Für Vater - Weg von Nhua'lyr

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Nhua´lyr

Für Vater - Weg von Nhua'lyr

Beitrag von Nhua´lyr »

Angekommen – endlich. Fahrig strich sie mit dem Handrücken über ihre Stirn um eine Strähne aus dem Auge zu bekommen. Der bewohnte Bereich dieses Axorns erschien ihr größer, belebter und sie hatten sogar einen Bereich in dem sich Menschen aufhalten konnten ohne bleibende Schäden zu erlangen. Sicher hing das auch mit der Aufenthaltszeit und der Konstitution der jeweiligen Hülle zusammen. Nervös leckte sie sich über die dunklen Lippen, sah sich um und versuchte unter den Blicken der wachhabenden Lethrixoren ein Gefühl für das neue Nest zu erhalten. Seltsam, schweflige Tümpel links, geziert von Knochen und Schädeln, Stalagmiten vom Boden bis zur Decke und nahe Vaters Heim gab es sogar eine Lavagrube. Beim Anblick der dampfenden Lavamasse war sie sich ziemlich sicher das man hier noch die Tradition pflegte die schwächlichen Hüllen der Versager oder Verräter zu entsorgen. Eine praktische Lösung. Damit musste sich zumindest niemand um Überreste scheren die irgendwelche Raubtiere anlockten. Eine Gemeinschaftshöhle mit Pilztischen, leuchtenden Kristallen und einer praktischen Lavaader um Hüllenstärkung zu erhitzen, ein Kampfplatz dessen Boden vom Blut der Kämpfer dunkler gefärbt war, eine Heilerhöhle und noch einige weitere, interessante Plätze neben den unzähligen Wohnhöhlen die sie ausgemacht hatte. Ja, es war eindeutig belebter. Lange dauerte es nicht ehe sie die ersten Letharen traf, die ihrer Anwesenheit ein geringes Maß an Aufmerksamkeit schenkten. Hier im neuen Axorn war sie unbekannt, nichts weiter als eine Runenlose – Dreck. Bereits die ersten Regeln die man ihr beibrachte, machten dies mehr als deutlich.

Es war wohl überall unter den Letharen ähnlich, vielleicht sogar gleich. So oder so, sie war sich ihrem Stand vollumfänglich bewusst. Man würde sie prüfen, auf jede nur erdenkliche Art. Grenzen mussten neu erforscht werden, körperlich und geistig. Hier und da würde sie Aufgaben erhalten oder sich erarbeiten können. Demütigungen und unberechtigte Strafen würden nicht ausbleiben. Eines aber fragte sie sich. Würde ihre Lebenserfahrung es einfacher oder schwerer machen? Eine Unbekannte kreuzte ihren Weg und sie verbeugte sich erneut, die Bewegung würde nun lange Zeit ein Teil von ihr sein. Tief, tief hinunter, näher zum Dreck, der sie solange bleiben würde bis sie aufgezeigt hatte in irgendeiner Form nützlicher als ein Klumpen daraus zu sein. Verbeugen, vorstellen, abwarten ob man es Wert war weitere Beachtung zu erhalten. Zum Teil erforderte es immense Geduld und manchmal fiel ihr selbst auf, das sie an ihrer Willensstärke arbeiten musste um sich nach der üblichen Verbeugung nicht direkt wieder zu erheben um sich den Ranghöheren zuzuwenden. Nach wenigen Tagen kannte sie die Gesichter derer die emsig ihren Aufgaben nachgingen und schließlich traf sie auch den, den sie gesucht hatte. Lethoryx Tar'xyr.

Nachdem sie sich vorgestellt hatte übergab sie ihm die Nachricht von Elyn'ash'thrae, die Lethry und ein Junglethyr hatten das Siegel zuvor bereits gebrochen. Über den Inhalt der Zeilen wusste sie kaum etwas und so studierte sie seine Gesichtszüge während er die Schrift zu überfliegen schien. Er war der derzeitige Tempelleiter dieses Axorns, die Stimme Vaters die diesem Nest gegeben war. Würde er ablehnen sie zu prüfen wäre sie vollkommen umsonst hergekommen, ganz gleich wie ihre Weisung gelautet hatte. Flüchtig zweifelte sie, fragte sich ob das was sie derzeit verkörperte überhaupt ausreichen würde. Sekunden später überkam sie der Hass über diesen Gedanken. Anstatt ihn zu verdrängen, hielt sie daran fest und nutzte die Emotion um sich daran zu stärken. Mit Hass konnte sie umgehen, das hatte sie ein Leben lang getan und gelernt ihn weitestgehend zu kontrollieren. Blinzelnd sah sie aus diesen Gedanken gerissen vor sich und kam dann der Aufforderung nach Kleider und Rüstwerk des Oberkörpers abzustreifen. Natürlich wollte er es sehen auch wenn es inzwischen nichts mehr zu sehen gab. Sie waren fort, nichts war zurückgeblieben was ihre Geschichte hier bestätigt hätte. Allerdings wanderten die Augen der beiden Letharfen um sich herum nicht nur über die Stelle an der sich das Mal befunden hatte, sondern auch einmal prüfend über den Rest des nun entblösten Oberkörpers. Innerlich verdrehte die Lethra die Augen. Letharfen. Manchmal war so berechenbar was sie dachten. Nach außen jedoch, zeigte sie keine Reaktion, ließ die Fleischbeschau über sich ergehen und zog sich wieder an als man es ihr sagte.
Zuletzt geändert von Nhua´lyr am Dienstag 25. April 2017, 14:35, insgesamt 1-mal geändert.
Nhua´lyr

Beitrag von Nhua´lyr »

Wochen verstrichen, Monate gingen dahin. Zeit war im Leben einer Lethra nebensächlich. Letharen konnten alt werden so ihre zerstörerische Ader und der Fanatismus sie nicht frühzeitig in die Vernichtung trieb. Ihre Aufgaben waren Umfangreich gewesen, sie hatte sich mit den Menschen befassen müssen, mit den Schreinen in Seinem Reich und den Ketzerglauben durch die Bibliothek ebenso wie durch diverse Gespräche ein wenig studiert. Noch immer erschienen ihr die Menschen seltsam, ihre Ansichten, ihre Taten und ihre Traditionen. Hier und da begann sie zu verstehen ahmte nach und passte sich an der Oberfläche an. Interessanter jedoch waren die Lektionen im neuen Axorn. Obgleich ihr vieles bekannt war, handhabte man hier manche Dinge doch auf eine andere Art und so wohnte sie auch Lektionen bei die sie bereits verinnerlicht hatte. Diskutierte, lauschte und beobachtete die anderen Runenlosen. Während die Zeit verstrich, die erfüllten Aufgaben zunahmen, nahmen auch ihre Privilegien zu und gipfelten in der Runenweihe.

Allerdings war dies kein Grund für sie ihre Bemühungen schleifen zu lassen. Die Lethoryx waren selten verfügbar, zu viele Pflichten banden sie und so hatte sie vielleicht mehr Zeit als andere Letharen. Diese Zeit nutzte sie um sich mit dem Volk zu befassen. Nebst den Gesprächen über Hierarchie, Hass, Taktiken und den gängigen Sitten in diesem Axorn erschienen ihr einige Letharen interessant genug um von ihnen zu lernen. Hierbei musste sie bedacht vorgehen, manche Lektion konnte man durch eine offene Frage erlangen doch manche Lektion erforderte mehr Fingerspitzengefühl und Zeit. In der Vergangenheit waren es oftmals die Lethoryx die den Wahn der Ala'thraxoren in geregelte Bahnen lenkten und so begann sie den Ala'thraxor des Axorns zu studieren, nistete sich bei ihm ein und lernte einige Mondläufe sein Verhalten, seine Eingebungen und seine Taten zu deuten. Die Letherx hätten eine ihrer Stationen sein sollen. Mehrfach hatte sie versucht sich an jene tödlichen Individuen zu wenden doch auch hier war man noch nicht bereit ihr etwas beizubringen. Am Ende war es der Mael'qil der diese Lektion übernahm. Ihre ersten Erfahrungen und das Ausprobieren von Maskerade und Täuschung unter den Menschen nahmen ihren Lauf. Nebenbei galt es immer wieder dem Lethoryx zu berichten und neue Instruktionen zu erhalten. Eine davon, war sich mit den menschlichen Templern zu befassen. Von ihnen zu lernen, sie zu unterstützen und dies führte sie am Ende zu ihrer bislang härtesten Strafe.


Wenn etwas hart bestraft wird, so beweist das gar nicht, dass es unrecht ist; es beweist bloß, dass es dem Vorteil der Machthaber nachteilig ist. Oft ist gerade die Strafe der Stempel der schönen Tat.
Johann Gottfried Seume

Sacht hob sich der Wind an diesem Abend an. Strich ihr lau durch den leichten Stoff der Kleider. Nervös fuhr die Zunge über ihre Lippen, sie vermisste ihre Waffen, ihre Rüste und das Gift jenes sie immer bei sich trug. Hass spiegelte sich in ihren Augen, strömte aus jeder Pore als kehre sich der innere Kern gerade noch nach Außen. Ganze drei Minuten benötigte die Lethra vor dem Spiegel um sich soweit zu zwingen das der verräterische Ausdruck verschwand. Hier und da ein wenig Mist der den Eigengeruch überdeckte, eine Korrektur der Haltung und sie schritt hinauf an die Oberfläche. Mit der beigen Schminke, den gefärbten Haaren und dem Rest der Verkleidung trat ein anderes Verhalten an den Tag. Es war eine Kunst den Wesen denen man begegnete ein entsprechendes Bild zu vermitteln und noch hatte sie diese nicht perfektioniert. Vor Rahal traf sie die Vicaria und den Anwärter. Wenngleich die Clerica hatte beiwohnen wollen banden sie nun doch zu viele Pflichten und so brachen sie zu dritt auf. Adoran. Was hatte sie nicht alles von der Stadt des Ostreiches gehört und doch war sie beeindruckt. Dieser Überfluss, das ganze Grünzeug und Vieh. Die Stadt war groß und wirkte auf sie viel chaotischer als Rahal. Unnötiger Prunk und Protz um schlichte Gemüter zu beeindrucken, die Menschen jene sie trafen waren hilfreich und man konnte ihnen gut Informationen entlocken. Scheinbar kam die Verkleidung an und sie beschloss damit Kontakte zu knüpfen, die Menschen hier längerfristig studieren zu wollen. Vermutlich lief es zu gut.

In den unbeobachteten, uneingebundenen Momenten gingen sie der vorgenommenen Aufgabe nach. Verteilten das Wort Vaters – die 10 Gebote in den Postkästen der Menschen. Sogar eine Nachricht in ihrem Tempel hinterließ die Vicaria. Gedanklich zeichnete sie sich ein Bild von den durchwanderten Gassen, prägte sich Orte ein die ihr wichtig oder interessant erschienen und merkte erst als sie mit Konrad vor einer weiteren Gardistin stand das die Vicaria fehlte. Scheinbar war man in einer der Gassen an anderer Stelle abgebogen. Es beunruhigte sie derweil nicht, die Verkleidung hatte sich bewährt und so sprach sie die Gardistin an ob sie ihnen vielleicht den Weg zum Handelshaus Kelpie nochmals zeigen könnte. Vom Dienst geprägt wollte jene jedoch erst die Namen wissen und wirkte skeptisch. Achtsamer geworden ging sie bedachter vor und am Ende wandten sie sich bereits in Richtung des Handelshauses. Alles hätte funktioniert, da war sie sich sicher als sie diese Punkte später nochmal durchdachte. Wenn.. ja wenn der Mensch nicht gewesen wäre. Noch während er den Postkasten des Hauses passierte dachte sie so bei sich das es schon selten dämlich wäre, wenn er nun eine Schrift einwerfen würde. Kaum jedoch war der Gedanke gedacht passierte es. Er erfüllte seine Aufgabe und gefährdete damit ihre Geschichte, ihre Tarnung, das Bild das ihre Taten und Worte bislang gezeichnet hatten.

Es kostete die Lethra einiges an Beherrschung ihn nicht anzuknurren und dummerweise schien diese Gardistin auch noch Augen im Hinterkopf zu haben! Vielleicht hatte sie sich aber auch nur herumgedreht oder es aus dem Augenwinkel gesehen. Was auch immer es gewesen war – sie sprach ihn darauf an. Seine Versuche sich herauszuwinden schmetterte sie ab, als die Vicaria um die Ecke bog. Winkend gab sie ihr ein Zeichen und kurz darauf begann die verkleidete Vicaria um Hilfe zu rufen. Versuchte die Gardistin abzulenken und tat so als sei etwas auf dem Markt passiert. Diese Gardistin jedoch war so auf ihren Briefkasten fixiert das sie alles ignorierte und den Menschen und sie selbst dorthin nötigte um nachzusehen. Als sie sich vorbeugte und nach Sichtung von Vaters Schrift direkt verkündete das sie nun beide verhaftet wären – rannten sie davon. Jeder in eine andere Richtung. Hass durchströmte sie, erfüllte ihr Inneres und am liebsten hätte sie sich in den Kampf geworfen um noch ein, zwei Ketzer mitzunehmen doch in dieser Aufmachung... viel Zeit hatte sie nicht sich Gedanken darum zu machen es galt aus der Stadt zu kommen und mit etlichen Umwegen gelang ihr das auch. Vielleicht konnte der Mensch der voll gerüsteten Gardistin ja ebenso flink davonlaufen? Gesehen hatte sie es nicht.

Hier vor Bajard trug der Wind den Geruch nach Fisch und See heran. Tief atmete sie aus und ein, gönnte der Hülle nach dem raschen Lauf den nötigen Sauerstoff und sah zur verkleideten Vicaria. Sie unterhielten sich noch eine Weile vor Bajard doch der Mensch kam nicht, womit sie davon ausgehen mussten das er erwischt worden war. Vater ließ ihm also seine erste Prüfung zukommen. Als die Lethra die Vicaria darauf aufmerksam machte das man ihr Gespräch belauschte kehrten sie in das heilige alatarische Reich zurück. Während die Vicaria der Clerica nun Bericht erstatten musste erwartete die Lethra schlimmeres. Es galt die erlebten Umstände dem Lethoryx zu berichten. Natürlich konnte sie nichts für die Verfehlung des Menschen doch eine Aufdeckung und Flucht kam einem Versagen nahe. Etliche Gedankengänge die ein 'hätte müssen' beinhalteten nährten den Zorn in ihr. Kurz fuhr sie sich über die Stirn und begann die Verkleidung abzuschälen. Diese Identität hatte sie am heutigen Abend verloren, es würde nicht mehr möglich sein sich damit mit den Menschen im Osten zu befassen und etwas über sie zu lernen. Damit waren ihre Pläne dort Kontakte zu knüpfen um sie Ketzer ein wenig zu studieren erstmal dahin. Im Augenblick galt es den Lethoryx zu finden.
Nhua´lyr

Beitrag von Nhua´lyr »

Ob seiner Pflichten gelang es ihr nicht gleich den Lethoryx zu finden und so war es die Lethry der sie zuerst Bericht erstattete. Qy'lae hörte die Verfehlung ebenfalls mit an und die beiden Lethrae machten ihren Unmut deutlich. Erst später saß sie dann endlich vor den Füßen von Tar'xyr und berichtete ihm. Mit wenigen Zwischenfragen hörte er sich den Vorfall an und traf seine Entscheidung. Nhua'lyr wusste bereits das eine Strafe auf sie zukommen würde, es war unausweichlich und würde die Erfahrungen die dieser Vorgang mit sich gebracht hatte unauslöschlich festigen. Sehr ruhig folgte sie dem jungen Lethoryx, nahm das Seil jenes er ihr in die Hand drückte und ging mit ihm zum Arathraxengehege. Inzwischen trug sie wieder die gewohnten Sachen und war gänzlich unverkleidet.

Beisender Ammoniakgeruch gepaart mit dem Knurren und stampfen der kämpfenden Arathrax schlug den beiden Templern entgegen. Ein besonders kräftiges Männchen wurde von dem Lethoryx ausgewählt und dominiert bis es soweit gehorchte um eingesetzt werden zu können. Sie musste selbst entscheiden, wo sie das Seil festbinden würde. Er gab ihr wenige Optionen die sie auswählen durfte. Was konnte sie entbehren? Was würde ihren Dienst für Vater behindern? Was würde sie töten? Selbst wenn sie sich die Frage nicht hatte stellen wollen kam sie auf, durchzuckte kurz ihr ihre Gedanken und wurde dann wieder verbannt. Mit aufeinander gepressten Zähnen beschloss sie das diese Hülle Vater noch eine Weile dienen sollte, sie musste also die richtige Entscheidung treffen damit die Verfehlung des Menschen nicht das Ende dieser Hülle bedeutete. Ein Blick auf den Arathraxen dann band sie sich das Seilende um ihren Knöchel. Darauf bedacht den Knoten so zu knüpfen das ihr der Fuß möglichst erhalten bleiben würde, wenn der Zug die Blutzufuhr abschnitt kontrollierte sie nochmal nach. Natürlich hatte er erwähnen müssen das es ihr Ende sein würde wenn der Knoten sich lösen würde.

Gemessen führte er das Ara'thraxenmännchen zum Bankturm. An dem Vieh festgebunden blieb ihr wenig Spielraum und so folgte sie dem Gespann eher unelegant. Schwächere Weibchen hätten vielleicht diskutiert, gefleht versucht sich nochmal zur Wehr zu setzen doch sie hatte sich vorgenommen die Strafe zu ertragen und der Lavagrube noch ein wenig zu entgehen. Nicht wenige Letharen sahen sie während sie die Schmach ertrug an die Echse gebunden zu sein. Dann jedoch begann ihre eigentliche Strafe. Es prickelte auf ihrer Haut, es prickelte als etwas ihren Geist zu streifen schien und dann rief der Lethoryx Vaters Macht zur Hilfe. Unvermittelt glich er einem gänzlich Wahnsinnigen. Mit hasserfüllten Augen fügte er dem Arathraxenmännchen irgendwie Schmerzen zu. Kreischen und panisch begann es vorzupreschen und riss sie von den Füßen. Hastig ging es den Weg entlang und sie schrie ebenfalls. Hoch, schrill, gepaart von Angst und Schmerz versuchte sie das Seil zu fassen, den Zug zu mildern und versagte. Es war unmöglich den rennenden Arathraxen zu stoppen, ihr Körper wurde mitgeschleift, durchgerüttelt und der Hinterkopf machte viel zu oft Bekanntschaft mit dem Höhlenboden.

Stur versuchte sie es weiter, wehrte sich gegen das Vieh doch die Schmerzen trieben jenes ebenso an wie ihre eigenen Schmerzen den Überlebenstrieb schürten. Unangenehm drückten sich die Kettenglieder in ihr Fleisch und die Robe hing bald schon nur noch in Fetzen an ihr. Auf dem Weg im Axorn hinterließ sie eine Bresche die zunehmend rot gefärbt wurde. Über einige steinerne Stufen hinweg, durch Stalagmiten hindurch trieb der Lethoryx das Vieh immer weiter und weiter. Inzwischen wahren ihre Schreie verstummt, der Körper ruckte im Takt des Arathraxengaloppes auf und nieder während ihr Kopf den Takt ausklingen ließ. Bevor die Ohnmacht sie ereilt hatte waren ihr die Arme ausgerenkt worden. Dummerweise hatte sie versucht die Echse mit Hilfe eines Griffs an die Stalagmiten zu stoppen. Sie spürte nicht wie der Lethoryx davon abließ auf die Echse einzuwirken, sah nicht wie da Arathrax am Ende seiner Kraft zusammen brach, für sie gab es nur den Schmerz. Nichts nahm sie wahr, nichts drang zu ihr durch und so konnte der junge, unerfahrene Lethrusar nahezu ungehindert an ihr arbeiten. Ab und an zeigte ihre geschundene Hülle durch ein Zucken an das die Ohnmacht sie nicht vor den Schmerzen bewahrte, das noch leben in diesem Leib steckte.
Gabriella Mittgenstein

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Zuletzt geändert von Gabriella Mittgenstein am Freitag 18. August 2017, 18:21, insgesamt 1-mal geändert.
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