Sophie dachte an die Worte von Beak zurück. Aus welchem Grund kämpfte sie gegen diese Wesen? War es Rache oder schlimmer noch, sogar Hass? Nein.. hier und jetzt ging es viel eher um die Menschen dort oben. Die kleine Blondine versuchte sich vorzustellen wie es einer trauernden Witwe wohl ging wenn sich aus dem Grabe vor ihr, ihr Mann erhob, halb zerfressen, sein liebstes Mufflonwollhemd tragend und nach ihr griff. Sophie erschauderte. Es brauchte keinen Hass und es brauchte niemanden der Fanatisch für etwas einstehen wollte. Hier ging es um das große Ganze. Sicherheit. Geborgenheit. Und nicht jeder konnte sich dies selbst erschaffen. Nachdem die Katakomben gereinigt waren von übel riechenden Kreaturen wandte sich die kleine Truppe zum Ausgang.
Ein Schemen erhob sich im Zwielicht der nächsten Höhle, die Gestalt wie, dort wo sie sichtbar war dunkle Haut auf. Die Schwärze seiner Haut erschien das Licht um die Gestalt herum zu verschlingen.. Festus erkannte das Wesen als erstes. Ein Lethare. Mitten in Lichtenthal. Sophie spürt wie kühles Zittern ihre Fesseln entlang hinauf zu den Waden kroch.

"Deine finsteren Worte haben keine Macht wenn du sie in jene Lande speist die unter Temoras ewiger Glorie liegen." War das wirklich sie? Zumindest hatte sie sich große Mühe gegeben Zuversichtlich zu klingen. Ihre Stimme ließ nur sehr sehr fein heraus hören das ihr im Grunde die Knie schlotterten.
"Die verachtete Göttin der Vergeltung wird euch hier nicht gegen uns helfen. Aber es besteht die Möglichkeit sofort zu gehen." Wieder krochen die Stimmen in unwohler Lage über ihre Haut und versuchten ihre Härchen aufzustellen.
'Temora steh mir bei. Lass mich nicht Mutlos sein in diesem Moment.'
Festus und der Fremde warfen nun Worte hin und her die man beinahe als Schlagabtausch mit der Stimme bezeichnen konnte. Sie musste Festus beistehen.
"Deine Anwesenheit in diesen Landen wird nur im Gewahrsam der Kirche Temoras verwirklicht." Sophie kam sie beinahe wie eine Fremde im eigenen Körper vor. Was konnte dieses Wesen? Waren seine Drohungen bitterer Ernst? Dann erklangen Schritte aus der Richtung, wo der Ausgang lag. Korporal van Daske und einer seiner Soldaten tauchten auf. Das Blatt wandte sich. Nun musste der düstere Zwiesprachler doch aufgeben.. oder? Oder?
Alles ging so schnell, dass kaum ein Moment blieb die Gedanken zu sortieren. Korporal van Daske und die Wache begegneten der Kampf Eröffnung des Letarfen mit gellendem Mut und Kampfrufen auf den Lippen. Sophie spürte nur die Klinge des Zwiesprachlers wie sie sich der Länge nach auf ihren Bauch schmetterte. Ihr wurde schwarz vor Augen. Erst als Seraphine sich über Sophie beugte wurde die Welt wieder klarer.
"Er ist entkommen. Gehen wir nach Hause." Man dankte noch Merrik van Daske für seinen selbstlosen Einsatz und die Hilfe. Ehe sich die Truppe des Kontors zurück zog.

