Einige Tage brauchte er um sich so weit zu erholen, dass er wieder das Lager im Keller der Heilerin verlassen konnte.
Er konnte von Glück reden, dass ihn das Fieber der entzündeten Wunden nicht dahin gerafft hatte.
Die Schläge und die Folter der Gardisten hatten ihm sehr mitgenommen.
Es hatte ihnen nicht gereicht ihn mit Schlägen und Tritten zu bedenken oder ihn mit abgebrochenen Pfeilen, dessen Spitzen aus Pyriannoch immer in seinem Leib steckten, in eine Zelle zu werfen. Natürlich ohne nach einen Heiler zu schicken.
Nein das war nicht genug für sie.
Sie mussten ihn auch noch mit Hilfe des Liedgefüges quälen.
Obwohl es da bereits offensichtlich war, dass er nicht derjenige war, den sie suchten.
Doch das war ihnen egal.
Der Hass brannte in ihnen und sie wollten ihn loswerden, an ihm!
Da sie anscheinend nicht in der Lage waren denjenigen zu finden, den sich suchten.
Und sowas nannte sich die Kinder des All-Einen!
Bei dem Gedanken kam im die Galle hoch.
Sie hatten ihn im Wald, bei der Jagd, angeschossen, ohne Vorwarnung!
Gut, vielleicht war er wirklich zu einem falschen Moment im Wald gewesen, aber ist das ein Grund auf ihn, ohne jegliche Warnung, das Feuer mit Pfeilen aus Pyrian zu eröffnen?
Ihn dann noch festzusetzen, zu befragen, ihn in den Kerker zu werfen und nicht mal einen Heiler zu gewähren!
Eine schöne Art ist das!
Sie hatten ihm das Leder abgenommen, die Felle, das Blut des Wildes und seine Armbrust. Sogar seinen Hut hatte er verloren.
Und......?Nichts!
Die Garde macht sich einfach aus dem Staub und verschweigt den Vorfall!
Doch nicht mit ihm.
Nicht mit Tandor!
Er macht sich daran ein Schreiben zu verfassen, welches er dann einer Botin in die Hand drückt um es nach Rahal zu bringen. Denn selbst würde er sich dort vorerst nicht mehr blicken lassen. Er traute ihnen alles zu um diesen Vorfall zu vertuschen! Bis hin zu hinterhältigem Mord.
Auch hatte er einige Abschriften des Briefes angefertigt um zur Not sein Schreiben zu verteilen oder es erneut nach Rahal bringen zu lassen.
Das Schreiben sollte gleich an die Garde und den Statthalter gesendet werden.
Hastig kratzt seine Feder über das Papier und formt nach und nach seine Gedanken. Nachdem er den Brief beendet hatte, gab er zwei Fassungen an eine Botin weiter um die Schriftstücke zu überbringen. Wird man sie öffnen sind folgende Zeilen zu lesen.
Tandor hat geschrieben:Seid mir Gegrüßt,
auch wenn es mir schwer fällt einen Gruß an eures Gleichen auszusprechen.
Sicher erinnert ihr euch an mich, den Jäger den ihr gefangen genommen habt, verhört und gequält.
Tandor!
Mit Schlägen, Tritten und sogar mit Methoden die mir nur schwer nachvollziehbar sind habt ihr mich gefoltert. Obwohl es ein Mitglied der Garde war, das grundlos das Feuer auf mich eröffnet hat!
Der Name dieser Gardistin fiel an jenem Abend einige Male: Landsknecht Crain.
Ihr habt mich meiner Beute beraubt! Meiner Felle, Leder, dem Blut der Tiere und meine Armbrust. Sogar mein Hut ist verschwunden! Wer raubt einem Mann seinen Hut? Und ihr habt nie wieder etwas von Euch hören lassen.
Ist das so die Art mit Jüngern des All-Einen umzugehen?
Seine Gebote mit Füßen zu treten?
Sind es nicht seine Worte die sagen dass jeder für sein Tun selbst verantwortlich ist und zur Rechenschaft gezogen wird?
Und dennoch wird die Schützin gedeckt. Nicht mal eine Stellungnahme ist von euch zu hören. Geschweige denn eine Entschuldigung.
Mit der Zeit ergeht es mir wieder besser, doch das habe ich nicht euch zu verdanken.
Mit diesem Schreiben fordere ich das die Schützin für ihre Taten gerade stehen muss, und ebenso forder ich das ich meine Güter ersetzt bekomme.
Sollte das nicht der Fall sein, werde ich meine Geschichte weit in die Lande tragen, und allen erzählen wie sich die Jünger und die Garde gegenüber Leuten verhält, die sich lediglich auf der Jagd nach Wild befinden. Schlimmer noch, wie sich die Garde Leuten gegenüber verhält, die sich für das Reich und den wahren Glauben entschieden haben!
Und wie kann es sein das eine schießwütige und inkompetente Schneiderin einen Bogen in die Hand bekommt? Und das im Namen der Garde...
Eine Schneiderin die aus Angst um ihr eigenes Leben erst schießt, anstatt sich ein Bild über die Lage zu verschaffen.
Wenn es so eine in de Garde schafft, dann scheint die Lage im Reich wahrlich bedauerlich zu sein.
Ihr werde mich nicht zu Gesicht bekommen.
Lediglich könnt ihr dem Boten eine Nachricht übergeben.
Ich werde warten, doch nicht allzu lange!
*Das Schreiben trägt schwungvoll unterschrieben den Namen*
Tandor
Das eine Auge des Statthalters wird über die Zeilen wandern und er wird es ablegen und langsam den Kopf schütteln. Da war der Kerl dem Tod nur entkommen, weil er ihn "Identifiziert" hatte und erdreistete sich nun so ein Schreiben zu schicken? Dieser Abend wurde von Umschlag zu Umschlag den er öffnete immer seltsamer. Als ob jemand ihn verspotten würde, vielleicht einer von Szyr'dhars Streichen? Nein selbst er würde so weit nicht gehen und es lässt sich kein erkennbarer Nutzen für ihn ableiten... Wenig später macht sich der Bote auf den Weg, vorher werden Abschriften beider Schreiben bei Korlay und Enomis abgegeben...
Sein Zorn leitet dich Tandor,
als gläubigem Diener meines Vaters ist dir sicher bewusst, dass all dies auf Weisung hoher Würdenträger geschah.
Deren Weitsicht und Umsichtigkeit sich über die deine hinaus erstreckt.
Das Wohl eines jeden treuen Bürgers des heiligen alatarischen Reiches war bedroht.
Die Garde hat sich zu dem gegenwärtigen Zeitpunkt in Ermittlungen befunden,
die alle in dem Ermittlungsgebiet sich bewegenden Personen als potenzielle Reichsfeinde vermuten ließ.
Da ihr nach den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen keinen Bürgerbrief vorweisen konntet und euch zu entziehen versucht habt.
Lies es für die Garde nur den Schluss zu, das es sich bei eurer Person um einen der Gesuchten handelte.
Die Handlungen der Garde waren demnach absolut gerechtfertig und ihr solltet euch nicht anmaßen über die Fähigkeiten der Gardisten zu urteilen.
Ich erwarte eine angemessene Entschuldigung gegenüber der Gardistin.
Natürlich wird die Stadtverwaltung für die verschwundenen Waren aufkommen, dazu benötigen wir allerdings eine genaue Aufstellung:
Anzahl, Beschaffenheit, etc.
Sobald wir diese von euch erhalten haben stellen wir alles zusammen und teilen euch einen Zeitpunkt mit an dem Ihr die Dinge im Rathaus Rahal abholen könnt.
Bei Fragen könnt ihr euch gerne an mich wenden.
Für die Stadtverwaltung
Statthalter der heiligen Stadt Rahal
[img]http://www.fotos-hochladen.net/uploads/siegel3qufb2mog1v.png[/img]
Voller Erstaunen liest sie beide Schreiben und ihre Augen weiten sich ,während sie ihr lilafarbenes Handgelenk massiert. Mhhm, na gut, warum ich in der Garde bin, frag ich mich auch dauernd. Ihr Blick huscht kurz zur neuesten Strafarbeit. Und inkompetent ? Naja, der arme Arion, wer denkt denn auch, das so eine Plattenrüstung nicht mal 3 Stürze von dem Seil aushält. Aber schießwütig ? Wo ich doch sonst nur auf Knappenhintern ziele ..Ihr Blick ruht kurz liebevoll auf dem Haufen Pfeilresten , die sie aus Alisters Plattenrüstung gezogen hatten. Und dann jammert er wegen einem Pfeil ? Einem einzigen ? Und sogar ein guter Feuerpfeil war es . Kein billiger Giftpfeil ! So eine Lusche, aber wirklich.
Dann bekommt der Statthalter im Rathaus Rahals einen Zettel hingelegt
Macht und Stärke Statthalter Xen´draxol,
Den Hut spendiere ich ihm.
Landsknecht
Zuletzt geändert von Enomis Crain am Dienstag 28. November 2017, 15:43, insgesamt 1-mal geändert.
Als er den Brief erhält ist er schon erstaunt über die ach so rasche Antwort.
Hat es ihnen doch etwas zu denken geben?
Sehen sie vielleicht ein, dass sie im Unrecht waren?
Mit einem leichten Schmunzeln bricht er das Siegel und entrollt das Pergament. Seine Augen huschen hastig über die Zeile des Statthalters. Doch schon nach den ersten Zeilen verschwand sein Schmunzeln und es wich dem Zorn.
Sich entschuldigen? Wofür? Dafür, dass er die Wahrheit gesagt hat?
Mit einem grimmigen Ausdruck greift er nach einer Feder und einem Briefbogen und lässt die Feder seine Antwort formen. Das Schreiben wird anschließend von einem Boten dem Statthalter zugestellt.
Tandor hat geschrieben:Sein Zorn leitet mich wahrlich!
Hätte man mich einfach festgesetzt hätte ich das Handeln verstanden, aber die Folter und die mangelhafte Versorgung stehen in keinem Verhältnis. Ebenso die Tatsache, dass man ohne eine Vorwarnung fast erschossen wird!
Wenn das die Methoden der Garde oder des Reiches sind, erklärt das auch, warum solche schießwütigen Schneiderinnen ungeahndet davonkommen.
Wir wurde zugesagt, dass sich dem Vorfall angenommen wird, und wenn meine Schilderungen stimmen, das sie sich melden wird. Entweder waren es nur hohle Phrasen oder einem Besucher des Reiches wird kein Glauben geschenkt.
Daher sehe ich auch nicht ein, eine Entschuldigung vorzubringen!
Niemals!
Sicherlich werde ich mich nicht in die Stadt begeben, da ich wohl damit rechnen muss, wieder die schönen Wände eurer Zellen bewundern zu müssen.
Die Waren würde ich gesondert über einen Boten abholen lassen - eine Liste der Güter ist beigelegt.
Solltet ihr euch nicht darauf einlassen, so werde ich meine Geschichte verbreiten, auf dass sie alle hören!
*Das Schreiben ist schwungvoll unterzeichnet*
Tandor
*Anbei liegt eine Liste mit Folgendem Inhalt*
45 Lagen Wildleder
30 Lagen helle Felle
50 Pinolen Blut
1 leichte Armbrust aus Eiche
1 Hut mit Feder
Zuletzt geändert von Kiebitz am Donnerstag 30. November 2017, 11:14, insgesamt 1-mal geändert.
nach einem längeren Aufenthalt im Axorn überfliegt der Statthalter seinen Ablagekorb mit neuer Post und fischt sich das Schreiben von "Tandor" heraus. Als er es überfliegt heben sich mehrfach seine Augenbrauen vor erstaunen, bis sich schließlich ein durchdringendes Pochen an der Schläfe des Letharfen abzeichnet...
Meines Vaters brodelnder Zorn erfasst seine Feinde,
aufgrund deines ersten Schreibens, hielt ich dich für einen Gläubigen meines Vaters, durch den der Zorn spricht. Mittlerweile drängt sich mir die Vermutung auf einen Häretiker vor mir zu haben.
Nicht nur das du es wagst die Garde sowie das Volk der Letharen zu verunglimpfen. Du zweifelst zudem an den Worten eines Würdenträgers und sprichst Drohungen gegen das heilige alatharische Reich und damit gegen die oberste Vertretung des All-Einen selbst aus.
Bist aber gleichwohl aber nicht einmal gewillt die dir abhanden gekommenen Waren selbst abzuholen?
Betrachte dies als deine letzte Chance, dich in meinem Auge doch noch als Gläubiger zu erweisen. Nenn mir einen Tag und eine Stunde an der du gewillt bist deine Waren im Rathaus -persönlich- abzuholen.
Anderenfalls wirst du im heiligen alatharischen Reich fortan per Kopfgeld gesucht werden und als Ketzer ausgerufen. Und glaub nicht das es einen Winkel gibt in dem du dich vor mir verkriechen kannst.
Für die Stadtverwaltung
Statthalter der heiligen Stadt Rahal
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