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Familie Lenjar
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 21 Mai 2017 07:08    Titel: Familie Lenjar
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Bajard 25. Eluviar 254 - Abschied

Langsam schob sich die Sonne ihren Weg hinauf und bedeckte das Land sanft und warm mit ihrem Licht. Die Wachen auf den Palisaden nahmen das erste Tageslicht mit einem erleichterten Lächeln zur Kenntnis, war doch bald ihr Dienst vorüber und ein anderer Kamerad würde die Wache fortführen.

Frido, der alte Hahn des alten griesgrämigen Nachbarn der Familie Urban und Gabriella Lenjar, kundete lautstark vom neuen Tag. Alanna hasste diesen alten Gockel, der, so wie sein Herr es war, mehr griesgrämig war als sonst ein anderes Tier es jemals hätte sein können. Manchmal kam es ihr so vor, dass dieses Tier es besonders genoss sie, Alanna, aus den Federn zu holen auch wenn dies nur die Einbildung eines nicht gerne früh aufstehenden Mädchens sein mochte.

Aus dem Nebenraum ertönte ein Poltern und Klimpern. Mutter war dabei das Frühstück zu bereiten, gewiss aber auch den Proviant für ihre Handelsfahrt mit Vater. Anders als sonst stürmte Alanna diesmal nicht völlig zerzaust und verschlafen mit gehörigem Appetit aus dem Zimmer zu ihrem Platz am Tisch, diesmal verfluchte sie den verfluchten Gockel noch mehr, denn sie wusste ihre Eltern würden sie nicht mitnehmen. Tagelang lag sie ihren Eltern in den Ohren, bettelte erfand Gründe weshalb sie schon bereit war zu lernen und zu helfen, doch all das nützte nichts.
So schlurfte Alanna mehr als sie ging in Richtung des Frühstücks und mehr als ein mürrisches "Morg'n" kam ihr nicht über die Lippen. Vater schmunzelte nur doch Mutter seufzte leise auf, wusste sie doch was ihrer Tochter auf dem Herzen lag. Doch eine Reise nach Düstersee war eben manchmal zu gefährlich und so blieb auch sie unnachgiebig.

Es war das erste schweigsame Frühstück im Hause Lenjar seit langer Zeit, Vater sprach nicht einmal über die bevorstehende Reise. Was immer er dort verkaufen wollte verriet er nicht und Alanna wagte es auch nicht in die Kisten zu spähen, die im kleinen Schuppen neben ihrem Hause lagerten. Vater machte ein großes Geheimnis draus und nicht einmal Mutter wusste was sich darin befand. "Es wird all unsere Sorgen ein für alle Mal beenden" war das einzige was er verriet. Ihr Vater hatte also Schwierigkeiten dachte Alanna, doch mit wem und weshalb? Waren es Geldsorgen?

Alanna hatte Urban des Öfteren mit Gabriella streiten gehört. Besonders in den letzten Nächten wurden sie mehr und mehr, aber auch lauter und intensiver. Es war klar, dass Mutter gegen diese Fahrt war und sie nur machen würde, wenn danach alle Probleme verschwunden seien. Einmal wagte Alanna es zu lauschen und wurde erwischt. So zornig hatte sie Vater noch nie erlebt.

Der Zeitpunkt der Abreise näherte sich und Urban Lenjar verstaute die Kisten auf ihrem Eselskarren. Der alte Esel wirkte mürrisch und man sah ihm an, dass er keine Lust hatte nun diesen Karren zu ziehen. Lächelnd strich Alanna dem Tier über den Kopf. Fauchi, wie sie ihn nannte, weil er immer nur mürrisch war und herum fauchte, wann immer ihm etwas nicht passte.

„Na nimmst du lieber vom Esel Abschied als von uns hm?“ Mutter war hinausgetreten mit einem großen Bündel Proviant und legte diesen auf den Karren. Sie schmunzelte und herzte ihre Tochter, als diese sich an sie schmiegte und sie umarmte. „Keine Sorge, wir sind heute Abend wieder da und dann ist alles gut. Geh ein wenig spielen, Du wirst wir sind bald wieder da.“

Auch Vater bekam seine Umarmung und seinen Abschiedsgruß, doch so sehr er auch zu lächeln versuchte, merkte auch Alanna seine Anspannung deutlich. Doch auch sie lächelte und küsste ihm auf die Wange. „Wir bringen dir etwas Schönes mit, eine schöne Puppe vielleicht?“ Alanna schaute ihren Vater mürrisch an. „Ich spiele nicht mehr mit Puppen!“ platzte es aus ihr heraus und Vater lachte leise. „Liegt das vielleicht an diesem Jungen, wie hieß er noch einmal, Hjore?“ Urbans Tochter wurde knallrot und motzte laut“ Nein! Ieh ne der stinkt doch nach Fisch, außerdem ist er und Greta..“ Wieder lachte Urban leise und nickte nur. Er wuschelte Alanna durch das Haar und setzte sich mit Mutter auf den Wagen.

„Bis heute Abend Liebes. Mach keinen Unsinn“ Mit diesen Worten wandte sich der Karren dem Tor Bajards zu und Alanna folgte ihnen bis zur Kreuzung, ehe dieser dann langsam aus ihrem Blickfeld verschwand. Ein ungutes Gefühl machte sich in ihrer Magengegend breit. Sie hatte das Gefühl als hätte sie ihre Eltern zum letzten Mal gesehen.


Zuletzt bearbeitet von Alanna Lenjar am 30 Aug 2018 08:59, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 27 Mai 2017 17:21    Titel:
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Bajard, 27. Eluviar 254 - Allein

Noch immer gab es keinerlei Lebenszeichen von Alannas Eltern, wieder verging ein Tag und wieder musste Alanna die Nacht allein verbringen. Hjore hatte nach ihr gesehen und ihr Mut zugesprochen, doch spürte die junge Frau dass etwas geschehen sein musste. Keine Nachricht erreichte sie und auch die Händler, die in Bajard aus- und eingingen haben weder etwas gehört, noch gesehen. Es war als wären Gabriella und Urban Lenjar vom Erdboden verschluckt worden.

Ihr Freund Hjore hatte ihr etwas zu Essen vorbeigebracht. Fisch, was auch sonst. Doch Alanna spürte nur eine tiefe Dankbarkeit ihm gegenüber. Auch Greta war kurz vorbeigekommen, doch schien es ihr weniger zu gefallen dass ihr Schwarm Hjore Alanna so zur Seite stand. Sie wusste, dass er ihre Freundin heimlich nachts durch das Fenster beobachtete seit Alanna langsam zur Frau wurde; und nun verbrachte er viel Zeit mit ihr. Um sie zu trösten redete sie sich immer wieder ein.

Draußen hatte längst die Dämmerung beinahe ihre Vollendung gefunden und die üblichen Geräusche Bajards verstummten langsam. Nur die Nachtwache, die zur jeder Stunde denselben Spruch durchs Dorf rief, war noch zu hören. Auch die Wache hatte nichts vernommen und so hieß es weiter warten.

Alanna hielt es nicht mehr länger aus und packte ein paar Vorräte zusammen, zusammen mit ein paar Ersatzkleidern. Hjore hatte sie immer davor gewarnt selbst auf die Suche zu gehen, doch sie konnte einfach nicht mehr diese Ungewissheit ertragen. So packte sie den Fisch, zusammen mit etwas Wasser, in ihren ledernen Rucksack und machte sich auf. Die Wache am Tor hielt sie nicht auf, und so war Alanna schon auf der Straße in Richtung Düstersee.

Draußen wirkte es aufgrund der Dunkelheit beklemmend. Die üblichen nächtlichen Geräusche, die die junge Frau doch sehr gut kannte, wirkten nun noch bedrohlicher. Ihre Angst war gemischt mit der Furcht, dass sie ihre Eltern verletzt, oder gar tot, auffinden könnte.

Sonderbare Gestalten waren auf der Straße unterwegs. Händler sah Alanna keine mehr, eher zerlumptes Pack, was den Weg aus oder in die Tavernen Bajards finden wollte, sofern sie es noch konnten. Sie zog die Blicke auf sich und so ging die junge Frau schneller, wich größeren Gruppen auch mal durch den Straßenrand raus und blieb mehr im Verborgenen.

Alannas Suche dauerte an, die ganze Nacht – den folgenden Tag und die darauffolgende Nacht. Sie fand ihre Eltern nicht und niemand konnte sich erinnern sie gesehen zu haben. Bis nach Düstersee ging ihre Suche, weiter wagte sie sich nicht. Niedergeschlagen trat sie den Rückweg an, den Kopf gesenkt und mit schweren Schritten folgte sie der Straße zurück gen Bajard.

Tief in der Nacht kehrte Alanna zurück, nur der warme Schein der Straßenlaternen beschien den erdigen Weg in Richtung ihres Elternhauses, doch in jenem brannte Licht. Man hörte ein Geschiebe und Gerumple aus dem Haus ertönen und Alanna zögerte erst sich jenem zu nähern. Doch Müdigkeit und Hunger trieben sie voran, sie redete sich ein dass Hjore es sicher wäre und er dort etwas herum räumte. Warum auch immer er so etwas tun sollte, daran wollte Alanna nicht denken. Vom Inneren des Hauses ertönten Stimmen..eine Frau und ein Mann scheinbar. Verstehen konnte sie nicht was sie sagten, doch klang es hektisch und nicht gerade vertraut. Wieder ein Krachen..und das Klirren von Glas. Alanna bekam es mit der Angst zu tun..sie wollte eine Wache holen, doch sie fühlte sich wie gelähmt. Was geht hier vor?! Dann war da nur noch Stille.

Zwei Gestalten verließen das Haus durch die Haustür. Ganz seelenruhig und ohne Hast traten sie hinaus, als wären sie die Bewohner und seien auf dem Weg zur Taverne. Die Tür schlossen sie und schon bald waren sie in der Dunkelheit verschwunden. Eine der beiden trug etwas bei sich, doch was es war erkannte Alanna nicht. Tief atmete sie durch und ging auf die Haustür zu. Als sie den Knauf herunterdrückte und eintrat bot sich ihr ein Bild des Chaos. Sämtliche Schränke waren geöffnet und der meiste Inhalt auf dem Boden zerstreut. Was hatten sie nur gesucht?


Zuletzt bearbeitet von Alanna Lenjar am 02 Aug 2017 07:18, insgesamt einmal bearbeitet
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 03 Jun 2017 19:44    Titel:
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Wald von Tirell, irgendwann im Herbst 257 - Überleben

Langsam wurden die Tage wieder kälter, das Laub der Bäume färbte sich rot oder fiel bereits hinab von den Bäumen im Bitterforst. Die Tage verkürzten sich und die Tiere sorgten langsam für den Winter vor. Ab und an, wenn Alanna das Land durchstreifte, sah sie die Bauern, wie sie die letzten Ernten einfuhren und alles für die kalte Jahreszeit vorbereiteten.

Älter war Alanna geworden und der tägliche Überlebenskampf zeichnete sich an ihrem Körper ab. Sie war dürr und wenig weiblich mit ihren gerade einmal 16 Sommern, doch sie lebte. Die Männer interessierten sich nicht für sie, wenn sie sich doch einmal nach Bajard traute, viele mieden sie sogar, war sie doch das verwahrloste Ding aus dem Wald, wild so sagte man und wenig menschlich. Doch hin und wieder zeigte doch jemand Erbarmen und gab ihr etwas Brot oder etwas Suppe.

Die meiste Zeit jedoch ernährte sie sich von dem, was der Wald ihr bot: Wurzeln, Früchte und es tat auch mal der Regenwurm oder der fette Käfer. Wenn Alanna Hunger hatte war sie nicht wählerisch. Doch satt wurde sie nie wirklich, es half nur der Wille zu überleben und nicht aufzugeben.

Ihre Eltern sah sie nicht mehr wieder und seitdem das Haus Ihrer Eltern von den Gläubigern ihres Vaters Alanna weggenommen wurde, mieden sie auch alte Freunde wie Hjore und Greta, aber auch die Freunde Ihrer Eltern wiesen sie ab. Nur heimlich traf sich Hjore noch mit ihr, doch wusste sie dass seine Eltern ihm dies verboten hatten; und so wurden die Treffen seltener bis sie ganz aufhörten. Irgendwann hörte sie, er und Greta seien fortgegangen. Alanna malte sich aus, dass sie geheiratet und irgendwo ihre eigene Familie gegründet hätten und dieser Gedanke versetzte Ihr doch einen größeren Stich im Herzen als sie sich eingestehen wollte.

Es gab oft Augenblicke, in welchen Alanna sich aufgab. Weinend saß sie an ihrem Wasserfall im Bitterforst und verfluchte die ganze Welt und sich selbst. Oftmals konnte sie nachts nicht schlafen, weil ihr Magen rebellierte da er schon seit Tagen nichts mehr zu Essen bekam.

So war es auch in dieser Nacht. Die kümmerlichen Überreste ihrer Wolldecke hielten sie kaum noch warm und das letzte bisschen Zunder, welches sie vor vielen Tagen stahl, war verbraucht. Der Magen schmerzte und jede Faser Alannas Leib machte sich bemerkbar. Doch mochte es irgendwann einfach die Erschöpfung sein, die sie in einen tiefen Schlaf fielen ließen.

Alanna schlug die Augen auf, als sie unsanft aus dem Schlaf gerissen wurde. Eine Hand rüttelte an ihrer Schulter, doch sah sie nur einen dunklen Schemen über sich gebeugt. „Sie ist wach, nimm sie mit“ hörte sie nur flüstern von einer männlichen Stimme als sie auch schon hochgehoben und getragen wurde. Sie wollte sich wehren, doch konnte sie es einfach nicht mehr. Alanna war zu entkräftet und so fiel sie wieder in einen tiefen Schlummer.

Ein Sonnenstrahl strich sanft über die Augen der jungen Frau und so öffnete sie diese blinzelnd. Nur langsam wurde sie wach und so schaute sie sich um. Sie lag in einem weichen Bett und es duftete nach Blumen. Alanna lag in einem frisch bezogenen Bett und trug ein schlichtes Nachthemd. Als sie sich aufrichten wollte um aufzustehen wurde ihr schwindelig und so sank sie zurück auf die weiche Matratze. Sie spürte ihren Magen und er schrie förmlich nach einer Mahlzeit.

Mit einem Knarzten öffnete sich die Zimmertür und ein Mann trat herein. Er war groß und gut gekleidet, Alanna schätzte ihn vielleicht auf ein Alter von nicht viel Älter als 20 Sommern. Er lächelte als er sah dass sie wach war und trat zu ihr ans Bett. „Du musst Hunger haben..und gewiss viele Fragen. Aber erst einmal..solltest Du essen. Komm ich helf Dir.“

Die Stimme, sie war weich und freundlich. Alanna beschloss ihm zu vertrauen. Vorerst. Zumindest solange bis ihr Magen gefüllt war. Langsam stand sie auf und der Fremde stützte sie und brachte sie zu einem reich gedeckten Tisch. Frisches Brot, Wurst, Käse und sogar eine Konfitüre aus Erdbeeren, Alanna lief das Wasser im Munde zusammen. Kaum saß sie an dem Tisch, griff sie schon zu den ersten Leckereien und aß reichlich.
Der Fremde schmunzelte nur und sagte nur in einem erneuten freundlichen Ton: „Langsam, dein Magen muss sich erst wieder daran gewöhnen. Lass Dir Zeit.“

Er beobachtete sie nur wie sie aß und sprach vorerst keinen Ton. Alanna versuchte sich zu erinnern ob sie ihn kannte oder ihn schon einmal sah. Auch die Stimme kannte sie nicht und so schaute sie sich erst einmal um, während sie zwar begierig aber langsamer weiter aß.

Walnussmöbel zierten den Raum, Fenster mit echtem Glas und hier und da Kerzenleuchter aus echtem Gold. Der Raum war geschmackvoll eingerichtet und es war gewiss nicht billig. Auch die Kleidung des Fremden wirkte eher edel als bescheiden. Was bei Temora ging hier vor?

Alanna schluckte den Bissen herunter und langsam siegte die Neugierde über den Hunger. „Wer..wer seid Ihr?“ fragte sie kurz und knapp. Wieder lächelte der Fremde. „Ich bin Lorentz Wendel. Dies ist das Haus meines Vaters, Sigmund Wendel.“

Alanna kannte den Namen, aber ihr fiel beim besten Willen nicht ein woher. Lorentz bemerkte ihren nachdenklichen Blick und lächelte erneut. „Du kanntest meinen Vater sicher nur vom Sehen. Dein Vater schuldete ihm eine Menge Geld. Na, erinnerst Du Dich jetzt?“


Zuletzt bearbeitet von Alanna Lenjar am 02 Aug 2017 07:19, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 24 Jun 2017 13:37    Titel:
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Bitterforst, irgendwann im Herbst 257 - Flucht

Der Stückchen Brot aus ihrer Gland glitt aus jener und fiel zurück auf den Teller. Alanna blickte Lorentz erschrocken an und ein Kloß blieb in ihrem Halse stecken. Ihr Gegenüber amüsierte diese Reaktion ein wenig und er schmunzelte. Alanna meinte ein wenig Spott darin zu sehen, doch mochte dies auch nur Einbildung sein.

„Geld..? Warum denn Geld?“ fragte Alanna mit leicht belegter Stimme. Trotz ihrem Argwohn Lorentz gegenüber keimte in ihr die Hoffnung auf, vielleicht Antworten auf so viele Fragen zu bekommen. Er schien es ihrem Blick zu lesen und hob leicht die Hand um sie ein wenig zu beschwichtigen.
„Ja eine Menge Geld. Die Geschäfte des Vaters liefen lange nicht mehr so wie sie es sollten. Mein Vater bot ihm ein Geschäft an. So konnte er sich ein wenig den Hals aus der Schlinge ziehen.“

Alanna blickte Lorentz ein wenig verwundert an und kräuselte ihre Stirn ein wenig.

„Mein Vater lieh ihm Geld ... ohne Zinsen und er brauchte das Geld erst zurück zahlen sobald er es konnte..doch der Preis war ein Gefallen.“
Alannas Blick wurde misstrauischer. „Ein Gefallen..was für ein Gefallen?“
Wieder zierte dieses Schmunzeln Lorentz Gesicht. „Du weißt doch wohin deine Eltern wollten, oder? Dein Vater sollte Waren für ihn in das Rahalsche Reich bringen, doch mehr musst Du nicht wissen, vorerst jedenfalls nicht. “

„Ich will alles wissen, was tat mein Vater und was willst Du von mir?!“
Langsam hob Lorentz seinen Krug Wein an und trank einen Schluck. Mit Genuss in den Augen bemerkte er, wie sein Gegenüber unruhiger wurde, nervöser und angespannter. Er blickte Alanna direkt in ihr Antlitz ehe er langsam fortfuhr.

„Ich kenne nicht alle Geschäfte meines Vaters, doch hat Dein Vater seine Schulden nicht zurück gezahlt. Mein Vater ist tot, doch die Schuld bleibt bestehen. Kurz nachdem Dein Vater verschwand, verschwand auch meiner. Ich..habe alles geerbt, sein Haus, sein Vermögen..und die Schulden Deines Vaters.“

„Ich habe kein Geld!“ begehrte Alanna auf. Ihr missfiel auf welchen Pfad dieses Gespräch führte. Wieder dieses Schmunzeln im Gesichte Lorentz. Es lag Spott in ihm und Alanna kniff ihre Augen zusammen. Etwas stimmte hier ganz und gar nicht. Ihre innere Stimme beschwor sie die Frage nicht zustellen, doch letztlich verließen die Worte doch Alannas Mund.

„Was willst Du..?“

„Dich.“

Erschrocken blickte Alanna Lorentz an. Rasch stand sie auf und schmiss dabei beinahe ihren Stuhl um. Er blickte sie noch immer ruhig und schmunzelnd an, beinahe als habe er mit dieser Reaktion gerechnet.
„Ich muss dieses Land verlassen. Zuviel Staub wurde aufgewirbelt. Bisher konnte mein Geld gewisse Leute beschwichtigen, doch ist nicht mehr viel übrig und schon bald wird es gefährlich. Du wirst mit mir kommen. Du bist der Preis..für all das.“

„Das werde ich nicht!“ Alannas Stimme wurde laut, beinahe schrill. Hastig schaute sie sich im Raume um nach einer Fluchtmöglichkeit. Lorentz bemerkte dies, sah aber keine Veranlassung sie zu zügeln.

„Du hast zwei Möglichkeiten Alanna. Du kommst mit mir freiwillig mit und lebst an meiner Seite sobald Du..naja..alt genug bist oder…“

Alanna schnitt ihm mit einer harschen Frage das Wort an. „Oder?“

„Oder ich verkaufe Dich an einen alten reichen Menekaner..oder Cabezianer. Die werden sicher das eine oder andere Sümmchen für Dich springen lassen.“

Lorentz erhob sich völlig ruhig und gelassen von seinem Stuhl und ging zu ihr herüber. Alanna wich zurück zu einem der Fenster hinter ihr. Mit einem seitlichen Schulterblick schaute sie durch das Glas nach draußen.

Erdgeschoss!

Ein Pferdewiehern von draußen ließ Lorentz innehalten. Er blickt irritiert in dessen Richtung und atmete leise aus. Nun wirkte auch er nervös. Etwas stimmte nicht. Hastig trat er an ein Fenster und blickte nach draußen. „Scheisse!“ fluchte er laut und blickte Alanna dann schon beinahe beschwörend an. „Bleib hier..in deinem eigenen Interesse.“

Er verließ das Zimmer und Alanna dachte nicht daran auf diesen Kerl zu hören. Mit einem Teller schlug sie das Glas des Fensters ein und kroch hinaus. Eine Scherbe, die noch in der Fassung steckte, schnitt ihr dabei in ihren Oberschenkel, doch Alanna unterdrückte einen Schmerzensschrei. Sie hörte ein Poltern und Rumpeln und dann lautes Geschrei. Sie rannte, während das Blut an ihrem Bein hinab rann, nur kurz schaute sie nach hinten. Gestalten waren in das Zimmer eingedrungen und eine zeigte auf sie, vor Lorentz keine Spur.

Alanna rann wie schon lang nicht mehr, bis sie im Wald verschwunden war. Heftiger Regen hatte eingesetzt und so verschwamm die Spur aus Blut, die sie hinter sich herzog.

Ein paar Tage später traute Alanna sich zurück zu Lorentz Haus. Das Haus war niedergebrannt und von dem Bewohner keine Spur. Sie hatte Glück gehabt, doch wieder war eine Spur zu ihren Eltern verloren.


Zuletzt bearbeitet von Alanna Lenjar am 02 Aug 2017 07:19, insgesamt einmal bearbeitet
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 05 Jul 2017 18:31    Titel:
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Wald von Tirell, Herbst 258 – Die alte Klinge

Kalt war es geworden und feucht. Eine klamme Nässe machte sich in Alannas löchriger Kleidung breit. Die Nächte zeigten bereits erste Anzeichen nahenden Frosts und Hunger erfüllte Alannas Magen. Es würde bald wieder Zeit werden neue Kleidung zu erbetteln. Wie sie das hasste, diese mitleidigen Blicke der Temorapriester in Adoran. Hin und wieder überlegte Alanna sich, sich den Priestern einfach anzuschließen, ein Leben im Kloster zu führen. Doch war sie nie besonders gläubig gewesen und sie würde doch ihren Wald vermissen, der zu ihrer Heimat wurde.

In Nächten wie diesen bedauerte sie aber stets ihren Entschluss, nicht doch die Wärme der Klostermauern zu suchen. Leicht schmunzelte Alanna auf bei dem Gedanken daran, wie sie sich den Wanst vollstopfen würde. Ein wenig beten hier, ein wenig Lesen und lernen dort. Wäre dies nicht ein prima Leben?

Leise seufzte Alanna auf und schaute sich um. Ihre karge Behausung aus einfachen Ästen und Laubwerk war wieder löchrig geworden und nun fand man kaum noch Äste mit Laub. Der Winter würde gewiss hart werden und sie zweifelte daran, ob sie wirklich noch einen Winter durchstehen würde.
Alanna wollte immer heiraten, Kinder bekommen, ein gutes Leben in einem feinen Landhaus führen und einen niedlichen Hund haben! Kloster?

Neee..dachte Alanna sich dann doch hier konnte sie auch nicht bleiben.
Sie könnte nach Adoran gehen und schönes Kleid stehlen und einem Mann schöne Augen machen! Alanna schnippte mit ihren Fingern und schon kehrte wieder etwas mehr Leben in die klammen Glieder ein. Doch so schnell der Gedanke auch kam, so rasch ging er wieder als sie sich betrachtete. Dürr, wenig weiblich geformt und ein Aussehen wie eine Vogelscheuche. Mutter sagte ihr mal, sie würde gewiss einen guten Mann finden, der ihr die Welt zu Füssen legen würde, doch sagt das nicht jede Mutter zu ihrer Tochter?

Doch dann kam ein anderer Gedanke auf. Rasch wühlte sie in ihren Sachen, die zum größten Teils aus alten weggeworfenen Dingen anderer Leute bestanden, und fischte die alte Klinge heraus. Diese fand sie vor einigen Wochen auf einem Feld. Sie war halb von Erde bedeckt und voller Rost. Ein simples Kurzschwert welches womöglich den ersten Kampf nicht mehr überstehen würde.

Immer wieder übte Alanna damit, führte seltsam anmutende Angriffe aus, welche sie teils von Kriegern abschaute oder sich selbst ausdachte. Ein Krieger würde eher schmunzeln, sah es doch teils recht albern aus, doch warum nicht das Kriegshandwerk erlernen?

So führte ihr Weg sie zurück nach Bajard, wo sie hin und wieder Ratten für den dorfbekannten Schreiner aus dessen Keller vertrieb. Sein Gejammere dort war bereits legendär und so konnte Alanna ein paar Münzen zusammenkratzen um sich eine karge Lederrüstung zu kaufen.

So führte ihr Weg sie letztendlich nach Adoran, die Stadt die sie stets als Bittstellerin betrat. Doch diesmal würde es anders werden. Am Tor wurde sie durch einen grimmigen Soldaten betrachtet, der sie nach dem Bürgerbrief fragte. Als sie diesen nicht vorweisen konnte, begann dieser sämtliche Gesetze der Stadt herunterzurattern, jedenfalls kam es Alanna beinahe so vor. Als Alanna dann das Regimentsgebäude passierte und dies betrachtete da fasste sie einen Entschluss: sie würde sich eintragen und Soldatin werden!


Zuletzt bearbeitet von Alanna Lenjar am 02 Aug 2017 07:19, insgesamt einmal bearbeitet
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 03 Aug 2017 09:05    Titel:
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Adoran - 03. Ashatar 260 - Vertrauen

Eine lange Nacht lag hinter Alanna. An Schlaf war einfach nicht zu denken und so kauerte sie sich mit einem Stoffbären in die weichen Kissen in ihrem Zweitbett in den Keller. Zaedrael schlief oben, aber sie wollte nicht bei ihm sein, irgendwie konnte sie es in dem Augenblick einfach nicht.

Auch wenn Alanna es besser wusste und sie versuchte sich gegen die Worte zu erwehren, so spürte sie doch dass diese einen wahren Kern enthielten. Zweifel ergriffen Alannas Herz und diese Zweifel verursachten ihr Magenschmerzen..und die schlaflose Nacht.

Sie war wütend auf Zaedrael, wütend darüber dass er sie vor versammelter Runde als Freundin von Rahalern beschimpfte. Er war wütend und womöglich ahnte er in dem Augenblick selbst nicht, was er da anrichtete. Als er ging folgte sie ihm, weil er es wollte aber auch weil sie spürte dass es nicht so stehen gelassen werden durfte. Sie stritten bis sie letztendlich daheim waren, doch Zaedrael schaffte es immer wieder ihr Wut schnell verglühen zu lassen. Sie liebten sich und am nächsten Morgen schien die Welt fast wieder in Ordnung zu sein, doch nur fast.

Alanna versuchte ihren Mann zu verteidigen, als in erlauchter Lagerfeuerrunde das Thema auf ihn einschwenkte. Sie wusste, dass diese Menschen doch gewiss nicht ihr Glück im Sinn hatten, doch musste sie einfach doch ihren Mann verteidigen, er war doch ihr Ehemann und egal was sie dachte, sie konnte ihn doch nicht den anderen so zum Frass vorwerfen lassen. Doch ihr Widerstand ebbte zusehends ab, und obwohl sie den Worten einfach nicht glauben wollte...nährten sie die Zweifel in ihrem Herzen. Ihr Mann hatte sie als Freundin der Rahaler geschimpft..eben vor diesen Leuten, doch war sie dies nicht und er hätte es eigentlich besser wissen müssen.

Man verstand nicht, wie Alanna es ihrem Mann so einfach durchgehen lassen konnte. Man verstand nicht wieso sie ihm nachlief und warum sie ihm so einfach vergeben konnte. Vielleicht verstanden sie einfach das Grundlegende nicht was sie dazu bewog: sie liebte ihren Mann nunmal und sie wusste, dass er ihr doch nichts böses wollte. Er würde sie vor Unheil bewahren...oder nicht?


Zuletzt bearbeitet von Alanna Lenjar am 21 Aug 2017 20:25, insgesamt einmal bearbeitet
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 21 Aug 2017 20:53    Titel:
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Berchgard - 19. Ashatar 260 - Rekrutin Lenjar

Es war bereits spät am Abend, als Alanna und Zaedrael vom gemeinsamen Dienst heimkehrten. Ein Ritt nach Bajard um den zu finden, der ihr einst die Haarlocke stahl. Die Frau Oberst hielt Worte, das Regiment stand zu seinen Soldaten. Wenn es nur eines brauchte, um Vertrauen zu finden, dann war es gewiss dies.

Nach einer rauschvollen gemeinsamen Nacht im Bad legte Zaedrael schlafen, doch Alanna konnte dies nicht. Ihr Körper war müd, doch ihr Geist zu aufgewühlt von den jüngsten Ereignissen. Es hatte lang gedauert, bis sie sich Helisande anvertraute und waren es doch erst die Worte ihrer Freundin und Priesterin Johanna, die Alanna dazu bewegten. Vertrauen...sie fürchtete Schlimmes und sie täuschte sich doch so sehr und noch nie war sie so froh darum.

Zu lang hatte sie sich versteckt, versteckt vor sich selbst, vergessen wer sie war und ist, vergessen was sie einmal sein wollte. Zu lang begnügte Alanna sich mit dem was sie hatte, doch sie wollte mehr. Leise trat sie an die Wiege von Amelia, ihrer jungen Tochter und deckte sie sanft wieder zu. Ein leichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, als sie ihre Tochter so friedlich schlafen sah. Johanna nannte es einst verantwortungslos, dass sie wieder in das Regiment eintrat, auch wenn sie diese Worte selbst als zu hart einstufte.

Alanna sagte, sie wolle das Reich schützen, aber insbesondere ihre Familie. Sie wollte lernen und besser werden mit dem Schwert, damit ihrer Familie kein Unheil geschähe. Doch Alanna wusste es besser, war es doch in Wahrheit ein noch anderer Grund: sie wollte wieder sie selbst sein: eine Kriegerin, ihrem Mann ebenbürtig.

Zaedrael hatte sich aufgegeben, er lebte in den Tag hinein. Dies sah er auch selbst so und er war unzufrieden. Ihrer Familie bescherte dies viel Ungemach und Streit und beinahe wäre sie zerbrochen, als Alanna ihre Sachen packte und ging. Es zeriss ihr das Herz, doch spürte sie dass es das Richtige war..auch wenn es sich doch oft so falsch anfühlte. Zaedrael ließ sie gehen und so begann Alanna ihr Leben zu leben..für eine kleine Zeit. Zaedrael kehrte zurück zu ihr und seine Worte, die sie einst so verletzten, waren vergeben..aber nie vergessen.

Der Einsatz in Bajard tat ihrem Mann gut, schon lange hatte sie ihn nicht mehr so..zufrieden erlebt. Auch wenn der Anlass zu diesem Einsatz kein Guter war, so hatte er doch letztlich etwas Positives gehabt: ein Funken Hoffnung dass ihr Mann wieder der werden würde, in den sie sich einst so verliebte..und den sie stets bewunderte. Er war mehr als nur ihr Mann, er war ihr Freund und stets..war er es der Ihr Möglichkeiten zeigte und mit Rat zur Seite stand. Nun..musste Alanna dies tun und sie hoffte sie würde nicht versagen.

Sanft streichelte Alanna Amelia durch das Haar und lächelte versonnen. Wenn es denn einen Beweis für ihre Liebe gibt..dann liegt dieser genau vor ihr..in ihrer Wiege und schläft friedlich. Wer so etwas Wundervolles erschafft, wird auch die schlechten Zeiten meistern, wie es doch sein sollte als Ehepaar..als Liebende..und als Freunde; sie würde Kraft haben für alle drei sollte es denn notwenig sein.


Zuletzt bearbeitet von Alanna Lenjar am 21 Aug 2017 21:05, insgesamt 3-mal bearbeitet
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 Beitrag Verfasst am: 03 Okt 2017 19:51    Titel:
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Berchgard - 03. Goldblatt 260 - Das Fallen der Herbstblätter

Langsam kehrte er ein, der goldene Herbst mit seiner kühlen Brise und den fallenden Blättern. Die Tage wurden kürzer und die Nächte länger und es wurde Zeit für das Entfachen des Kamins. Wohlige Wärme bereitete sich aus, vermischte sich hin und wieder mit einer sanften Brise, die sich durch die Fenster- und Türritzen stahl.

Amelia schlief sanft und ruhig in ihrer Wiege und Alanna sortierte langsam ihre Herbst- und Wintergarderobe von dem Keller in den Kleiderschrank. Insgeheim freute sie sich auf den Herbst, bot er doch viel zwischenmenschliche Wärme an den Abenden, entweder am Kaminfeuer oder eng aneinander geschmiegt unter der warmen Bettdecke.

Ein leichter Schweissfilm bildete sich auf Alannas Haut und sie hielt inne. Skeptisch blickte sie zum Kamin. Knisternd verzehrten die Flammen die Holzscheite und sie grübelte, ob es vielleicht nicht doch zuviel Holz gewesen war? Kurz durchatmend setzte Alanna sich auf das Bett und lächelte leicht. Der Sack aus dem Keller leerte sich langsam. Dann nur noch die Wintervorräte..Holz hacken..und und und.. Sie schmunzelte leicht und beschloss..das kann auch Zaedrael tun. Sie hatte erst einmal genug getan. Ihr Herz begann wie wild zu klopfen und Alanna schluckte leicht, die Hand an ihre Brust legend. Es währte nur einen Augenblick und sie atmete ruhig und tief durch..erleichtert als es endlich aufhörte. "Verdammt du wirst alt"..murmelte sie und kicherte leise auf...sie sagte das recht oft in letzter Zeit mit ihren inzwischen stolzen 20 Sommern.

Kurz erhob sich die junge Frau und trat zum Fenster. Ihr Mann war noch immer nicht da...sicher würde er wieder erst kommen..wenn sie schlafen würde, zu selten sahen sie sich nur noch. So war es wohl einfach irgendwann..das Eheleben. Langsam öffnete sie ihr Kleid und liess es an ihrem Körper entlang hinabgleiten, ehe sie dann von dem Fenster zurück trat und sich auf die Bettkante setzte. Sie hob ihr linkes Bein angewinkelt etwas hoch und begutachtete den Verband. Er sass fest und straff und es hatte kaum noch nach geblutet. Zufrieden legte sie sich ins Bett und kuschelte sich in die Decke.
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 20 Dez 2017 02:18    Titel:
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Berchgard - 20. Alatner 260 - Des Jahres Abschied

Langsam ließ Alanna die Haustür hinter sich zufallen, als sie endlich daheim angekommen war. Anstrengend war der Dienst gewesen, aber auch sehr interessant. Keylons Lob zum Ende hin schmeichelte ihr, sie fühlte sich schon ein wenig...stolz.

Daheim war es dunkel, Zaedrael lag bereits im Bett mit der kleinen Amelia in seinem Arm. Der Anblick der beiden ließ Alannas Herz ein wenig lächeln und so ließ ging sie erst einmal noch in die Küche und schnappte sich die Karaffe Saft. So stieß sie allein mit sich an und würde ihm morgen erzählen, was sich alles zutrug.

Bald schon würde sie allein mit ihrer Tochter sein, Zaedrael würde auf Reisen gehen um seine Familie zu suchen. Insgeheim hoffte Alanna er würde nicht gehen, doch gerade sie verstand es, wenn man sich nach seiner Familie sehnte. Über 10 Jahre hatte er sie nicht gesehen und niemand von ihnen wusste, dass er nun seine eigene Familie gegründet hatte. Wie würden sie darauf reagieren? Würde seine Familie sie..akzeptieren?

Mit etwas Glück würde sie es vielleicht bald erfahren, sie hoffte so sehr dass Zaedrael mit guten Neugigkeiten heimkehren würde, doch je mehr sie über den Abschied nachdachte, um so mehr schmerzte ihr Herz. Er spürte schon am gestrigen Tage, dass ihr mit dem Abschied nicht wohl wäre, doch sie hätte sie ihn davon abhalten können oder dürfen?

Bald, im frühen neuen Jahr, würde sich ihre Hochzeit das erste Mal Jähren und schon bald wären sie zwei Jahre ein Paar. Alanna freute sich auf das was kommen wird und insgeheim hoffte sie dann schon Gardistin zu sein. Vor dem eigenen Mann stramm zu stehen, das ist so verdammt...seltsam! Zumindest ist es daheim anders herum, auch wenn Zaedrael es nie zugeben würde. Leise musste Alanna bei diesem Gedanken lachen. Welche Fehler er auch haben mochte..war er doch..ihr Brummbär.

Langsam erfüllte sie eine wohltuende Müdigkeit, der harte Tag forderte seinen Tribut. So erhob Alanna sich und tappste langsam zur Treppe um hinauf in das Schlafzimmer zu gehen. Da wurde ihr erneut übel, wie schon zuvor beim Dienst und es blieb ihr nur hinaus in den Garten zu rennen und sich zu übergeben. "Oh Temora..bitte nicht jetzt.." war noch ihr Gedanke..


Zuletzt bearbeitet von Alanna Lenjar am 20 Dez 2017 11:33, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 06 Jan 2018 10:06    Titel:
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Adoran - 06. Tag des Hartung 261 - Unpassende Momente

Die ersten Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster ihres Schlafzimmers und Alanna blinzelte leicht mit den Augen, als sie langsam erwachte. Ein flaues Gefühl erfüllte ihre Magengegend noch immer und sie fühlte sich müde und abgeschlagen. Viel geschlafen hatte sie nicht, immer wieder wachte sie auf und musste sich übergeben. Es dauerte lang, bis sie etwas mehr Schlaf fand und nun begann der Morgen wie nach einer durchzechten Nacht.

Es war sicher nur der harte Vortag, sicher hast Du nur etwas falsches gegessen..oder du bist einfach nur krank..das waren die eher halbherzigen Versuche sich etwas einzureden um vor dem abzulenken, was möglicherweise sein könnte. Niemand sollte etwas erfahren, wollte sie doch endlich die Ausbildung zum Gardisten abschließen, doch der sorgenvolle Blick Zaedraels am vorherigen Tage ließ sie dazu hinreissen eine Andeutung zu machen..die ihr mehr nur herausgerutscht war. Ihr Mann verstand wohl was los war und und ein kleines Gefühl der Erleichterung machte sich in ihr breit..als es zumindest teilweise heraus war.

Morgen würde der letzte Ausbildungsabschnitt stattfinden..bald hätte sie es geschafft und wo bei ihrem ersten Kinde Freude war fand sich jetzt nur Sorge. Viel zu viel war im Gange und eigentlich wollten sie noch damit warten, aber der Lauf der Dinge hörte nicht immer auf das..was man sich wünschte. Das Regiment war ihr mehr und mehr zu einem Teil ihres Lebens geworden, ja beinahe wie eine Familie. Sie standen füreinander ein und mit den Monaten hatte Alanna dies auch endlich begriffen. Lady Helisande hatte ihr einst gesagt, sie solle sich mehr ihren Kameraden anvertrauen, ein Rat den sie mehr und mehr beherzigte und auch an Zara weitergeben konnte.

Sie war stolz..auf ihre Kameradin, wie sie ihren Mut zusammennahm und mit der Frau Oberst über ihr..Problem..sprach. Etwas was Alanna lange nicht konnte. Damals als sie der Frau Oberst von ihrem Zwischenfall mit Marius und der geraubten Haarlocke erzählen musste, da ging es ihr ähnlich. Doch dieses Mal lag der Fall ein wenig anders...und wieder fürchtete sie sich vor dem Gang zum Büro des Drachen um zu melden, was mit ihr..womöglich los sei.

Nein..es musste noch warten und noch..war Alanna sich nicht sicher; und erst wollte sie diesen Mistkerl Marius finden. Endlich traute sie sich mehr Aufgaben zu, als nur das Wachestehen am Tor..verdammt und nun das. Welchen Heiler sollte sie zu Rate ziehen? Würde er es von sich aus dem Regiment melden..wenn sie wirklich schwanger sein sollte? Man würde sie gewiss beurlauben...oder zu monatelangem Innendienst verdonnern, aber es gab noch soviel zu tun!

Alanna durfte das erste mal, gemeinsam mit Zara, eine Ausbildungseinheit abhalten. Verdammt war sie stolz darauf und es war, so glaubte sie, sogar recht gut geworden.. sie wollte weiter lernen und etwas erreichen..wäre das nun wieder vorbei? Dazu noch diese...Sache...mit den Magiern. Verfluchte Magier..dachte Alanna sich...nächstes Mal explodiert vielleicht ganz Adoran.. vielleicht helfen ihnen diese ständigen Kopfschmerzen nun..etwas vorsichtiger mit dieser Macht umzugehen und vielleicht wäre es klüger..so eine Akademie nicht unbedingt in eine belebte Stadt zu bauen..eine Stadt voll mit Kindern.

Sie musste mit Zaedrael reden..vielleicht würde er wissen..was zu tun sei.
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 20 Jan 2018 12:57    Titel:
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Junkersteyn - 20. Tag des Hartung 261 - Ein Haus auf dem Lande

Träume zu leben, so klein und unbedeutend sie auch sein mögen im großen Weltgefüge, erfüllt doch den einzelnen Menschen mit Glück und einem Stückchen Harmonie und so wird die Welt doch wieder ein Stückchen schöner, gibt es doch einen Menschen mehr der lächelt. So ähnlich hatte es Alanna Mutter ihr eins gesagt und damals wusste Alanna noch nicht viel damit anzufangen. Als heranwachsende Frau hatte sie oftmals Träume, doch während andere Kinder von einem Leben als Ritter, Edeldame oder bedeutende Persönlichkeit träumten, wollte Alanna doch nur ihr eigenes Haus auf dem Lande, einen guten Ehemann und zwei Kinder, sogar einen Hund. Gern wurde sie dafür belächelt, ging es doch oftmals nicht darum das bestmögliche an Ansehen, Geld und Titeln für sich heraus zu holen?

Die Prüfung am heutigen Tage war bedeutsam, doch bedeutsamer war für Alanna dass sie endlich ihr Haus auf dem Lande bekommen hatte und ihre Familie im Begriff war zu wachsen. Noch war es nicht perfekt, war ihr Haus doch noch nicht eingerichtet, es war doch mehr ein heilloses Chaos als gemütlich. Doch mit Nectan hatten sie sich einen Schreiner dazugeholt, der augenscheinlich gute Ideen hatte. Bald schon wäre wieder ein Traum vollendet und es könnte weiter gehen.

Das Haus war kein Palast, es war nichtmal riesengroß, aber es war ihr Haus auf dem Lande und auch Zaedrael schien sein Gefallen daran zu finden. Amelia wirkte noch recht unruhig, war doch ihr Umfeld verschwunden, was sie kannte. Noch war das Haus für sie fremd, doch wenn sie Abends mit im Bett ihrer Eltern lag, schien auch für sie die Welt wieder ein Stück weit mehr in Ordnung zu sein.

Doch an dem heutigen Tage wuchs und wuchs ihre Nervosität, stand doch am Abend die Prüfung an. Noch nie hatte sie eine Prüfung abgelegt wie diese und sie wusste nicht was sie erwarten würde. Gardist zu sein..dies war im Grunde kein Traum in Alannas Leben gewesen, es war ihr Beruf. Doch war das Regiment was Zaedrael und Alanna wieder ein Stück weit zusammen brachte, eine gemeinsame Aufgabe, ein gemeinsames Interesse dem sie gerne nachgingen. Zaedrael nahm wieder mehr am Dienst teil und das..war etwas was sie glücklicher stimmte als jede möglichweise kommende Beförderung.

Die letzte Nacht war kurz gewesen, zum einen forderte die Übelkeit ihren Tribut, aber andererseits war es diese Anspannung in ihrem Leib und ihren Gedanken, die sie ruhelos wirken ließ. Nur mit einem Hemd bekleidet tappste sie die Treppen zum Keller hinab und sortierte ihre Rüstung und Waffen aus der Truhe heraus. Mit einem ölgetränkten Lappen begann sie diese zu reinigen und schärfte die Waffen mit einem einfachen schon recht abgenutzten Wetzstein. Was würde sie bloss heute erwarten? Würde sie noch alles wissen, was sie gelernt hatte? Mehr und mehr schien ihr Wissen aus ihrem Kopfe zu verschwinden, verdammte welche Anrede gebührte noch einem Freiherrn? Was ist noch einmal der Unterschied einer Baronie zu einem Freiherrengut?

Leise seufzte Alanna und legte den Brustpanzer auf den Boden. Etwas Öl tropfte von dem unvollendeten Werk auf den Holzboden und hinterließ einen fettenen hässlichen Fleck. Sie schloss ihre Augen und lehnte sich zurück an die kalte Steinwand. : ihre beiden Hände legte sie sanft auf ihren noch ungewölbten Bauch und erneut stieg eine Übelkeit in ihr Auf. "Bitte lass mich diese Übelkeit nicht heute Abend bei der Prüfung spüren.." waren noch ihre Gedanken, ehe sie langsam der Schlaf erneut übermannte.
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 11 Feb 2018 09:03    Titel:
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Junkersteyn - 11. Tag des Eisbruch 261 - Frühling

Langsam schloß sich die Truhe mit einem Quietschen, ehe sich mit einem leisen Rummsen der Deckel schloss. Leicht wehmütig blickte Alanna auf ihre Ausrüstungstruhe, in welche sie ihre Ausrüstung verstaute. Gut geölt und in Leder eingewickelt würde sie dort warten, bis ihre Trägerin sie wieder anlegen durfte.

Die Zeit des Kampfes war vorerst vorüber, hier und da passte die Rüstung eh nicht mehr so gut, da sich Alannas Leib an gewissen Stellen veränderte. Im dritten Monat ihrer Schwangerschaft hatte sie doch auch ein wenig zugelegt, zu groß war der Appetit einfach gewesen und selten konnte sie mit dem Essen einfach aufhören. Alanna schmunzelte leicht als sie ihr Dekoletee etwas richtete, zumindest dort hatte sie sich auch verändert..Zaedrael wirds gefallen.

Doch die Stimmung im Hause Lenjar war eher gedämpft. Zaedrael war verletzt worden..gleich zweimal. Letharen hatten sie auf der Jagd bedrängt und ihr Mann wurde durch Bolzen verletzt. Sie gab sich die Schuld dafür, wären sie doch gleich abgehauen als es nach Ärger roch. Doch die Demütigung saß noch tief, hervorgerufen durch ein Ereignis in Bajard..als Jaryan'dolor befahl Alanna mit Pferdemist zu bewerfen.

Kurz darauf gab es noch einen Vorfall mit einem Schattenpanther in Bajard, und wieder musste Zaedrael einstecken während Alanna wieder ungeschoren davonkam.

Die Freude über die Beförderung zur Gardistin war längst verflogen, viele Menschen sprachen bereits davon, dass es bald wieder beginnen würde mit dem Krieg. Alanna selbst würde nicht kämpfen können, doch machte sie sich Sorgen um ihren Mann..ihren Kameraden und Freunden, und dann
hatten sich auch noch Moira und Zahrak getrennt? Während Zaedrael dies eher weniger beeindruckte, machte sich Alanna wieder tausende Gedanken darum. Eine Mutter allein mit zwei Kindern? Sie selbst waren auch einst in einer ähnlichen Lage gewesen, wenn auch nur für kurze Zeit. Doch was würde werden, wenn auch sie einmal..allein wäre?

Während um ihrem Haus herum..im Meer..und in den Wäldern das Leben langsam wieder zu erblühen begann, wurde Alannas Gemüt ein wenig schwer. Melissa bot ihr an, ein paar Tage auf der Isla zu verbringen. Sicher würde ihr dies gut tun, doch mochte sie ihren Mann und ihre Tochter nicht wirklich allein lassen. Und dann war da noch Madrin..herrje Melissa hatte da wirklich einen netten Mann kennengelernt. Alanna mochte ihn und sie freute sich für Melissa. Sie hätten sicher gerade anderes zu tun als eine deprimierte Freundin zu beherbergen.

Ein sanftes Schmunzelen stahl sich auf Alannas Lippen als sie an die Zeit damals zurückdachte, als sie noch frisch mit Zaedrael liiert war. Nein...sie haben sicher..anderes zu tun!

Von oben ertönte ein lautes protestierendes "Maaaamaaaaa". Leise atmete Alanna aus und sie rief laut "Komme schon!" Es war Zeit dass die Herrin des Hauses ihr Frühstück bekam.
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 17 Feb 2018 11:38    Titel:
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Junkersteyn - 17. Tag des Eisbruch 261 - Winterkälte im Frühling

Erst spät kam Alanna heim, völlig durchnässt und durchgefroren durch den noch eisig kalten Regen, der dem Frühling scheinbar noch ein Schnippchen schlagen wollte. Langsam öffnete sie die Gartenpforte und blickte in richtung ihres Hauses. Völlig dunkel lag es da..kein Licht brannte mehr. Zaedrael und Amelia schliefen wohl bereits und so würde er wohl nicht merken, dass es wieder spät wurde...

Seit ein paar Tagen schon mied sie ihn, wo es nur ging, denn wieder einmal gab es Streit. Nachdem sie sich selbst schon die Schuld an Zaedraels Verletzungen gab, welche er sich durch die Letharen im Eisgrab zuzog, waren seine Worte es diesmal, die sie zweifeln ließen ob sie jemals eine gute Gardistin sein würde. Alanna wollte den Rekruten im Regiment eine Zuhörerin sein, doch stattdessen hatte sie Marina nach ihrem in Alannas Augen Fehlverhalten belehrt. Und auch wenn sie sich im Recht fühlte, sah ihr Mann dies nicht so. Seine Worte trafen Alanna sehr.er wüsste nicht mehr wann er von einem Kameraden jemals so enttäuscht gewesen wäre..sie wäre nicht die Frau gewesen die er geheiratet hätte...und dass sie Eitelkeiten pflegen würde.

Einen Tag nach deren Streit stand eine Eskorte der Magier zur Konzilsinsel an. Lange haderte Alanna mit sich, ob sie diesen Einsatz noch machen sollen würde. Noch würde die Rüstung ihr passen, doch durfte sie ihr Leben weiter riskieren und das ihres ungeborenen Lebens? Letztlich entschied sie sich für den Einsatz, wahrscheinlich würden die Magier eh wieder nur streiten..ein wenig zaubern...und alle würden wieder unverrichteter Dinge nach Hause gehen. Ein letzter Einsatz sollte es also noch sein..und so eilte sie zum Apell zum Regimentsplatz...nur bloss nicht vor allen Leuten sich übergeben..dann würde alles gut werden!

Viel verstand Alanna nicht von dem, was auf der Konzilsinsel besprochen wurde. Doch es wirkte anders als sonst..nicht nur dass die Magier sich diesesmal nicht stritten..es fielen Worte die Alanna gar nicht schmeckten. Für sie als Laien hörte es sich an, als bestünde nur eine Wahl zwischen Erfolg..und sie alle würden sterben. Blitze die vom Himmel zuckten..gleißendes Licht..und seltsame magische Effekte vom Ort des Risses taten dazu ihr übriges. Moira bemerkte Alannas sorgenvolle Blicke und versuchte sie zu beruhigen. Noch nie war Alanna so froh wie an jenem Abend, dass sie ihre Hexenstahlrüstung trug. Ja..Hexenstahl..was sollte da schon passieren?

Doch während über dem Riss viel Magie wirkte, entstand ein gleißendes Licht an jenem Ort, erst wollte Alanna ihren Blick abwenden..doch dann begann die Magie dort ihre Vergangenheit zu zeigen..zumindest einen Teil davon. Es war nur ein Augenblick..doch in jenem Moment kam es ihr vor wie eine Ewigkeit. Sie sah sich selbst..an ihrem achten Geburtstag..als ihre Mutter Alanna ein selbst genähtes Kleid schenkte. Ihr Vater strich ihr sanft über den Kopf und umarmte sie herzlich. Irgendwer saß noch mit dort am Tisch..jemanden dessen Gesicht sie nicht mehr zuordnen konnte..und dann war dieser Augenblick schon wieder zeronnen.

Doch zum Nachdenken blieb wenig Zeit..nach und nach wurden sie alle in ein Gewölbe teleportiert..den Keller des Konzils..wie sich herausstellen sollte. Man fand ein Schriftstück..und plötzlich lag die Erkenntnis im Raum dass sie alle in der Zukunft seien. Zukunft...Alanna verstand nicht wie das gehen sollte..wollte sie auch nicht. Langsam verstand sie Zaedraels große Abneigung gegen Magie immer mehr...Zukunft! Wie bei Temora geht das?!

Doch Alanna sah zur Treppe, welche augenscheinlich nach oben führen sollten. Für einen Moment ertappte sie sich dabei, wie der Wunsch in ihr erwuchs..nach oben zu gehen und diese Zukunft zu erkunden. In welchem Jahr wäre sie? Was..wäre aus Zaedrael geworden..was aus Amelia?

Den Einsatz hatten sie alle unbeschadet überstanden..trotz der gefrässigen Truhe..trotz der Skelette und trotz des Wassers..was den Keller fluten wollte. Mit Zaedrael hatte sie noch nicht darüber gesprochen, sobald Zaedrael daheim war..ging sie..allein..oder mit Amelia und wenn er zu seinem Dienst ging..verbrachte sie die Zeit daheim. Alanna musste an Moira denken..wie sie in ihrem Haus mit ihren Kindern lebte..nach der Trennung von ihrem Mann. Insgeheim bewunderte Alanna sie..dass sie all das..so..schaffte.
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 11 März 2018 18:27    Titel:
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Junkersteyn - 11. Tag des Lenzing 261 - Wenn Familien zerbrechen

Terren war fort und mit einem leichten Lächeln auf den Lippen brachte Alanna Amelia ins Bett. Fest umklammerte sie, nachdem sie eingeschlafen war, den Stoffbären Sir Bruno, den ihr Terren geschenkt hatte. Alanna selbst schenkte er einen funkelnden Amethysten, eine kleine nette Geste nach einem angenehmen Gespräch. Ob sich dieser in einer schönen Halskette gut machen würde?

Es tat der werdenden Mutter gut, einfach mal mit jemandem über alles mögliche zu sprechen. Er war ein Abenteurer, der auf der Suche nach Wissen und Geheimnissen war. Aus einer Laune heraus, die Alanna selbst noch nicht ganz deuten konnte, sprach sie von der alten Ruine im Westen die sie doch einmal ergründen wollen würde. Zwar hatte sie sich schon immer für alte Gemäuer interessiert, aber insgeheim war es wohl die Neugierde mehr auf diesen Mann, der sie dazu trieb.

Mit Zaedrael hatte sie seit fast 4 Wochen nicht mehr gesprochen, seit ihrem Streit der notdürftig beigelegt worden war. So richtig hatte Alanna ihm noch nicht vergeben, doch mehr und mehr verrauchte ihr Ärger. Sie war ihm lang genug hinterher gelaufen und stand ihm lang genug zur Seite, ihre Kraft war einfach versiegt.

Wenn Alanna eines gelernt hatte in den letzten Jahren nur eines, dass nichts auf ewig Bestand haben würde, außer der Liebe zu ihren Kindern. Lange hatte sie damit gehadert, doch einfach auszuziehen und woanders ein neues Leben zu beginnen, doch konnte sie nicht Amelia ihren Vater nehmen. Zumindest diesbezüglich war Alanna sich sicher..ihre Tochter liebte Zaedrael abgöttisch..und sie ihn. Alanna wusste nur zu genau wie es war ihre Eltern zu verlieren, das würde sie Amelia und ihrem Ungeborenen nicht antun.
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Alanna Lenjar





 Beitrag Verfasst am: 04 Apr 2018 09:17    Titel:
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Junkersteyn - 4. Tag des Wechselwinds 261 - Frühlingserwachen

Mit einem leichten Lächeln betrachtete Alanna sich vor dem Spiegel in ihrem Schlafgemach. Ihr Bauch war wieder ein Stückchen gewachsen, doch sah man immer noch letzte Überbleibsel der Wassergrippe an ihr. Hier und da war sie etwas dünner geworden, der Kampf ihres Körpers gegen den drohenden Tod war hart gewesen. Ihr Glück war, dass sie sich erst später ansteckte..an einem Kranken und so hatte sich ihre Haut noch nicht verfärbt, so wie bei den anderen in der Quarantäne. Liebevoll streichtelte Alanna über die nackte Haut ihres Bauches und spürte eine leichte Bewegung ihres Kindes. Es hatte überlebt, doch ob es Schaden nahm wusste einfach niemand. Jeden Morgen betete Alanna zu Temora dass es nicht so sein würde und manchmal schloss sich ihre Tochter Amelia diesem an, und auch wenn sie nur wenige Worte formen konnte und letztlich nicht verstand..was ihre Mutter da machte..unterstützte sie diese mit ihrem liebevollen Brabbeln.

Oft musste Alanna an den Traum denken, den sie in der Quarantäne hatte. Sie träumte von ihrem ungeborenen Sohn, als er schon größer war, und davon wie er verschwand. So wie sie oft noch von ihrer Mutter einst träumte, auch wenn dies schon lang nicht mehr geschah. Manchmal sollte man Dingen nicht soviel Bedeutung einräumen, doch war Alanna schon immer empfänglich gewesen für solche Dinge. Manchmal trieb Zaedael damit seine Scherzen, besonders wenn es wieder um das Lagen von Karten oder anderen hellseherischen Dingen ging. Letztlich ging es doch immer nur um eines..Hoffnung.

Alanna spielte mit dem Gedanken sich erneut die Karten legen zu lassen. Es gab viele Fragen, dessen Antworten sie gern gewusst hätte, doch letztlich fehlte ihr bisher der Mut jene Antworten zu hören. Sollte sie ihr Familienglück letztlich in die Hände von simplen gemalten Karten legen? Zugern würde Alanna aber wissen wollen, was die Karten für ihren Mann bereit hielten. Er selbst glaubte kaum an die hellseherischen Kräfte, doch vielleicht hielten die lichten Götter auch für ihn noch etwas bereit? Seit ihrer Krankheit hatte auch er sich verändert..zumindest ein bißchen. Die Sorge in seinem Blick..aber auch die Erleichterung als er sie nach Hause holen konnte war etwas, was sie lange nicht mehr in ihrem Mann sah. Doch Alanna blieb vorsichtig und letztlich war die Frage, die sie am meisten fürchtete, die ob ihre Familie Bestand haben würde und auch wenn es seltsam anmuten mag sich nur auf Karten zu verlasssen, hatten sich Melissas Weissagungen stets erfüllt.
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