Grims Augenmerk auf die Runen, welche den Krug verzierten, entging Adrian hierbei nicht. Der Hinweis, auf die Frage was er bisher aus diesem Krug getrunken habe und erwähnte dass er ihn heute zum ersten mal benutze, er habe Glück gehabt, liess ihn nachhaken. So sprach Grim von einem in der menschensprache nicht auszusprechenden Fluches über jene die aus diesem Krug je etwas anderes trinken würden als edles Zwergenbrau.
Es mochte Scherz sein, Adrian würde abgeneigt sein, dies auszuprobieren. Verdiente ein Geschenk des Volkes aus dem Berge doch stets die erwartete Achtung.
Als Schmied und Graf hatte man sich an diesem Tage getroffen, doch als Grim schliesslich aus dem Schloss verabschiedet wurde, trennten sich Freunde, so war es Adrians Eindruck.