Kein ganz normaler Abend...

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Rafael de Arganta

Kein ganz normaler Abend...

Beitrag von Rafael de Arganta »

Eigentlich hatte er nur zuhören sollen als der Freiherr von Nebeltal samt seinem Comodore zum Treffen mit dem Grafen kam.
Doch kam es anders als erwartet. Der Truchsess fühlte sich nicht wohl, zog sich zurück und überließ Rafael, der nun so absolut gar nicht Vorbereitet war das Gespräch.
So war der Reichsritter auch froh als die Ritter Lastobar und von Elbenau dazu kamen und sich ebenso die Geschichte, die den Freiherren hergeführt hatte an zu hören.
Das Cathal wichtiges zu Berichten hatte, wusste Rafael inzwischen, doch war er nicht gewillt, jenes vor den Gästen zu erörtern.

So hörten sie sich die Geschichte von dem falschen Siegel, der Hinrichtung des Händlers an und davon wie der Freiherr in Rahal nach dem Feinschmied suchte, ein Kriegsschiff auslaufen sah und selber ein Kriegsschiff aus seiner Heimat nach Berchgard orderte.
Kurzum ...
Rafael war froh als dieser offizielle Teil vorbei war, die Gäste gegangen und er sich Cathal widmen konnte dessen Nachrichten ihn nun wirklich mehr bestürzten.
Man hatte Fässer in Varuna gefunden.
Vom Anschein nach Weinfässer. Doch war es Gardist Amarth aufgefallen das jene Fässer in Varuna einfach so Herrenlos herumstanden.
Bei genaueren Untersuchungen ergab es sich das die Weinfässer einen doppelten Boden hatten, und darunter Schwarzpulver zu finden war.
Ein ganz klarer Anschlag der auf Varuna geplant war.
Sofort orderte man das die Wachen verstärkt wurden und man alle Waren die zum Tor hereingeführt wurden überprüft wurden.
Auch schlug Cathal vor das die Gardisten innerhalb der Stadt, Stichprobenartig die Bürger überprüften.
Diese Beweise, waren zu explosiv als das man an Zufälle glauben konnte, und wahrscheinlich waren jene die die Fässer positioniert hatten noch in der Stadt um die Fässer zu entzünden.

Gerade als Rafael überlegte ob er den Grafen in Kenntnis setzen wollte, gab es einen erneuten Tumult vom Tor her.
Viola kam angerannt ... den Namen der Ritterin rufend, und dann vollkommen ausser Atem Berichtend. „Bürger bilden Gruppen und reden über die Hexe.“ Berichtete sie, die Wut darüber vermochte man ihr an zu sehen. „Sogar dich zu verbrennen.“
„Wie BITTE?“ echoten Rafael und Darna zeitgleich und schon war die Ritterin nicht mehr auf zu halten und rannte gen Tor, von dem aus schon Tumult zu hören war.
Gemeinsam mit Cathal folgte Rafael nun, und konnten sehen wie Viola sich mit zwei Fremden stritt, flankiert von den Gardisten die ihn fragend ob Befehlen entgegensahen.
Rafael winkte ab, sie sollen warten als auch schon Darna mit den beiden Fremden zu reden begann.
Doch jene beiden Bürger weigerten sich der Ritterin irgend eine Auskunft zu geben.
Sie verlangten zum Grafen vorgelassen zu werden da sie eine Nachricht von ihrem Herrn Fürst Lichtenfels hatten.
Fürst Lichtenfels.... Rafael sah mit einem Stirnrunzeln zu den Beiden, dann zu Cathal der die Frage Rafaels auch ohne Worte Verstand und kaum merklich den Kopf schüttelte.
Er hatte ebenso wenig von solch Grafen gehört.
Rafael überließ es Darna zu reden, bis jene entnervt aufgab und den Beiden sagten ob sie mit dem Grafen de Arganta reden würden, da der Graf von Hohenfels indisponiert wäre.
Als sie sich nun umdrehte und wütend davonging, trat Rafael vor.
Inzwischen war er selber so aufgebracht wegen dieser Hexenhetzerei das er wenig Feingefühl bewies und eher mit versteckten Drohungen die Männer zum Reden brachte.

Sie erzählten von ihrem Fürsten der sie anwies den Grafen vor der Hexe zu warnen.
Am liebsten hätte Rafael bitter aufgelacht.
Diese Sache nahm langsam Formen an die bald nicht mehr zu überschauen war.
Darna tat ihm leid, und er hoffte das der Graf bald etwas unternehm so wie er es geplant hatte.
Außerdem logen die Beiden Männer vor ihm. Da die Geschichte mit Darna erst vor Zwei Tagen aufgekommen war und die Geschichte niemals innerhalb von zwei Tagen an die Ohren ihres Fürsten und sie dann hergereist sein konnten.
Er sagte es ihnen auf den Kopf zu.
Dann orderte er zwei Gardisten die jene Männer zu ihren Quartieren folgen sollten um sie dort unter Arrest zu stellen bis der Graf darüber entschied oder Zeit fand.

Als er zu Cahtal ging, wartete dieser schon und gemeinsam machten sie sich dann auf, die Ritterin zu suchen die noch in die Stadt gegangen war.
Kein kluger Gedanke im Moment.
Und schon hörten sie Tumult vom Marktplatz.
Ein Handfester Streit und die Ritterin mitten drin.

„Hört das denn heute nie mehr auf.“ Fluchte Rafael zornig fast, und trat hinzu.
Wie sie erfuhren hatten zwei Männer der eine mit Name Keldon Kalderon der Andere Regado, sich innerhalb Varunas geprügelt.
Ein Gesetzesverstoß der geahndet werden musste, doch als man die beiden fest nehmen wollte, floh einer von ihnen.
Cathal setzte sofort nach und Rafael ebenso.
Doch der Reichsritter wählte einen andren weg. Er rannte um das Haus herum und kam so von der andren Seite auf Keldon zu, gefolgt von Cathal.
Nun so in die Zwickmühle geratend, versuchte er sich an Rafael vorbei zu drängen, ihn um zu rennen, doch Rafael der damit gerechnet hatte, versetzte dem Mann einen Faustschlag der ihn taumeln ließ, so das Cathal keine Mühe hatte ihn nieder zu ringen.

Rafael besorgte aus dem Schneiderladen neben an Stofffetzen, mit denen sie den Mann, der sich heftig wehrte, fesseln wollten.
Nachdem er dabei die Faust des Kerls an die Schläfe bekam wurde Rafael dann unfreundlicher. Er stieß dem Mann das Knie in den Rücken und hielt ihn mit seinem Gewicht fest, so das Cathal ihn nun fesseln konnte.
Flüche ausstoßend und ihn und Cathal beleidigend brachte man den Mann nach Vorne, und gemeinsam mit dem Anderen brachte man sie zum Kastell.
Das es schon mitten in der Nacht war störte niemanden mehr.
An Schlaf war im Moment eh nicht zu denken.
Darna verhörte jenen Mann der sich Keldon Kalderon nannte und Cathal den Andren Raufbold namens Regado.

Denjenigen der die Schlägerei begonnen hatte, vermochte man jedoch nicht heraus zu filtern, da beide Parteien sich gegenseitig die Schuld zu schoben, so sperrte man sie erstenmal ein.
„Ich würde sie aus Varuna werfen. Den einen zum Nord den andren zum Südtor hinaus, mit der Aussicht auf eine doppelte Strafe wenn sie je wieder auffällig werden.“ Erklärte Rafael ruhig während Darna vorschlug sie als Strafe 3 Tage lang Ställe ausmisten zu lassen.

Die Idee fand Rafael mehr als gut, und so einigte man sich erst auf diese Strafe.
Um keine Zeit zu verlieren wurden beide gleich in den großen Saal gerufen und man erklärte ihnen die Strafe, wobei jene sofort aufgebracht zu diskutieren begannen.
Von Gerechtigkeit, Anwälten, Gerichtsverhandlung war die Rede und es wurde später und später, während Darna schon die Augen verdrehte, war es Rafael der sich um entschied und entschied.
Die Gefahr der Akoriter war zu Groß. Wie nah sie heute einer Feuerbrunst entkommen waren, ließ darauf schließen das etwas geplant war.
Man konnte sich jetzt nicht noch mit zwei solch Schwachköpfen herumplagen und ihnen wohlmöglich auch noch Gardisten als Bewachung mitgeben, die dann drei Tage lang fehlten.
„Frau von Elbenau, was ist die Strafe bei Paragraph 1.2?“
Darna erklärte wie aus der Pistole geschossen. „Man wirft sie in den Wassergraben.“

Müde stand Rafael auf und nickte.
„Fein!“ Dann tut dieses! Den einen aus dem Nordtor hinaus. Den andren aus dem Südtor.
Und sie haben sich nie wieder etwas zu schulden kommen zu lassen, sonst wird die nächste Strafe nicht so milde! Sie können froh sein das wir im Moment andere Sorgen haben!“
Zu den beiden Männern gewandt meinte er nur noch. „Ich hoffe ihr könnte Schwimmen.“
Dann ging er.

Das erste mal seit dem Verschwinden oder ... Tod Angelinas war er müde.
Richtig Müde.
Er musste dem Grafen berichten, aber das... musste bis zum Morgen warten.
Der Graf von Hohenfels brauchte den Schlaf zur Genesung.
Sarog Pilyan

Beitrag von Sarog Pilyan »

Völlig zufriedenstellend war die Diskussion wohl nicht verlaufen und so wirklich in die Rolle als Commodore konnte er sich nicht einleben. Kihdar war dafür jemand, der gerne mal Sarog aus dem Schlamassel zog, sollte sich dieser verplappert haben und auch diese militant-fanatische Darna erkannte wohl viel zu oft die Ironie in der Stimme des Arkorithers. Kihdar konnte sie aber beschwichtigen, darin war er wirklich meisterlich. Er konnte reden und reden und meisterlich ein Schauspiel vorführen, was in dem richtigen Theatersaal wohl ordentlich Gold eingebracht hätte. Es war in gewisser Weise richtig amüsant. Trotz der Tatsache, dass sich Kihdar und Sarog hier aufopferten - würde man sie enttarnen, wären wohl beide Köpfe schnell ab. Aber vielleicht würde Varuna auch mit ihrem Grafen schlichtweg zu weich sein, um ein solches Urteil fällen zu können.

Während dem Gespräch sah sich Sarog beständig immer wieder im Raum um. Der Truchsess war ein Mann, dem man Glauben schenkte. Er wirkte so, wie man es von einem Herrscher erwartete. Auch Rafael war ausgezeichnet in dem was er tat. Wie verwunderlich war es doch, als ein kleiner Händlersohn, der von einem Magier erzogen wurde, plötzlich von den Arkorithern angeworben wird und nun doch tatsächlich mit dem Grafen und dem berühmten Sire de Arganta an einem Tisch sitzt. Oftmals musste er sich bei dem Gedanken krampfhaft ein Grinsen unterdrücken. Hob dabei auch immer wieder die Hand vor den Mund und versteckte es dahinter. Kihdar merkte es eindeutig, vielleicht weil er ähnlich dachte? Aber nein, wahrscheinlich hatte er nicht die gleichen Gedanken wie Sarog. Niemand wusste um Sarogs Vergangenheit, außer seiner ehemaligen Liebsten, selbst da bereute er es, alles ausgesprochen zu haben. Vertrauen durfte nicht so leicht gespielt werden. Freunde sind schwer zu finden, besonders die, die für einen durch das Feuer laufen. Dennoch galt es nun das Vertrauen zweier 'ehrbarer' Bürger Varunas zu erringen. Rafael konnte man sicherlich mit alten Kriegsgeschichten an Land ziehen und über Glanz und Ruhm reden. Bei Adrian sollte es schwerer werden, was konnte einen Mann wie ihn überhaupt noch erschüttern. Vielleicht würde ja ein Gläschen trockenen Rotweines seine Zunge lockern. Es galt nun Informationen zu sammeln, diese umzusetzen und sie dann direkt an den Orden gehen zu lassen.

Dann würde hoffentlich auch dieses Theater aufhören, dann würde Sarog endlich wieder seine normale Kleidung tragen, seine Haare wieder kürzen und auch die Haarfarbe herauswaschen. Aber all dieses Chaos, was gerade in Varuna herrschte, was auch Sarog natürlich unfreiwillig mitbekam. Er glaubte, dass das noch einiges erschweren würde, wie zum Beispiel den Vertrauensgewinn. Hauptsache.. sie trugen weiterhin die blütenreine, weiße Weste ... und darunter die Arkoritheruniform...
Kihdar von Nebeltal

Beitrag von Kihdar von Nebeltal »

"Wo kein Ankläger, da auch keine Klage," dachte sich Kihdar nebenbei und wälzte sich unruhig auf dem Bett des Gasthauses 'zur bluehenden Weide' herum.

Die Audienz enttäuschte ihn und dennoch war er froh, dass er den Tag überlebt hatte. Als er seine Lügen so formlos wie ein alter Geschichtenerzähler den Herrschaften aufgetischt hatte, hoffte er sich insgeheim natürlich, dass er keine wichtigen Details ausgelassen hatte, um unnötig Argwohn bei den Rittern zu vermeiden. Lügen war für ihn als Illusionisten schon zur Gewohnheit geworden und manchmal, da verwischte er ebenso unbewusst die Grenzen zwischen Illusion und Realität, wenn er einen zu intensiven Blick in den Abgrund wagte.
Für einige Momente lang befürchtete er schon, dass Darna ihm auf die Schliche gekommen war, doch was hatten sie schon gegen ihn in der Hand? Keines der werten Herrschaften des Lichtes würden sich nach Rahal in die 'Höhle des Löwen' - so nannten sie die Stadt ausweichend- wagen.
Er musste bei dieser Bezeichnung unwillkürlich kindisch in seinen Kissen kichern, als er sich ausmalte welches der beiden Städte wohl eher die Höhle des Löwen darstellte- Varuna oder Rahal? Vielleicht hatte er auch umlängst den Gespür für so etwas verloren, denn zu lange musste sich der Illusionist verstellen, um sich durch diese erbarmungslose Welt zu schlagen.

Es behagte ihm nicht, dass der Bruder seines Ordens Sarog sich anfangs ein wenig sonderbar benahm (oder war er schon so paranoid, dass er sich dies einbildete?), doch womöglich war es sogar vom Vorteil, dass der Beschwörer des Ordens ein wenig die Aufmerksamkeit der Anwesenden an sich riß.

Überhaupt war es von Vorteil, dass so wenig Aufmerksamkeit wie möglich seiner eigenen Person galt. Wie erleichtert stellte er fest, dass die Herren Ritter scheinbar durch den misslungenen Brandanschlag völlig andere Sorgen hatten.

Die arme Seele, die er für den Anschlag rekrutriert hatte, traf er nach der Audienz nicht mehr wieder und auch das Haus des Juweliers war noch unberührt. Er fragte sich ob es nötig war, den Handlanger zu liquidieren. Ein Fingerschnipsen der Kampfmagier des Ordens und alle noch relevanten Beweise für seine zwielichten Intentionen wären beseitigt, auch wenn er sich dem Handlanger niemals als Kihdar von Nebeltal gezeigt hatte, sondern als den dürren verdreckten Verrückten mit den wirren zotteligen Haaren.

Ein Misslungener Anschlag und doch ein Erfolg?

Der dauerhafte Zugang zum Palast musste noch erarbeitet werden, und langsam nahmen auch die ersten wirren Gedankenfetzen eine ansehliche Gestalt an...

Er raffte sich von seiner Schlafstätte empor und lugte nochmals zum Fenster hinaus, wo sich der matte Lichtschein des Mondes gerade hinter einer Wolkenformation versteckte....

Ein schales Lächeln huschte verspielt über seine Züge, als er sich mit ruhiger Gewissheit wieder zum Schlafen legte. Der nächste Schritt wird bald folgen...
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