Öffnet er den Briefumschlag, welches mit einem Wachssiegel der Familie Omar versiegelt wurde, dürfte er in fein säuberlicher Schrift folgende Worte zu lesen bekommen:
Salam Aleikum, geschätzter Cousin!
Ich schreibe Dir aufgrund eines Anliegend, betreffend der Natifah aus dem Hause der Bashir, die derzeit im Palast wohnsässig ist. Mirah Bashir, wie du Dir sicherlich bereits denken kannst.
Am gestrigen Abend traf ich die besagte Blüte ohne jeglichen Geleitschutz in Berchgard an. Auf meine Nachfrage hin, wo ihre Wachen seien, behauptete sie diese beim Übergang von Adoran zur Kutsche ‘verloren’ zu haben und dass Samija ihr diese Route noch am gleichen Tag erlaubte.
Ich möchte an dieser Stelle an deine vorletzte Verkündung als Sanjak erinnern und anmerken, dass der genannten Bashir jegliche Verantwortung entnommen und in die Hände unserer Familie übergeben wurde, sie somit nicht berechtigt war, ihr die Erlaubnis für die Route zu erteilen.
In dieser Angelegenheit vermochte ich neda selbst zu entscheiden, darum trete ich mit dem Rat und gleichermassen der Bitte, an Dich heran, Mirah für die kommende Zeit das Verlassen der goldenen Stadt zu verbieten, bis sie gelernt hat, die Bräuche und Sitten unseres Volkes zu befolgen und nicht weiter zu missachten.
Möge die All-Mara ihre schützenden Hände über dein Haupt legen, Tahir.
Zuletzt geändert von Zafir Nael Omar am Montag 8. Oktober 2018, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.
*Behutsam wird das Wachssiegel des Umschlages gebrochen, das Pergament
entnommen und auf dem Schreibtisch ausgebreitet... Nachdem er die Zeilen
Zafir's verinnerlicht hat wird er nach einem leeren Pergament greifen,
Federkiel und Tintenfass bereitlegen und eine Antwort verfassen...*
Salam Aleikum Zafir, mein geschätzter Cousin.
Zwar ist ihr generelles Verhalten seitdem sie im Palast verweilt und
ausgebildet wird deutlich besser geworden und die Meldungen etwaiger
Vergehen deutlich seltener, doch sollten wir wie Du bereits erkannt hast
weiterhin konsequent vorgehen.
Allerdings möchte ich dich bitten, Samija Tijen aus dem Haus Azeezah
vorher noch anzuhören. Mich interessiert es durchaus, ob eine solche
Erlaubnis erteilt wurde und vorallem wann. Im Anschluss daran können
wir uns gerne zusammensetzen und über das Strafmaß sprechen.
Ein Bote würde zu Tahir finden und diesem mündlich Zafirs Dank überbringen und darüber hinaus aufklären, dass bereits, wie gefordert, ein Schreiben an Samija erging. Man würde ihn zeitnah, sobald neue Erkenntnisse vorhanden sind, über den Verlauf des Gespräches aufklären.
Zuletzt geändert von Zafir Nael Omar am Montag 8. Oktober 2018, 13:47, insgesamt 1-mal geändert.
Wenige Momente, nachdem das Gespräch mit Samija beendet wurde, würde bereits der nächste Brief zu Tahir in die Amtsstube finden.
Salam Aleikum, geschätzter Cousin!
Wie von Dir gewünscht, habe ich mich am heutigen Tag zur vierten Stunde nach dem Mittagsläuten mit Samija Tijen aus dem Blute der Azeezah über den Vorfall unterhalten.
Unerwarteterweise nahm jenes Gespräch deutlich grössere Ausmasse an, als zu Beginn erwartet.
Mirahs Aussage, dass sie die Erlaubnis an jenem Tag von Samija erhalten habe, hat sie als Unwahrheit erklärt. Ihren Worten nach, zeigte sie ihr an diesem Abend lediglich eine sichere Route, da sie auf dem Frostklamm eine Ware erstand und die junge Blüte mitnahm – eine Erlaubnis habe sie nie erteilt.
Meiner Nachfrage, ob sie beide in Begleitung einer Wache waren, ging sie zuerst aus dem Weg, indem sie mir antwortete, dass sie unter sicherem Geleit waren. Nachdem ich jedoch eine klare Antwort verlangte und nachfragte, ob sie eine Wache als Begleitung hatten, gestand sie, niemanden bei sich gehabt zu haben. Im selben Zug fragte sie mich, ob eine weibliche Akemi nicht genug Wache wäre. Ich interpretiere die Worte damit, dass sie sich als ein Mitglied der Armee ausgab – meine Nachforschungen jedoch ergaben, dass sie nicht auf dem Mitgliedsstein der Armee aufgelistet ist. Somit sehe ich ihre Worte als eine schlechte Ausrede an, was letztendlich indirekt bedeutet, dass sie mich schlicht belogen hat.
Mirah entschuldigte sich noch am nächsten Tag für ihr Fehlverhalten, was ich mit Wohlwollen aufgenommen habe. Dabei versuchte sie Samija in Schutz zu nehmen und behauptete, sie habe die Worte sicherlich anders gemeint. Ich fragte sie daraufhin nochmals und auch dieses Mal bestätigte sie mir, die Erlaubnis von Samija erhalten zu haben, die Schiffe zu nutzen – sie habe jedoch nicht gesagt, dass sie jene allein nehmen dürfte.
Der Tatsache geschuldet, dass Mirah zwei Mal bestätigt hatte, eine Erlaubnis für das Nutzen der Schiffe zu haben und dass Samija mich belogen hat, zweifle ich an der Wahrheit ihrer Worte. Ich will ihr nichts unterstellen, ohne Beweise dafür zu haben, aber mich beschleicht das Gefühl, dass sie versucht sich mit Ausreden aus dieser misslichen Lage heraus zu lotsen, damit sie eventuell folgenden Konsequenten aus dem Weg gehen könnte.
Inshallah, Tahir.
Zuletzt geändert von Zafir Nael Omar am Dienstag 9. Oktober 2018, 17:29, insgesamt 2-mal geändert.
*Ein Diener des Sanjak wird das Schreiben entgegennehmen und ihm sogleich
überreichen... Ein flüchtiger Blick auf das Siegel, eine hochgezogene Braue...
'Das ging aber rasch!' ...und schon ruft er nach Hanieh und wird gemeinsam
mit ihr eine Antwort verfassen... Die bisherigen Korrespondenzen wird er
an den Erhabenen weiterleiten und ihn darüber unterrichten, dass er in dieser
Angelegenheit tätig wird und entsprechende Maßnahmen ergreift...*