Als das warme, saubere Wasser mit dem geschundenen, dreckigen Körper des schwarzhaarigen Mannes in Berührung kam, war die erste Reaktion eine Wolke aus Wasser und Dreck. Sein Blick folgte war starr als der Dreck sich langsam im Wasser des öffentlichen Badehauses ausbreitete - irgendwer würde ihn hassen - doch schien es ihm in diesem Augenblick einfach egal. Die Muskeln entspannten sich während unter dem Dreck einige Prellungen und Kratzer auftauchten und so schloss er seine Augen um sich einfach ungehemmt in seinem Schmerz zu suhlen.
Immer wieder triffteten die Gedanken des Mannes dabei ab denn der heutige Tag war ein großer Tag. Wer hätte gedacht, dass er es schaffen würde unter dem strengen Blick dreier Scharfschützinnen diese Prüfung zu bestehen und noch weniger hatte er gedacht, dass aus ihm ein brauchbarer Gardist werden würde. "Ein Holzer ist kein gutes Material zum Schnitzen" hatte immer sein Großvater zu ihm gesagt und er war bis vor einigen Monaten auch noch der festen Meinung gewesen er wäre ein jenes Stück Holz voller Astlöcher - plump und für jeden Schnitzer eine Qual. Sein Kamerad Riodian hatte immer eine passende Spitze für ihn bereit gehabt um ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen doch heute durfte er etwas und wenn auch nur ein kleines bisschen Stolz sein. Stolz der ihm bald wieder aus dem Körper geprügelt werden würde um ihn zu neuer Höchstleistung zu treiben - dem war er sich gewiss und darauf freute er sich auf eine ulkige Art und Weise denn er hatte nun ein Ziel vor Augen. Er wollte nützlich werden, nützlicher als er jemals war. Stärker als er sich selbst vorstellen konnte. Schlauer als nur ein Stück Holz mit vielen Astlöchern.
Und mit diesen Gedanken schrubbte er sich den restlichen Dreck wie Sünden vom Leib ehe er wieder aus dem Wasser stieg und sich ankleidete denn es gab noch viel zu tun um sich einem solch ehrgeizigen Ziel überhaupt denkbar anzunähern. Der nächste Unterricht stand fest und Scharfschützin Wolfseiche erwartete viel von ihm aber davor musste er sich dem morgendlichen Spießroutenlauf ihres Mannes Dazen hingeben und dafür muss man ausgeschlafen sein.
Seine Schritte trieben ihn hurtig in das kahle Haus welches er "sein" Haus nennen durfte. Ohne Stühle, ohne Tische nur ein Thresen, eine Kiste und ein Ofen fand sich darin. Leer wie sein Besitzer und doch würden sich hier bald Stühle und Hocker finden und wer weis vielleicht auch ein Keller. Ein Haus ist wie sein Besitzer und bald würde auch dieser sich füllen - dem war er sich sicher. Mit diesen letzten Gedanken sank er in seinen Schlafsack vor dem warmen Herd und damit endete ein großer Tag.
Vor gespannter Sehne
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Walther Holzer
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Vor gespannter Sehne
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Walther Holzer
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Wieder einmal saß er vor seinem Kamin auf dem Thron und blickte fast schon starr ins Feuer. Die Hände umfassten einen Krug Bier welcher zwischen den Fingern gedreht wird, unbewusst, fast schon automatisiert. Das passierte ihm in letzter Zeit öfter. Befehle welche fast schon ohne viel Nachdenken in einem bestimmten Muster durchgeführt werden. Übungen welche ihm von der Hand gingen weil er sie immer und immer wieder machte. Sein körperliches Gedächtnis stieg an und sein Kopf schien für andere Dinge frei zu werden. Die Unterrichte stiegen in ihrer Komplexität und sein Geist wurde für Gedankengänge gefordert welche früher für die einfachen Handgriffe benötigt wurde. Immer wieder dachte er an die Worte seines Großvaters welcher immer lockere Sprüche zu seiner Familie fand - "Ein Holzer ist kein Denker". War das wirklich so? Es gab viele Dinge welche er nicht verstand doch immer mehr Dinge welche er tun konnte. Vielleicht war das was sein Großvater meinte... oder er hielt zuviel auf den alten Zausel. Sei es wie es sei - bevor er zuviel in seinen Gedanken versinken konnte, wurde der Krug geleert und der Rucksack mit der Uniform ergriffen - Die Arbeit ruft Holzer.