Ein schöner weißer Brief findet sich wohl zwischen der üblichen Korrespondenz die so im Kloster ein und aus geht, dieser wird sich nach dem man ein rotes Wachssiegel gebrochen hat aber unterscheiden. Der Absender macht nämlich im Inneren nicht nur durch seine Worte klar wer er ist und wem er dient, sondern auch durch sein Siegel mit den Raben bereits auf den ersten Blick. Wird dann trotzdem gelesen was dort steht, so ließt man in ordentlicher Schrift:
Des finstren Königs dunkle Schwingen nur schützend über euch,
Einmal mehr tritt der Mann der in euren Mauern als Fames, Christo oder auch einfach nur als Rabendiener, mit angemessenen Grüßen an euch herran Priester der Temora.
Mein Anliegen ist wie stehts, so versichere ich euch zumindest unnötiger Weise, denn ihr werdet mir glauben oder nicht, sachlicher und informativer Natur. Genauer gesagt bitte ich um ein Gespräch auf neutralem Boden um einige Fragen stellen zu können. Damit mein Anliegen auch einen Vorteil für euch bietet, schließlich bin ich als Diener Krathor stehts mit einem Makel behaftet, biete ich euch ebenso viele Antworten an wie ich Fragen habe. In Zahlen gesprochen wären dies Vier.
Sollte ein Treffen mit meiner Person in Frage kommen, so möchte ich euch die Wahl des Ortes überlassen und darum ersuchen das sich die Zahl der anwesenden auf Drei beschränken möge. Ich selbst werde allein in Person erscheinen und es versteht sich das so wie ich keinen Hintergedanken hege, auch auf die gepriesenen Tugenden Temoras vertrauend, erwarte das dies nicht in Hinterlist enden wird. Eine Antwort kann in Bajard im Bankhaus für mich hinterlegt werden.
Respektiernde Grüße und passenden Segen, erwählte Seele des Raben
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*Wie alle Briefe wurde dieser am Kloster mit den üblichen Pergamenten und Hadern entgegen genommen. Je nach Adressierung wurden die Briefe verteilt, sodass eben jenes Schriftstück bei Hochwürden Aurea auf dem Arbeitstisch landete.*
Nachdem die letzten Wochen wie Jahre für den Mann vergangen sind, fällt es ihm erst jetzt ein sich in Bajard einzufinden und sich nach Antwort zu erkundigen. Als dort wohl noch keine zu finden ist quittiert er dies sehr gelassen mit den Worten: "Ich weiß selber nicht wo ich die letzten Tage mit meinem Kopf war"
Nachdem sich die Ereignisse nun Stück für Stück entwickelt haben, sieht Fames sich zu einem weiteren Brief genötigt. Diesmal mit seinem krathorischen Siegel versehen im verschließenden Wachs und mit knapperen Worten, welche aber dennoch nicht ganz direkt sein mögen.
Krathors Schwingen nur schützend über euch,
Schweigen aus den Mauern des Klosters hat nun schon mehr getan als die Dienerschaft dieser Tage in den Landen um Adoran.
Die Karren voll Lohn sind wie ich weiß am Kloster angekommen und ihr durftet verbrennen was ihr geerntet habt.
Mein Schreiben so es nicht ebenfalls bereits den Weg in die Flammen gefunden habt, dürft ihr nun als erledigt betrachten durch euer nichtstun.
Unverstehend aber zu Dank genötigt verbleibt, erwählte Seele des Raben
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*immerwieder drehte sie den Brief in den Händen hin und her, ließ den Blick zu dem Ersten auf dem Stapel von Papieren wandern und seufzte. Erst nach einer Weile griff sie nach einem Bogen frischem Büttenpapier und begann zu schreiben.
Wenige Stunden später findet sich folgendes Schreiben im Bankhaus zu Bajard ein. Das Siegel des Klosters prangt gut sichtbar darauf*
Der Herrin Licht um euch Fames,
eure Briefe blieben weder unbeachtet noch ungelesen, aber ich tat mich schwer damit sie zu beantworten. Ihr schreibt in eurem zweiten Brief, dass sich die Angelegenheit nun erledigt habe - gut.
Ihr suchtet nach Informationen und nach einem Austausch von Fragen und Antworten. Ich kann euch hiermit für den aktuellen Fall und vermutlich auch für sämtliche zukünftigen Fälle sagen, dass die Kirche Temoras nicht an einem Handel mit den Dienern Krathors - ob in Gemeinschaft oder Einzeln - interessiert ist.
Wieso das so ist, könnt ihr euch selbst erschließen.
Möge das Licht der Herrin eure Wege erhellen.
Priesterin der Herrin Temora
Klosterleitung des Klosters der Lichteinigkeit zu Schwingenstein