Am 09. Goldblatt 261 hatte alles angefangen oder vielmehr hatte diese ganze Reise in die Vergangenheit damit angefangen, dass sie nur zufällig ins Rathaus gestolpert kam und die Statthalterin nähend vorfand. Sie wartete darauf, dass die Gefangene erwachte. Eine Gefangene? Seit wann? Was war vorgefallen? Sie sollte einmal nachsehen, doch da schlief sie noch. Später dann wachte jene Frau auf und wirkte, als würde sie in einer ganz anderen Welt wandeln. Fasziniert und auf eine eigene Art und Weise beängstigt, stierte sie sie an, wie sie da in ihren Ketten saß und vor sich ihr irres Grinsen grinste. Es war als würde man einen Nebel beobachten, sie war anwesend und gleichzeitig auch nicht. Was nur musste geschehen sein, dass sich ein Geist so sehr verwirrte? Nach einiger Zeit aber hatte sich die junge Frau eingestehen müssen, dass es manchmal gar nicht viel brauchte, wenn man schwach war und diese Schwäche nicht erkannte. Sie kannte es schließlich nur allzu gut aus eigener Erfahrung…
So nahm der Abend seinen Lauf und sie vergaß, dass sie eigentlich schon lange hatte gehen wollen, so gebannt war sie von dem wahnsinnigen Spiel des Geistes, welcher Abgründe offenbarte, in die sie selber nie hineingesehen hatte. Das melodische Klirren der Ketten hörte man durch das Glas, auch die sehnsüchtigen, verzweifelten Schreie der Frau dahinter, die aus vollem Leibe nach ihrem Meister rief. Und dann, so schien es, sang sie irgendwelche Lieder, vermutlich aus Gründen, die allein nur sie kannte. Noch ahnte die Schneidersfrau nicht, wann jene Klänge erneut an ihr Ohr dringen würden und ebenso wenig, was es bedeuten konnte, wenn man Wissen besaß. Irgendwann ging sie schließlich, noch immer beeindruckt von der Frau in der Zelle, nur um aus ihrem Hause immer einmal wieder die Wand anzustarren, hinter der das Rathaus und somit sich auch die Frau befand. Lameriast. Shessidyr, Burg Eisenwart…. Alles Begriffe, die sie noch nie gehört hatte… lediglich Lameriast hatte sie auf dieser ominösen Kugel im Hort sehen können, jene war 249 im Monat Schwalbenkunft entdeckt worden. Doch das war alles, was sie bisher davon gehört oder gelesen hatte. Doch wieso? Wenn so ein Ereignis so öffentlich festgehalten wurde, warum konnte man dazu keine weiteren Hinweise, Aufzeichnungen und dergleichen finden? Gab es noch Zeugen jener Zeit?
Wie sich dann am Tag darauf feststellen sollte, gab es sie, abgesehen von Shessidyr: Den Knappen Rabenstein. Er hatte sie aus unerfindlichen Gründen am Steg aufgesucht, während sie beim Angeln war und ihr Zubrot verdiente. Auf Nachfragen begann er ein wenig davon zu erzählen als auch von sich selbst. Man konnte ihm gut lauschen, denn er wusste, wie man zu erzählen hatte. Jedes Wort, jede noch so kleine Information wurde aufgesogen und verinnerlicht wie sie es auch mit den Predigten und Unterrichten im Tempel oder in anderen, für sie wichtigen oder besonders interessanten Gesprächen getan hatte… Burg Eisenwart, Khazkal, Burgherr… neue Begriffe und ein Teil der Geschichte, die auch ein Teil der hiesigen Geschichte gewesen sein musste, schien es ihr doch, dass das Verhältnis zwischen Rahal und der Burg angespannt war. Waren es Gläubige, die dort wohnten? Immerhin schien Shessidyr in ihrem Wahn dennoch dem Herrn ergeben zu sein.
Und so war der kleine Funken, der sich eingenistet hatte, in ihrem Geist mit Zunder gefüttert worden, der Eifer, den sie bei so manchen Dingen an den Tag legte, geweckt und das Interesse und die Neugierde geschürt. Ein Teil der Geschichte, zu dem es scheinbar keine großen Aufzeichnungen mehr gab, wollte geschrieben werden. Sie war nur zu willens, diese Reise auf sich zu nehmen und die Berichte zusammenzutragen. Unsichtbare Erinnerungen zu sammeln und zu einen, sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, denn auch aus scheinbar unwichtigen Dingen konnte sich so manchmal etwas Wichtiges für die Zukunft verbergen, mochte es noch so klein und unbedeutend sein. Hier nur ein einzelnes Wort, da eine einzelne kleine Tat. Oh, sie wusste nur zu gut, wie eine einzelne, unbedeutende Entscheidung zu etwas Größerem heranwachsen konnte. Sie wusste, dass das Bedeutende manchmal nur im Kleinen, im Unscheinbaren oder auch Geheimen stattfand und doch Wurzeln schlug, die sich mit anderen verbanden.
Die Reise konnte beginnen…So nahm der Abend seinen Lauf und sie vergaß, dass sie eigentlich schon lange hatte gehen wollen, so gebannt war sie von dem wahnsinnigen Spiel des Geistes, welcher Abgründe offenbarte, in die sie selber nie hineingesehen hatte. Das melodische Klirren der Ketten hörte man durch das Glas, auch die sehnsüchtigen, verzweifelten Schreie der Frau dahinter, die aus vollem Leibe nach ihrem Meister rief. Und dann, so schien es, sang sie irgendwelche Lieder, vermutlich aus Gründen, die allein nur sie kannte. Noch ahnte die Schneidersfrau nicht, wann jene Klänge erneut an ihr Ohr dringen würden und ebenso wenig, was es bedeuten konnte, wenn man Wissen besaß. Irgendwann ging sie schließlich, noch immer beeindruckt von der Frau in der Zelle, nur um aus ihrem Hause immer einmal wieder die Wand anzustarren, hinter der das Rathaus und somit sich auch die Frau befand. Lameriast. Shessidyr, Burg Eisenwart…. Alles Begriffe, die sie noch nie gehört hatte… lediglich Lameriast hatte sie auf dieser ominösen Kugel im Hort sehen können, jene war 249 im Monat Schwalbenkunft entdeckt worden. Doch das war alles, was sie bisher davon gehört oder gelesen hatte. Doch wieso? Wenn so ein Ereignis so öffentlich festgehalten wurde, warum konnte man dazu keine weiteren Hinweise, Aufzeichnungen und dergleichen finden? Gab es noch Zeugen jener Zeit?
Wie sich dann am Tag darauf feststellen sollte, gab es sie, abgesehen von Shessidyr: Den Knappen Rabenstein. Er hatte sie aus unerfindlichen Gründen am Steg aufgesucht, während sie beim Angeln war und ihr Zubrot verdiente. Auf Nachfragen begann er ein wenig davon zu erzählen als auch von sich selbst. Man konnte ihm gut lauschen, denn er wusste, wie man zu erzählen hatte. Jedes Wort, jede noch so kleine Information wurde aufgesogen und verinnerlicht wie sie es auch mit den Predigten und Unterrichten im Tempel oder in anderen, für sie wichtigen oder besonders interessanten Gesprächen getan hatte… Burg Eisenwart, Khazkal, Burgherr… neue Begriffe und ein Teil der Geschichte, die auch ein Teil der hiesigen Geschichte gewesen sein musste, schien es ihr doch, dass das Verhältnis zwischen Rahal und der Burg angespannt war. Waren es Gläubige, die dort wohnten? Immerhin schien Shessidyr in ihrem Wahn dennoch dem Herrn ergeben zu sein.
Und so war der kleine Funken, der sich eingenistet hatte, in ihrem Geist mit Zunder gefüttert worden, der Eifer, den sie bei so manchen Dingen an den Tag legte, geweckt und das Interesse und die Neugierde geschürt. Ein Teil der Geschichte, zu dem es scheinbar keine großen Aufzeichnungen mehr gab, wollte geschrieben werden. Sie war nur zu willens, diese Reise auf sich zu nehmen und die Berichte zusammenzutragen. Unsichtbare Erinnerungen zu sammeln und zu einen, sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, denn auch aus scheinbar unwichtigen Dingen konnte sich so manchmal etwas Wichtiges für die Zukunft verbergen, mochte es noch so klein und unbedeutend sein. Hier nur ein einzelnes Wort, da eine einzelne kleine Tat. Oh, sie wusste nur zu gut, wie eine einzelne, unbedeutende Entscheidung zu etwas Größerem heranwachsen konnte. Sie wusste, dass das Bedeutende manchmal nur im Kleinen, im Unscheinbaren oder auch Geheimen stattfand und doch Wurzeln schlug, die sich mit anderen verbanden.
