Mit Dringlichkeitsvermerk adressiert an die Geweihtenschaft der Temora zu Schwingenstein und mit einer Abschrift des Schreibens (siehe unten) versehen.
Die bevorstehende Weihe der neuen Kapelle in Kronwalden rückt näher und es erfreut mein Herz ungemein, dass dieses schmucke, kleine Gotteshaus im Herzen meines Lehens nun bald willkommen geheissen wird.
Gleichwohl betrüblich finde ich einige Entscheidungen, die die Kirche gefällt zu haben scheint, was das Interieur angeht.
Mir will kein Grund einfallen, warum eine Nachbildung des Schwertes der Temora nicht ausgestellt werden sollte, schließlich ist das Schwert der Ritterlichen ein Gegenstand, der dem Wohl und Wehe unseres Volkes oftmals geholfen hat. Aber das ist nicht der strittige Punkt meines Schreibens und ich beuge mich hier der Weisheit der Temoranischen Kirche, wenngleich eine Begründung mir sicher weiterhelfen würde.
Was jedoch nicht wirklich auf mein Verständnis stößt ist die Ablehnung eines Geschenks aus Menek'Ur, weil es als zu groß betitelt wurde. Vergleichen wir wirklich, wie groß die einzelnen Statuen sind oder können wir auch ohne derartige Vergleiche akzeptieren, dass dies eine Kapelle ist, die Temora geweiht ist aber eben auch Eluive, so wie es der vielfache Wunsch meiner Bevölkerung war? Müssen wir den Wert aufrechnen so mag die Temorastatue, die auf dem Altar einen besonderen Platz erhalten soll, den Wert einer Statue aus Sandstein auf den ersten Blick doch ziemlich deutlich in den Schatten stellen, stammt sie doch aus Mithrill, dem heiligen Metall unserer Freunde aus dem Götterberg.
Das Euch beigefügte Schreiben stellt mich vor eine unmögliche Position und ich verstehe, warum das stolze Wüstenvolk durchaus beleidigt ist. Denn auch ich hatte keinerlei Probleme damit, dass die eine Statue größer ist als die andere.
Im Zuge dessen möchte ich Euch dringlichst darum bitten, dass die Kirche ihre Pläne hier dem Wunsch der Kronwaldener (die derartige Vergleiche nicht einmal angestellt haben) unterordnet und die ursprüngliche Statue zulässt. Es läuft doch letztlich darauf hinaus, dass diese Kapelle ein Ort von Andacht, Glaube, Freude und Zusammenkunft sein soll. Müssen wir da wirklich werten?
Ich darf Euch versichern, dass niemand den Wert des Temoraglaubens deswegen geringer sehen wird in Kronwalden. Dafür stehe ich mit meinem Eid als Vasall der Krone schließlich ein.
Mit den besten Segenswünschen verbleibe ich auf eure baldige Antwort hoffend
-Freiherr-
*Siegel*
Maheen Ayat Azeezah hat geschrieben:
„Salam Aleikum, ehrenwerter und geschätzter Freiherr Arenvir von Kronwalden.
Bei unserem letzten Gespräch unter der abendlich sinkenden Wüstensonne unterhielten wir uns bei einem belebenden Mocca über die Kapelleneinweihung in Kronwalden und des unglücklich verpassten Involvierens der menekanischen Geweihten der All-Mara, deren Volk sich am Kapellenbau beteiligte. Umso erfreuter war ich, als ihr Euch persönlich für eine Beteiligung der Geweihtenschaft der Mutter bei der Kapellenweihe ausspracht – ein bescheidener Nebenakt in Form der Segnung der gestifteten Statue der All-Mara.
Die gespendete Statue, ein Geschenk des menekanischen Volkes, wurde vor Monden (Ende Searum des letzten Jahreslaufes) auf Bitten der werten Taliara Levar, die an unseren ehrenwerten Sajneen Adal Yazir herantrat in Abstimmung mit dem Tempel bei der begabten Blüte Yousra Kadija Falah in Auftrag gegeben – jene fertigte bereits mehrmals Kunstwerke aus Stein und Glas im Auftrag des Tempels und auch des Erhabenen.
Die Statue wurde nach den wohlüberlegten Vorgaben der Geweihtenschaft gefertigt – eine Sandsteinstatue der Eluive, die eine Wasserschale in den Händen hält.
An sich relativ schlicht ausfallend, aber vorrangig den fruchtbaren, lebenserquickenden Aspekt der Mutter betonend, da uns dies für eine Kapelle im ländlichen Kronwalden als überaus stimmig erschien.
Der Ehrenwerte Sajneen hat sich an der finalen Ausgestaltung der Ornamentverzierungen der Schale beteiligt und jene unter Janitschar-Schutz nach Kronwalden bringen lassen.
Um mich, nach Rücksprache mit der hochgeschätzten Haatim, auf die Segnung der Statue vorzubereiten, habe ich die Kapelle besucht – bei meinem letzten Besuch stand sie bereits, einzig die Innenausgestaltung fehlte. Ich darf bekunden, dass sie mir sehr gefällt.
Betrüblicherweise konnte ich nirgendwo die eigens für die Kapelle angefertigte und geschenkte Statue entdecken – einzig eine Statuette Eluives aus Sandstein, deren Ursprung ich nicht kenne.
Sie wurde jedenfalls weder vom Herrscherhaus, den Wesiren oder dem Tempel in Auftrag gegeben, noch wurden jene Personen oder Institutionen nach meinem und Adals Wissenstand informiert.
Vielleicht könntet Ihr da etwas Erkenntnis hineinbringen und wisst mehr über den Verbleib der Statue der Eluive? Wurde sie gar verschmäht und durch die Statuette ersetzt?
Ich bedanke mich im voraus für Eure Mühen und Euer Verständnis als langjähriger Kenner und Freund des stolzen menekanischen Volkes für die uns heiligen Gepflogenheiten des Schenkens.
Mit verbundenen Grüßen und dem Segen der All-Mara.
25. Hartung 262
Schwingenstein,
Kloster der Lichteinigkeit
Der Lichtherrin Segen mit Euch, Freiherr von Kronwalden.
Dass Ihr in jener Frage des Schwertes der Geweihtenschaft Temoras in ihrer weisen Entscheidung vertraut erfreut uns wahrlich zu lesen und wir anerkennen die Prüfung, die es für Euch darstellt – insbesondere, da Ihr von diskussionsfreudiger Natur seid. So dürft Ihr weiterhin darauf vertrauen, dass die Kirche Temoras hier die Interessen der Gläubigen wahrt, gleichwohl es Euch nicht direkt ersichtlich scheint in der Konkurrenz zu Euren Wünschen für die Kapelle im beschaulichen Kronwalden.
Was die schöne Statue Eluives betrifft wäre es Euch gewiss verständlicher, wenn Ihr der Begehung mit Vogtin van Salberg und uns in der Kapelle hättet beiwohnen können. Uns – der Geweihtenschaft Temoras – ist nicht bekannt, dass die Kapelle beiden Gottheiten gleichgestellt geweiht werden würde, sondern lediglich, dass Eluive als Schöpferin und Mutter Temoras ein angemessener Platz zuteilwerde, im wohlwollen der Kirchen und Bürger. Dass die Statuen von Mutter und Tochter in ihrer Ikonographie gleichwertig gegenüber stehen wäre doch das erstrebenswerte, zu vermittelnde Bild. Eine genauere Begründung bezüglich der Größendarstellung könnt Ihr einem Schreiben an Eure Vogtin entnehmen.
Seid Ihr nicht, Euer Hochgeboren, für die Organisation und Planung des Kapellenbaus und der Einrichtung verantwortlich und hättet bei der Beschaffung der Statuen darauf achten müssen, gegeben falls Rücksprache mit jenen halten müssen, die vertraut sind mit der Ausstattung von Temora geweihten Räumlichkeiten? Ich bin mir sicher, dass Ihr die dem Adel angemessene Größe beweisen werdet keinen Zwist zwischen der Temorakirche und dem Tempel der Eluive aufkommen zu lassen – zum Wohle jener, welche auf die Einigkeit der Lichten Gottheiten angewiesen sind in jenen düsteren Zeiten und in Anbetracht Eurer verantwortungsvollen Rolle in jener Angelegenheit.
Auch wenn Ihr den Bürgern Eures Lehens nachsagt kein Verständnis für Ikonografie zu besitzen oder dieser gleichmütig gegenüber zu stehen, hegen wir großes Vertrauen in die hiesige Gemeinde, dass sie jenes auch uns in jener Entscheidung schenken und sich nicht gezielt aufbegehren lassen.
Möge Temoras Licht Euch schützen und bewahren,
Für die Geweihtenschaft Temoras
- Vorstand des Klosters der Lichteinigkeit -
-Priesterin der Lichtherrin Temora-
Euer Interesse an den Verwaltungsabläufen in Kronwalden nehme ich mit Freuden zur Kenntnis, darf Euch jedoch beruhigen. Dort geht alles seinen geregelten Gang und etwaige Schuldzuweisungen erscheinen unnötig.
Um so etwas wie einen durch Euch befürchteten Zwist zwischen Temorakirche und Eluivetempel von vornherein auszuschließen, verfahre ich also wie folgt:
Das Interieur der Kapelle bleibt, wie es aktuell ist. Die große Eluivestatue wird allerdings draußen neben dem Eingang aufgestellt. Für die linke Seite der Tür besorge ich, sobald meine Zeit es zulässt, einen adäquaten Konterpart in Form einer gleich großen Temorastatue. Eine Realisierung erscheint bis zur Weihe eher zweifelhaft, aber ich glaube, die gute Absicht muss hier erst einmal genügen.
Damit wäre diese Problemstellung gelöst.
Was nun euren Brief an meine Vogtin anbelangt. Ich bitte mir doch im Rahmen der gerade gezeigten Kompromissbereitschaft aus, 5 Minuten für einen Segen für diese Statue in der Zeitplanung zu berücksichtigen. Meine eigene Rede halte ich ohnehin kurz und somit dürfte Zeitverzug kaum die Gefahr sein.
Kloster der Lichteinigkeit zu Schwingenstein,
den 29. Hartung 262
Der gütigen Herrin zum Gruß Hochgeboren von Kronwalden,
im Namen ihrer Hochwürden Hohenhain möchte ich Euch hiermit über den Ablaufsplan für heute Abend informieren. Wir hoffen, dass man darin nun keinen Grund zur Kritik mehr finden mag, sodass der Abend in einem dem Anlass angemessenen Rahmen stattfinden kann. Die Kirche Temoras sieht dem trotz der Umstände bereits mit Vorfreude entgegen. So bleibt zu hoffen, dass auch viele Gläubige die Mühe von einem Jahr Planung und Bau einiger fleißiger Bürgerinnen und Bürger zu schätzen wissen, und Zeugen dieses freudigen Ereignisses werden können.
ABLAUFPLAN - 29.01.262
19. und eine halbe Tagesstunde: Die Glocke wird von den Kronwaldenern in der Kapelle angebracht und läutet dann zur Erinnerung an die bald startende Weihe. [ooc: Worldemote]
20. Tagesstunde: Beginn der Messe in der Kapelle mit folgendem Ablaufplan.
Begrüßung/Rede zum Bau (A. v. Kronwalden)
Anrufung
Gebet
Predigt
Weihe der Kapelle (Kirche Temoras)
Segen Eluives (Tempel Eluives)
Abschlusssegen Temoras
21. und eine halbe Tagesstunde spätestens: Ausklang des Abends vor der Kapelle bei Speis und Trank
Durch die Vogtin drang an uns, dass Ihr Euch mit Eile darum kümmert, dass eine große Statue der Herrin noch ihren Weg zur Kapelle findet, um ein adäquates Gegenstück zu jener der Schöpfermutter zu bilden. Sollte das zu heute Abend noch funktionieren, können wir beide großen Statuen auch noch aufstellen, ohne Unmut bei einer Partei zu provozieren. Sollte es nicht so schnell klappen, sollte die große Statue Eluives aus bereits bekannten Gründen auch noch nicht aufgestellt werden. Die Kirche würde es begrüßen, könnte man diesen Umstand im Zweifel erst nach der Weihe in entsprechend beteiligter Runde besprechen, um den Glaubensgemeinden den Zwist nicht vorzuführen, und ihnen stattdessen den Abend in wohlwollender Erinnerung zu belassen.
Der Herrin Licht erhelle Euch stets den Pfad, auf dem Ihr wandelt. Temora beschützt!
Für die Geweihtenschaft Temoras
gez. Diakon
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