Dringende Note an die Garde

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Calor von Gryffenhorst

Dringende Note an die Garde

Beitrag von Calor von Gryffenhorst »

Krachend flog die Tür zur Schreibstube des Gerichts auf und der Ehrenfried Tuchmacher, seines Zeichens Schreiber, sah sich eines vor Zorn bebenden Richters gegenüber.

Schreiber! Greif er sich Papier und Feder und schreib er auf. Jetzt! herrschte der mächtige Mann den Diener an, der auch sogleich seine Utensilien packte und aufmerksam jedes Wort notierte, das den Mund des Richters verließ. Heraus kam dabei dieses Schreiben:


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Der Königlich-Gräfliche Gerichtshof zu Varuna
- Der Richter -

entsendet am 23. Eluviar des Jahres 248 diese offizielle Note
an
den Kommandanten der Garde und seine Unteroffiziere


Ehrenwerte Damen und Herren,

ich begab mich wie es alter Väter Sitte ist einige Tage nach einem verkündeten Todesurteil an die Stätte der Hinrichtung um der gleichen alten Sitte folgend eine Rose niederzulegen, zum Zeichen, daß durch den Tod des Verbrechers Friede ist zwischen ihm und dem Recht. Doch was muß ich sehen? Von Vögeln und Kriechgetier geschändet liegt der Leichnam des Verurteilten unbestattet auf dem Friedhof herum. Nach Vollzug der Exekution war es mein deutlicher Befehl an die anwesenden Gardisten, den Totengräber und einen Priester herbeizurufen. Diesem Befehl ist nicht Folge geleistet worden.

Erstens: Ich ordne Aufklärung an. Warum ist diesem Befehl nicht nachgekommen worden?

Zweitens: Ich ordne Satisfaktion an. Die Garde wird der Familie des Toten eine angemessene Entschädigung zahlen. Sofern keine Familie besteht, soll die Entschädigung als milde Gabe dem Kloster der Temora zugeführt werden. Wie diese angemessene Entschädigung ausfällt mag der Hauptmann der Garde befinden.

Drittens: Ich erkenne auf Rechtsbruch und ordne administrative Bestrafung der Schuldigen durch den Hauptmann wegen der folgenden Rechtsbrüche an:

Drittens Eins - Durch die Befehlsmißachtung ist die Seele des Toten entehrt worden, die all ihre Schuld vor dem Recht nach Verbüßen der Todesstrafe los war.
Drittens Zwei - Durch die Befehlsmißachtung ist das Ansehen der Königin und des Grafen, deren Autorität Gericht und Richter vertreten, befleckt worden.
Drittens Drei - Durch die Befehlsmißachtung ist das Ansehen des Gerichts und des Richters befleckt worden.
Drittens Vier - Eine Befehlsverweigerung gegen einen Adligen der Krone ist strafbar. Die Person des Richters ist von Adel.
Drittens Fünf - Eine Befehlsverweigerung gegen einen königlichen und gräflichen Amtsträger ist strafbar. Die Person des Richters bekleidet ein solches Amt.
Drittens Sechs - Die Ruhe und der Frieden des Friedhofs sind nicht nur den Gläubigen Temoras heilig, sondern auch vom Recht geschützt. Das Vergammelnlassen von Leichen stört diese Ruhe und diesen Frieden erheblich.

Viertens: Ich erkenne auf Dringlichkeit und befehle daher umgehende Befolgung aller Anordnungen dieses gerichtlichen Sendschreibens.

Mit gebotenem Gruß,

Calor Freiherr von Gryffenhorst zu Riddmannsfluren und Wetterbruch
Richter der Krone

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Rouven Alestra

Beitrag von Rouven Alestra »

Wütend knallte er das eben gelesene Schriftstück wieder auf den Tisch. Er war bei der Exekution nicht mehr anwesend gewesen. Die dort befindlichen Gardisten, so war er der Meinung, sollten ausreichend sein. So hatte er sich gleich zurück zum Hauptquartier begeben, kaum dass der Henker gerufen war. Ein Fehler, wie dieses Schriftstück offensichtlich aufzeigte. Rodolopho war ein Ärgernis, daran hatte nie Zweifel bestanden. Aber so ging man nicht mit Toten um. Nicht in dieser Stadt. Möglicherweise in der Heimstadt des Gesindels selbst, aber nicht hier! Er hätte besser den Friedhof am nächsten Tag noch einmal selbst besucht, nun gut für solche Überlegungen war es ohnehin zu spät. Eine Antwortnote an den Richter war schnell aufgesetzt.

Varuna, 24. Eluviar 248

Zum Grusse, ehrenwerter Richter von Gryffenhorst!

Euer Schreiben hat mich erreicht und ich musste mit deutlicher Wut lesen, dass meine Mannen ihre Aufgaben straflich vernachlässigten. So versichere ich, dass ich dieser Angelegenheit höchst persönlich nachgehen werde. So ihr selbst wünscht, besagte Gardisten zu strafen werde ich sie euch überführen lassen. Ansonsten werde ich gern mir gegebene Methoden der Bestrafung anwenden.

Zu Rodolopho selbst ist zu sagen, dass mir keine Familie bekannt ist, die er hinterlässt. Zeit seines Lebens war er ebenso verschlossen, wie leider auch aufsässig. Das dies trotz der deutlichen Bestrafung durch den Ausschluss aus der Garde selbst, nicht endete, konnten wir alle sehr deutlich im Gerichtssaale feststellen. Auch wart dort, trotz öffentlicher Ausschreibung, keine Familie anwesend, so dass ich von ihrer Nichtexistenz ausgehe.

Hochachtungsvoll
Rouven Alestra
Hauptmann der königlichen Garde zu Varuna


Sogleich liess er das Schreiben durch einen der, an der Hauptwache stationierten, Gardisten überbringen und wiess ihn auch an dafür zu sorgen, dass der Feldwebel Anghar Takgon, die Gefreite Marian Stein, der Gefreite Quarius deLore, und die Gardisten Elgor Takgon und Gray Darinor umgehend vor ihn treten würden.
"Verfluchter Rodolopho, selbst nach deinem Tode lässt du uns keine Ruhe. Wahrscheinlich gefällt dir das sogar noch." sprach er mehr zu sich selbst als er wieder allein in seinem Schreibzimmer war. Der Anordnung des Richters war Folge zu leisten und auch er selbst war nicht sehr erbaut über den schändlichen Umgang mit dieser Leiche. Doch sollte der Richter nicht selbst die Strafe auferlegen wollen, würde sie gewiss nicht übermässig hart seinerseits ausfallen. Bei jedem anderen vielleicht, aber nicht hier wo es um das grösste Ärgernis ging, das je seiner Garde beitrat.
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Quarius Lore
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Registriert: Montag 31. Dezember 2007, 03:38

Er wurde doch erhört

Beitrag von Quarius Lore »

Entsetzter Miene schritt der Gardist ins Büro der Kaserne Berchgards und übergab die Mitteilung des Hauptmannes an Quarius wobei er im stehen aus dem Fenster schaute, mit der Hand zu Kinn und nun ziemlich stark lächelte, als er die Worte vernahm.

Es scheint als hätte seine Nachricht, schlechtes für ihn und die Garde zu bedeuten; oder vielleicht doch etwas gutes?

Rodolphos Tod hatte ihn die Tage beschäftigt und so trug er auf, das er den Hauptmanne bevor alle vor ihn treten, er mit ihm reden müsse.
Mit geschocktem Blick erhörte der Gardist seine Worte, denn er dachte nur an den Zorn des Hauptmannes, vor nicht einmal mehr einigen Stunden.

"Überbringe bitte diese Botschaft an ihn, es ist von höchster Dringlichkeit...der Hauptmanne soll mir mitteilen, wann er Zeit hat mit mir zu reden...bevor alle genannten vor ohm treten!"

Immernoch schaute er schmunzelt aus der Fenster hinunter ins Dorf,dabei beobachtete er die Bewohner des Dörfchens, seine Gedanekn hatten nun fast wieder Frieden und Ruhe gefunden...
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