Vehement hatte sie sich der Tage erwehrt, hatte sich auf das besonnen, was sie nahe bei Vater hielt. Ihre Hülle, ihre Kraft - nichts davon war ihr um ihretwillen wichtig, sie war ein Geschöpf des Herrn, sein Geschöpf, seine Dienerin, seine Templerin! Das war es, was zählte. Begierde war kein Ausdruck der freien Entscheidung, sie drängte das Fleisch in eine Richtung, nahm der Lunge die Luft zum Atmen und grub die Krallen tief in die Herzen der Befallenen. Lust durchflutete den Körper, das Pochen an Stellen die höchst ablenkend waren. Nichts, NICHTS, davon war dienlich! Nicht einmal die optische Verlockung war sonderlich vielversprechend. Sicher wirkte sich der Einfluss auf einige Wesen in ihrer Umgebung aus. Der Ritter sah sie nicht einmal mehr an wenn sie mit ihm arbeitete. Doch dennoch deuteten die Kleingeister mehr in die Lethra hinein als in ihre eigene Reaktion auf ihre Erscheinung. So verblendet.. ihre Zähne knirschten bedenklich als sie sie, wie so oft der Tage, fest zusammen biss. Diesmal fand sie keine Ruhe in der Einsamkeit, die Meditation wollte ihr nicht gelingen denn immer wieder schlicht sich dieses EINMAL in ihre Gedanken. Ein wütendes Knurren ließ den jungen Lethrusar ordentlich zusammen fahren, als sie dicht an ihm vorbeirauschte um ihr Ylor'qil zu greifen. Zielstrebig ging es zu dem Abschaum von Dieben und Streunern. Schnell, geschmeidig und todbringend war die kleine Lethra mit der verfluchten Klinge in den Händen. Dunkel, zähflüssig und rot tropfte es am Ende von der Klinge, während ihr Brustkorb sich hastiger hob und senkte. Ein paar Finger links, einige Körper rechts - wer achtete schon auf abgetrennte Kleinigkeiten? In dieser undienlichen Raserei hatte sie einiges einstecken müssen und doch verharrte sie in der Hoffnung, das sich noch etwas regen würde während der Atem sich langsam normalisierte und ihre Gedanken ein wenig fokussierter waren.
Zurück im Axorn sprach sie mit einem der Lethrixoren, offenbarte ihren Plan ohne etwas zurückzuhalten und traf eine Vereinbarung das Unterfangen der Vicarii betreffend. Immer wieder sah der Lethrusar sie seltsam von der Seite her an, sparte sich aber auch als sie später alleine waren jeglichen Kommentar. Tatsächlich war sie dankbar dafür und fiel erschöpft auf ihr Lager, um der Hülle ihre Ruhe zu gönnen. Immerhin war das was sie Heute gewirkt hatten keine Kleinigkeit und forderte seinen Tribut. Die Stille ließ sie aufwachen, im Axorn war es niemals still, nicht so, nichts hier. Überlegend kniff sie die Augen zusammen und erhob sich dann um die Höhle zu verlassen. Eine der Wachen hielt sie auf ihrem Weg durch das Axorn an, übergab ihr die Nachricht der schönen Vicaria und als sie alleine war begann die Lethra zu lesen. Mit jedem Wort furchte die Stirn sich etwas mehr und im ersten Moment wäre sie wohl zurück in das Axorn gegangen, um einem bestimmten Letharfen das Schreiben zu zeigen, sich zu beraten, sich zu besprechen - so wie man das von ihr kannte. Dann aber erinnerte sich die Lethra daran das der kleinste Zweifel genügt hatte und sie bliebt unschlüssig stehen. Der innere Kampf wurde von einem weiteren Lethrixor unterbrochen, der ihr eine Nachricht gab. Jene Zeilen wurden ebenso gelesen und die Lethra wurde blass.
Verbannt.Vaters Hass leite dich Nhua'lyr.
Mit sofortiger Wirkung hast du die Gewänder, die Farben des Tempels abzulegen.
Ebenso verbanne ich dich aus dem Axorn sowie Rahal und Düstersee.
Du hast hiermit all deine Privilegien, welche du dir unter Vaters Augen erarbeitet hast verloren und zählst nicht länger als Mitglied meines Volkes. Dieses Etwas was in dir haust wird nicht länger geduldet und somit du auch nicht mehr, ehe du dich nicht von ihm getrennt hast.
Wenn du denkst, deine Existenz hier hat keinen Sinn mehr und versuchst dir das Leben zu nehmen, bist du genau das was du nicht sein solltest und wirst in Krathors Reich landen.
Vater und ebenso ich dulden keine Schwäche.
Nutzlos.
Kein Lethar mehr?
Im ersten Moment war sie wütend, beschleunigte ihre Schritte ehe die Kunde sich im Volk verbreiten würde. Der kleine Zweifel, genügte ihm. Er hatte nicht einmal mit ihr gesprochen! Nahm ihr mit jenen Zeilen einfach so alles. Ein Zittern ging durch den trainierten Körper, während sie um Kontrolle rang. Sie wusste, wie man mit den Ausgestoßenen verfuhr, wie man ihnen die Zeichen ihres Ranges nahm und im Grunde war diese Hülle damit verwirkt und nutzlos. Dieser manipulative Mistkerl wusste genau, welche Worte es benötigt hatte um sie von der Grube fernzuhalten. Eine lang besiegt geglaubte Emotion durchflutete den alten Leib - Angst. Von den Zehen bis zum Scheitel wurde ihr erst kalt, dann warm und zum Schluss wieder kalt. Nur langsam, sehr sehr langsam bekam sie das Zittern unter Kontrolle und schnappte sich die gepackten Sachen. Noch war ein Funke in diesem alten Körper, noch würde sie nicht aufgeben. Ganz gleich wie es ausging würde sie versuchen den Plan noch umzusetzen. Je sicherer sich darin wurde, desto heller lorderte der Hass in ihr. Ihre Augen waren es vielleicht nicht, doch der Hass war es.
Weißglühend.
Vielleicht war sie NICHTS, nutzlos, verbannt und verstoßen.
Weißglühend.
Vielleicht hatte er ihr die Tempelfarben genommen.
Weißglühend.
Eines jedoch konnte er ihr nicht nehmen, den Willen Vater zu dienen. Vielleicht war es der letzte Dienst doch es war der nächste Schritt den die frisch Verbannte anstrebte. Ihr Hass zumindest loderte.
Vielleicht war sie NICHTS, nutzlos, verbannt und verstoßen.
Weißglühend.
Vielleicht hatte er ihr die Tempelfarben genommen.
Weißglühend.
Eines jedoch konnte er ihr nicht nehmen, den Willen Vater zu dienen. Vielleicht war es der letzte Dienst doch es war der nächste Schritt den die frisch Verbannte anstrebte. Ihr Hass zumindest loderte.