Die Alraunenwurzel wächst bis zu vier Fuss tief in die Erde und ähnelt, ihrer Verzweigungen wegen, an eine menschliche Gestalt. Seit alters her ist sie daher sagenumwoben.
Die im Durchmesser zwei bis vier Fingerbreit großen, violetten Blüten wachsen aus der Rosette heraus, die bei voller Reife zu orangerote Früchten werden, die von der Größe eines kleinen Apfels sind und unangenehm riechen, in diesem Stadium kann man die Alraune ernten, egal ob man sie selbst anbaut oder
wild wachsend findet.
Die Alraune ist eine Giftpflanze, Sowohl die Blätter als auch Blüten und Wurzel sind zu jeder Zeit giftig! Durch starke Verdünnung aber, kann man, wie bei jedem anderen Gift auch, die positiven Eigenschaften der Pflanzensäfte und -bestandteile erreichen.
So erhält man, ein stärkendes Tonikum aus Wurzelsaft der vollreifen Pflanze, indem man diesen mehrmals stark verdünnt aufkocht.
Auch die Zeit der Ernte ist hier ein wichtiger Faktor.
Die Alraune bildet im Unreifen Zustand weitaus giftigere Säfte in Blättern und Blüten, als auch in der Wurzel selbst, diese erlauben die Herstellung der betäubenden Sude und Tinkturen.
Als milder Tee verabreicht beruhig Alraune den Magen, aber auch die Leber nach zu starkem genuss von Alkohol.
Es gibt allerlei kurioses üder die Alraune zu hören, doch so lange ich nun schon der Kräuteraufzucht nachgehe kann ich nicht behaupten, dass etwas davon der Wahrheit entspricht.
So sagt man zum Beispiel, daß vor dem Ausgraben der Wurzel, mit einem Schwert dreifache Kreise um die Pflanze gezogen werden müssten, sodann die Pflanze am Schweif eines schwarzen Hundes angebunden werden müsse, welchen man aus sicherer Entfernung zu sich locken könne, auf dass dieser so die Alraunenwurzel aus der Erde zöge und somit den Hund das Unglück ereile, das mit der Ernte einher geht.
Oder man müsse die Wurzel mit Urin und Jungfernblut befeuchten, ansonsten ließe sie sich nicht aus der Erde ziehen.
Noch heute kann man Kräuterweibchen finden die einem erzählen wollen, dass nur in Mondnächten zur Sonnenwende die Wurzeln ausgegraben werden können, die, nach alter Vorstellung aus den Tränen von Erhängten wächst. Eine grausame Vorstellung, dass auf beinahe jedem Bauernhof demnach schon mindestens Einer hätte erhängt werden müssen.
Doch so sehr man diese Gerüchte auch widerlegen kann so bleibt die Alraune im einfachen Volk eine mystische, magische und mit Aberglauben behaftete Pflanze, die dem Besitzer Glück und Reichtum bringen soll.


