Vorkehrungen ..

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Niathael Carrtha

Vorkehrungen ..

Beitrag von Niathael Carrtha »

.. der Hauptmann und dessen Gefolgsmann, Atheron wie er gerufen wurde brachten Niathael noch zum Gutshofstor. Alle Drei hatten ein sehr anstrengendes Gespräch hinter sich.

Der Bursche verabschiedete sich in aller Förmlichkeit. Er knallte den offenstehenden Flügel der Holztüre unsanft zu, den dicken Innenriegel vorschiebend.


Rasch drückte er mit der Schulter voran die Türe zu seinem Laborraum auf. Er hatte den Kopf vor Müdigkeit gesenkt, bemerkte gar nicht den Mann der am Treppenabstieg zum Kellergewölbe stand und ihn anstarrte. 'Nia.' bat man den Jungen um Aufmerksamkeit - die Stimme wirkte rauchig aber sehr besonnen. Niathael hob den Kopf - er erschrack. Seine vor Erschöpfung gekennzeichneter Blick signalisierte Panik. Die Augen waren unnatürlich weit aufgerissen, die Pupillen überreaktiv. 'He Nia. Nun beruhig' Dich. Wir stehen auf der selben Seite, tun wir doch?' der Mittvierziger bedachte den Burschen mit einem väterlichen Lächeln, die Falschheit saß viel zu Verborgen. 'Nia, hör' mir bitte mal zu, und schau' mich nicht so verdattert an, seh' ich aus wie'n Geist?' entgegnete ihm die Gestalt, während der Bursche sich mit dem Rücken zur Tür lehnte und langsam in die Hocke rutschte, bis sein Hintern auf dem Boden ankam.

Ein langer Dialog sollte folgen. Leises Gelächter und verschmitztes GeschmunZel.

Irgendwann verebbten die Stimmen, nur ein ganz ganz leiser Nachhall kroch die Kellertreppe hoch. Es waren zunehmend verstummende, von Schmerz gepeinigte Laute. Jemand schien da unten Qualen zu ertragen. Der Selbe wollte Diese aber auch um allen Preis der Welt unterdrücken.
~ Stunden später ~
Spät Nachts oder Früh Morgens (ist an dieser Stelle das Glas halb leer oder halb voll?) drückte der Bursche seine Stirn kraftlos gegen die hölzernen Türe zum Kaminzimmer. Schwarz unterlaufende, übertrieben gerötete Augen sahen sich wie durch einen Nebelschleier im Flur um. Einen Fuß schob er vor den Anderen, der Oberkörper wankte abwechselnd zu beiden Seiten.

Behutsam ließ er sich auf dem Eisbärenfell nieder. Rasch zog er die Beine eng an den Körper, die Arme drumrum geschlungen. Der Kopf schmiegte sich in unendlicher Erschöpfung in die weiche Beschaffenheit des Teppichs und wenige Sekunden fielen beide Augenlider zu. Das Feuer im Kamin knisterte, es übte eine wohlige Wärme aus und ließ das anfänglich starke Zittern mit der Zeit ein wenig verebben.

Da lag er nun ... völlig erschöpft und ausgebrannt. Es war sogar einem Laien ersichtlich welch Matyrium dieser Bursche hinter sich hatte. An den Schläfen hatte er grobe Schürfwunden, das linke Auge war violett umfärbt. Um beide Nasenlöcher klebte eingetrocknetes Blut, die Unterlippe war aufgeschlagen. Sein Gewand war völlig zerfetzt und gewährte Einblick auf Prellmarken an Brustkorb und Schultergürtel. Seinen Bauch und den Rücken verlaufend zeichneten ihn unübersehbare Striemen.

Er war eiskalt - völlig unterkühlt. Die Augen sofern er sie wieder öffnen sollte trugen tiefen Schmerz mit sich ... ein wirklich garstiger Anblick.
Leanne

Beitrag von Leanne »

Völlig verschlafen tappte sie am frühen Morgen leise aus dem Schlafzimmer.
Sich mit dem Handrücken das wirre Haar aus der Stirn streichend, schloss sie die Tür zum Kaminzimmer hinter sich.
Ein kurzer Blick in Richtung Kamin verriet ihr, dass sie schon wieder vergessen hatte, ein Scheit für die Nacht aufzulegen, kein Fünkchen schimmerte mehr durchs Halbdunkel.
Seufzend wandte sie den Blick ab, hielt aber mitten in der Bewegung inne, als sie aus den Augenwinkeln heraus einen Blick auf den dunklen Schatten auf dem hellen Fell wahrnahm.
Die Stirn gerunzelt, näherte sie sich dem Kamin, bis sie aus den verschwommenen Konturen einen zusammengerollten Körper erkennen konnte.
Nia.. das war doch Nia, der da lag. Kopfschüttelnd beugte sie sich langsam hinunter.
Was machte er nur hier, ob er getrunken hatte? Er war so seltsam geworden, sah so schlecht aus. Bemerkt hatte sie es schon lang, es anfangs auf seine Entwicklung vom Knaben zum Manne geschoben.
"Sich die Hörner abstossen" kostete Kraft, dachte sie, mit einem leichten Schmunzeln.
Es gefror ihr auf den Lippen als der Schein der Kerze, die sie mittlerweile angezündet hatte auf Nias eingerollten Körper fiel.
"Oh Göttin" entfuhr es ihr entsetzt. Was war mit ihm passiert, wer hatte diesen Jungen, der ihr wie ein Sohn war, nur so zugerichtet?
Wilder Zorn loderte in ihr auf, wer auch immer das getan hatte, sie würde es herausfinden und dann würde ihm die Göttin gnädig sein müssen.
Niathael Carrtha

Beitrag von Niathael Carrtha »

'Steh auf.' fuhr ein befehligendes Wispern durch den Raum, dessen Ursprung nicht auszumachen war. Mit gesammelten Kräften drückte sich der gepeinigte Bursche vom Boden hoch. Ringsrum drehte sich Alles. Die Fenster schienen heute viel tiefer zu sitzen, die Tür war nach außen gewölbt und der Boden viel zu uneben. Er kniff die Augen angestrengt zusammen, langsam wieder zu Sinnen kommend. Alles schmerzte. Es tat höllisch weh! 'Armer Nia. Böse Bürgerwehr.' kicherte die Stimme eines kleinen Buben irgendwo in der Nähe und suchte den Nachhall durch alle erdenklichen Ritzen und Furchen des Gutshofes.

Dann tippelte er langsam durch die Räumlichkeiten, denn er bekam Hunger.
Niathael Carrtha

Beitrag von Niathael Carrtha »

Leanne? Lairja? Nia sah sich verzweifelt um. Leanne, Lairja? er tippelte langsamer Schrittabfolge durchs Eßzimmer. Man hatte ihn ordentlich zugerichtet ...

Unsicher schlurfte er durchs Haus, .. das Besprechungszimmer, eine Idee. Im alten Schrank, wohl noch auf Silwen's Zeiten gab es noch eine raue Menge an Holz und fein gehobelten Brettern. Mit jedem Schritt schien der Bursche stark ins Wanken zu kommen.

Folgend hörte man unter schmerzerfüllten ÄchZen und SeufZen ein lautes Hämmern. Jemand trieb dicke Eisennägel ins stabile Holz. Niathael wandte sich gezielt den Fenstern zu die auf die Dorfseite des Gutshofes zeigten.

Nur jeweils ein Schlitz sollte als Sichtvisier freigelassen werden.
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