Bei Ausgrabungen rund um die alte Angurenfeste wurden die Leichen der vier toten Gardisten gefunden, tat Leutnant Rabenstein es der Erhabenen und ihm kund. Der Leutnant und die anderen Gardisten, die diesem bei dem Transport der Überreste behilflich waren hatten kreidebleiche Gesichter. Und der Vicarius sollte bald erfahren warum dem so war. Minder konnte man es als Kadaver bezeichnen, als es denn eine Ansammlung von einzelnen zerhackten Gliedmaßen war. Auf mehreren großen Leichentüchern in den unteren Ebenen der Krypta luden sie die Leichenteile ab und breiteten sie aus. Da konnten die Tempeldiener das erste Mal die Ausmaße der Verunglimpfung betrachten...
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Seit einigen Tagen schon ist der Vicarius nunmehr mit dieser Aufgabe beschäftigt. Es ist nichts was ihn mit Begeisterung oder überschwänglicher Euphorie beträufelt. Eher mit Bedauern und Andacht. Zudem war der Aufenthalt in der Krypta nicht gerade angenehm. Der Geruch von faulendem Fleisch toter Kadaver paarte sich mit dem stickigem süßlichem Duft der brennenden Duftstäbchen. Das.. über den gesamten letzten Wochenlauf einen Großteil seiner Zeit ertragen zu müssen ist noch weniger als Unangenehm. Und irgendwie treibt dieser andauernde stickige Duft der Stäbchen Schmerzen in seinen Kopf, doch wäre der faulende Gestank ohne sie noch weitaus schwerer zu ertragen. Er bleibt selbst an seiner Garderobe haften, wenn er die Krypta dann des Nachtes mit den anderen Tempeldienern verlässt, welche die Erhabene ihm für diese Aufgabe zur Seite gestellt hat. Doch der Dienst an Herrn und Reich verlangt diesen Einsatz obgleich es müßige Kleinstarbeit ist die einzelnen Körperteile zu Säubern und an einem Großteil der Überreste die Fäulnis zumindest noch, bis nach der Totenmesse, im Rahmen zu halten. Mehrere Catuli gehen dem Vicarius bei der Säuberung der einzelnen Leichenteile zur Hand. Die verschiedenen Körperteile müssen zuerst mittels einer klaren Flüssigkeit von Schlamm, Sand und anderem Unrat gesäubert, ehe sich überhaupt in einer Art und Weise ermitteln lassen kann, welches Teil zu welchem Torso gehört.
Er hatte vorsorglich von einem der Catuli leere, hölzerne Eimer heranschaffen - und diese überall an den Seiten des Kryptaraumes abstellen lassen, damit die jungen Tempeldiener nicht noch die ganze Arbeit, welche bereits in die Säuberung der Leichenteile geflossen war, zunichte machen falls diese sich in Zuge dessen übergeben mussten. Lang blieben sie nicht leer. Dieser Anblick war nichts für jeder Mann. Es boten sich ihnen abgehackte Köpfe, bei denen hier und da Maden aus den Augen fielen, weil die Fäulnis schon nach innen gedrungen war. Hier und da lagen abgetrennte Extremitäten, übersäht mit Wunden in welchem sich so manches Mal schon Ungeziefer eingenistet hatte. An so manchen Torso waren tiefe Schnittwunden erkennbar.. an einem sogar ragte eine Rippe aus der unteren linken Seite heraus. Man konnte gut sehen, dass die Haut dort irgendwann nachgegeben hatte und unfein aufgeplatzt war. Nur die wenigstens Körperteile waren weitestgehend unversehrt geblieben. Und dann dieser beißende Geruch.. der sich um dessen bereicherte, was die Catuli in die Eimer erbrachen.
Er hatte noch viel zu tun.. und die Nächte wurden nicht länger, ganz im Gegenteil.
