29. Hartung im Jahre 262
Nach Einweihung der Kapelle in Kronwalden machte ich mich auf den Weg nach Hause, nach Bajard. Auf dem Heimweg entschloss ich mich, bevor ich die Herberge aufsuchen wollte, zum Schmied Grauwolf vorbei zu gehen. Ich hatte Glück und traf ihn, sowie seine Frau, an, und während wir uns begrüßten, passiert etwas Seltsames.
Eigentlich war es stockdunkel, doch plötzlich wurde es heller und heller, das Licht schien aus dem Süden über Bajard einzubrechen, im Norden konnte man noch klar die Dunkelheit erkennen. Es war für mich fast so, als würde die Sonne scheinen, ein angenehmes Licht, aber auch sehr hell für diese Jahreszeit. Wir alle waren verwundert und deshalb entschied ich mich, zum Leuchtturm zu gehen, vielleicht konnte ich dort etwas erkennen. Als ich die Stufen hinaufgestiegen bin, konnte ich nichts Besonderes entdecken, so stieg ich die Stufen wieder herunter und machte mich abermals auf den Weg zum Schmied Grauwolf, doch dieser war im Begriff sein Haus zu schließen, und so verabschiedete ich mich von ihm, und machte mich noch einmal auf den Weg ins Handelshaus. Dort wollte ich vor dem Zubettgehen noch einmal nach den Hunden und dem Rechten schauen.
Am Haus angekommen, fiel mir sofort die hell leuchtende Laterne der Statue auf. Ebenso hielten sich Leute auf dem Steg auf, ich erkannte bei näherem Herantreten eine Frau (Charica stellte sich später heraus) Laina und Schanna und einen mir fremden Mann (Brasius stellte sich später heraus). Jener Mann wurde gerade von Schanna oder Laina, so genau kann ich mich daran nicht mehr erinnern, aus dem Wasser gezogen. Ich hörte wie er sagte, dass er sich von der Laterne der Statue angezogen gefühlt hatte und diese berühren wollte, was wohl aber nicht ging. Und dann geschah etwas, was mir normalerweise sicher Angst gemacht hätte, aber ich war imme rnoch vom Licht so angetan, dass ich es erst gar nicht richtig wahrgenommen hatte. An der Statue wallte plötzlich Nebel der sich immer mehr verdichtet hatte und eine Gestalt dort zu sehen war, eine Gestalt wie aus Nebel geformt und durchscheinbar, selbst die Schneeflocken fielen durch die Gestalt hindurch. Auf Zurufe reagierte die Gestallt nicht, man konnte aber erkennen, dass es sich um eine junge Frau handelte, die dort in nassen Gewändern stand und plötzlich herzerschütternd jammerte und bitterlich weinte, selbt mir schossen in diesem Moment die Tränen in die Augen, ich hatte das Gefühl als würde ich die Trauer und den Schmerz der Frau in mir spüren. Wir waren trotzalledem so gebannt, dass wir um uns herum nicht viel mitbekamen und so schnell wie die Frau erschienen war, löste sie sich auch wieder auf.
Schanna erzählte, das zuvor die Gestalt im Handwerkshaus aufgetaucht wäre und dort ebenfalls jämmerlich geweint hätte. Aber was da genau passiert ist, weiß ich nicht und ist mir an dem Abend auch nicht so bewußt geworden. Jedenfalls kam die Vermutung auf, dass es sich bei der Gestalt wohl um eine junge Frau oder Jungfrau handeln würde, die auf ihren Liebsten wartete, es sollte wohl eine Legende darüber geben. So entschieden wir uns, dass wir zum Totengräber gehen, um ihn mal danach zu fragen.
30. Hartung im Jahre 262
Wieder tauchte am Abend die Jungfrau auf und ebenfalls tauchten Beak Sankurio, eine Priesterin (?) und noch jemand vom Kloster auf. Als die Geisterfrau auftauchte, versuchte man sie mittels Gebete... Ja... Was versuchte man da eigentlich? Da ich davon nichts verstehe und auch nicht gefragt hatte, lass ich es mal so im Raum stehen. Die Jungfrau tauchte plötzlich auf dem Steg auf - zwischen Laina, Fay und Feliciana und ging dann in Richtung Norden zur Herberge Zur schlummernden Jungfrau. Einige von uns folgten ihr bis dorthin, dort angekommen hockte sie sich neben die Treppe in den Keller, es sah so aus, als würde sie sich an etwas lehnen was nicht da war oder wir nicht sahen. Wieder vermuteten wir, dass es sich um den Baum handeln musste, an dem sie sich lehnte und eingeschlummert ist. So wie sie erschien, so plötzlich verschwand sie auch wieder, einzig und allein die Wasserpützen und Tropfen blieben da. Schließlich kamen auch die Leute vom Kloster und Fay zum Handelshaus und besahen sich ebenfalls die Pfützen und stellten uns noch einige fragen.
Wir beschlossen, dass wir uns in der Herberge bei Frau Leuvenstein treffen wollten, dort war genug Platz zum besprechen. Fay kam ebenfalls dazu und brachte ein Buch mit, welches wohl in der Bucht angeschwemmt wurde. Vorsichtig öffnete sie das Buch und sie meinte, es könnte sich um das Tagebuch der Jungfrau handeln. Das Buch gehörte einer Frau - der Name fing wohl mit A an, mehr konnte man vom Namen wohl nicht entziffern. Fay las vorsicht daraus vor und ich versuchte ein wenig mitzuschreiben. Fay meinte aber auch, dass sie Abschriften machen wolle und uns allen eine zukommen lassen wollte. Jedenfalls stand da wohl drin, dass die Jungfrau auf die Rückkehr ihres Liebsten warten würde, oder auf eine Nachricht aus dem Meer. Eine Schaumgeborene oder ein Schaumgeborener hatte ihr wohl irgendwann mal was vorhergesagt, versprochen oder so, ich werde später nochmal näher drauf eingehen, wenn ich meine Aufzeichnungen sorgfältig abgeschrieben habe.
31. Hartung im Jahre 262
Heute erschien die Jungfrau nicht, aber dafür kamen diese Seelenfänger aus dem Westen und befragten uns - naja, sie befragten eher mich. Ich erzählte, was ich wußte, um sie nicht zu verärgern. Aber wir gingen dann nach einiger Zeit, als nichts passierte, weg und versuchten unser Glück am Hof Scherenbrück, und wir hatten Glück, Lairja Scherenbrück war da und öffnete uns auch. Wir erklärten ihr unser Anliegen und befragten sie nach der Jungfrau, dabei stellte sich heraus, dass auch sie hoffte, dass ihr Mann von See wieder nach Hause kam. Auch sie hat am höchsten Baum auf dem Hof eine Laterne für ihren Mann aufgehängt. Dann erzählte sie uns über die Jungfrau was sie wußte, aber konnte uns nichts Neues oder Anderes sagen. Dann gingen wir wieder zum Steg, dort trafen wir auf Feliciana und Sophia, sie waren gerade dabei irgendein komisches stinkendes Fleisch aus dem Wasser zu fischen oder sich darüber zu unterhalten. Irgendwer hatte es da wohl reingeworfen, warum auch immer, mit einer feinen Reuse, die ich aus unserem Haus holte, versuchten sie, dieses widerliche Fleisch herauszufischen.
01.Eisbruch im Jahre 262
Wie an jedem Abend seit dem ersten Erscheinen der Jungrau, kamen wir auch heute wieder, doch auch am heutigen Tage tauchte sie nicht auf, stattdessen tauchten die Anhänger Krathors wieder auf, aber zuvor kam eine Elfe die sich von uns ebenfalls die Vorkommnisse erläutern lies. Nach einigen Worten hin und her verließen aber die Anhänger Krathors und ebenfalls die Elfe Bajard ohne weitere Vorkommnisse.
Für uns stand aber fest, wir wollen der Jungfrau helfen, wie das wußten wir noch nicht so genau. Wir das heißt, Schanna, Laina, Feliciana und ich wollen weitere Informationen versuchen einzuholen von den alteingesessenen Bajards. So wird hoffentlich bald aus einer unglücklichen Legene eine Legende mit einen erfreulichen Ende.
[MMT]Geisterfrau oder die schlummernde Jungfrau von Bajard?
- Maria Wildschuetz
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- Registriert: Donnerstag 25. Oktober 2018, 00:07
- Maria Wildschuetz
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Ein paar Tage beobachete sie noch sehr aufmerksam die Statue in der Bucht von Bajard, sie hatte es vom Handelshaus schließlich nicht weit, es reichte sogar ein Blick aus dem Fenster. Was erwartete sie jeden Tag aufs Neue, diese Frage stelle sie sich, neben vieler anderen Fragen.
Doch nachdem nichts passierte und sich die Landschaft langsam vom Schnee befreit hatte, machte sie sich für einige Tage auf den Weg in den Norden, dort wollte sie versuchen Hinweise auf den vermissten Mann zu finden, der angeblich die Jungfrau am Baum schlummernd vorfand und dann seine Reise weiter nach Norden fortsetzte. Und noch eine Frage, wohin und wieweit nach Norden?
Schließlich drehte sie nach ein paar Tagen wieder um und begab sich wieder nach Bajard, doch immer wieder fiel ihr Blick zum Steg.
Doch nachdem nichts passierte und sich die Landschaft langsam vom Schnee befreit hatte, machte sie sich für einige Tage auf den Weg in den Norden, dort wollte sie versuchen Hinweise auf den vermissten Mann zu finden, der angeblich die Jungfrau am Baum schlummernd vorfand und dann seine Reise weiter nach Norden fortsetzte. Und noch eine Frage, wohin und wieweit nach Norden?
Schließlich drehte sie nach ein paar Tagen wieder um und begab sich wieder nach Bajard, doch immer wieder fiel ihr Blick zum Steg.