Der Triumph

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Keldon Kalderon

Der Triumph

Beitrag von Keldon Kalderon »

Keldon grinste, als er durch die Nacht wanderte.

Heute hatte er doch seinen Spaß, und diese Ritterin, wie hieß sie doch gleich?, - am Ende war sie wohl selbst schon am Ende, und das bloß weil er sich wehement geweigert hat.

Er wollte sowieso verschwinden - die Prügelei mit Regado war gelinde Gesagt etwas Alltägliches. Es gab jeden Tag einen Streit mit dem wohl einzigen Freund den er in diesen Landen gefunden hatte, dennoch war es etwas aus dem Ruder gelaufen.

Er hatte einem Adligen eine gescheuert, das war unvorhersehbar und hätte ihm beinahe dazu gebracht, Pferdescheiße in den Ställen auszumisten.

Schließlich wollte er eine Gerichtsverhandlung erzwingen, er hatte damit gerechnet, dass das zuviel Bürokratie für diesen "Rat" bedeuten würde.

Ob Regado wohl baden gehen musste? Er musste es nicht. Es blieb ihm so gut wie alles erspart.. Oh ja, er grinste zurecht.

Die Gestalt verschwand im Schatten der Nacht. Nur der Mond grinste ihn an, und er grinste zurück. Es war ein überaus amüsanter Abend.
Darna von Hohenfels

Beitrag von Darna von Hohenfels »

"Entschuldigt - aber Eisen schwimmt nicht."
Natürlich. Als nächstes käme wohl die Anschuldigung, sie würde ihn ersaufen lassen wollen, wenn sie dem verinbarten Urteil nachkam, beide dieser Störenfriede durch den Stadtgraben aus Varuna zu jagen. Langsam... langsam? hatte sie diesen Kerl satt. Prügelei auf offener Straße, ein weiteres Mal waren er und sein Spießgeselle aufeinander losgegangen, obwohl sie dazwischenging... die drei Klatschblasen an der Ecke hatten die Gelegenheit wahrgenommen, sich bei der geringsten Ablenkung aus dem Staub zu machen, und Darna gewann diesen Abend mehr und mehr das Gefühl, daß ihr alles durch die Finger rann wie Sand.

Einzig diese Genugtuung, Herrn Kalderons Kinnlade nach unten klappen zu sehen, als Rafael ihm entgegenklatschte, wem er sich eigentlich widersetzt hatte... irgendwie taten ihr die beiden Streithammel zwischenzeitlich sogar leid. Zwei Habenichtse, auf der Suche nach leichten Mädchen schienen beide gewesen sein, glaubten, in der Stadt tun und lassen zu können, was sie wollten, und dann liefen sie ausgerechnet drei Rittern in die Hände, von denen jeder einzelne durch die letzten Tage Grund genug hatte, schlechte bis allermieseste Laune zu haben...
Rafael, der um seine Gemahlin trauerte, Cathal, der gerade heute miterleben musste, wie knapp die Stadt einem Brandanschlag entkommen war und Darna, die nahezu machtlos der Ruinierung ihres eigenen Rufes gegenüberstand...

Das Schwert, an der Seite getragen, von der Göttin gesegnet... der mit Stolz getragene Wappenschild - so wenig wert?
"Im Grunde genommen bräuchte ich nur abhauen und wir sagen einfach, ich bin im Wasser gelandet."
"Für den Ärger, den Ihr veranstaltet habt?", entfuhr es Viola bissig. Darna schwieg - die junge Frau hatte ihr aus der Seele gesprochen.
"Nur wenige Schritte und ich wäre weg - und das war's."
"Ein Sprung und Ihr wärt unten", hielt die Tiefländertochter dagegen.

Darna drehte sich zu ihm um. Es reichte. Sie hatte wenig anderes als das Genannte in Erwägung gezogen, doch Gnade funktionierte von oben nach unten - man feilschte nicht darum wie um einen unehrlichen Kuhhandel.
Wo war die Kenntnis des Bürgerstandes um diese ungeschriebenen Gesetze hin? Offenbar nicht in diesem Schädel vor ihr angekommen.
"Ihr haltet jetzt die Klappe und hört mir zu", sagte sie ernst und gefährlich ruhig. Die Wortwahl, an der Keldon sicher keinen Anstoß nahm, würde in Violas Ohren wohl ganz anders klingen, nur ein weiteres untrügliches Anzeichen dafür zu sein, daß Darnas Nerven so dünn waren, wie man Daumen und Zeigefinger zusammenpressen konnte.
"Und seht mich ruhig an dabei, was ich nun sage, ist mir ernst."
Er ließ die Schultern hängen, doch sah er ihr fest in die Augen. Wie sehr sich ihre Faust nach seinem Gesicht sehnte...
"Eure Feilschereien könnt Ihr Euch für Leute aufbewahren, die bestechlich sind - ich bin es nicht... soviel zum ersten Punkt.
Zum Zweiten... wenn ich nochmal mitkriege, daß Ihr hier Ärger macht, dann wasch ich höchst eigenhändig Euch in diesem Graben", sie deutete auf's Wasser, "den Kopf, damit das auch klar ist.
Drittens, Ihr dürft Temora für Euer Glück danken, daß ich heute keine Kraft mehr für Leute wie Euch habe - verschwindet."
Die letzten Worte klangen müde und genervt.

"Es war mir ein Vergnügen, Mylady." Sie hasste diese Form von Zynismus inzwischen.
"Mir nicht", erwiderte sie knapp im Umdrehen.
Hinter ihr stand Viola. Schon die ganze Zeit, wie sie dankbar registrierte. Und Rafael und Cathal waren auf die letzten Worte hinzugetreten, hatten gerade noch mitbekommen, daß sie eigentlich zu nett war.
"Hatte ich nicht was von Stadtgraben gesagt?", fragte Rafael. Sie sah ihn nicht direkt an, was sie auch niemals gewagt hätte, denn sie ahnte selber, daß sie zu dieser Frage und schon auch vorher eine Miene zog, als könnte sie im nächsten Moment irgend jemandem ins Gesicht beißen wollen.
"Ich hege nicht das geringste Bedrfnis, mir von dem noch anzuhören, er sei Nichtschwimmer", erwiderte sie mit kaltem Groll in der Stimme, abgekämpft, fuhr beleidigend gleichgültig fort: "Ansonsten verhängt ein Bußgeld wegen Mißachtung Eurer Befehle, Sire."

"Sie sieht wirklich so aus, als könnte sie gleich jemanden beißen", sprach hinter ihr Rafael noch leise zu Cathal, während sie ging - zur Kirche - wie sie es schon mit Verlassen des Schlosses vor Stunden vorgehabt hatte.
Und weiter ging damit auch der Spießrutenlauf: dieses verstummende Getuschel, als sie an einem Grüppchen von Bürgern vorbeiging...
Keldon Kalderon

Beitrag von Keldon Kalderon »

Tags darauf war er wieder nach Baard zurückgekehrt, ohne einen Kratzer, ohne einer Schramme, ohne Sonstiges. Er hoffte beinahe, Regado sei es gut ergangen.

Solche Prügeleien gehörten bei ihnen zur Tagesordnung, es war schlicht und einfach so, dass man sich ankotzte, sich prügelte, und nachdem der eine dem anderen die Nase blutig gehauen hatte war alles wieder beim Alten. Der "Unfall" in Varuna wer mehr oder weniger unvorhergesehen, dennoch konnte sich Keldon ein gewisses Grinsen nicht verkneifen.

Was hätte er tun sollen? Im Grunde genommen hatten sich die Ritter in ihre Angelegenheiten gemischt, es wäre alles beim Alten geblieben, irgendwann hätten sie keine Kraft mehr gehabt und der Streit wäre von einem Moment auf dem Anderen vergessen.

Nunja, Keldon fluchte innerlich über diese Arroganz die dieses Ritterpack in Varuna an den Tag legte, und er wusste ziemlich schnell und ziemlich genau, wie er es ihnen angemessen heimzahlen könnte - es würde nicht mehr lange dauern.

Allerdings, und das kam ihm, sowie auch Regado absolut gelegen, ergab sich ein unerwartetes Geschäft, welches Varuna sogar zu Gute kommen konnte - es war Keldon gleich solange das Geld stimmte. Geld war alles was ihm interessierte, da könnten ihm eine Tamora oder ein Alatar getrost in den Arsch kriechen.

Das Gespräch mit diesem weiß gekleideten und das Angebot das er ihm unterbreitete stieß auf Gegenliebe - gut, man konnte meinen ein Schatzsucher und ein Söldner wären sich für nichts zu schade, aber in Zeiten wie diesen musste man nehmen was kam. Die Hände hatte er sich schon oft genug schmutzig gemacht, etzt hieß es, sich für Geld die Hände noch schmutziger zu machen.

In drei Tagen, so ihm das Glück hold war, kam eine positive Rückmeldung.

Es war die Geburtsstunde der Schattenwanderer.
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