Das Lied

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Kilyan Carnova

Das Lied

Beitrag von Kilyan Carnova »

* Schwer atmete Kilyan durch. Er betrachtete den Steinkreis, welcher im Hain angelegt ist. Nach wenigen Sekunden Bedenkzeit fasste er sich ein Herz und schritt in den Kreis hinein. Peinlich genau, wie das letzte Mal als Serendo Radil dabei war, achtete er wieder auf den kleinen Pilz in der Mitte. Ein letztes Mal schaute er sich um.
Niemand war zu sehen.
Er nahm zwei kleine Feuersteine und entzündete ein kleines Häufchen Stroh. Nun nahm er einen dünnen Holzspan und brachte diesen zum brennen. Mit diesem Holzspan ging er nun zur ersten Kerze im Osten und entzündete diese, dann brachte er die Kerze im Süden zum brennen, dann die im Westen und als letztes die im Norden. Er löschte den Holzspan und legte ihn neben sich. Noch einmal atmete er nervös durch. Schließlich setzte er sich hin, legte die Kapuze über den Kopf und ließ die Hände in den Schoß sinken. Jetzt schloß er langsam die Augen.
Seine Haltung entspannte sich sichtlich. Kilyan hörte das leise Wehen des Windes, der durch die Äste und das Gras strich. Er hatte noch die Worte Serendos im Ohr: " Du musst dich fallen lassen und dich nicht zu sehr darauf konzentrieren, dich zu konzentrieren.".
Langsam verfiel Kilyan in einen Dämmerzustand. Das Wehen des Windes ertönte immer deutlicher in seinen Ohren und Kilyan verlor langsam das Gefühl für die Grenzen seines Körpers. Vollkommene Ruhe umfing seinen Geist. Wie ein Hemd legte er langsam die Spannungen der letzten Tage ab und genoß die Gelassenheit die seinen Geist durchströmte. Sein Herzschlag wurde immer langsamer und sein Körper gab keine Regung mehr von sich.
Vor Kilyans geistigem Auge formte sich in diesem Zustand auf einmal ein Bild. Obwohl seine Augen geschlossen waren, hatte er ein klares Bild von seiner Umgebung. Als ob der Wind ihm dieses Bild ins Ohr flüstern würde. Er sah die Blumen die um den Steinkreis herum blühen. Er spürte den Pilz neben sich. Er konnte die Bäume geistig umrunden, wie ein Vogel sie umfliegt.
Als Kilyan diese Zustand zu lieben begann, hörte er eine leise Melodie. Sehr leise, fast gar nicht warhzunehemn, liebkoste sie seine Ohren. Sie wurde etwas deutlicher. Kilyan konnte nun hören wie außergewöhnlich schön sie war, wie melodiös,wie ruhig, wie abwechslungsreich.. Unbeschreibliches Glück durchzuckte sein Herz und Kilyan fühlte sich von dieser Melodie wie von seinem Mantel umhüllt und beschützt. Ein leises Lächeln huschte über sein Gesicht.
Doch plötzlich riss die Melodie ab, das Bild vor seinen Augen entfernte sich rasend schnell. Er versuchte sie, das Bild und die Melodie, festzuhalten. Wie ein Ertrinkender versuchte er hilflos es zu ergreifen und wieder zu sich zu ziehen. Doch vergebens. Trauer stach ihm kurz ins Herz, dann wurde alles schwarz. Wieder war das leise Wehen des Windes in den Ästen zu vernehemen und das Rascheln von Tieren in seiner Nähe. Kilyan schlug die Augen auf. Die Kerzen waren erloschen. Die Sterne funkelten am Firmament und sein Mantel war feucht von einem seichten Regen. Seine Stimme klang melancholisch und erstaunt. Nur ein einziges Wort brachte er über die Lippen.*

"Mutter...!"
Kilyan Carnova

Das Lied II

Beitrag von Kilyan Carnova »

*Kilyan wanderte ziellos durch den Hain. Vernementon war in den letzten Tagen zu einem wichtigen Platz zum Zrückziehen für ihn geworden. Leise beobachtete er die vielen Vögel die hier im Hain lebten. Während dessen dachte er ein wenig über die letzten Tage nach. Die Meditationsübungen die er regelmäßig durchführte, brachten schnelle Fortschritte mit sich, denn Kilyan brauchte nur noch wenige Sekunde um das geistige Bild hervorzurufen und dann langsam in die leise Melodie Mutters einzutauchen.
Ein lächeln huschte über seine Lippen, als er wieder an das allumfassende Lied Eluives dachte. Erst vor ein paar Tagen hatte er mit Serendo über seinen letzten großen Schritt, das erste Vernehmen des Liedes, geredet und sofort eine kleine Unterrichtsstunde von ihm bekommen, um vielleicht ein wenig differenzieren zu können, in wie weit das Lied aus verschiedenen Melodien zusammengesetzt ist.
Ein wenig verwirrte Kilyan das schon, denn das Lied schien so groß und unfassbar für ihn, dass es sein Geist gar nicht zu fassen vermag. Doch Kilyan richtete lieber seine Gedanken wieder auf Dinge die er verstand.
Nach ein paar Minuten des Gehens fand Kilyan sich am Wasserfall wieder, der am anderen Ende des Haines liegt und sein stetiges Rauschen drang an seine Ohren. Langsam schlenderte Kilyan zum Steg und setzte sich auf die Bank die in der Nähe des Wasserfalls steht. Langsam setzte er seine Kapuze ab und ließ dem Nebel von Wasser Zutritt zu seinem Gesicht und seinem Kopf. Kilyan genoß diesen Nebel aus Wasser den der Wasserfall erzeugte sehr, weil er erfrischte seinen Körper und seinen Geist. Er schloss nun die Augen und lauschte dem Rauschen des Wasserfalls. Nach ein paar Sekunden dachte Kilyan, dass sein Gehör ihm vielleicht einen Streich spielte, denn leise hörte er ein fast nicht vernehmbares Nebengeräusch. Kilyan öffnete die Augen und ging zu dem Geländer des Steges. Er richtete seine Augen auf den Wasserfall und konzentrierte sich auf das Geräusch. Doch es war verschwunden. Langsam streichte er über sein Kinn. Er versank in Gedanken und ging los. Seine Schritte führten ihn am Wasser entlang. Kilyan hang mit seinen Gedanken noch immer an diesem leisen Geräusch. Er fragte sich immernoch was das gewesen sein könnte, doch konnte er es sich nicht erklären und jetzt kam es auf einmal wieder.
Kylian blieb abrubt stehen. Er konzentrierte sich. Er versuchte seinen Blick nicht vom Wasser zu nehmen. Dann wurde das Geräusch etwas deutlicher, doch war es immernoch nicht richtig differenzierbar. Kylian hielt seinen Blick weiter auf das Wasser gerichtet und lauschte angestrengt dem Wasser und vor allem dem Geräusch. Es wurde noch deutlicher für seine Ohren und es formte sich eine Melodie. Sie plätscherte so vor sich hin und war trotzdem abwechslungsreich. Kilyan erkannte sie sofort und wie jedes Mal wenn er Mutter Lied hörte, durchzuckte die Freude sein Herz und er fühlte wie die Musik seinen Geist umschloss. Trotzdem fiel Ihm auf, dass die Meoldie etwas anders klang als im Steinkreis, wo das Lied eher regelmäßig war und hier war es etwas bewegter und schneller. Er wunderte sich kurz und dann fiel ihm wieder der Unterricht mit Serendo ein.
Ein unglaubliche Glück durchfuhr Kilyan, als er nun feststellte, dass er Eluive hörte obwohl er nicht meditierte.
Er versuchte diesen Gedanken beiseite zu streichen, denn er hatte Angst das Lied zu verlieren.
Kilyan konzentrierte sich auf das leise Lied Mutters, dass seinen Geist umschloss und ihm Geborgenheit vermittelte. Wieder lächelte er, denn Kilyan hatte eine Idee. Er versuchte das Lied festzuhalten und ging ein paar Schritte den Fluss entlang.
Das Lied wurde etwas leiser und veränderte sich nur leicht.
Kilyan konzentrierte sich wieder etwas und ging nun, ganz langsam, mit bedächtigen Schritten, auf den Wald zu, der sich hinter ihm befand.
Er stoppte plötzlich. Mutters Lied war fast verschwunden. Er strengte sich an es weiter in seinem Geist zu halten. Einmal wurde es noch deutlicher und Kilyan vernam nun einen leisen Unterschied. Das Lied hatte nun eine regelmäßigere Melodie und wirkte nicht mehr so plätschernd und spielerisch wie am Wasser.
Erneut errinerte sich Kilyan an seinen Unterricht, dann vergaß er die Unterschiede und genoß die Nähe zu Mutter.
Während Kilyan langsam durch den Wlad schritt riß plötzlich das Lied ab. Wie jedes mal erschrak Kilyan ein wenig und Trauer durchfuhr ihn, doch dieses Mal kehrte schnell das Glück zurück, denn er war sich mit einem Schlag bewusst welch großen Fortschritt er Heute gemacht hatte.
Er dachte bei sich was Serendo wohl sagen würde und lächelte dann etwas.
Seine Schritte führten ihn zurück zu dem Wasserfall und er pfiff leise eine Melodie. "Das muss man doch wiederholen können." dachte er und setzte sich wieder auf die Bank.*
Kilyan Carnova

Beitrag von Kilyan Carnova »

*Serendo hatte ihn darin unterwiesen, sich auf Tiere zu konzentrieren und sie dadurch dazu zu bringen ihm zu folgen. Kilyan hatte sich an diesem Tag entschlossen, wenn er einmal Zeit finde, sich genauer damit zu beschäftigen und die verschiedenen Melodien der Tiere zu studieren. Und so war nun der Tag gekommen, an dem Kilyan etwas Ruhe fand. Er erwachte in dem Haus "Mutters Schutz", welches der Gemeinschaft zur Verfügung steht. Die Grasmatten waren weich und Kilyan wollte sich gar nicht erheben, so bequem schien ihm dieses natürliche Bett zu sein. Nach ein paar Momenten des Ringens erhob er sich schließlich doch. Er ging kurz zu seine Kiste um seinen Mantel heraus zu holen und mit schnellen Schritten verlies er das Haus. Sein erste Blick galt ,wie immer, dem See, welcher im Zentrum der Hüttenansammlung liegt.
Ein leises Lächeln umspielte bei diesem Anblick seine Lippen.
Kilyan machte sich nun aber bewusst, wofür er aufgestanden war. Er folgte einem kleinen Pfad Richtung Osten, überquerte die Brücke und wandte sich dann nach Süden. Dort ist eine kleine Lichtung, die häufig von Vögeln genutzt wird, gerade in den frühen Morgenstunden, in denen die Sonne ihre ersten Strahlen auf die Erde fallen lässt.
Ruhig und langsam näherte sich der junge Druide der Lichtung und ächelte als er feststellte, dass auch diesen Morgen die Lichtung voll von Vögeln aller Arten war. Also hatte es sich gelohnt so früh aufzustehen. Er schlich sich zu der Bank, die irgendjemand am Rand der Lichtung aufgestellt hatte. Kilyan dachte, dass es vielleicht auch ein Druidenschüler gewesen war, der sich näher mit Vögeln beschäftig hatte, aber er strich diesen Gedanken schnell beiseite und nahm auf der kleinen Bank platz.
Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis die Vögel, die er verschreckt hatte, wieder auf die Lichtung zurückkehrten um zu spielen, jagen oder miteinander zu konkurieren. Still beobachtete der jüngste Bewohner Vernementons das Geschehen und war fasziniert von der Vielfalt der Vögel und ihres Verhaltens. Nach einer langen Phase des Beobachtens schloss Kilyan nun die Augen und tauchte langsam in das Lied ein. Er hörte genau hin, versuchte die Melodien der Vögel von dem Lied der Umgebung zu differenzieren, das große Ganze ein wenig aufzuteilen. Er war sehr konzentriert, ließ sich von nichts ablenken und richtete sein komplettes Sein auf die Vögel. Alsbald war ihm gelungen, was er versucht hatte. Er konnte die genauen Meldodien der Vögel ausmachen und seine Gedanken darauf richten. Langsam öffnete Kilyan wieder die Augen. Er schaute sich etwas um und machte einen Spatz aus, welcher etwas abseits der anderen Vögel saß und sich anscheinend von den Anstrengungen ausruhte. Kilyan erhob sich und ging auf das Tier zu, nicht so nahe um es zu verschrecken,
aber nahe genug um dem kleinen Vogel direkt in die Augen blicken zu können. Nun kniete Kilyan sich hin und schaute den Vogel direkt in die Augen. Er konzentrierte sich nur auf den Vogel, auf die Melodie die er ausströmte. Kilyan lächlte etwas und richtete freundliche Gedanken auf den Vogel. Langsam verstärkte Kilyan seine eigene Melodie, sandte sie zu dem Vogel und versuchte so dem Vogel eine noch stärkere Verbundenheit zu vermitteln, da die Tiere auch das Lied Eluives hören können. Langsam rief Kilyan das Gefühl von Vertrauen, er versuchte sich an das Gefühl genau zu errinern, welches er bei guten Freunden hatte und ließ diese Empfindung von seinem Geist besitz ergreifen. Seine ganzen Emotionen sandte er an den Vogel. Nun beschwor er ein Gefühl von Geborgenheit und Schutz, verbandt dies mit dem Bild eines geschützten Nestes, in einem hohen Baum inmitten Vernementons und ließ seinen Geist davon durchströmen. Dieses Bild vervollständigte er immer weiter, er stellte sich Vogelgezwitscher und das leise Rauschen des Windes vor und fügte es hinzu. Vorsichtig ließ er dieses Bild aus sich herrausströmen und richtete dies auf den Spatz. Sein Tun zeigte nun Wirkung, der Vogel legte seinen Kopf schief und hüpfte langsam auf den jungen Druiden zu. Kilyan ließ langsam seinen rechten Arm in Richtung des Spatzes wandern. Ein Lächeln huschte über Kilyans Gesicht und er nickte dem Vogel kaum merklich zu.
Der Vogel zwitscherte leise und sprang noch näher. Kilyan streckte die Hand ein Stück weiter aus und mit einem kurzen Flügelschlag sprang der Spatz nun auf die nackte Hand des Druidens. Der kleine Vogel legte den Kopf schief und schaute Kilyan direkt in die Augen. Kilyan lächelte und strich dann dem Vogel mit der Linken übder den Bauch. Eine kurze Weile verging, in der Kilyan darüber nachdachte, dass es für ihn ein langes Zusammenfügen von Gedanken war, aber für einen Außenstehenden mag es ausgesehen haben als hätte Kilyan den Vogel nur kurz angeschaut und schon wäre selbiger auf ihn zugesprunge. Der junge Mann war überrascht wie Gedanken die Wirklichkeit verzerren können und wie unscheinbar ein Blick von Außen wirken kann, obwohl sehr viel mehr dahinter stecken mag. Nun setzte er den Vogel langsam ab und nickte ihm noch einmal freundlich zu, dann wandte er sich ab und ging in Richtung der kleinen Bank zu, auf die er sich dann niederließ. Seine Gedanken kreisten um den Unterricht, alles was er gelernt hatte machte er sich nocheinmal deutlich und er hoffte, dass es bei den Hasen, Katzen, aber vor allen bei den Wölfen und Bären ganauso leicht gelingen wird wie mit diesem Vogel. Er stellte sich die Frage ob er in der Lage war, vor allem den größeren und eigenständigeren Tieren, das gleiche Gefühl der Freundschaft und seiner eigenen charakterlichen Stärke zu vermitteln. Ein breites Lächeln zeigt sich nun auf seinen Zügen und ein Gedanke formte sich in seinem Kopf:

Wenn ich es nicht probiere werde ich es nicht erfahren. Er sprang förmlich auf und verschwand im Wald.*
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