Donnernd kam das Geröll den Abhang hinunter, im letzten Moment konnte Dwarkasch ausweichen, was bei seinem beleibten Körper sicher alles andere als grazil anmutete. Die Hälfte seiner Ausrüstung hatte er auf dem zurückliegenden Weg bereits verloren und ihm stand noch immer ein langer Anstieg bevor. Schnaufend und keuchend schob er sich die engen dunklen Gänge nach oben, dabei immer das Ziel vor Augen. Lange genug war er in den tiefen Stollen des Nilzadan herumgeirrt, seine Biervorräte hatten sich schon vor Ewigkeiten dem Ende zugeneigt und er hatte auch genug von Ogeraugen und Zweikopfhirn, so kämpfte er sich nach und nach zur Stadt an der Oberfläche. Er hoffte an der Oberfläche noch einige Felshammer zu finden, war der Zusammenhalt der Sippe doch das wichtigste. In den tiefen konnte er leider keine Felshammer ausmachen, war das Areal auch viel zu weiträumig um irgendjemanden zu finden.
Dwarkasch war ein kräftig gebauter Kalure er war gut trainiert doch fehlte ihm noch viel zur Perfektion, sein ganzer Stolz war sein Bart sein schwerer Hammer und sein Weib, böse Zungen behaupten das wäre auch die Reihenfolge, doch auf sein Weib lies er nichts kommen! Die Lieblingswaffe trug er stets auf dem Rücken, jederzeit zum Griff bereit. Es war ein mächtiger Hammer aus reinem Mithrill, aufwendig war er verzieht und er überragte den kleinen kräftigen Kaluren um gutes Stück. Liebevoll kümmerte er sich um den Hammer, fast so liebevoll wie um seine Frau, auch wenn diese ihm immer vorwarf den Hammer mehr zu lieben als sie. Na wenigstens meckerte der Hammer nicht, was ein echter Vorteil war. Sein Bart war aufwendig geflochten und mit funkelden Mithrillblättchen verziehrt. Auch im Umgang mit Äxten war Dwarkasch geschult. Er wurde als Krieger ausgebildet und schwor sich, sein ganzes Leben für den Schutz des Berges zu geben, stolz sollte Cirmias auf ihn niederschauen das war sein steter Ansporn. Er wusste auch das Cirmias ihn sicher in die oberen Stollen führen würde, dort könnte er seiner Aufgabe sicher besser nachgehen als in den Tiefen.
Schwierig und kräftezehrend war der Aufstieg, immer mehr an Gewicht verlor er während des Weges. Sein Bauch schrumpfte und so schrumpfte auch seine Kraft, er war fast am Ende seiner Kräfte, doch er wusste das er es fast geschafft hatte. Er konnte jetzt nicht aufgeben, nicht so kurz vor dem Ziel. Mit letzter Kraft schleppte er sich weiter, sein Durst nach Bier war unbeschreiblich groß, er betete zu Cirmias und bat ihn seine Qual endlich zu beenden. Cirmias schien ein einsehen mit ihm zu haben, zwei kurvige aufstiegen waren es noch, da blendete ihn das Feuer einer steinernen Kohleschale. Aus der Ferne drangen die Hammerschläge der Schmiede an sein Ohr. Unter dem mittlerweile zerzaustem Bart, machte sich ein Grinsen auf seinen Lippen breit. Endlich hatte er es geschafft, er war in Nilzadan angekommen. Die Strapazen der vergangenen Monate oder Jahre war mit einem Schlag vergessen und in seinen Körper schien allein durch den Gedanken daran wieder ein wenig Kraft einzukehren. Er rannte los und folgte dem Klang der Schmiedehämmer, es dauerte nicht lange da sah er schon seine Brüder und Schwestern an den heißen Essen stehen, das heilige Erz verarbeitend.
Als die ersten den ausgemergelten Kaluren sahen, unterbrachen sie sofort ihre Arbeit und machten sich bewaffnet mit Bier und Essen auf den Weg zu ihm. Gierig, doch mit dankbarkeit im Blick schnappte er sich den erstbesten Bierkrug und leerte ihn direkt in einem Zug, auch das Essen verschlang er, bevor er gleich den Nächsten Krug leerte. Dwarkasch saß auf dem Boden, die anderen Kaluren halfen ihm wieder auf die Beine und brachten ihn in die Nächste Taverne. Dort konnte er sich erst einmal ausruhen und wieder zu Kräften kommen, das war auch bitter nötig nach diesem Marsch.