Zu Händen Maheens im Tempel der Eluive

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Ahmad Fadlan Azeezah

Zu Händen Maheens im Tempel der Eluive

Beitrag von Ahmad Fadlan Azeezah »

Salam Aleikum Maheen,

im Folgenden möchte ich dich über meine Erkenntnisse aus den Gesprächen mit dir und der Tavini Faatimah zum Thema Tavinihaltung im Glauben an die All-Mara unterrichten. Sie sind tatsächlich nicht so umfangreich, wie ich sie vermutet hätte, was allerdings nicht einer mangelnden Auskunftsbereitschaft der Tavini zugrunde liegt, sondern der Tatsache, dass sich ihre Aussagen nahezu komplett mit den deinen decken. Es spricht gewissermaßen also für unsere Gesellschaft, dass sowohl Prekhaliqs, als auch Akemis und Tavinis dieselben Auffassungen vom Tavinitum haben. Somit sehe ich meine Nachforschungen zwar als in dieser Richtung sinnvoll an, als dass ich mich intensiv damit beschäftigt habe, nicht aber hat sich meine Vermutung bestätigt, dass es grobe Uneinigkeiten dazu innerhalb unserer Gesellschaft gibt. Dennoch möchte ich dir eine Zusammenfassung der gesammelten Erkenntnisse zukommen lassen, wie ich es dir ja bereits vor einigen Tagen zusicherte. Ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen.

Möge die Mara dir stets Wasser und Schatten spenden sowie dir die nötige Weisheit gewähren, um deinen rechten Weg zu erkennen und ihm zu folgen!
gez.
Ahmad Fadlan Azeezah
Akemi des Reiches der Sonne



Abhandlung - Tavinis im Vergleich zu Sklaven

Im ganz Allgemeinen, betrachtet man die Tavinis Menek'Urs als Sklaven wie sie in den Grünlanden definiert werden, spricht das Tavinitum in jeglichen Belangen gegen die Leitsätze der All-Mara. Diese Definition sei nur kurz erläutert, mit folgenden Schlagworten: Erniedrigung, Gewalt, Ausnutzung, Schändung und Schädigung fürs Leben. Dies spricht freilich gegen die Nächstenliebe und Wertschätzung, die wir einer jeden Schöpfung der All-Mara entgegenbringen sollen, so deren Seele nicht hoffnungslos durch frevelhaftes Verhalten verloren ist. Denn Sklaven, wie sie von den Grünländern gehalten werden, haben erfahrungsgemäß zu keiner Zeit ihres Lebens Freude an dem, was sie tun und es ist auch kein friedvoller, würdiger Umgang mit ihnen bekannt.
Das Gesetz unserer geliebten Heimat, der goldenen Stadt Menek'Ur, erwähnt die Tavinis nicht mit einem Wort. Weder ihre Legitimierung, noch ihr Verbot. Jedoch steht unser geschätzter Emir, der Erhabene Abbas Wakur Omar, der Haltung von Tavinis nicht abgeneigt gegenüber.
Vom Reich der Sonne werden sie im Allgemeinen wohlwollend angenommen und ihre Dienste dankbar entgegengenommen.
Historisch betrachtet, ist zu vermuten, dass Tavinis damals hauptsächlich für Aufgaben eingesetzt wurden, die als unrein bezeichnet wurden, unter normalen Umständen aber auch von den Natifahs des Hauses erledigt werden mussten. So zählte der Hausputz, insbesondere die Reinigung von Zuber und Abort, dazu, da man mutmaßlich die Blüten des Hauses mit solchen unreinen Arbeiten nicht belasten wollte. Was höchst unwahrscheinlich wäre, ist die Einsetzung von Tavinis im Bereich der Führung, Verwaltung und Sicherheit. Denkbar wäre jedoch noch, dass sie für Bauarbeiten oder andere harte, körperliche Arbeiten eingesetzt wurden, wobei hier auch der Einsatz von Hauslosen und in Ungnade Gefallenen möglich wäre.
Was heutzutage tatsächlich der Fall ist, sind klassische Hausarbeiten, die Bedienung der Herren, Herrinnen und Gäste, Botengänge, Besorgungen erledigen, die Instandhaltung von Gebrauchsgegenständen und alles andere, was an Arbeiten anfällt. Nichts davon würden wir unseren Natifahs oder Kindern aber nicht auch zumuten. Insofern kann man am Beispiel der Tavinis in Menek'Ur also nicht von Sklaven im 'klassischen' Sinne reden. Die Vermutung, dass es sich beim Tavinitum also eher um eine sogenannte Integration widerwillen handelt, ist nicht weit hergeholt. Eine Tavini bestätigte, dass sie von ihrer Herrin in allen möglichen Belangen erzogen und geschult wird und dies allgemein so Gang und Gebe ist. Teilweise hilft sogar die ehrenwerte Esra höchstpersönlich mit, wenn es beispielsweise um die menekanische Sprache geht. Die Tavinis lernen im Grunde genommen genau wie unsere Natifahs, eine perfekte Blüte zu werden. Aufmerksamkeit, Zuvorkommenheit, ein nötiges Maß an Gehorsam, ... Laut der befragten Tavini ist es an ihnen selbst, ihr Leben in Menek'Ur, unter der Vormundschaft eines Herrn oder einer Herrin, als Wohlstand anzusehen. Sie selbst wissen zumeist, wie viel schlechter es ihnen gehen könnte, wären sie wo anders gelandet. Es ist ihnen also, laut eigener Aussage, eine Art Ehre und Freude zugleich, dem Reich Menek'Ur mit ihren Fähigkeiten im Gegenzug für dieses Leben, dienen zu können.
Einen einzigen Punkt gilt es in Frage zu stellen, insbesondere für diejenigen wichtig, die selbst planen mit Tavinis umzugehen. Tavinis sind, entgegen mancher Vermutungen, tatsächlich, im wahrsten Sinne des Wortes, Besitztümer ihrer Herren und Herrinnen. Was dem allerdings die negative Konnotation nimmt, ist der Hinweis darauf, dass man mit allem, was einem eigen ist, pfleglich umgeht und es zu schätzen weiß. Daher stimmt es zwar, dass Tavinis nicht Herr ihrerselbst sind, sondern der Herr, beziehungsweise die Herrin dies für sie darstellt, doch wird hierzulande ein nicht schädlicher Umgang mit ihnen gepflegt, was grobe, unsinnige Gewalt auszuschließen scheint.
Abschließend kann man also sagen, dass das Halten von Tavinis, so wie wir es in unserer Heimat kennen, aus Sicht des Gläubigen, nicht verwerflich ist. Denn sonst müssten wir unsere gesamte Art des Erziehens unserer Jüngsten ebenso in Frage stellen wie das Halten von Tavinis und das wäre eindeutig nicht nötig. Eine Tavini lässt sich tatsächlich viel passender mit einer in die menekanische Gesellschaft zu integrierenden Person, die sich mehr oder weniger freiwillig der Vormundschaft eines Herrn oder einer Herrin unterwirft, beschreiben.
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Maheen Ayat Azeezah
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Registriert: Donnerstag 1. Juni 2017, 17:06

Beitrag von Maheen Ayat Azeezah »

*interessiert wird die Abhandlung gelesen und mit einem zufriedenen Nicken in die Bibliothek des Tempels einsortiert*
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