Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch betrat Angelina das Haus.
Sie war dorthin zurückgekehrt, wo sie vor Wochen aufgebrochen war. Doch das Haus war leer. Wie hätte sie auch etwas anderes erwarten können… schalt sie sich.
Ihr Weg führte sie sofort hinauf ins Schlafgemach und sie ließ sich dort ein heißes Bad ein. Als sie sich in die wohlige Wärme des Wassers gleiten ließ, schloss sie die Augen.
Der Anblick des breiten Bettes hatte Erinnerungen in ihr wachgerufen.
Erinnerungen, die sie schmerzten... mehr, als sie geglaubt hatte.
Wäre sie doch nur nicht an jenem Morgen in den Wald gegangen, sondern in dem warmen Bett bei ihrem Mann geblieben, dann wäre jetzt alles anders.
Oder nicht?
Die Zweifel an sich und die Suche nach der Schuld an ihrem ganzen Unglück schnürte ihr das Herz zusammen.
Was hatte sie nur falsch gemacht?
In frischen Kleidern und nach Seife duftend war sie dann nach unten in den Garten gegangen.
Langsam wandelte sie von Blumenstaude zu Blumenstaude. Wie schön sie noch blühten!
Als sie ein Pferd sich nähern hörte, schaute sie angstvoll, auch erwartungsvoll nach dem Reiter.
Es war nicht Rafael… es war Halungar.
Der junge Mann war erfreut, sie zu sehen, wirkte aber dennoch besorgt. Er kam zu Angelina in den Garten und bot sich als Gesprächspartner an.
Offensichtlich war ihr anzusehen, dass sie Kummer hatte und nachdem er ihr versprach, über das Gespräch zu schweigen, offenbarte sie sich ihm.
Als Halungar sich verabschiedet hatte, hätte Angelina nicht sagen können, wie es dazu kam, doch hatte der junge Krieger sie mit seinen diskreten Fragen dazu gebracht, eine Vermutung zu hegen, wer Rafaels Geliebte war.
Nie im Leben würde sie Halungars Rat befolgen und zu ihrem Haus gehen, um nach Rafael zu fragen. Die Vorstellung trieb ihr den kalten Schweiß auf die Stirn.
Aber letztendlich bat sie den jungen Freund, am folgenden Tage beim Grafen vorzusprechen, um von ihm zu erfahren, wo sich ihr Gatte aufhielte. Sie war davon überzeugt, dass Graf Adrian wissen würde, wo Rafe sich befand. So könnte Halungar seinem Gildenlord mitteilen, dass Angelina ihn gern sprechen möchte.
Sie musste ihn sprechen.
Auch, wenn sie sich davor fürchtete…
Vor dem Schlafengehen nahm Angelina einen Schlaftrunk. Nicht sehr stark, aber als Vorbeugung, denn sie befürchtete, dass sie in dem großen Bett oben von Erinnerungen und Träumen geplagt werden würde.
In der Frühe...
-
Rafael de Arganta
Müde und nur langsam erwachend drehte er sich, die Frau in seinen Armen näher an sich ziehend, und das Gefühl genießend das ihm beim erwachen beschlich.
Glück.
Er sollte es nicht fühlen, nicht fühlen dürfen und doch...
Er war ausgelassen, ruhig, erfüllt wie selten in der letzten Zeit.
Kurz stieg Schuldbewusstsein in ihm hoch.
Nein es war nicht Angelina die er im Arm hielt, und irgendwann würde er seiner Frau gegenübertreten müssen, und er wusste nicht einmal was er ihr wirklich sagen sollte.
Liebte er sie nicht mehr? Ein Teil seines Herzen würde ihr immer gehören, das konnte er gar nicht abstellen, dafür hatte er sie zu sehr geliebt gehabt.
Und Felicitas?
Er hatte ihr nie gesagt das er sie liebte.
Bisher nur das er sich in die Harfnerin, die Frau verliebt hatte, denn etwas gab es das ihn noch hielt, die Worte aus zusprechen , die Worte in sich selber zu zu lassen.
Ihre Maske als Baronin.
In der sie so viele ab zu schrecken vermochte, samt ihm selber.
Sanft strich er der Felicitas über den Rücken die sich sofort enger an ihn schmiegte, und Rafael konnte nicht umhin sie zu küssen.
Das Zusammensein mit ihr, war wie ein Rausch dem er sich nicht entziehen konnte, nicht entziehen wollte.
Sie war jederzeit da für ihn.
Sie hatte ein Lied für ihn geschrieben ihm vorgetragen. Das sie ihn immer auffangen wollte, und das tat sie.
Jeden Tag, jede Minute da sie beisammen waren.
Ihre Ruhe, umgab ihn, half ihm er selber zu sein, so wie sie sie selber sein konnte in seiner Nähe.
Und er hoffte auch bald einfach so, ohne sich hinter der harten, unnahbaren, blasierten Baronin zu verstecken.
Vielleicht würde sie eines Tages Gefallen daran finden das die Leute sie als das sehen konnten als das er sie sah.
Die Harfnerin, die mit ihrer Musik die Welt verzaubern konnte, die Frau die sie war und die...
Er lächelte. Nein, das jedenfalls an das er jetzt dachte würde sein und ihr Geheimnis bleiben und würde er sicherlich nicht den Leuten zeigen.
Sie waren sich so ähnlich.
Offiziell und der Etikette Zoll zahlend, in der Öffentlichkeit... und doch auch froh wenn sich die Tür hinter ihnen schloss.
Er genoss jede Minute mit ihr.
Erneut überschattete der Gedanke an seine Frau seine Gefühle.
Er hatte ihr weh getan. Das wusste er ohne Zweifel.
Wie er es wieder gut machen konnte, vermochte er nicht zu sagen, konnte man es überhaupt wieder gut machen?
Vielleicht konnte sie einsehen das ihre immer währenden Streitigkeiten um ihrer beider Arbeit, die wenige Zeit die sie miteinander verbringen konnten, Teil der Schuld war für diesen Schritt.
So oft hatte er sie gebraucht. Jemanden zum Reden, jemanden der ihn auffing, aber das Schicksal wollte es oft das just zu diesem Zeitpunkt eine Geburt war oder irgendwo ein Junge vom Baum gefallen war.
Und wie hätte er selber sich anmaßen dürfen ihr zu verbieten ihre Berufung nach zu gehen.
Sie war so eine begnadete Heilerin.
Aber die Zeit da sie für sein Herz da gewesen war, hatte ihm nicht ausgereicht.
Er seufzte. Nein.
Eigentlich hatte er kein Recht darauf hier zu liegen und glücklich zu sein.
Aber er war es.
Glück.
Er sollte es nicht fühlen, nicht fühlen dürfen und doch...
Er war ausgelassen, ruhig, erfüllt wie selten in der letzten Zeit.
Kurz stieg Schuldbewusstsein in ihm hoch.
Nein es war nicht Angelina die er im Arm hielt, und irgendwann würde er seiner Frau gegenübertreten müssen, und er wusste nicht einmal was er ihr wirklich sagen sollte.
Liebte er sie nicht mehr? Ein Teil seines Herzen würde ihr immer gehören, das konnte er gar nicht abstellen, dafür hatte er sie zu sehr geliebt gehabt.
Und Felicitas?
Er hatte ihr nie gesagt das er sie liebte.
Bisher nur das er sich in die Harfnerin, die Frau verliebt hatte, denn etwas gab es das ihn noch hielt, die Worte aus zusprechen , die Worte in sich selber zu zu lassen.
Ihre Maske als Baronin.
In der sie so viele ab zu schrecken vermochte, samt ihm selber.
Sanft strich er der Felicitas über den Rücken die sich sofort enger an ihn schmiegte, und Rafael konnte nicht umhin sie zu küssen.
Das Zusammensein mit ihr, war wie ein Rausch dem er sich nicht entziehen konnte, nicht entziehen wollte.
Sie war jederzeit da für ihn.
Sie hatte ein Lied für ihn geschrieben ihm vorgetragen. Das sie ihn immer auffangen wollte, und das tat sie.
Jeden Tag, jede Minute da sie beisammen waren.
Ihre Ruhe, umgab ihn, half ihm er selber zu sein, so wie sie sie selber sein konnte in seiner Nähe.
Und er hoffte auch bald einfach so, ohne sich hinter der harten, unnahbaren, blasierten Baronin zu verstecken.
Vielleicht würde sie eines Tages Gefallen daran finden das die Leute sie als das sehen konnten als das er sie sah.
Die Harfnerin, die mit ihrer Musik die Welt verzaubern konnte, die Frau die sie war und die...
Er lächelte. Nein, das jedenfalls an das er jetzt dachte würde sein und ihr Geheimnis bleiben und würde er sicherlich nicht den Leuten zeigen.
Sie waren sich so ähnlich.
Offiziell und der Etikette Zoll zahlend, in der Öffentlichkeit... und doch auch froh wenn sich die Tür hinter ihnen schloss.
Er genoss jede Minute mit ihr.
Erneut überschattete der Gedanke an seine Frau seine Gefühle.
Er hatte ihr weh getan. Das wusste er ohne Zweifel.
Wie er es wieder gut machen konnte, vermochte er nicht zu sagen, konnte man es überhaupt wieder gut machen?
Vielleicht konnte sie einsehen das ihre immer währenden Streitigkeiten um ihrer beider Arbeit, die wenige Zeit die sie miteinander verbringen konnten, Teil der Schuld war für diesen Schritt.
So oft hatte er sie gebraucht. Jemanden zum Reden, jemanden der ihn auffing, aber das Schicksal wollte es oft das just zu diesem Zeitpunkt eine Geburt war oder irgendwo ein Junge vom Baum gefallen war.
Und wie hätte er selber sich anmaßen dürfen ihr zu verbieten ihre Berufung nach zu gehen.
Sie war so eine begnadete Heilerin.
Aber die Zeit da sie für sein Herz da gewesen war, hatte ihm nicht ausgereicht.
Er seufzte. Nein.
Eigentlich hatte er kein Recht darauf hier zu liegen und glücklich zu sein.
Aber er war es.
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Angelina de Arganta
Auf dem Balkon hatte sie den Tisch gedeckt. Feines Forellenfilet mit Beilagen und einen Auenfelder Spätlese zum Nachtisch. Die Kerzen auf dem Tisch flackerten bedenklich im sanften Abendwind, doch es würde gehen. Die feinen Gläser schimmerten und das Besteck blinkte.
Angelina nickte zufrieden und eilte leichtfüßig die Treppe hinab.
Sie hatte sich fein, aber sehr züchtig in goldweiß gekleidet, ihr Haar lose zu einem langen Zopf geflochten und den Ponny dezent über die Narbe auf der Stirn friesiert.
Das Gefühl, gut auszusehen, war ihr wichtig gewesen. Sie fühlte sich so schon entstellt und minderwertig.
Von einem geliebten Menschen zurückgewiesen zu werden, fiel wohl niemandem leicht.
Unten an der Treppe angekommen, stand sie Rafael gegenüber.
Einen Augenblick starrte sie ihn an. Er sah gut aus.
Dann hatte sie sich gefasst und begrüßte ihn freundlich.
Sie geleitete ihn auf den Balkon wie einen Gast… es lag wohl an seiner distanzierten Haltung, die sie in dem Moment vergessen ließen, dass es sein Haus, ihrer beider Zuhause war, in dem sie ihn empfing.
Schnell kam Rafael zum Grund seines Besuches, nachdem er die beiden Gläser auf Angelinas Wunsch mit Wein gefüllt hatte.
„Auf die Zukunft.“
Das Weinglas ein wenig erhoben prostete Angelina ihrem Gatten zu, der diesen Toast erwiderte. Sie wirkte ganz ruhig.
Dann jedoch eröffnete Rafael ihr sogleich, dass er ihr das Haus überschreiben würde und ihr monatlich einen stattlichen Betrag zum Leben zukommen lassen wolle.
Angelina war dankbar dafür, bedeutete es doch, dass sie mit Antares weiterhin ein Heim hatte.
Auch über die Ausbildung des Jungen sprachen sie und wurden sich schnell einig, dass Tari in Cathal’s Familie gehen sollte, um dort auf die Knappenzeit vorbereitet zu werden.
Das Gespräch wurde dann persönlicher und Rafael erklärte Angelina, warum er bei seiner Geliebten bleiben… die eheliche Gemeinschaft nicht wieder aufnehmen wolle.
„So kannst Du Deiner Berufung nachgehen, Angelina… und wir streiten nicht mehr wegen unserer Arbeit und der wenigen Zeit, die wir dadurch füreinander hatten…“
Es traf Angelina wie ein Faustschlag.
Sie hatten so vieles gemeinsam durchgestanden.. angefangen bei seinem Versuch, den Grafen zu ermorden, wobei sie einschreiten konnte.. ihren Teil dazu tun konnte, damit die Freundschaft der beiden wieder auflebte… bis hin zu der Suche nach ihm, als er entführt worden war und sie ihn liebevoll und glücklich, dass er noch lebte, aufgepäppelt hatte.
Sie hätte ihr Leben für ihn gegeben… doch nun entnahm sie seinen Worten, dass ihm die Liebe, die sie ihm geben konnte, nicht gereicht hatte.
Langsam bröckelte Angelinas Fassung.
Sie war am frühen Abend in der Kirche gewesen und hatte gebetet… war zur Ruhe gekommen. In Demut wollte sie das Leben, das ihr Temora ein zweites Mal geschenkt hatte, annehmen… auch mit dem Schmerz, der damit verbunden war.
Doch nun saß der Mann, dem immer noch ihre Liebe gehörte, vor ihr und konnte sie kaum ansehen.
Aus ihrer Rocktasche nahm sie einen geschliffenen Diamanten, ging zu ihrem Gatten hinüber und reichte ihm den Stein.
„Bitte nimm ihn… er soll Dir Glück bringen“ forderte sie ihn leise auf.
Rafael nahm ihn nur zögerlich, schloss dann jedoch seine Finger fest darum. Sie legte ihm sacht ihre Hand auf die Schulter…
Wie gern hätte sie sich zu ihm gebeugt und geküsst!
Er war ihr Mann! Doch er gehörte nicht mehr wirklich zu ihr.
Warum konnte es nicht mehr sein, wie es einmal war?
Tränen brannten in ihren Augen und sie ging zu ihrem Stuhl zurück.
„Vielleicht können wir zu Freunden werden“ schlug Rafael vor und Angelina sah ihn lange an.
„Noch bin ich Deine Frau, Rafe.“
Da Rafael seinen Ehering nicht mehr trug, brachte sie die Sprache nun darauf und fragte ihn, ob sie ihren auch ablegen solle.
„Das musst du entscheiden, Angelina“ war seine ausweichende Antwort.
Sie nahm ihren Ring ab und las die Gravur vor. „In Liebe Rafael, für immer der Deine“.
Sie steckte den Ring wieder an.
„Ich werde ihn weiter tragen. Ich habe weiter nichts getan… geändert… als zu überleben.“
Rafael begehrte auf. „Das hat damit doch nichts zu tun! Du hörst Dich an, als mache Dir jemand einen Vorwurf daraus!“
„Ja.. irgendwie ist es doch auch so… als hätte ich selbst Schuld. Vielleicht habe ich die ja auch. Ich hätte bei dir im Bett bleiben sollen, anstatt in den Wald zu gehen. Dann wäre sicher alles ganz anders gekommen, oder?“
Rafael führte wieder an, dass die Trennung sicher unausweichlich gewesen wäre, da sie wegen der wenigen Zeit, die sie füreinander hatten, zu häufig gestritten hätten. Die Trauer über den Verlust ihrer Liebe stand ihr ins Gesicht geschrieben. Sie versuchte es nun auch nicht mehr vor ihm zu verbergen.
„Keine Angst.. ich will Dich nicht halten” sagte sie leise.
„Ich weiß nicht, was ich Dir sagen soll, damit es nicht so weh tut, Angelina. Nur, dass ich mich um Tari so gut kümmern werde, wie ich es kann.“
Als Angelina von ihrem Mann den Namen seiner Geliebten wissen wollte, damit sie ihr nicht unwissentlich begegnete, verweigerte Rafael ihr stur diese Auskunft.
Das regte sie sehr auf. Warum schützte er immer nur die andere Frau, von der sie wusste oder annahm, dass er sich für sie interessierte oder gar seine Geliebte war? Warum schützte er nicht seine Ehefrau?
Sie warf ihm vor, dass er das schon einmal gemacht hatte.
Es half nichts… Rafael wollte darüber nicht sprechen.
Angelina verlor mehr und mehr die Fassung.
Die Enttäuschung griff wieder nach ihrem Herzen und die Ruhe, die sie im Gebet in der Kirche gefunden hatte, schwand dahin.
„Lebe Dein Leben, Angelina. Folge Deiner Berufung… und diesmal werde ich Dich nicht mehr davon abhalten.“
Rafael hatte sich erhoben und wollte gehen.
Es war alles gesagt worden…
Zu ihm aufblickend gestand Angelina sehr leise: „Ein Leben ohne Dich… ohne Deine Liebe… es wird schwer werden.“
„Ein Teil von mir wird Dich immer lieben“ raunte Rafe leise, strich ihr über den Arm und verließ dann mit großen Schritten das Haus.
Angelinas Fassung war gänzlich dahin.
Sie schlug die Hände vor das Gesicht und weinte bitterlich ihren Schmerz heraus.
Angelina nickte zufrieden und eilte leichtfüßig die Treppe hinab.
Sie hatte sich fein, aber sehr züchtig in goldweiß gekleidet, ihr Haar lose zu einem langen Zopf geflochten und den Ponny dezent über die Narbe auf der Stirn friesiert.
Das Gefühl, gut auszusehen, war ihr wichtig gewesen. Sie fühlte sich so schon entstellt und minderwertig.
Von einem geliebten Menschen zurückgewiesen zu werden, fiel wohl niemandem leicht.
Unten an der Treppe angekommen, stand sie Rafael gegenüber.
Einen Augenblick starrte sie ihn an. Er sah gut aus.
Dann hatte sie sich gefasst und begrüßte ihn freundlich.
Sie geleitete ihn auf den Balkon wie einen Gast… es lag wohl an seiner distanzierten Haltung, die sie in dem Moment vergessen ließen, dass es sein Haus, ihrer beider Zuhause war, in dem sie ihn empfing.
Schnell kam Rafael zum Grund seines Besuches, nachdem er die beiden Gläser auf Angelinas Wunsch mit Wein gefüllt hatte.
„Auf die Zukunft.“
Das Weinglas ein wenig erhoben prostete Angelina ihrem Gatten zu, der diesen Toast erwiderte. Sie wirkte ganz ruhig.
Dann jedoch eröffnete Rafael ihr sogleich, dass er ihr das Haus überschreiben würde und ihr monatlich einen stattlichen Betrag zum Leben zukommen lassen wolle.
Angelina war dankbar dafür, bedeutete es doch, dass sie mit Antares weiterhin ein Heim hatte.
Auch über die Ausbildung des Jungen sprachen sie und wurden sich schnell einig, dass Tari in Cathal’s Familie gehen sollte, um dort auf die Knappenzeit vorbereitet zu werden.
Das Gespräch wurde dann persönlicher und Rafael erklärte Angelina, warum er bei seiner Geliebten bleiben… die eheliche Gemeinschaft nicht wieder aufnehmen wolle.
„So kannst Du Deiner Berufung nachgehen, Angelina… und wir streiten nicht mehr wegen unserer Arbeit und der wenigen Zeit, die wir dadurch füreinander hatten…“
Es traf Angelina wie ein Faustschlag.
Sie hatten so vieles gemeinsam durchgestanden.. angefangen bei seinem Versuch, den Grafen zu ermorden, wobei sie einschreiten konnte.. ihren Teil dazu tun konnte, damit die Freundschaft der beiden wieder auflebte… bis hin zu der Suche nach ihm, als er entführt worden war und sie ihn liebevoll und glücklich, dass er noch lebte, aufgepäppelt hatte.
Sie hätte ihr Leben für ihn gegeben… doch nun entnahm sie seinen Worten, dass ihm die Liebe, die sie ihm geben konnte, nicht gereicht hatte.
Langsam bröckelte Angelinas Fassung.
Sie war am frühen Abend in der Kirche gewesen und hatte gebetet… war zur Ruhe gekommen. In Demut wollte sie das Leben, das ihr Temora ein zweites Mal geschenkt hatte, annehmen… auch mit dem Schmerz, der damit verbunden war.
Doch nun saß der Mann, dem immer noch ihre Liebe gehörte, vor ihr und konnte sie kaum ansehen.
Aus ihrer Rocktasche nahm sie einen geschliffenen Diamanten, ging zu ihrem Gatten hinüber und reichte ihm den Stein.
„Bitte nimm ihn… er soll Dir Glück bringen“ forderte sie ihn leise auf.
Rafael nahm ihn nur zögerlich, schloss dann jedoch seine Finger fest darum. Sie legte ihm sacht ihre Hand auf die Schulter…
Wie gern hätte sie sich zu ihm gebeugt und geküsst!
Er war ihr Mann! Doch er gehörte nicht mehr wirklich zu ihr.
Warum konnte es nicht mehr sein, wie es einmal war?
Tränen brannten in ihren Augen und sie ging zu ihrem Stuhl zurück.
„Vielleicht können wir zu Freunden werden“ schlug Rafael vor und Angelina sah ihn lange an.
„Noch bin ich Deine Frau, Rafe.“
Da Rafael seinen Ehering nicht mehr trug, brachte sie die Sprache nun darauf und fragte ihn, ob sie ihren auch ablegen solle.
„Das musst du entscheiden, Angelina“ war seine ausweichende Antwort.
Sie nahm ihren Ring ab und las die Gravur vor. „In Liebe Rafael, für immer der Deine“.
Sie steckte den Ring wieder an.
„Ich werde ihn weiter tragen. Ich habe weiter nichts getan… geändert… als zu überleben.“
Rafael begehrte auf. „Das hat damit doch nichts zu tun! Du hörst Dich an, als mache Dir jemand einen Vorwurf daraus!“
„Ja.. irgendwie ist es doch auch so… als hätte ich selbst Schuld. Vielleicht habe ich die ja auch. Ich hätte bei dir im Bett bleiben sollen, anstatt in den Wald zu gehen. Dann wäre sicher alles ganz anders gekommen, oder?“
Rafael führte wieder an, dass die Trennung sicher unausweichlich gewesen wäre, da sie wegen der wenigen Zeit, die sie füreinander hatten, zu häufig gestritten hätten. Die Trauer über den Verlust ihrer Liebe stand ihr ins Gesicht geschrieben. Sie versuchte es nun auch nicht mehr vor ihm zu verbergen.
„Keine Angst.. ich will Dich nicht halten” sagte sie leise.
„Ich weiß nicht, was ich Dir sagen soll, damit es nicht so weh tut, Angelina. Nur, dass ich mich um Tari so gut kümmern werde, wie ich es kann.“
Als Angelina von ihrem Mann den Namen seiner Geliebten wissen wollte, damit sie ihr nicht unwissentlich begegnete, verweigerte Rafael ihr stur diese Auskunft.
Das regte sie sehr auf. Warum schützte er immer nur die andere Frau, von der sie wusste oder annahm, dass er sich für sie interessierte oder gar seine Geliebte war? Warum schützte er nicht seine Ehefrau?
Sie warf ihm vor, dass er das schon einmal gemacht hatte.
Es half nichts… Rafael wollte darüber nicht sprechen.
Angelina verlor mehr und mehr die Fassung.
Die Enttäuschung griff wieder nach ihrem Herzen und die Ruhe, die sie im Gebet in der Kirche gefunden hatte, schwand dahin.
„Lebe Dein Leben, Angelina. Folge Deiner Berufung… und diesmal werde ich Dich nicht mehr davon abhalten.“
Rafael hatte sich erhoben und wollte gehen.
Es war alles gesagt worden…
Zu ihm aufblickend gestand Angelina sehr leise: „Ein Leben ohne Dich… ohne Deine Liebe… es wird schwer werden.“
„Ein Teil von mir wird Dich immer lieben“ raunte Rafe leise, strich ihr über den Arm und verließ dann mit großen Schritten das Haus.
Angelinas Fassung war gänzlich dahin.
Sie schlug die Hände vor das Gesicht und weinte bitterlich ihren Schmerz heraus.
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Rafael de Arganta
Die leisen Geräusche die im Schloss immer vorherschten, alleine durch die Wachen, drangen an sein Ohr.
Rafael zählte mit. 2...3...4...5...6...7...8...9...10...11...12... Schritte.... dann Ruhe.... dann wieder die 12 schweren Schritte zurück und wieder fast eine Stunde Ruhe, Stille.
Rafael starrte in der Dunkelheit vor sich hin.
Er horchte in sich, versuchte sein Herz zu ergründen und versagte doch so völlig.
Seit er sich von Temora abwandte war so viel geschehen. Gute Dinge, Schlechte Dinge.
Angelina...
Es tat ihm fast körperlich weh was er ihr angetan hatte, und er wusste nicht wie er ihren Schmerz mildern könnte.
Niemals hatte er sie verletzten wollen, hatte immer versucht jeglichen Schmerz von ihr fern zu halten und doch... war er es nun selber der ihr diesen Schmerz verursachte.
Seit damals... als sie fortgegangen war, weil es einfach zuviel geworden war, das auf sie einstürzte, hatte er selber versucht viel von ihr fern zu halten.
In der Zeit wo sie fort war, wo er nicht wusste, wo sie war und ob sie wiederkommen würde, war es Felicitas gewesen die ihm beigestanden hatte, und die gegangen war als sie ihn Glücklich in den Armen seiner Frau gesehen hatte.
Angelina und er hatten wieder zu einander gefunden. Sie hat Tages des Glückes genießen dürfen, wenn auch immer wieder der Streit durchgekommen war das sie zu wenig Zeit für einander hatten.
Rafael wollte ihr ihre Berufung nicht nehmen, und auch er selber war nicht bereit gewesen in seinen Aufgaben zurück zu stecken.
So sahen sie sich oftmals Tage nicht oder nur in der Nacht wo sie beide zu Müde waren und einfach nur nebeneinander einschliefen.
Er hatte sie so vermisst, hatte die gemeinsame Zeit vermisst.
Dann die Zeit da sie erneut verschwand. Nichts als einen blutigen Umhang fand man und soviel Blut das ein Überleben kaum vermutbar gewesen war.
Für ihn war die Welt zusammengebrochen.
Davor ins Meer zu gehen hatte ihn nur Eileen bewahrt, doch war für ihn die Zeit danach einfach nur das Grau in Grau, erhellt durch die wenige Zeit in Gegenwart seiner Freunde, abgelenkt durch seine Arbeit.
Er dachte er würde diesen Schmerz in seiner Brust niemals wieder verlieren...
Das änderte sich erst schlagartig mit der Wiederkehr der Baronin von Stolzenfels.
Als Rafael davon erfahren hatte, wollte er anfangs ein Treffen mit ihr vermeiden, doch der Graf schickte ihn mit Informationen zu ihr, und dieses Treffen blieb nicht das einzigste.
Sie fanden zu einander, und Rafael konnte in ihrer Nähe die Trauer vergessen, fing wieder an zu leben.
Erneut war es Felicitas die ihn auffing, ihm ihre Nähe und Halt bot.
Er stöhnte leise auf.
Am liebsten würde er sich zerreißen wenn er es könnte.
Einmal um Angelina nicht weh zu tun, denn noch immer gehörte ihr ein Teil seines Herzens. Liebe, konnte man nicht so einfach abstellen... und auf der Andren Seite Felicitas.
Sie tat ihm gut.
Er hatte sich in sie verliebt, liebte ihre Fröhlichkeit, das Funkeln in ihren Augen, oder ihre Stimme wenn sie sang.
Ihre gemeinsamen Nächte waren angefüllt mit Leidenschaft, in der sie sich von der Baronin unterschied wie der Tag von der Nacht.
Die Baronin ... nicht mal im Traum hätte er gedacht sich ihr zu nähern. Sie wirkte eher Kalt unnahbar, und wer nicht wirklich schaffte einen Blick hinter jene Fassade zu werfen würde nicht wirklich die Mühe machen sie näher kennen zu lernen.
Er jedoch hatte diesen Blick getan.
Sie hatte ihn ihm gewährt, und er fühlte sich wohl mit ihr, wenn sie sie selber war.
Und dann ...
Dann war Angelina wiedergekehrt, oder besser aufgefunden worden.
„Danke Felicitas, das du dich schon wieder um mich gekümmert hast, aber Angelina ist jetzt wieder da, ich brauche dich nicht mehr.“ ... Nein, wie hätte er so denken können, selbst wenn er nicht längst jene Gefühle in sich gehabt hätte.
Anders, Angelina sagen er hätte eine neue Liebe gefunden?
Beides war unmöglich gewesen.
Er hatte eine Entscheidung treffen müssen, und wusste egal welche eine von Beiden würde es verletzen.
Er hatte diese Entscheidung getroffen.
Für Felicitas, gegen Angelina.
So viel hatte er gemeinsam mit Angelina durchgemacht. So viele Hürden genommen bis sie heiraten konnten, und nun...
Er war sich wie ein Verräter vorgekommen und fühlte es noch in sich. Aber er vermochte nicht anders zu entscheiden.
Er hoffte nur das er ihren Schmerz hatte mildern können, in dem er ihr da Haus überlassen hatte, und über die Zukunft Taris mit ihr gesprochen hatte.
Angelina hatte ihre Berufung.
Sie hatte ihren Beruf, und Rafael hoffte das sie darüber hinwegkommen würde was er ihr antat.
Gut, konnte er sich nicht wirklich damit fühlen, dennoch war er diesen Weg gegangen und würde ihn nun weiter gehen.
Er konnte nichts weiter tun um Angelina den Schmerz zu nehmen, er konnte nur hoffen das sie ihm eines Tages vergeben würde.
Rafael zählte mit. 2...3...4...5...6...7...8...9...10...11...12... Schritte.... dann Ruhe.... dann wieder die 12 schweren Schritte zurück und wieder fast eine Stunde Ruhe, Stille.
Rafael starrte in der Dunkelheit vor sich hin.
Er horchte in sich, versuchte sein Herz zu ergründen und versagte doch so völlig.
Seit er sich von Temora abwandte war so viel geschehen. Gute Dinge, Schlechte Dinge.
Angelina...
Es tat ihm fast körperlich weh was er ihr angetan hatte, und er wusste nicht wie er ihren Schmerz mildern könnte.
Niemals hatte er sie verletzten wollen, hatte immer versucht jeglichen Schmerz von ihr fern zu halten und doch... war er es nun selber der ihr diesen Schmerz verursachte.
Seit damals... als sie fortgegangen war, weil es einfach zuviel geworden war, das auf sie einstürzte, hatte er selber versucht viel von ihr fern zu halten.
In der Zeit wo sie fort war, wo er nicht wusste, wo sie war und ob sie wiederkommen würde, war es Felicitas gewesen die ihm beigestanden hatte, und die gegangen war als sie ihn Glücklich in den Armen seiner Frau gesehen hatte.
Angelina und er hatten wieder zu einander gefunden. Sie hat Tages des Glückes genießen dürfen, wenn auch immer wieder der Streit durchgekommen war das sie zu wenig Zeit für einander hatten.
Rafael wollte ihr ihre Berufung nicht nehmen, und auch er selber war nicht bereit gewesen in seinen Aufgaben zurück zu stecken.
So sahen sie sich oftmals Tage nicht oder nur in der Nacht wo sie beide zu Müde waren und einfach nur nebeneinander einschliefen.
Er hatte sie so vermisst, hatte die gemeinsame Zeit vermisst.
Dann die Zeit da sie erneut verschwand. Nichts als einen blutigen Umhang fand man und soviel Blut das ein Überleben kaum vermutbar gewesen war.
Für ihn war die Welt zusammengebrochen.
Davor ins Meer zu gehen hatte ihn nur Eileen bewahrt, doch war für ihn die Zeit danach einfach nur das Grau in Grau, erhellt durch die wenige Zeit in Gegenwart seiner Freunde, abgelenkt durch seine Arbeit.
Er dachte er würde diesen Schmerz in seiner Brust niemals wieder verlieren...
Das änderte sich erst schlagartig mit der Wiederkehr der Baronin von Stolzenfels.
Als Rafael davon erfahren hatte, wollte er anfangs ein Treffen mit ihr vermeiden, doch der Graf schickte ihn mit Informationen zu ihr, und dieses Treffen blieb nicht das einzigste.
Sie fanden zu einander, und Rafael konnte in ihrer Nähe die Trauer vergessen, fing wieder an zu leben.
Erneut war es Felicitas die ihn auffing, ihm ihre Nähe und Halt bot.
Er stöhnte leise auf.
Am liebsten würde er sich zerreißen wenn er es könnte.
Einmal um Angelina nicht weh zu tun, denn noch immer gehörte ihr ein Teil seines Herzens. Liebe, konnte man nicht so einfach abstellen... und auf der Andren Seite Felicitas.
Sie tat ihm gut.
Er hatte sich in sie verliebt, liebte ihre Fröhlichkeit, das Funkeln in ihren Augen, oder ihre Stimme wenn sie sang.
Ihre gemeinsamen Nächte waren angefüllt mit Leidenschaft, in der sie sich von der Baronin unterschied wie der Tag von der Nacht.
Die Baronin ... nicht mal im Traum hätte er gedacht sich ihr zu nähern. Sie wirkte eher Kalt unnahbar, und wer nicht wirklich schaffte einen Blick hinter jene Fassade zu werfen würde nicht wirklich die Mühe machen sie näher kennen zu lernen.
Er jedoch hatte diesen Blick getan.
Sie hatte ihn ihm gewährt, und er fühlte sich wohl mit ihr, wenn sie sie selber war.
Und dann ...
Dann war Angelina wiedergekehrt, oder besser aufgefunden worden.
„Danke Felicitas, das du dich schon wieder um mich gekümmert hast, aber Angelina ist jetzt wieder da, ich brauche dich nicht mehr.“ ... Nein, wie hätte er so denken können, selbst wenn er nicht längst jene Gefühle in sich gehabt hätte.
Anders, Angelina sagen er hätte eine neue Liebe gefunden?
Beides war unmöglich gewesen.
Er hatte eine Entscheidung treffen müssen, und wusste egal welche eine von Beiden würde es verletzen.
Er hatte diese Entscheidung getroffen.
Für Felicitas, gegen Angelina.
So viel hatte er gemeinsam mit Angelina durchgemacht. So viele Hürden genommen bis sie heiraten konnten, und nun...
Er war sich wie ein Verräter vorgekommen und fühlte es noch in sich. Aber er vermochte nicht anders zu entscheiden.
Er hoffte nur das er ihren Schmerz hatte mildern können, in dem er ihr da Haus überlassen hatte, und über die Zukunft Taris mit ihr gesprochen hatte.
Angelina hatte ihre Berufung.
Sie hatte ihren Beruf, und Rafael hoffte das sie darüber hinwegkommen würde was er ihr antat.
Gut, konnte er sich nicht wirklich damit fühlen, dennoch war er diesen Weg gegangen und würde ihn nun weiter gehen.
Er konnte nichts weiter tun um Angelina den Schmerz zu nehmen, er konnte nur hoffen das sie ihm eines Tages vergeben würde.
-
Angelina de Arganta
Aus dem Spiegel sah ihr ein bleiches Gesicht mit viel zu großen, verschwollenen Augen entgegen. Sie hatte sich in den Schlaf geweint. Die Spuren ihrer hemmungslos ausgelebten Traurigkeit versuchte sie nun mit einem kalten, feuchten Läppchen zumindest zu reduzieren. So mochte sie nicht unter die Leute gehen.
Angelina war froh, dass sie ihren Sohn bei der Mutter zurückgelassen hatte.
Er sollte sie so auf keinen Fall sehen.
Antares war jetzt zehn Jahre alt. Ein Alter, in dem die Jungen begannen, ihre Mütter beschützen zu wollen. Auf keinen Fall wollte sie, dass Tari Hass gegen Rafael empfand. Er würde es so schon nicht verstehen, dass sein Vater die Familie verlassen hatte, um bei einer anderen Frau sein Glück zu finden. Doch Angelina hatte sich fest vorgenommen, alles zu tun, um es dem Jungen verständlich zu machen.
Sie seufzte auf und legte das nun angewärmte Läppchen auf den Wannenrand.
Würde ihr das überhaupt gelingen?
Tari würde von Rafael enttäuscht sein… dem Mann, den er sich als Vater erwählt hatte… den er liebte und verehrte.
Aber was sollte sie dagegen tun?
Sie war ja selbst so grenzenlos enttäuscht.
Enttäuscht… ja, das Wort sagte es ja schon. Die Täuschung war nun beendet.
Immer wieder beschäftigte sie die Frage, ob ihr Mann ihr über lange Zeit nur etwas vorgemacht hatte. Wie lange begehrte er schon die junge Baronin?
Ausgerechnet sie! Gut.. sie war jung und hübsch.
Aber traf auf sie nicht das alte Sprichwort zu…
„Was im Herzen ist… das spricht die Zunge“?
Und ihre Worte waren arrogant und eingebildet gewesen, als Angelina ihr einmal begegnet war.
Sie verstand nicht, was Rafe an dem jungen Mädchen.. jetzt ja wohl Frau… fand.
Seit gestern Abend wusste Angelina nun, wer die Geliebte ihres Mannes ist.
Sie hatte zum Grab von Kelan wollen, als sie vor dem Tor des Klosters auf Dalana traf.
Dalana.. die treue Freundin und Vertraute ihres Gatten. Sie hatte auch gewusst, wer Rafaels Erwählte war und Angelinas Verdacht bestätigt.
Doch als sie in der Kapelle saßen und miteinander sprachen, wurde für Angelina sehr schnell deutlich, wie unglücklich Dal selbst war.
Sie machte sich Vorwürfe… obwohl sie ihre wahren Gefühle für Rafael nie gezeigt hatte aus Ehrfurcht vor der Ehe und Wertschätzung für Rafe’s Gattin. Sie war maßlos enttäuscht von ihrem Freund, Angelina’s Mann.
Lina hätte sie gern getröstet, doch war sie selbst noch zu sehr in ihrer Trauer um den Verlust der Liebe ihres Gatten gefangen, als dass ihr die richtigen Worte in den Sinn kamen.
Doch als Angelina sich verabschiedete und Dal in den Klostermauern zurückließ, ging es ihr ein wenig besser. Sie hatten sich aussprechen können und Lina hatte das Gefühl, Dalana näher zu sein, als je zuvor.
Auf jeden Fall würde sie Dalana im Kloster weiterhin besuchen. Vielleicht würde ja eine Freundschaft unter den beiden Frauen wachsen können.
Angelina überprüfte noch einmal ihr Aussehen im Spiegel, verzog kurz das Gesicht und ging dann mit sich zufrieden nach unten in die Küche. Sie wollte Emmas Marmelade probieren… und dann bei der jungen Bäuerin vorbei schauen und sich bedanken.
Die Tasche in ihrem Postfach war für Angelina ein echtes Überraschungspaket gewesen. Sie hatte sich darüber sehr gefreut. Da meinte es offensichtlich jemand gut mit ihr.
Angelina war froh, dass sie ihren Sohn bei der Mutter zurückgelassen hatte.
Er sollte sie so auf keinen Fall sehen.
Antares war jetzt zehn Jahre alt. Ein Alter, in dem die Jungen begannen, ihre Mütter beschützen zu wollen. Auf keinen Fall wollte sie, dass Tari Hass gegen Rafael empfand. Er würde es so schon nicht verstehen, dass sein Vater die Familie verlassen hatte, um bei einer anderen Frau sein Glück zu finden. Doch Angelina hatte sich fest vorgenommen, alles zu tun, um es dem Jungen verständlich zu machen.
Sie seufzte auf und legte das nun angewärmte Läppchen auf den Wannenrand.
Würde ihr das überhaupt gelingen?
Tari würde von Rafael enttäuscht sein… dem Mann, den er sich als Vater erwählt hatte… den er liebte und verehrte.
Aber was sollte sie dagegen tun?
Sie war ja selbst so grenzenlos enttäuscht.
Enttäuscht… ja, das Wort sagte es ja schon. Die Täuschung war nun beendet.
Immer wieder beschäftigte sie die Frage, ob ihr Mann ihr über lange Zeit nur etwas vorgemacht hatte. Wie lange begehrte er schon die junge Baronin?
Ausgerechnet sie! Gut.. sie war jung und hübsch.
Aber traf auf sie nicht das alte Sprichwort zu…
„Was im Herzen ist… das spricht die Zunge“?
Und ihre Worte waren arrogant und eingebildet gewesen, als Angelina ihr einmal begegnet war.
Sie verstand nicht, was Rafe an dem jungen Mädchen.. jetzt ja wohl Frau… fand.
Seit gestern Abend wusste Angelina nun, wer die Geliebte ihres Mannes ist.
Sie hatte zum Grab von Kelan wollen, als sie vor dem Tor des Klosters auf Dalana traf.
Dalana.. die treue Freundin und Vertraute ihres Gatten. Sie hatte auch gewusst, wer Rafaels Erwählte war und Angelinas Verdacht bestätigt.
Doch als sie in der Kapelle saßen und miteinander sprachen, wurde für Angelina sehr schnell deutlich, wie unglücklich Dal selbst war.
Sie machte sich Vorwürfe… obwohl sie ihre wahren Gefühle für Rafael nie gezeigt hatte aus Ehrfurcht vor der Ehe und Wertschätzung für Rafe’s Gattin. Sie war maßlos enttäuscht von ihrem Freund, Angelina’s Mann.
Lina hätte sie gern getröstet, doch war sie selbst noch zu sehr in ihrer Trauer um den Verlust der Liebe ihres Gatten gefangen, als dass ihr die richtigen Worte in den Sinn kamen.
Doch als Angelina sich verabschiedete und Dal in den Klostermauern zurückließ, ging es ihr ein wenig besser. Sie hatten sich aussprechen können und Lina hatte das Gefühl, Dalana näher zu sein, als je zuvor.
Auf jeden Fall würde sie Dalana im Kloster weiterhin besuchen. Vielleicht würde ja eine Freundschaft unter den beiden Frauen wachsen können.
Angelina überprüfte noch einmal ihr Aussehen im Spiegel, verzog kurz das Gesicht und ging dann mit sich zufrieden nach unten in die Küche. Sie wollte Emmas Marmelade probieren… und dann bei der jungen Bäuerin vorbei schauen und sich bedanken.
Die Tasche in ihrem Postfach war für Angelina ein echtes Überraschungspaket gewesen. Sie hatte sich darüber sehr gefreut. Da meinte es offensichtlich jemand gut mit ihr.
-
Angelina de Arganta
An die Zukunft ihres Sohnes denkend, hatte Angelina sich auf den Weg ins Schloss gemacht. Sie musste wissen, wie der Graf im Falle einer Scheidung, die sie keineswegs anstrebte und der sie auch nur unter einer Bedingung zustimmen würde, über das Lehen der Grafschaft Falkenburg entscheiden würde.
Antares war immerhin der von der verstorbenen Königin Anara bestätigte Erbe Kelans und Rafael nur unter der Bedingung als Lehnsherr eingesetzt, dass er Antares wie seinen eigenen Sohn erziehen und die Kindsmutter ehelichen würde.
Angelina wollte ihrem Gatten keine Schwierigkeiten machen oder ihm etwas wegnehmen, doch sie musste es zur Sprache bringen und sich vergewissern, dass Antares’ Erbe ihm in jedem Falle erhalten blieb.
Außerdem wollte Angelina herausfinden, ob Graf Adrian mit ihr noch etwas zu tun haben wollte oder ob er das Verhältnis ihres Gatten mit der Baronin für legal hielt.
Sie hatte dem Grafen schon mehrfach auf die Beine helfen können, egal wie schwer er auch verletzt gewesen war. Wenn sie ihm auch zu Beginn ihrer Bekanntschaft skeptisch gegenüber gestanden hatte, gegen seine Ideen und Meinungen aufbegehrte, weil sie über ihr Leben selbst entscheiden wollte, so hatte im Laufe der Jahre sich doch gegenseitiger Respekt und eine gewisse Vertrautheit eingestellt. Sie wollte wissen, ob im Schloss noch auf ihre Anwesenheit Wert gelegt wurde.
Sie traf den Grafen allein an und er war sofort bereit, mit ihr in seinem Arbeitszimmer zu sprechen. Angelina war aufgeregt, auch wenn sie ihm ehrlich Freude ansehen konnte, sie zu sehen.
Das Gespräch verlief ruhig und angenehm. Nur einmal war sie den Tränen nahe, konnte es aber vermeiden, vor dem Grafen zu weinen. Er setzte sich sogar neben sie, als wolle er sie trösten und versicherte ihr, dass sie immer im Schloss gern gesehen sei und er auch nicht gern auf ihre Fähigkeiten als Heilerin verzichten würde.
Zu der Beziehung zwischen ihrem Gatten und der jungen Baronin hatte er seine ganz eigene Meinung, doch er war nun einmal der Freund Rafaels und Angelina konnte verstehen, dass er immer zu seinem Freund halten würde.
Doch seine Ansicht bezüglich der Grafschaft Falkenburg beruhigte Angelina ungemein.
„Es ist Antares Erbe. Er zuforderst bestimmt hierüber… doch nun Ihr, als seine Mutter“ hatte der Graf ihr versichert.
„Wir sind ja noch verheiratet… und ich gedenke auch nicht, etwas daran zu ändern… außer…“ Sie sprach den einzigen Grund für ihre Zustimmung zu einer Scheidung aus und der Graf wies freundlich darauf hin, dass dies ohnehin eine mit der Kirche zu klärende Angelegenheit wäre.
Auch der Graf hatte festgestellt und Angelina wusste, dass Rafael der Kirche auswich und Angelina vertraute ihm an, dass sie für ihren Gatten beten würde, damit er auf den rechten Weg zurückfinden würde.
Als Graf Adrian erwähnte, dass seine Gattin Eileen für einige Zeit ihr Gedächtnis verloren hatte, fühlte Angelina sich wieder, wie in den letzten Tagen häufig, an ihren verstorbenen Verlobten erinnert. Kelan… er war so anders gewesen. Viele Jahre hatte er ihr die Treue gehalten, ohne zu wissen, ob sie noch lebte oder nicht. Auch er hatte alles dafür getan, dass sie ihr Gedächtnis wieder fand… Wie glücklich war er gewesen, dass er einen Sohn hatte… auch wenn er ihn nicht mehr vor seinem Tode sehen konnte… und sie nicht mehr ehelichen.
Sie glaubte, den Kummer des Grafen in dieser Zeit um seine Gemahlin sehr gut nachempfinden zu können.
Auf dem Heimweg fühlte sich Angelina leichter. Eine Last war ihr abgenommen. Sie konnte es deutlich spüren.
Nun würde sie auch bald Antares zu sich holen. Sie freute sich auf ihn… er würde wieder Leben in das Haus bringen und ihre Seele mit seinem Lachen erwärmen. Hoffentlich!
Antares war immerhin der von der verstorbenen Königin Anara bestätigte Erbe Kelans und Rafael nur unter der Bedingung als Lehnsherr eingesetzt, dass er Antares wie seinen eigenen Sohn erziehen und die Kindsmutter ehelichen würde.
Angelina wollte ihrem Gatten keine Schwierigkeiten machen oder ihm etwas wegnehmen, doch sie musste es zur Sprache bringen und sich vergewissern, dass Antares’ Erbe ihm in jedem Falle erhalten blieb.
Außerdem wollte Angelina herausfinden, ob Graf Adrian mit ihr noch etwas zu tun haben wollte oder ob er das Verhältnis ihres Gatten mit der Baronin für legal hielt.
Sie hatte dem Grafen schon mehrfach auf die Beine helfen können, egal wie schwer er auch verletzt gewesen war. Wenn sie ihm auch zu Beginn ihrer Bekanntschaft skeptisch gegenüber gestanden hatte, gegen seine Ideen und Meinungen aufbegehrte, weil sie über ihr Leben selbst entscheiden wollte, so hatte im Laufe der Jahre sich doch gegenseitiger Respekt und eine gewisse Vertrautheit eingestellt. Sie wollte wissen, ob im Schloss noch auf ihre Anwesenheit Wert gelegt wurde.
Sie traf den Grafen allein an und er war sofort bereit, mit ihr in seinem Arbeitszimmer zu sprechen. Angelina war aufgeregt, auch wenn sie ihm ehrlich Freude ansehen konnte, sie zu sehen.
Das Gespräch verlief ruhig und angenehm. Nur einmal war sie den Tränen nahe, konnte es aber vermeiden, vor dem Grafen zu weinen. Er setzte sich sogar neben sie, als wolle er sie trösten und versicherte ihr, dass sie immer im Schloss gern gesehen sei und er auch nicht gern auf ihre Fähigkeiten als Heilerin verzichten würde.
Zu der Beziehung zwischen ihrem Gatten und der jungen Baronin hatte er seine ganz eigene Meinung, doch er war nun einmal der Freund Rafaels und Angelina konnte verstehen, dass er immer zu seinem Freund halten würde.
Doch seine Ansicht bezüglich der Grafschaft Falkenburg beruhigte Angelina ungemein.
„Es ist Antares Erbe. Er zuforderst bestimmt hierüber… doch nun Ihr, als seine Mutter“ hatte der Graf ihr versichert.
„Wir sind ja noch verheiratet… und ich gedenke auch nicht, etwas daran zu ändern… außer…“ Sie sprach den einzigen Grund für ihre Zustimmung zu einer Scheidung aus und der Graf wies freundlich darauf hin, dass dies ohnehin eine mit der Kirche zu klärende Angelegenheit wäre.
Auch der Graf hatte festgestellt und Angelina wusste, dass Rafael der Kirche auswich und Angelina vertraute ihm an, dass sie für ihren Gatten beten würde, damit er auf den rechten Weg zurückfinden würde.
Als Graf Adrian erwähnte, dass seine Gattin Eileen für einige Zeit ihr Gedächtnis verloren hatte, fühlte Angelina sich wieder, wie in den letzten Tagen häufig, an ihren verstorbenen Verlobten erinnert. Kelan… er war so anders gewesen. Viele Jahre hatte er ihr die Treue gehalten, ohne zu wissen, ob sie noch lebte oder nicht. Auch er hatte alles dafür getan, dass sie ihr Gedächtnis wieder fand… Wie glücklich war er gewesen, dass er einen Sohn hatte… auch wenn er ihn nicht mehr vor seinem Tode sehen konnte… und sie nicht mehr ehelichen.
Sie glaubte, den Kummer des Grafen in dieser Zeit um seine Gemahlin sehr gut nachempfinden zu können.
Auf dem Heimweg fühlte sich Angelina leichter. Eine Last war ihr abgenommen. Sie konnte es deutlich spüren.
Nun würde sie auch bald Antares zu sich holen. Sie freute sich auf ihn… er würde wieder Leben in das Haus bringen und ihre Seele mit seinem Lachen erwärmen. Hoffentlich!
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Angelina de Arganta
Antares war ganz aufgeregt und packte sogar ohne Aufforderung seiner Mutter seine Sachen.
Angelinas Mutter hingegen betrachtete ihre Tochter immer wieder mit prüfendem Blick. Sie konnte offensichtlich nicht so ohne weiteres glauben, was Lina gesagt hatte.
Aber wenn ihre Tochter nicht weiter über ihren Gatten sprechen wollte, außer dass er ihr und Tari das Zuhause gelassen hatte und es ihr gut ginge, dann wollte sie auch nicht weiter in sie dringen.
„Wir können los, Mama!“
Antares ließ seine Tasche auf den Boden knallen.
„Freut Papa sich schon auf mich?... Er hat sich bestimmt riesig gefreut, als Du wieder bei ihm warst!“ Mit freudig glänzenden Augen sah Tari seine Mutter an.
Leichte Röte stieg Angelina ins Gesicht.
Ihr war das Herz schwer. Wie würde ihr Sohn bloß die Nachricht aufnehmen, dass Rafe fort war?
„Ja.. Tari.. er hat sich gefreut, dass ich wieder gesund bin.. und freut sich auch, Dich wieder zu sehen.“ Sie sah kurz zu ihrer Mutter hinüber, die skeptisch die Brauen anzog und die Lippen kräuselte. Dann drehte sie sich zum Herd und Angelina war dankbar, dass sie schwieg.
„Ich freu mich auf Papa! Ob er mich wieder einmal auf seinem Pferd reiten lässt? Ich würde ihn auch gern wieder ins Schloss begleiten! Sein Freund, der Graf…“
Mit einer beschwichtigenden Handbewegung versuchte Angelina Antares etwas zu bremsen. „Das werden wir sehen, Tari. Erst einmal reisen wir jetzt heim… und dann muss ich mit Dir etwas besprechen.“
„Ja.. aber…“
„Nein, Tari… bitte verabschiede dich jetzt bei Großmutter. Ich möchte vor der Dunkelheit zu hause sein.“
Der Abschied kostete Angelina viel Beherrschung. Zu gern hätte sie ihrem Gefühl nachgegeben und ihren Kummer an der Schulter ihrer Mutter herausgeweint. Sie schien eh zu wissen, dass es ihr nicht so gut ging, wie sie vorgab. Doch Lina wollte sich vor Tari nicht die Blöße geben, sie wollte für ihn stark sein.
Antares liebte seine Großmutter zwar sehr, doch nun verabschiedete er sich fast hastig, als könne er nicht schnell genug fortkommen.
„Omi.. ich komme bald wieder… aber Papa wartet schon auf mich. Ich freu mich so auf ihn!“
Jasmin Hill, die alte Heilerin, sah ihrer Tochter und ihrem Enkel noch lange nach, als sie den schmalen Waldweg zur Strasse gingen. Sie fragte sich, ob Lina alles richtig machte, wenn sie nicht über ihren Kummer sprach und offensichtlich nichts Schlechtes über ihren Gatten sagen wollte. Sie stöhnte auf und ging in ihr kleines Haus zurück.
Lina liebte Rafael wohl noch.. auch wenn er es sicher nicht verdient hatte.
Wie konnte ein Ritter nur so tief fallen?
Wo war seine Ehre? Wo war seine Treue?
Was galt sein Wort noch, wenn er nicht einmal die eheliche Treue halten konnte?
Für Jasmin Hill war ein einfacher Bauer mehr wert, der treu zu seiner Frau und Familie stand, als ein Adliger, dessen Wort nichts galt, wenn es um sein Wohlbefinden.. um die Befriedigung seiner…
Sie weigerte sich, das zu ende zu denken und seufzte abfällig: „Männer!“
Angelinas Mutter hingegen betrachtete ihre Tochter immer wieder mit prüfendem Blick. Sie konnte offensichtlich nicht so ohne weiteres glauben, was Lina gesagt hatte.
Aber wenn ihre Tochter nicht weiter über ihren Gatten sprechen wollte, außer dass er ihr und Tari das Zuhause gelassen hatte und es ihr gut ginge, dann wollte sie auch nicht weiter in sie dringen.
„Wir können los, Mama!“
Antares ließ seine Tasche auf den Boden knallen.
„Freut Papa sich schon auf mich?... Er hat sich bestimmt riesig gefreut, als Du wieder bei ihm warst!“ Mit freudig glänzenden Augen sah Tari seine Mutter an.
Leichte Röte stieg Angelina ins Gesicht.
Ihr war das Herz schwer. Wie würde ihr Sohn bloß die Nachricht aufnehmen, dass Rafe fort war?
„Ja.. Tari.. er hat sich gefreut, dass ich wieder gesund bin.. und freut sich auch, Dich wieder zu sehen.“ Sie sah kurz zu ihrer Mutter hinüber, die skeptisch die Brauen anzog und die Lippen kräuselte. Dann drehte sie sich zum Herd und Angelina war dankbar, dass sie schwieg.
„Ich freu mich auf Papa! Ob er mich wieder einmal auf seinem Pferd reiten lässt? Ich würde ihn auch gern wieder ins Schloss begleiten! Sein Freund, der Graf…“
Mit einer beschwichtigenden Handbewegung versuchte Angelina Antares etwas zu bremsen. „Das werden wir sehen, Tari. Erst einmal reisen wir jetzt heim… und dann muss ich mit Dir etwas besprechen.“
„Ja.. aber…“
„Nein, Tari… bitte verabschiede dich jetzt bei Großmutter. Ich möchte vor der Dunkelheit zu hause sein.“
Der Abschied kostete Angelina viel Beherrschung. Zu gern hätte sie ihrem Gefühl nachgegeben und ihren Kummer an der Schulter ihrer Mutter herausgeweint. Sie schien eh zu wissen, dass es ihr nicht so gut ging, wie sie vorgab. Doch Lina wollte sich vor Tari nicht die Blöße geben, sie wollte für ihn stark sein.
Antares liebte seine Großmutter zwar sehr, doch nun verabschiedete er sich fast hastig, als könne er nicht schnell genug fortkommen.
„Omi.. ich komme bald wieder… aber Papa wartet schon auf mich. Ich freu mich so auf ihn!“
Jasmin Hill, die alte Heilerin, sah ihrer Tochter und ihrem Enkel noch lange nach, als sie den schmalen Waldweg zur Strasse gingen. Sie fragte sich, ob Lina alles richtig machte, wenn sie nicht über ihren Kummer sprach und offensichtlich nichts Schlechtes über ihren Gatten sagen wollte. Sie stöhnte auf und ging in ihr kleines Haus zurück.
Lina liebte Rafael wohl noch.. auch wenn er es sicher nicht verdient hatte.
Wie konnte ein Ritter nur so tief fallen?
Wo war seine Ehre? Wo war seine Treue?
Was galt sein Wort noch, wenn er nicht einmal die eheliche Treue halten konnte?
Für Jasmin Hill war ein einfacher Bauer mehr wert, der treu zu seiner Frau und Familie stand, als ein Adliger, dessen Wort nichts galt, wenn es um sein Wohlbefinden.. um die Befriedigung seiner…
Sie weigerte sich, das zu ende zu denken und seufzte abfällig: „Männer!“