Das Schiff legte am Hafen in Bajard an und dieser junge, unerfahrene Kämpfer betrat das neue, ihm so unbekannte Land. Seine Füße trugen ihn durch die Straßen des Fischerdorfes und seine Augen versuchten alles zu erhaschen, was sich ihnen aufzeigte. Die ersten Schritte waren schwierig. Kannte er doch niemanden hier, gerade aus seiner Heimat geflüchtet, sollte er hier nun ein neues Leben beginnen. Ein Leben, von dem er selbst noch keine Vorstellung hatte.
Die ersten eigenen Goldmünzen verdiente er sich in dem Rattenloch nahe des Marktplatzes von Bajard und bald schon hatte er genug zusammen, um sein verrostetes Schwert gegen eine ordentliche Klinge zu tauschen. Er traf eine junge Schmiedin namens Emilie, welche ihm seine erste richtige Klinge schmiedete, was ihm durchaus einen gewissen Stolz in die Augen trieb, hatte er sie sich doch selbst erarbeitet...
Schicksalhafte Begegnung...
Was der junge Kämpfer jedoch nicht ahnte... dieser Tag würde sein Leben auf einen Schlag verändern oder besser gesagt auf ein Schütteln des Kopfes. Als er von Emilie's Laden zurück zur Bank ging und diese betrat, saß dort eine Gestalt. Ein Mann, vollkommen in schwarz gehüllt. Die Kapuze war tief in sein Gesicht gezogen und die Hand umgriff einen prachtvoll anmutenden Stab. Doch so unerfahren wie Khalrox noch war, machte er sich nicht viel aus Anstand. Beim verlassen der Bank lief er erneut an diesem Mann vorbei, der Blick für einen Moment auf diesen gerichtet, schüttelte er nur den Kopf und seufzte deutlich hörbar, während er dann durch die Tür hinaus trat.
Nichtsahnend lief er durch die Straßen in Richtung Tor und verließ dann Bajard. Sein Kopf schwenkte nach rechts und dann nach links, nachdenklich stand er einige Momente vor dem Tor. Dann entschied er sich den Weg nach links zu nehmen, er wollte sich etwas umschauen.
Plötzlich stand da wieder so eine vermummte, schwarze Gestalt vor ihm wie aus dem Nichts...
... es war diese Begegnung, welche den Weg des jungen Kämpfers prägen sollte.Lemo: *er mustert den Manne kurz*
Khalrox: *schaut zu der Gestalt und murmelt*
Khalrox: Noch so einer..
Lemo: Nein der selbe
Khalrox: *kratzt sich am Kopf*
Lemo: Kann ich euch behilflich sein?
Khalrox: *schaut hinter sich und wieder nach vorn*
Khalrox: Wie...?
Khalrox: Wie soll das möglich sein?
Lemo: Glaubt mir, es ist möglich
Khalrox: *betrachtet den Mann kurz etwas genauer*
Khalrox: Nun.. es gibt sicherlich Dinge, welche mir nicht bewusst sind.
Lemo: Eingriffe ins Liedgefüge zum Beispiel
Lemo: *um sein Erscheinen gen Westen zu verdeutlichen*
Lemo war der Mann, welcher zu einem Mentor für Khalrox werden sollte. Der angesehene Arkorither nahm sich seiner an, führte ihn in den Westen. Er gab ihm seine erste Rüstung, es war eine aus Hexenstahl. Noch nicht ahnend, wie nützlich ihm jene sein sollte auf seinen kommenden Wegen, war er sehr dankbar und trat in die Schuld des Arkorithers ein. Die ersten Worte über Rahal, den Glauben an Alatar, die Feinde aus dem Osten... all das vernahm er von Lemo. Auch die Geschichten über die Gemeinschaft der Schatten des Panthers, erzählte ihm sein Mentor während der gemeinsamen Ausflüge in die umliegenden Gewölbe und Höhlen.
Doch auch wenn beide Stunde um Stunde in der Frostwassergrotte verbrachten, so lehrte der Arkorither ihm nicht nur seinen Körper zu schulen und seine Klinge und sein Schild richtig einzusetzen... Nein, er lehrte ihm vor allem seinen Verstand im Kampf zu nutzen. Eine Waffe, welche tödlicher ist als eine jede geschmiedete Waffe es jemals sein könne... eine prägende Lehre, welche Khalrox in seinem Werdegang sehr häufig vorteilhaft begleiten sollte.
Die Gemeinschaft...
Die Übungen mit seinem Mentor waren immer zufriedenstellender. Seine Fähigkeiten im Kampf verbesserten sich Tag um Tag und auch die ersten Drachen konnte der junge Kämpfer mittlerweile alleine erlegen.
Immer wieder hatte er durch Lemo von der Gemeinschaft der Schatten des Panthers gehört. Eine Gemeinschaft, welche die wohl fähigsten Köpfe des Westens unter ihrem Banner vereinte und nicht nur im eigenen Reich sehr geachtet, sondern vor allem auch im lichten Reich ebenso verachtet wie gefürchtet wurde.
Seit er das erste Mal von den Schatten hörte, war es sein Bestreben Mitglied dieser Gemeinschaft zu werden. Und es sollte nun der Tag kommen, an dem seine Fähigkeiten als ausreichend angesehen wurden, um sich den anderen Mitgliedern vorzustellen...
Sein Mentor nahm ihn an diesem Abend mit zu dieser Ehrfurcht einflößenden Burg. Die Mitglieder waren bereits versammelt und beide betraten den großen Saal. Staunend und zugleich etwas nervös, schweifte der Blick des jungen Kämpfers durch den riesigen Saal. Vor ihm erstreckte sich ein Tisch in einer Größe, welche er so nie gesehen hatte. Um diesen Tisch saßen die Mitglieder versammelt. Sie warteten bereits auf die beiden und nach einer kurzen Vorstellung, saß er nun seinem Mentor, der Maestra Maya und dem Ritter Kava Shasul gegenüber. Während weitere Mitglieder sich an anderen Stellen des riesigen Tisches hingesetzt hatten.
Das Gespräch verlief wie wohl die meisten dieser Art. Khalrox stellte sich der Gemeinschaft vor, erzählte von seiner Vergangenheit und von seinem bisherigen Weg auf Gerimor und vor allem im Westen des Reiches im Glauben Alatars. Auch seine durch die Zeit mit Lemo geschulten Fähigkeiten fanden angetanes Gehör bei der Gemeinschaft und so stimmten sie für eine Aufnahme.
Die Gesichtszüge von Khalrox erhellten sich, ein glücklicher und zugleich sehr stolzer Blick drang durch seine Augen...
Aber es wartete noch etwas auf ihn... das Aufnahmeritual. Ein verwundertes lupfen der Augenbrauen folgte, als sich die Mitglieder freudig grinsend die Hände rieben und der Hüne Vladimir sich erhob. Das Aufnahmeritual bedeutete, er müsste gegen diesen Hünen kämpfen. Dieser gestandene, kräftige Krieger der sich vor ihm aufbaute, er brauchte nicht lange um den jungen Kämpfer zu Boden zu schicken. Doch bot er ihm direkt danach die Hand an, um ihm wieder auf die Beine zu helfen und kraftvoll lachend ein Bier zu trinken.
Auszüge aus dem Leben als Schatten des Panthers...
Als Teil der Gemeinschaft war sein Leben von Übungen, Ausflügen und Kämpfen geprägt.
Sein Anwesen in Wetterau, mit dem Balkon über dem Fluss, wurde für ihn zu einem Ort der Ruhe und Erholung. Dorthin zog er er sich zurück, wenn die Tage seine Knochen ermüden ließen. Die direkte Nachbarschaft zur Burg, zu seinen Schwestern und Brüdern der Gemeinschaft und die ruhige, nahe zu idyllische Lage machten diesen Ort so perfekt für ihn.
Oft führten ihn seine Wege auch zurück nach Bajard, wo er so einige Abende am Lagerfeuer verbrachte. Stolz trug er stets das Siegel der Gemeinschaft und kleidete sich in dem rot und blau jener. Nicht jeder war ihm wohl gesonnen, wenn er sich auf neutralem Boden befand. Etwas das ihn aber keinesfalls störte… er genoss die erfrischenden Unterhaltungen und Anfeindungen.
Katze und Wolf… die Begegnung
Ein Schlüsselmoment in seinem Leben als Schatten des Panthers war wohl jener Tag in Bajard, als er seine spätere persönliche Lieblingsfeindin kennenlernte.
Es war ein recht normaler Tag für ihn, er ging in seiner dunkelroten Rüstung nach Bajard und schaute sich um. Er erblickte einen Lethar, welchen er durch einige Jagdausflüge kannte und welcher ihm ebenso, nur wenige Tage zuvor, einige Lehrstunden im Kampf Mann gegen Mann gab. Dieser Lethar befand sich gerade in einem Wortgefecht mit zwei Mitgliedern des Regiments. Das Wortgefecht dieser drei fand mitten in der Bank vor den Augen der Bankfrau statt und sollte nicht ohne Konsequenzen bleiben. Die beiden Mitglieder des Regiments, eine Kriegerin und ein Magus, standen vor dem Lethar. Wobei sich ein dritter Mann dazu gesellte, ein Mann, welchen Khalrox bereits im Westen mehrfach gesichtet hatte. Doch zu seiner Verwunderung, stellte sich dieser an die Seite der beiden Ketzer. Ohne große Regung blieb Khalrox zunächst in der Tür stehen und beobachtete die Situation. Während sich der Lethar und die Kriegerin ein immer schärfer werdendes Wortgefecht lieferten und sie letztendlich ihre Klinge ein Stück aus der Waffenscheide herauszog. Wohl einer Drohung gleich, welche sich der Lethar keinesfalls bieten lassen wollte und ebenfalls seine Klinge zog.
Als die Bankfrau das mitbekam, rief sie lautstark, dass die Gruppe sich gefälligst auf die Straße verziehen soll oder am besten vor das Tor. Doch bereits als die fünf die Bank verlassen hatten, spalteten sie sich auf. Die Kriegerin, der Magus und der augenscheinliche Überläufer… sie stellten sich auf Höhe der Eingangstür zur Bank auf, während der der Lethar sich ein paar Schritte entfernt bereit machte für das was da kommen möge. Immer hitziger wurde die Situation und die Spannung war deutlich spürbar und durch das Wissen um die Stärke des Lethars und seinen Stolz, hielt sich Khalrox zunächst etwas abseits auf, doch nicht für lange. Er verwies auf die Worte der Kriegerin innerhalb der Bank, wo sie recht töricht zu ihm meinte: „Mitglieder Eures Siegels kämpfen doch sowieso niemals fair.“, als sich der augenscheinliche Überläufer zu den beiden stellte.
Die Situation noch einen Augenblick überschauend, rief der Lethar: „Khalrox, ihr kämpft an meiner Seite!“. Ein amüsiertes Lächeln zog sich in diesem Augenblick über die Mundwinkel des noch jungen Kämpfers und er setzte sich den Helm auf. Langsam und sich seiner Fähigkeiten bewusst, schritt er dann an die Seite des Lethars. Er zog seinen Rapier aus der Waffenscheide und meinte mit einem freudigen Klang in der Stimme zu seinem Nebenmann: „Dann schauen wir doch mal, was die Kampfübungen mit Euch gebracht haben...“
Die Augen blitzten auf, als der Magus sich einige Schritte nach hinten begab. Die bernsteinbraunen Augen von Khalrox schweiften aufmerksam über die drei, welche ihnen gegenüber standen und sein Rapier wurde locker in der Hand gedreht, ehe er ihn fest mit der Hand griff, jeden Moment für den Angriff bereit. Der Lethar, welcher bereits sehr erprobt im Kampf war, wies Khalrox an sich um den Magus zu kümmern, während er selbst die beiden anderen bekämpft. Ein kurzer Blick zur Seite und ein Nicken folgte auf diese Worte und kurz darauf erhob der Magus seine Hände und formte etwas in diesen… das war das Zeichen, das Zeichen für den Angriff. Mit fokussiertem Blick stürmte Khalrox an der Kriegerin und dem anderen Kämpfer vorbei, mitten auf den Magus zu. Die Klinge erhebend und kraftvoll nach diesem schlagend. Es war ein intensiver Kampf den sich die fünf lieferten… Blut und Schweiß legte sich auf die Straße in Bajard, während die Klingen und Schilde sich unnachgiebig trafen. Doch am Ende standen nur noch der Lethar und Khalrox. Sie waren siegreich… siegreich gegen diese drei, welche sich so siegessicher gegen die beiden stellten. Und das obwohl sie in Überzahl waren und zuvor noch selbst anführten, das die Streiter des Westens und vor allem die der Schattenpanther niemals fair kämpfen würden. Der Gedanke an diese Worte, während er über die erschöpften und blutenden Körper der Gegner blickte, welche sich am Boden Bajard‘s krümmten, er ließ Khalrox abermals Stolz und amüsiert Lächeln.
Es war dieser Tag, dieser Sieg, welcher eine sehr persönliche und aufregende Fehde hervorbringen sollte…
Katze und Wolf… die Geschichte
Khalrox besiegte an diesem Tag in Bajard nicht irgendjemanden. Er führte seine Klinge gegen eine Kriegerin, welche einen Stolz und einen Willen besaß, den man so nur sehr selten in den Reihen Lichtenthals erblicken konnte.
http://forum.alathair.de/viewtopic.php?t=89642
Die Fehde der beiden hielt lange und jede einzelne Begegnung war von Hass, Spuren der Wut, provokanten Worten und gleichzeitig einem gewissen Hauch von Respekt geprägt.
Ausflüge in die Reihen der Feinde…
Sich der Gefahren vollends bewusst, welche er durch seine Ausflüge nach Lichtenthal einging, streifte er unter falschen Namen durch die Städte und Dörfer der Feinde. Er wollte sich vorbereiten. Er wollte lernen. Er wollte wissen und verstehen, wie die Menschen hier im Osten lebten, glaubten und kämpften. Alles was ihm einen Vorteil für mögliche Schlachten bringen konnte wollte er sich aneignen.
Seine Pläne verfolgend, kam er auch an einem Ackerfeld nahe Junkersteyn vorbei. Dort traf er eine junge, blonde Bäuerin an. Unter dem Vorwand Obst in größeren Mengen kaufen zu wollen, stellte er sich ihr vor und es kam dazu, das sie sich öfter trafen nach diesem Tag. Er sah die Vorteile, welche er durch sie bekommen könnte und so bemühte er sich diese Möglichkeit zu nutzen. Ihr Bauernhof wurde zu einem Ort, welchen er stets besuchte, wenn seine Wege ihn in den Osten führten. Es half ihm, seine Identität in Lichtenthal zu stärken. Sollte doch niemand seinen wahren Hintergrund erfahren, sollte doch niemand erfahren, das er ein Anwesen im Westen besaß und zu den Schatten des Panthers gehörte.
Während dieser Zeit eröffneten sich weitere interessante Wege, um die Bürger und Streiter des Ostens besser kennenzulernen und seine geknüpften Kontakte in Adoran, Berchgard und Junkersteyn zu stärken.
Unter anderem fand ein Turnier zu ehren des Königs statt. Ohne zu zögern ging er zu diesem Turnier und meldete sich an. Er war sich bewusst, welche Gefahr für sein Leben dieses Vorhaben hat. Doch er wollte sie kämpfen sehen, wollte sehen was sie können.
Eine weitere Möglichkeit bot sich direkt kurz darauf.
Der Palastball.
Mit seiner guten Freundin aus den Reihen der Schatten des Panthers ging er als verkleidet nach Adoran. Beide wussten, dass dieser Abend etwas wäre, was man womöglich in den Büchern niederschreiben würde. Zwei Schattenpanther, welche sich in direkter Umgebung des Königs aufhielten. Doch war es nicht einfach dieses Vorhaben umzusetzen. Die Frisuren waren schnell geändert, auch die passende Kleidung in roten und goldenen Farben war mit Leichtigkeit besorgt.
Aber der Bürgerbrief war ein Problem, welche sie nicht so einfach lösen konnten. Sie warteten also an der Kutsche von Adoran und hofften auf einen glücklichen Zufall. Und dieser Zufall sollte eintreten.
Zunächst kam eine junge Dame des Lehrhospitals, welche durchaus nicht abgeneigt war, die beiden auf den Ball zu begleiten. Doch der wahre Schlüssel zu jenem Abend folgte kurz darauf.
Es war ein junger Kalure mit rotem Haar. Aufgeweckt und mit keinem Blatt vor dem Mund gegenüber der beiden weiblichen Begleitungen, schloss er sich der Gruppe an führte sie ohne Probleme an den Soldaten am Eingang vorbei ins innere des Palastes.
Die beiden Schatten des Panthers mischten sich unter die Feinde und fingen ebenso an zu tanzen. Sie waren nicht hier, um ein Blutbad hervorzurufen oder gar den König zu töten, was durchaus möglich gewesen wäre zu Beginn. Sie wollten einen amüsierenden Abend genießen und gleichzeitig ein paar Informationen einholen. Sie hatten wirklich Freude an diesem Abend, so schwungvoll über den Boden tanzend...etwas das man im Westen vermisste.
Der Umbruch… oder nur ein weiterer Schachzug?
Es verging einige Zeit. Zeit in der sich einiges tat und doch auch nichts. Khalrox wusste, wolle er weiterkommen, müsste er sein Schicksal vollends in die eigenen Hände nehmen. Koste es was es wolle. Und so traf er eine Entscheidung, welche für viele nicht nachvollziehbar schien.
Er verließ die Gemeinschaft… die Gemeinschaft, welche für ihn wie eine Familie war. Schwestern und Brüder für die er sein Leben mit einem breiten Lächeln gegeben hätte.
Doch kam dieser Schritt nicht von ungefähr. Es gab nur einen, der den wahren Hintergrund dieses Schrittes erfahren hatte. Ein Krieger, welcher im ganzen Reich gefürchtet war und ein enger vertrauter von Khalrox wurde während seiner Zeit im Westen. Und so kam es, dass es ihn nach Bajard zog. Er zog mit einer Holzarbeiterin aus Adoran in ein Haus im Süden Bajards, wo jene ihren Laden eröffnete. Dieses Leben bot ihm die Möglichkeit, sich Neutralität in den Augen gewisser Personen zu erarbeiten. Es half ihm ebenso dabei, sich noch freier und unbedenklicher im Osten und umliegenden Regionen zu bewegen, war er doch nun...zumindest dem Anschein nach…ein neutraler Bewohner Bajards.
Nicht jeder seiner alten Weggefährten konnte den Schritt verstehen und schon gar nicht befürworten. Doch vermied Khalrox es auch stets, sich in dieser Zeit im Westen zu zeigen. Seine Beweggründe waren viel zu wichtig, als das er sich von irgendjemandem beirren lassen wollte.
Das Leben in Bajard war ein ungewohntes...fröhnte er nun dem Leben als Fischer, anstatt als Krieger. Aber was tut man nicht alles für den Schein? Er zeigte den Leuten denen er begegnete, genau das, was sie in ihm sehen wollten. Nicht mehr und nicht weniger.
Die Reise…
Khalrox kam an einen Punkt in seinem Leben, an dem alles nicht mehr so klar erschien wie es sein sollte. Leere machte sich breit. Die verwirbelten Schleier, welche er um sich aufbaute, nahmen auch sein innerstes ein und so wusste er meist selbst nicht mehr wer er ist und wofür er steht. Er hatte sich so sehr von seinem eigenen Ich entfernt, das er nur noch eine Hülle war. Eine Hülle, welche über den Boden wandelte… voller Leere, unbeantworteter Fragen. Es wirkte für ihn, als würde er nur noch an seinem eigenen Abgrund auf und ab laufen...während hinter ihm die Schatten nur einen Schritt entfernt waren. Die Schatten, welche solange sein Leben bestimmten, in welchen er sich solange aufgehalten hatte. Doch wollte er wirklich zurück? Er war sich nicht sicher. Und so begab er sich auf eine Reise voller Ungewissheit…
Seine Gedanken kreisten während dieser Reise immer wieder um seinen Werdegang, seine Taten, seine Vergangenheit. Sie kreisten um die Menschen die er ehrte, die er Freunde oder einst gar Brüder und Schwestern nannte. Aber ebenso auch um die Menschen, welche er belogen hatte. Welche er ausnutzte, nur auf seine eigenen Vorteile bedacht.
Während dieser Reise schrieb er einige Worte nieder, welche ihn stetig begleiteten…
Die Rückkehr…„Manchmal will ich einfach davon laufen… wohin? Woher soll ich denn das wissen? Was wollt ihr von mir hören? Meine Geschichte? Meinen Weg? Nein, vergesst es. Mein Leben geht euch einen Scheiß an. Bevor ich mit euch mein Herz, meine Gedanken, meine Wünsche und Sehnsüchte teile, sterbe ich lieber einsam. Was sollte das denn bringen? Euch zu erzählen, was mich in den kalten Nächten beschäftigt. Damit hinterher euer ach so tadelloses Leben nicht mehr so beschissen klingt, wie es in Wirklichkeit ist? Vergesst es einfach… Euer Mitleid brauch ich nicht. Alle werden gesteuert von Komplexen, die das Handeln bestimmen.. die für einen sprechen, denken und atmen. Wer hat nicht nur einen Namen, sondern eine wirklich eigene Identität? Kein Titel schützt einen vor der Realität…
Man sagt ja die Augen seien der Spiegel der Seele, doch was ihr in meinen findet, ist nichts als Leere. Ob ich Ängste habe? Probleme? Ich weiß es nicht, habt ihr denn Auswege? Nein? Dann könnt ihr es vergessen, das ich euch mein innerstes auf den Tisch leg.
Ihr könnt raten, ihr könnt so tief graben wie ihr wollt.. ihr werdet nichts finden in meiner Rüstung aus Verstohlenheit und Leere. Es wird niemanden unter euch geben, der je an mein innerstes reicht. Und wenn doch? Dann bleibt die Frage, ob diese Person es überlebt. Der Abgrund der sich dann auftut ist schlichtweg schwindelerregend. Die Frage ist… würdet ihr euch an den Rand trauen? Heran bis auf wenige Schritte? Würdet ihr es wagen einen Blick zu riskieren? Oder gar hinunter zu springen? Dachte ich mir schon… Also spart euch euer Gerede. Ich leb mein Leben und ihr das eure.. und es ist mir egal, ob am Ende jemand von euch enttäuscht ist.“
Die lange Reise von Khalrox fand ein Ende, als er wieder mit dem Schiff in Bajard anlegte.
Es waren Monate voller Fragen, sich überwerfender Erinnerungen und neu gesteckter Ziele.
Seine ersten Schritte führten ihn in den Westen, wollte er doch sehen was sich verändert hat. Er musste feststellen, dass einiges nicht mehr so war wie einst. Die wunderschönen Häuser in Wetterau stehen großteils leer. Die Hausschilder mit Namen beschriftet, welche er noch nie gehört habe… nur ein paar wenige Namen auf den Schildern konnten ihm ein leichtes zucken der Mundwinkel entlocken. Doch sahen selbst diese Häuser so aus, als wurden sie lange nicht besucht. Sein altes Anwesen… leer geräumt, verstaubt und heruntergekommen. Es hatte sich nach ihm wohl kein weiterer Besitzer gefunden. Und so gern er selbst wieder hier einziehen würde, er hatte andere Pläne. Nach einigen Tagen der Erkundung im Westen, ging er zurück in die Gebiete, welche er in den Tagen vor seiner Reise teils besser zu kennen vermochte, als sein einst gewähltes Reich.
Auch hier traf er viele neue Gesichter, aber durchaus auch einige alte. Es erfreute ihn, so manch Begegnung zu machen… auch wenn er wusste, es würde nicht leicht sein in der kommenden Zeit.
Die Leere welche ihn auf seine Reise trieb, sie war immer noch vorhanden. Sie schien fast größer als zuvor und er wusste, er brauchte Hilfe. Er brauchte Hilfe um antworten zu finden, um womöglich sich selbst wieder zu finden. Also ging er einen Weg, welchen er vorher nie in Erwägung gezogen hätte. Er hätte sich wahrscheinlich auf den letzten Stufen eher selbst die Klinge in den Bauch gestoßen… doch waren die Zeiten nun anders. Er schritt also die Stufen hinauf, betrat die große Halle die sich vor ihm auftat und setzte sich auf eine der vielen freien Bänke. Er verharrte dort, er wusste nicht genau was er hier wollte oder erwartet hatte. Still nach vorn schauend, wurde die fast unerträgliche Stille plötzlich durch das öffnen einer Tür gebrochen und ein Mann trat an ihn heran. Ein Mann, welcher im Verlauf seines neuen Weges zu einer sehr wichtigen Person für ihn werden solle. Sie verabredeten sich für den folgenden Tag und an diesem brach Khalrox zum ersten Mal sein Schweigen. Er erzählte keine Details, nur ausschweifende Anspielungen drangen an die Ohren des Mannes, doch schien dieser sehr wohl zu verstehen, um was es geht. In der folge Zeit trafen sich die beiden Männer immer wieder für Gespräche, welche Khalrox die Augen öffneten und ihn durchaus näher an die gesuchten Antworten führten.
Aber dieser Mann war nicht der einzige, welcher Khalrox eine helfende Hand sein sollte, um sich auf seinem neuen Weg zurechtzufinden. Nach der ungeplanten Aufdeckung durch einen rothaarigen Kaluren, wurde ihm eine sehr Eid treue und intelligente Gardistin an die Seite gestellt. Oder besser gesagt, sie wurde zu einer Fußfessel für ihn. Die Gardistin beschritt selbst einst den Weg, welchen er nun vor sich hatte...sie wusste um die Widrigkeiten, die schweren Einflüsse und die Fragen. Während dieser Zeit hat sie ihm nicht nur die neue Stadt und ein paar wichtige Orte gezeigt, sondern ihm auch hilfreiche Worte geschenkt, um seine aufkommenden Verwirrungen und Zweifel abzuschwächen.
Ebenso lernte er in dieser Zeit auch einige weitere neue Personen kennen, welche ihm bereits so manch schönen Abend oder Jagdausflug bescherten und ihm dadurch ebenfalls mehr halfen, als ihnen womöglich bewusst ist…
Die Frage ist nun… wird er es schaffen, die Schatten hinter sich zu lassen... Oder wird er abermals von ihnen verschlungen werden...








