~ Paul Watzlawick ~
Platsch.
Platsch.
Platsch.
Leise tröpfeln verließen die Wassertropfen den oberen Teil des Stalagmiten um in einem monotonem Rhythmus in den sumpfigen Teich darunter zu fallen. Anklagend sahen ihr die leeren Augenhöhlen der Totenköpfe im Sumpfwasser entgegen während die Fingerspitzen zu dem plantschenden Takt des Wassers zuckten. Registrierend zuckten die spitzen, blauen Ohren während sie ihren Blick von den Augenhöhlen nahm um zu dem Getier zu sehen das die violetten Blüten des fluoreszierenden Mooses zum Rascheln gebracht hatte. Nachdenklich anmutend glitt der Blick über das, in allen Farben, schillernde Chitin ehe sie die schlanken, blauen Finger ausstreckte und das Getier zwischen Daumen und Zeigefinger nahm. Schwarze, leblos wirkende Augen trafen auf ihren Blick und sie drehte das Wesen ein wenig hin und her, beobachtete fasziniert das Farbenspiel des Chitins ehe sie ohne jeglichen, erkennbaren Anlass das arme Tier einfach zwischen den Fingern zerquetschte. Ein quietschendes, ersterbendes Geräusch und ihr Interesse an dem Tier war verflogen.
Exakt in jenem Moment nahm sie die Schemen erneut wahr und automatisch ballten sich die Hände zu Fäusten, die innere Anspannung stieg um einige Nuancen an. Wie sie ihn für diese Aufgabe hasste.
Jeden Tag, zur selben Zeit. Nicht mehr als eine Priese Vicarii, habt ihr das verstanden?
Wie ein Echo seiner Worte durchzog die Erinnerung für einen Moment ihren Schädel, schien von der Innenseite der Schädeldecke wieder zu hallen und dann, riss sie doch den Kopf herum. Versuchte zu erkennen was sich da grün wabernd am Rand ihres Bewusstseins verbarg. Es hatte schlicht, keinen Zweck sie konnte die Begleiterscheinungen dieser Aufgabe einfach nicht fassen. Auch Schlaf war ein rares gut geworden. Dadurch das sie seine Anweisung für sich ein wenig gedehnt hatte und ihr vermutlich nicht ganz so folgte wie erwartet ebbte der Schmerz und die Reizung des Auges nicht mehr ab.
Platsch.
Platsch.
Platsch.
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Das Geräusch der sacht fallenden Wassertropfen erschien ihr lauter, sie drehte das Haupt wieder und auch die Fingerspitzen nahmen ihre Zählung erneut auf. Tief und ruhig atmen, die weltlichen Dinge abstreifen und in sich selbst versinken. Das war das Einzige was ihrer Hülle derweil Erholung brachte, ihrem geplagten Geist wenige Minuten zur Kräftigung verschaffte und bis es erneut an der Zeit war die begleitenden Handlungen der Aufgabe zu erfüllen würde sie wie jeden Tag davon zehren. Heute jedoch war irgendetwas nicht so wie es die letzten Male der Fall gewesen war. Immer wieder tauchten Bilder vor ihrem inneren Auge auf. Der Schrein bei der Ahad, die Erinnerung an die Weihe des Schreins am Vulkan, ihr eigener Schrein zu Hause ebenso wie die Altäre in den Tempeln und einige, kleinere Hausschreine ehe die Erinnerung wieder vom einem anderen Bild übertüncht wurde um irgendwann zu verblassen. Zurück blieb der Drang an jenem Ort ebenfalls einen Schrein zu errichten, ihn Vater zu weihen. Es würde ein Opfer geben müssen. Eines das die Fähigkeiten seiner Streiter prüfte, eines das Ihm würdig war. Doch woher? Je mehr ihre Gedanken darum kreisten, desto stärker wurde der innere Drang sich dieser Aufgabe anzunehmen. Die Ahnung eines Ortes durchströmte sie und dann...
Platsch.
Platsch.
Platsch.
... tröpfelte das Wasser wieder so monoton und beständig vom Stalagmiten herunter wie es immer der Fall war. Ihr angegriffenes Auge pochte und erinnerte sie daran das es bald an der Zeit war ihrer Anweisung erneut nachzukommen. Heute jedoch schaffte jener Schmerz es nicht den Drang der sie befallen hatte auszumerzen oder gar zu vertreiben und so machte sie sich auf die Suche nach dem Lethyren.