Zu Händen Khalidas

Moderator: Menekaner [Mod]

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Ahmad Fadlan Azeezah

Zu Händen Khalidas

Beitrag von Ahmad Fadlan Azeezah »

Salam Aleikum Khalida,

nach deinem Besuch im Rudelheim konnte ich noch direkt mit Maheen im Tempel der All-Mara sprechen und habe einige Aspekte zur Thematik der Tavinihaltung bereits gehört. Um meine Antwort auf deine Frage umfassend und begründet gestalten zu können, möchte ich dich hiermit um die Erlaubnis bitten, dass Faatimah oder Dschariya mir eine Schilderung ihrer Erlebnisse als Tavini geben, die ich selbstredend nicht werten werde, geschweige denn die Zwei in irgendeiner anderen Weise beeinflussen möchte. Hintergrund dieser Bitte ist, dass Maheen unter anderem auch das verzerrte Bild der Nordländer von unserer Art der Tavinihaltung ansprach und ich mir nun gerne ein genaues Bild davon machen möchte, wie das Leben einer Tavini hierzulande aussieht.
So du damit einverstanden bist, sende mir hudad ein Schreiben zu oder teile es mir in einer gemeinsamen Dienstpause kurz mündlich mit.

Ma'Salema!
gez.
Ahmad Fadlan Azeezah
Khalida Yazir

Beitrag von Khalida Yazir »

Alsbald trifft ein kleines Schreiben bei Ahmad ein.

Salam Ahmad,
Du kannst dich unbesorgt mit deinen Fragen an die Tavinis wenden. Vollkommen gleich, ob du Faatimah oder Dschariya, Noura oder Ayashana aufsuchst. Sie werden dir die Antworten geben, die sie geben dürfen, oder schweigen, wenn sie es müssen.

 Khalida
Ahmad Fadlan Azeezah

Beitrag von Ahmad Fadlan Azeezah »

*Das Schreiben wird entgegengenommen und in einer ruhigen Minute gelesen. Dann nickt er zu sich selbst und legt es bei Seite. Die Tage würde er schon eines der Mädchen antreffen..*
Ahmad Fadlan Azeezah

Beitrag von Ahmad Fadlan Azeezah »

Salam Aleikum Khalida,

im Folgenden möchte ich dich über meine Erkenntnisse aus den Gesprächen mit Prekhaliq Maheen und deiner Tavini Faatimah zum Thema Tavinihaltung im Glauben an die All-Mara unterrichten. Ich hoffe, mit dieser Abhandlung ist deine Frage an mich zu genüge beantwortet. Ansonsten stehe ich dir natürlich weiterhin für Rückfragen zur Verfügung.

Möge die Mara dir stets Wasser und Schatten spenden!
gez.
Ahmad Fadlan Azeezah
Akemi des Reiches der Sonne



Abhandlung - Tavinis im Vergleich zu Sklaven

Im ganz Allgemeinen, betrachtet man die Tavinis Menek'Urs als Sklaven wie sie in den Grünlanden definiert werden, spricht das Tavinitum in jeglichen Belangen gegen die Leitsätze der All-Mara. Diese Definition sei nur kurz erläutert, mit folgenden Schlagworten: Erniedrigung, Gewalt, Ausnutzung, Schändung und Schädigung fürs Leben. Dies spricht freilich gegen die Nächstenliebe und Wertschätzung, die wir einer jeden Schöpfung der All-Mara entgegenbringen sollen, so deren Seele nicht hoffnungslos durch frevelhaftes Verhalten verloren ist. Denn Sklaven, wie sie von den Grünländern gehalten werden, haben erfahrungsgemäß zu keiner Zeit ihres Lebens Freude an dem, was sie tun und es ist auch kein friedvoller, würdiger Umgang mit ihnen bekannt.
Das Gesetz unserer geliebten Heimat, der goldenen Stadt Menek'Ur, erwähnt die Tavinis nicht mit einem Wort. Weder ihre Legitimierung, noch ihr Verbot. Jedoch steht unser geschätzter Emir, der Erhabene Abbas Wakur Omar, der Haltung von Tavinis nicht abgeneigt gegenüber.
Vom Reich der Sonne werden sie im Allgemeinen wohlwollend angenommen und ihre Dienste dankbar entgegengenommen.
Historisch betrachtet, ist zu vermuten, dass Tavinis damals hauptsächlich für Aufgaben eingesetzt wurden, die als unrein bezeichnet wurden, unter normalen Umständen aber auch von den Natifahs des Hauses erledigt werden mussten. So zählte der Hausputz, insbesondere die Reinigung von Zuber und Abort, dazu, da man mutmaßlich die Blüten des Hauses mit solchen unreinen Arbeiten nicht belasten wollte. Was höchst unwahrscheinlich wäre, ist die Einsetzung von Tavinis im Bereich der Führung, Verwaltung und Sicherheit. Denkbar wäre jedoch noch, dass sie für Bauarbeiten oder andere harte, körperliche Arbeiten eingesetzt wurden, wobei hier auch der Einsatz von Hauslosen und in Ungnade Gefallenen möglich wäre.
Was heutzutage tatsächlich der Fall ist, sind klassische Hausarbeiten, die Bedienung der Herren, Herrinnen und Gäste, Botengänge, Besorgungen erledigen, die Instandhaltung von Gebrauchsgegenständen und alles andere, was an Arbeiten anfällt. Nichts davon würden wir unseren Natifahs oder Kindern aber nicht auch zumuten. Insofern kann man am Beispiel der Tavinis in Menek'Ur also nicht von Sklaven im 'klassischen' Sinne reden. Die Vermutung, dass es sich beim Tavinitum also eher um eine sogenannte Integration widerwillen handelt, ist nicht weit hergeholt. Eine Tavini bestätigte, dass sie von ihrer Herrin in allen möglichen Belangen erzogen und geschult wird und dies allgemein so Gang und Gebe ist. Teilweise hilft sogar die ehrenwerte Esra höchstpersönlich mit, wenn es beispielsweise um die menekanische Sprache geht. Die Tavinis lernen im Grunde genommen genau wie unsere Natifahs, eine perfekte Blüte zu werden. Aufmerksamkeit, Zuvorkommenheit, ein nötiges Maß an Gehorsam, ... Laut der befragten Tavini ist es an ihnen selbst, ihr Leben in Menek'Ur, unter der Vormundschaft eines Herrn oder einer Herrin, als Wohlstand anzusehen. Sie selbst wissen zumeist, wie viel schlechter es ihnen gehen könnte, wären sie wo anders gelandet. Es ist ihnen also, laut eigener Aussage, eine Art Ehre und Freude zugleich, dem Reich Menek'Ur mit ihren Fähigkeiten im Gegenzug für dieses Leben, dienen zu können.
Einen einzigen Punkt gilt es in Frage zu stellen, insbesondere für diejenigen wichtig, die selbst planen mit Tavinis umzugehen. Tavinis sind, entgegen mancher Vermutungen, tatsächlich, im wahrsten Sinne des Wortes, Besitztümer ihrer Herren und Herrinnen. Was dem allerdings die negative Konnotation nimmt, ist der Hinweis darauf, dass man mit allem, was einem eigen ist, pfleglich umgeht und es zu schätzen weiß. Daher stimmt es zwar, dass Tavinis nicht Herr ihrerselbst sind, sondern der Herr, beziehungsweise die Herrin dies für sie darstellt, doch wird hierzulande ein nicht schädlicher Umgang mit ihnen gepflegt, was grobe, unsinnige Gewalt auszuschließen scheint.
Abschließend kann man also sagen, dass das Halten von Tavinis, so wie wir es in unserer Heimat kennen, aus Sicht des Gläubigen, nicht verwerflich ist. Denn sonst müssten wir unsere gesamte Art des Erziehens unserer Jüngsten ebenso in Frage stellen wie das Halten von Tavinis und das wäre eindeutig nicht nötig. Eine Tavini lässt sich tatsächlich viel passender mit einer in die menekanische Gesellschaft zu integrierenden Person, die sich mehr oder weniger freiwillig der Vormundschaft eines Herrn oder einer Herrin unterwirft, beschreiben.
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