Im Namen der Faust [Lichtenthal - Quest]

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Helisande von Alsted
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Beitrag von Helisande von Alsted »

An die Anwesenden des Kriegsrates oder deren ernannte Stellvertreter und die Hofkanzelei wird das Protokoll der Beratung übermittelt. Natürlich auch nur an jene. Es wird nicht öffentlich ausgehangen, vorgelesen oder gar verkündet, sondern verbleibt in diesem kleinen Kreis aus Personen.

Protokoll der Sitzung des Kriegsrates vom 15. Eluviar 260

Anwesende:

Thelor von Gipfelsturm
Arenvir von Kronwalden
Ernst von Eichengrund
Nyome von Thronwall
Eveliina von Talgrund
Helisande von Gipfelsturm

Niederschrift:
  • 1. Seine Magnifizenz Arenvir von Kronwalden skizziert für die Anwesenden die Lage. Die ‚Faust‘ hat Junkersteyn besetzt, sinnvolle Palisaden errichtet. Aufklärungsmissionen ergaben eine ungefähre Anzahl der Besatzer von 70 Seelen.
    Die lichtenthaler Streitkräfte haben einen Brückenkopf mit Vorposten eingerichtet. Kommandozelt und Lazarettzelt werden in diesem Augenblick hergerichtet.

    Im letzten Gespräch des Oberbefehlshabers mit dem Hofkanzler und Ihrer Erlaucht von Eirensee ergaben sich die folgenden Erkenntnisse:
    * Der Kommandeur der Faust Oberst Aren von Sturmpass ist eigentlich Oberst a.D. des
    Regimentes von Eirensee.
    * Oberst von Sturmpass wurde in den Ruhestand entlassen, nach dem der Herzog von Eirensee Theobald von Eirensee des Verrates überführt wurde. Der entlassene Oberst hält den Verrat seines Lehnsherrens an der Krone für Unwahrheit.
    * Er und seine Leute glauben für eine gerechte Sache zu streiten. Sie halten Seine Majestät für einen Lügner und sind sich ihrer Rechtschaffenheit sicher.
    * Es ist davon auszugehen, dass Oberst von Sturmpass im guten Glauben an seine Sache handelt.

  1. Zielbefehl durch den Hofkanzler:
    Die Truppen der Faust dürfen auf keinen Fall Lichtenthal kampfbereit oder noch kampffähig verlassen.Sie sollen nicht anderen Ortes noch in brodelnde Konflikte eingreifen können. Da der Herzog von Alrynes mit zwei Regimentern bereits an der Grenze zu Eirensee in Stellung gegangen ist, sollen wir ihm den Rücken von den Truppen der Faust möglichst freihalten.
    Wir haben die Aufgabe sie zur Kapitulation zu überreden oder auf dem Felde zu schlagen. Die Variante der Kapitulation wird allgemein als erstrebenswertere Lösung betrachet.
  • 2. Ihre Hochgeboren von Thronwall berichtet über das vorgestrige Gespräch mit dem Wachtmeister der Faust Gilles:
    * Die Bevölkerung Eirensees ist unzufrieden weil sie nicht angehört wird.
    * Die Bevölkerung beanstandet, dass ihre sämtlichen Vorbilder und Leitfiguren wie Oberst von Sturmpass aus ihren Ämtern entfernt wurden.
    * Die Bürger und Adlige Eirensees wurden davon überzeugt Ihr Herzog sei ermordet worden.
    * Zudem geht es Eirensee wirtschaftlich sehr schlecht, es herrscht Not
.
  • 3. Es wird eine gestuftes Vorgehen besprochen und festgelegt:

    I. Oberst von Gipfelsturm und Seine Magnifizenz von Kronwalden sollen mit dem Oberst der Fäuste Aren von Sturmpass eine Verhandlung anstreben. Oberstes Ziel ist es ihn von seinem Irrweg abzubringen und sich zu ergeben.
    Sir Ernst wird versuchen von Eirenseer zu Eirenseer mit Wachtmeister Gilles zu sprechen und zu ihm durchzudringen. Der Wachtmeister soll die von Temora bestätigte Wahrheit der Geschehnisse erfahren bevor er seinem Oberst überstellt wird.

    II. Sollten die Verhandlungen scheitern ist das Primärziel das Schiff der Besatzungstruppen. Der Dreimaster soll keinesfalls mehr see- oder manövriertüchtig verbleiben.
    Hierzu sollen die speziell dafür geschulten Personen (Herr Mareaux, Herr Maranis, Scharfschütze Luninara) einen Plan erarbeiten. Es ist vorgesehen die Ausführung zum
    Teil in die Hände der Thyren zu legen. Parallel zu einem von unseren Truppen geführten offenen Angriff als Ablenkungsmanöver.
    Ihre Hochgeboren von Talgrund wird bei den Elfen über eine mögliche Beteiligung der exzellenten Bogenschützen in ihren Reihen vorfühlen.

    III. Sollte ein massives kämpferisches Eingreifen von unserer Seite notwendig werden, wird das Einbeziehen der Kaluren und Menekaner vorbehalten. Die weitere Sicherheit der lichtenthaler Grenzen gen Westen ist zu gewährleisten.


Weitere Beratungen durch den Kriegsrat werden nach Bedarf abgehalten werden. Bei eskalieren der Situation behält sich Sir von Gipfelsturm die Entscheidungshoheit vor und erwartet treue Heeresfolge.

Für das Protokoll

v. Gipfelsturm
Oberst des Lichtenthaler Regimentes
Zuletzt geändert von Helisande von Alsted am Dienstag 16. Mai 2017, 20:59, insgesamt 1-mal geändert.
Baznuk Donnerfaust

Beitrag von Baznuk Donnerfaust »

Etwas verspätet versammelte sich der Missions Tross am frühen Abend. Gut geplant und vorbereitet ging es unter dem Denkmantel eines Handelsunterfangens nach Junkersteyn. Getarnt mit 3 Offiziellen Wachen der Cirmias Legion begaben sich die 4 übrigen Allianzler mit beladenem Beisser durch den Sumpf und immer näher an Junkersteyn heran. Aufmerksam wurden Palisaden, deren Beschaffenheit und Mann Stärke ins Auge genommen. Ein paar wenige vermeintlich wichtige Punkte wurde Detail getreu wie es in des Zwergen Natur liegt akribisch auf einer kleinen Tafel dokumentiert. Eine Tafel die sie am Ende noch bitter büßen würden.

Gerade als der Tross im Aufbruch war Junkersteyn wieder zu verlassen haben sie die Aufmerksamkeit der Offiziere auf sich gezogen. Eine der Palisaden Wachen hat den Zwergen dabei beobachtet wie er die Tafel mit Inhalt füllte. Rasch spitze sich die Situation zu und wurde durch die vielen widersprüchlichen Aussagen der unerfahrenen Graikler nicht im geringsten besser. Schnell gab es zwei verwundete zu beklagen die von einer der unzähligen Schützen von den Palisaden unter Beschuss genommen wurde. Die kleine von eigen Interesse geprägte Mission entwickelte sich rasch zu einem Desaster als sie aufgeflogen sind. Am Ende durften sie ziehen, ohne die festgehaltenen Informationen. Einer der Wort führenden Offiziere war sich gleichsam recht sicher das jenes Unterfangen von Adoran aus gesteuert wurde. Ein Irrtum wie er sicher bald erkennen wird.

Der Abzug erfolge rasch direkt in den Nilzadan in eine der Heilerstube. Aus der anfänglichen Situation Thelor-zâr und somit das Ostreich zu unterstützen im Bedarfsfall, könnte sich recht schnell im Berg selbst ein Grollen erheben. Wenn die Verwundungen bekannt werden, die Anmaßung Adors Schoßhund zu sein und die Bedrohung, die diese anderen Langbeiner aus Adors Reich darstellten. Für viele seiner Brüder sind das Kriegsgründe, fast gleichsam wie wenn sie unter dem Banner Alatars streiten würden. Nachdenklich würde der Meister die Nacht in der Bauhütte verbringen. Es galt nicht nur klug zu sein sondern auch so zu handeln. Doch Erstmal müsste die mögliche entbrennende Kriegswutseines Volkes gezügelt werden um besonnen handeln zu können. Im Verlauf der Nacht erwischte er sich nicht selten selbst dabei wie Ihn die Gedanken an die Faustlinge zürnen ließen. Behutsam strich seine Hand über das Sippen Wappen während er seinen Gedanken folgte.
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Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Ruhige See, raues Land
In der fahlen Morgendämmerung, die das erste Licht durch das kleine Fenster des Hauses nahe des Adoraner Hafens warf, legte Erasmus, der Tuchhändler, seine Kleidung an und bemüßigte die Wasserschale vor dem Spiegel, die für eine kurze Katzenwäsche herhalten musste. Es dauerte nicht lange bis der Mann die noch leeren Straßen der Stadt betrat, sein dickes Geschäftsbuch unter den Arm geklemmt, eine Schreibfeder zwischen die Lippen geschoben. Rasche Schritte brachten ihn in Richtung des Hafens der großen Stadt. Dort angekommen blieb er recht plötzlich stehen. Entgegen seiner Erwartungen herrschte im Hafen kein geschäftiges Treiben. Dort, wo sonst die Hafenarbeiter bereits vor Anbruch des Tages damit begannen die gelieferten Waren des Abends und der Nacht zu verladen oder in die Lagerhäuser einzuräumen, herrschte nun bedenkliche Stille. Die Brauen des Mannes zogen sich zusammen und es dauerte nicht lange bis seine energischen Schritte ihn in eines der Lagerhäuser führten, wo er an einem hölzernen Tisch einen der Hafenmeister ausmachte, mit denen er sonst die Lagerlisten durchging.

Der untersetzte, stämmige Hafenmeister strich mit einer Hand durch seinen brustlangen, grau melierten Bart und hob die andere flach in Richtung des heraneilenden Händlers an, der ob der Geste sofort stoppte, ehe der brummige Hafenmeister am Tisch die raue Stimme erhob. "Fragt gar nicht erst. Is' nich' angekommen." Dabei schüttelt er den Kopf und blickte nun zum Händler hin, deutliche Sorgenfalten auf seinem wettergegerbten Gesicht offenbarend. "Ist nicht angekommen? Was soll das heißen? Das Schiff hätte gestern morgen schon ankommen sollen.", polterte Erasmus recht empört los. Hektisch klappte er das Geschäftsbuch unter seinem Arm auf und blätterte einige Seiten durch, ehe er auf einen Eintrag darin tippte. "Dann muss ich von anderen Händlern kaufen. Vielleicht ist ja was für mich dabei." Der Hafenmeister schüttelte nur den Kopf. "Nein, Erasmus, Ihr versteht nich'. Ich habe nichts, was 'ch Euch anbieten kann. Seit gestern morgen is' hier nichts mehr angekommen. Kein Schiff, kein Boot, keine Ladung, keine Nachricht."
"Und jetzt?", fragte der Tuchhändler sichtlich verwirrt. "Jetz' können wir nur warten.", antwortete der Hafenmeister und drehte sich wieder seinem Holztisch zu. "Ich kann keine Schiffe herzaubern.", setzte er nach, wobei er eine wegwischende Handbewegung machte.

Erasmus schnaubte recht empört, während er sich wortlos herumwandte, um mit abermals energischem Schritt seinen Weg aus dem Lager zu suchen. Bartolf lachte lediglich kaum hörbar in seinen Bart und richtete sich von Hocker auf. Seine stapfende Schritte führten ihn bis an den Pier. Klackend zog er das Fernrohr auseinander und hob es mit zwei Händen an sein Auge. Der Blick über den Horizont offenbarte nichts. Ruhige See, kein Sturm, kein Unwetter; - nichts, was die Schiffe seit mehr als einem Tag hindern würde Adoran anzulaufen, war ersichtlich. Dennoch fehlte von ihnen jede Spur. Etwas gänzlich abnormales hatte den Adoraner Hafen heimgesucht. Untätigkeit und Ruhe.


Gänzlich anders war die Szenerie derweil in Junkersteyn. Bei den Lichtenthalern bisweilen bekannt als beschauliches Dörfchen, hauptsächlich von Bauernhöfen und Handwerkerhäusern geprägt und für manche gar ein Rückzugsort von der stürmischen Stadt Adoran. Doch seit Tagen schon wurde die Idylle unterbrochen vom Klang der Äxte, die unablässig die Wälder rund um die Siedlung malträtierten. Vom Klang der Hämmer und Sägen die Bretter und Pfähle zurecht schlugen und in den Boden trieben. Auch der immer wieder durchschallende Klang der befehlsgewohnten Stimmen von Offizieren und Unteroffizieren des Regiments der Faust hallte zwischen den Häusern. Wie Zahnräder griffen die Aufträge und Befehle der einzelnen Trupps ineinander und für jene, die das wachsende Fort in Junkersteyn Tag für Tag beobachten konnten, immer offensichtlicher werden, dass die Holzwände verstärkt wurden, Türme errichtet, Wehrgänge angelegt und überdacht wurden und die Besatzung auf den Wehrgängen zahlreicher wurde.

Alfred, der Feldwebel der Faust, stand an jenem Abend ganz im Norden Junkersteyns an dem kleinen Ausguck dicht an der Küste, der hier beinahe nur auf eine solche Verwendung gewartet hatte. Mit einem Fernrohr in der Hand blickte er zum vor der Küste ankernden Schiff. Immernoch bewegten sich dann und wann einzelne kleinere Boote von der Küste zum Schiff und zurück. Sie brachten Soldaten, aber auch Verpflegung, Zelte, Waffen, Ausrüstung, Werkzeug.
Schweigend trat eine Soldatin zu ihm hin und reichte ihm ein kleines Pergament das er mit einem Nicken an sich nahm und auffaltete, während sie sich entfernte. Still überfolg er die Zeilen:

'Spähtrupp vom Volk der Kaluren am Südtor abgefangen. Verhielten sich
schon vor dem Tor auffällig, schwer bewaffnet. Gaben sich als Bierhändler aus.
Beobachteten die Wehranlagen und Wachen. Wurden von Wachtmeister Pinrod
höflichst aus Junkersteyn entfernt.
'

Sein Mundwinkel zog sich nach oben. Er wusste was es bedeutete, wenn der Wachtmeister "höflich" war. So wie auch der Rest der Einheit.

Langsam faltete er den Bericht zusammen und setzte das Fernrohr wieder ans Auge, um zum Schiff hinüber zu blicken, auf dem geschäftiges Treiben herrschte. Es war verwunderlich! Die Thyren hatten schon den Kampf gesucht und unterlagen. Die Kaluren hatten ihren Versuch gewagt, wenn auch etwas subversiver. Lediglich vom Regiment Lichtenthals fehlte jede Spur. Seit dem Tag der Landung und dem Scharmützel an der Brücke, wagten sie keinen Schritt nach Norden, derweil die Soldaten der Faust das umliegende Land in Besitz nahmen. In den Augen des Feldwebels konnte das nur einen Grund haben: Sie bereiteten sich auf etwas vor, das die Angelegenheit mit einem Streich beenden sollte.
"Dann wollen wir ihnen mal in die Suppe spucken...", murmelte er leise vor sich hin und steckte das Fernrohr wieder ein.



[img]http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/schiffesqfio462r1.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Der Erzähler am Mittwoch 17. Mai 2017, 01:09, insgesamt 1-mal geändert.
Amelie von Salberg
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:19

Beitrag von Amelie von Salberg »

Wie schon viele Tage zuvor stand sie hier an den Palisaden und blickte von der Ferne in Richtung Junkersteyn.
Es waren viele hier die beobachteten und Amelie lehnte sich langsam zurück und liess ihre Gedanken schweifen.
Sie begann an die Menschen zu denken die in diesem Dorf wohnten.
An ihre Freunde und Bekannten, die nun eingeschlossen dort leben mussten.


Wie es ihnen wohl ergehen würde?
Ob sie alle gesund und wohlauf waren?
Hoffentlich hatten sie noch genug Lebensmittel dort?
Ob sie überhaupt ihre Häuser verlassen konnten?

Ob sie sich von uns verlassen fühlen?

Es hiess zwar immer sie könnten frei ein und ausgehen und Handel treiben, aber wie konnte man das denn, wenn man hinter Palisaden abgeschlossen war?

Sie überlegte wie es für sie wäre, wenn Kronwalden betroffen wäre.
Wenn ihre Familie und sie eingeschlossen wären von Fremden, oder sie vielleicht, noch schlimmer, getrennt von einander?
Wenn Ihre Tochter dort alleine wäre und sie könnte nicht nach ihr sehen, oder was wäre mit den Zwillingen?
In Junkersteyn gab es auch Nachwuchs, wer weiss wie es Kaleya und dem Kind ergeht?
.

Sie bereute zutiefst, dass sie vor kurzer Zeit nicht am Aufbau des Gildengebäudes geholfen hatte und stattdessen müde in ihr Bett fiel.

Langsam spürte sie wie grosse Panik in ihr aufstieg, ihr Herz wie wild zu klopfen begann, sich fast verkrampfte. Sie versuchte tief ein- und auszuatmen, doch es half nicht wirklich.
In solchen Momenten sehnte sie sich nach "zwei starken Schultern", die sie fest in ihre Arme nahmen und so einfach die trüben, bösen Gedanken hinweg fegten.


Warum konnte sie nicht so resolut und stark wie Lady Helisande, ritterlich wie Sir Thelor oder erfahren wie der Freiherr von Kronwalden sein?
Sie war viel zu weich und sensibel.

Sie musste unbedingt weg hier, auf andere Gedanken kommen.
So lief sie ohne sich gross zu verabschieden in Richtung Berchgard zum Handelshaus.
Die Kundenwünsche würden sie bestimmt ablenken.
Und morgen, ja morgen würde sie wieder stark sein, lieb lächeln und antworten,
"Ja, mir geht es gut."
Zuletzt geändert von Amelie von Salberg am Mittwoch 17. Mai 2017, 19:07, insgesamt 2-mal geändert.
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Kaleya Auenbacher
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Kaleya Auenbacher »

Kapitulation war nie eine Option gewesen, die für eine von zwei beteiligten Parteien gut ausging. Doch für den Moment schien es, dass in Lichtenthal jene über die beschauliche Siedlung Junkersteyn herrschte. Wer konnte und wollte, hatte sein Heim verlassen.

Mit einem Seufzen wiegte Kaleya das kleine Würmchen in ihren Armen, doch die Tochter wollte einfach nicht aufhören zu schreien. Auch jenes Menschlein spürte die Aufruhr, die im Moment in Lichtenthal herrschte. "Psschht, mo cridhe. Wir werden gewiss bald wieder nach Junkersteyn zurückkehren. Mama mag Adoran auch nicht sehr, weisst du? Aber hier ist es sicherer als Zuhause. Und wenn es zum Kampf kommt, werden Oma und Opa auf dich aufpassen, sie sind auch hier her geflüchtet. Keine Angst, es wird alles gut." Anneen bekam einen Stupser auf ihr winziges Näschen, das mindestens genauso empört wackelte wie das von Kaleya, wenn sie aufgeregt war. Langsamer werdend schritt die hochgewachsene Schneiderin durch die Straßen Adorans und blieb an dem Ort stehen, welcher einst ihr Heim beherbergt hatte. "Schau nur, hier hat Mama mal gewohnt. Der Laden im Haus war immer voll und es gab noch mehr zu tun als in Junkersteyn. Es war zwar sicherer hier aber die Hektik der Stadt ist kein Ort, an dem ein Kind wie du aufwachsen sollte. Wir werden bestimmt ganz bald wieder an unserem Kamin sitzen können und die schönen Bücher lesen, die wir zurücklassen mussten."

Wehmütig wanderte Kaleya wieder Richtung Hafen und kehrte in dem Haus von Andra ein. Glücklicherweise hatten sie hier unterkommen können und es war ein Segen in diesen schweren Zeiten unter Freunden verweilen zu können. Das liebenswerte Holzwürmchen Aly hatte nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Hüter keine Mühen gescheut und Andras Haus mit weiteren Möbeln ausgestattet, damit es alle so angenehm wie möglich hatten. Man verlebte hier nun den Alltag und wartete darauf, dass das Regiment endlich zuschlagen würde. Auch hatte Kaleya klargestellt, dass sie von keinem verlangen würde sich an den Kampfhandlungen zu beteiligen und es jedem freigestellt war die Streitkräfte zu unterstützen, wenn es ernst wurde. Seufzend legte die Blonde ihr Kind in die Wiege und wartete darauf, dass das kleine Würmchen endlich einschlief. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit legte sie sich dann ins Bett und dachte noch lange darüber nach, wie viel sie zu Kämpfen beitragen können würde. Sie sandte dann ein Gebet zu den Lichten Göttern und war froh darüber, dass sie vor nahezu einem Jahreslauf entschlossen hatte die Kampfkunst zu erlernen. Jene Fähigkeiten würde sie alsbald bitter benötigen. Innerlich hoffte Kaleya, dass zumindest der Plan über die Befestigung Junkersteyns mit den Wachposten der Faust, den Maire und sie vor einigen Tagen angefertigt hatten, den Streitkräften eine Hilfe sein würde, um dem Spuk ein schnelles Ende zu bereiten. Jener Gedanke trieb sie dann in einen unruhigen Schlaf.
Merrik von Aerenaue

Beitrag von Merrik von Aerenaue »

Die Faust war in Junkersteyn, in beachtlicher Zahl und Stärke, und schien es nicht so ohne weiteres wieder hergeben zu wollen. Nein, ganz im Gegenteil. Schon auf seinem ersten Spähflug über das besetze Junkersteyn wurde Merrik klar, dass die Fäuste früher oder später eine ernsthaft groß angelegte Offensive starten würden.

Es war tatsächlich einfach. Mit ziemlicher Sicherheit war es auch seiner Erfahrung geschuldet, doch brauchte es letzten Endes auch ein wenig Glück, schließlich hatte die Faust auch ihre Magier, als Elster nicht erkannt zu werden, wenn er über ihr Lager flog. Er konnte gut genug sehen, was da unten vor sich ging, ohne allzu tief fliegen zu müssen, und auch das Landen sparte er sich größtenteils auf. Nur dann und wann landete ein Elsterich auf einem Dach oder in einer Baumkrone und trällerte ein heiteres Liedchen vor sich hin. Und beobachtete.
Doch sparte er sich anderes Wirken im Lied auf, zu groß war die Gefahr erkannt zu werden, schließlich wusste er nicht, wie gut die Magier der Faust waren. So blieb er zurückhaltend, diskret, tierisch.
Jeden Tag flog er hoch in den Norden, zum Lager der Faust, beobachtete die Arbeiten, den Wachstum und die besser und besser werdende Befestigung. Er hatte seine Befehle, doch war er mehr und mehr der Meinung, dass das Regiments Lichenthals langsam anfangen sollte zu handeln, statt südlich der Brücke in dem kleinen Vorposten zu warten, dass etwas passiert.

Metallenes Scheppern schreckte einige Vögel in den Bäumen auf, sowie auch den Magier in Elsterform, welcher sich, nicht ganz ohne zu zetern, in die Lüfte erhob und in Richtung Süden davon flogt.
Er würde Bericht erstatten über das, was er sah, über das Treiben im Lager, über die wachsende Bedrohung und Befestigung Junkersteyns.


Einige Stunden später, nachdem er der Frau Oberst berichtet hatte, was er sah, würde der Wachtmeister einer anderen Aufgabe, nein, einem anderen Areal seine Aufmerksamkeit schenken. Gerüchte wurden breit, es kämen keine Schiffe mehr in Adoran an. Aber nicht umsonst hatte der Praeceptor ihn beauftragt den Konzilisten einen Befehl auszustellen. Es gälte die Küstenregionen, seitens der Candidati, und die Meere, seitens der Magi, auszuspähen. Die Gerüchte und Beschwerden seitens der Hafenarbeiter machten diese Aufgabe nur umso dringlicher.
Merrik stand auf dem Dach der Kommandantur des Regiments in Adoran und sah in die Weite des Meeres hinaus. Doch auch wie die Hafenarbeiter würde er nichts sehen. Wie gut, dass er nicht an das Land gebunden war. Wenige Augenblicke später war der Wachtmeister verschwunden und seiner war ein Albatros gewichen, welcher auf dem Geländer stand und ebenso au das Meer hinaus blickte. Er weitere seine Flügel weit aus, stieß sich ab und flog los. Seine Wege würden ihn über das weite Meer führen, weit und ausschweifend würde er Gerimor umfliegen und die herkömmlichen Routen der Seefahrer abfliegen, auf der Suche nach Hinweisen, auf der Suche nach Schiffen, auf der Suche nach der Faust.
Cassandra Menderis

Beitrag von Cassandra Menderis »

*falsches Posting*
Zuletzt geändert von Cassandra Menderis am Mittwoch 17. Mai 2017, 13:35, insgesamt 1-mal geändert.
Adelena Bergon

Beitrag von Adelena Bergon »

Federn! Sie sah nur noch Federn, spürte sie auf ihrer Haut, nein AUS ihrer Haut heraus. Jeder Windhauch zupfte daran und sie hatte stets das Gefühl, sie müsse mit dem Schnabel alles wieder an seinen Platz zupfen.

Kurz grub sie ihre Krallen wieder in den Ast unter ihren Füßen, ging in die Hocke, streckte die Flügel aus und stieß sich so kräftig wie sie konnte ab, während sie hektisch versuchte, mit den Flügeln genug Auftrieb zu bekommen. Das los fliegen war noch am schwersten für sie. Vom Arm des Präceptors zu starten war wesentlich angenehmer, aber er konnte nicht überall sein und außerdem kam ihr das immer unangebrachter vor. Er war schließlich der Präceptor und sie seine Schülerin. Von seinem Arm aus zu starten hatte etwas... vertrautes. Nein, sie musste es auch selbst schaffen und so ruderte sie immer weiter mit den Flügeln und hob sich höher und höher über den Wald.

Hier oben konnte sie auf den Windböen segeln und in Ruhe beobachten. Die Augen der Eule waren jetzt in der Dämmerung besonders vorteilhaft und so konnte sie auch von größerer Entfernung die Lichter Junkersteyns ausmachen.
Heute war dies jedoch nicht ihr Ziel sondern sie wollte weiter übers Meer. Der Auftrag lautete sich an den Küsten umzusehen und nach einem Schiff ausschau zu halten. Aber nur für eine Stunde oder zwei, dann wollte sie nach Hause. Die ganze Zeit in Vogel-Gestalt erforderte langsam immer größere Anstrengungen sich wieder zurück zu verwandeln. Sie durfte es nicht übertreiben, sonst lief sie Gefahr, sich irgendwann zu verlieren. Selbstüberschätzung und der Wunsch danach nützlich zu sein waren derzeit ihr größter Feind. Sie musste vorsichtig sein und bleiben. Zu viel stand auf dem Spiel! Aber jetzt war erstmal nur das Meer wichtig, das Meer und was sie alle hofften dort zu finden.
Lucien de Mareaux

Beitrag von Lucien de Mareaux »

„Den Gefallen Euer Problem mit mir zu lösen, werde ich Euch nicht tun.“

Impertinentes selbstgefälliges Weibsbild. Oh ja, ich schäumte innerlich. Eine derartige Haltung nahm ich sehr persönlich und es sorgte darüber hinaus dafür, dass ich sehr genau darauf achtete, wo diese Frau meinte mich einsetzen zu wollen. Ihr die Suppe so grundlegen zu versalzen würde mir in Zukunft ein wahres Vergnügen bereiten, mit allen schmutzigen, dreckigen und verfluchten Tricks und Möglichkeiten, die sich ergaben.
Was war ich dankbar darum zu wissen, dass ich dafür zusätzliche Rückendeckung hatte, in mehrfacher Hinsicht.

Die erhaltenen Berichte von mehreren Seiten, dazu die Befehle vom gestrigen Nachmittag hatten mich nur teilweise überrascht oder verblüfft. Vieles davon entsprach inzwischen einer gewissen Erwartungshaltung. Niemals aber hätte ich das erwartet, was zusätzlich zum Ganzen eingetroffen war. Womit auch immer sie es geschafft hatten, aber ich musste es schon bewundern, was einigen da gelungen war. Es hatte sehr lange gebraucht, aber ja, meine Hochachtung dafür, auch vor dem Durchhaltevermögen es bis hier hin zu schaffen. Und das in vielfacher Hinsicht und nicht nur in eine Richtung betrachtet. Das eröffnete wirklich ganz neue Aspekte und sehr hässliche Perspektiven. Das unterwarf sich einer Haltung, die wir uns beim besten Willen nicht leisten konnten. Das alles. Zwei innerhalb zweier Tage. Nicht ganz unerwartet, aber doch traf es mich, und es würde genauso das Herzogtum treffen am Ende, davon war ich überzeugt. Aufgeben kam mir trotzdem nicht in den Sinn, eher ein: Jetzt erst recht.

Meine frisch gefassten Vorsätze hatten es damit auch mindestens dreimal so sehr in sich. Was würde es mir schwer fallen die Haltung zu wahren und nicht einfach jedem mit dem nackten Arsch zuerst ins Gesicht zu springen. Aber das war nicht zielführend.
„So, na dann wollen wir doch mal sehen, was von den Unterweisungen des alten Herren noch übrig geblieben ist,“ murmelte ich mir selbst zu.

Ich schritt noch am selbigen Abend zur Tat, begann mit dem Hinweis angebracht beim Befehlshaber und seiner Vertretung auf die Stellvertretung des Sirs für die Klosterwache. Ich erhielt daraufhin eine ausführliche Erklärung zur Situation, ebenso wer den Befehl wie führte. Für einen kleinen Moment ließ ich sowas wie Überraschung in meiner Miene durchblicken, absichtlich, und der Fisch biss auch direkt an, in Form des Angebots meine Fragen zu stellen, sofern ich welche hätte. Ich verneinte höflich, es wäre alles logisch und absolut verständlich. Es folgte die Feststellung, dass ich an irgendwas zu ersticken drohte – dem war nicht so, aber das konnte er nicht wissen.
Ich gönnte mir den kleinen Überraschtsein-Moment einfach nur deshalb, weil ich die Reaktion sehen wollte, weil ich sie so in der Art genau erwartete, wie ich sie letztlich auch bekam. Was hier gespielt wurde, war mir mehr als nur klar, und jeder der ein wenig aufpasste und mitzählte, kam selbst ebenso darauf, schneller, als sie es glaubten, wenn es denn nicht sogar schon so weit war.

Es endete mit einem weiteren Verweis für Frau Oberst darauf, dass ich nicht gewillt war Ihrem innigsten Wunsch zu entsprechen für eine verfrühte Problemlösung in Form meines Ablebens zu sorgen.
Das tat ich allein aus dem Grund, weil ich wollte, dass sie wusste, was ich wusste. Sehr genau und vor allem auch, wie schnell mich ihre Worte erreicht hatten. So unbequem mir manche Schuhe hier waren, den Tod hatte ich noch keinem gewünscht. Aber dass ausgerechnet diese Frau mir selbigen wünschte, sowie am besten noch gleich servieren wollte, sich darüber hinaus trotz ihrer Stellung oder vielleicht sogar gerade deshalb wagte, das auch noch offen auszusprechen, geflüstert und getuschelt oder nicht…
Nun, es zeigte mir persönlich eine ganze Menge und bestätigte über alle Maßen schon früher getroffene Feststellungen meinerseits in aller Deutlichkeit. Mochte die Lichtbringerin sie dafür bei ihrem Ableben zur Rechenschaft ziehen. Ich tat es auf meine Weise schon im Diesseits. Ich nahm die Herausforderung an. Seit der Zeit, als ich den alten Berufszweig an den Nagel gehangen hatte, fühlte ich mich nicht mehr so vollständig wie just in diesem Moment, als ich genau das tat.
Mich nicht zu mögen, war eines. Mir mit dem Tod zu drohen oder ihn mir an den Hals zu wünschen, ob direkt oder indirekt, das zog einen gewissen Schlussstrich unter jedwede gemeinsame Vergangenheit. Dafür hatte ich auch kein Klärungsgespräch mehr übrig. An der Stelle war in der Tat alles gesagt.
Mir war ja nicht neu, dass sie mich gerne lieber weit weg sähe, als in ihrem näheren Umfeld. Ihre eigenen Worte in meine Richtung. Wie ärgerlich für sie, dass der Sir dummerweise gerade just für genau diesen Umstand gesorgt hatte. Da waren wir also wieder.

Nach den gegebenen Hinweisen und Verweisen kümmerte ich mich allerdings dann zunächst einmal um Wichtigeres, zusammen mit Luninara und Neralon. Es war, das gab ich offen zu, eine durchaus angenehme Zusammenarbeit, auch wenn ich mit gemischten Gefühlen in die Planung hineingegangen war. An einem Punkt stellte ich auch fest, dass das Gefühl seine Berechtigung fand, aber an einer, die nicht überraschend gewesen war. Es war auch nichts, was uns behindern oder aufhalten würde. Also schob ich es auf Seite, bis es mir vielleicht mal von Nutzen war.

Und ich stellte noch am gleichen Abend fest, woher der Ideenreichtum kam, was mich reichlich amüsierte, den ganzen Heimweg lang. Die Ruderkette. Ja, ja. Mit Mühe hatte ich mir verkniffen zu fragen, warum er es nicht selbst plante oder zumindest vorgeschlagen hatte. Aber da hätte er sich eh nur herausgeredet. Nicht zielführend. Letztlich war es auch egal, woher der Einfall kam. Es machte ihn ja nicht besser oder schlechter.
Ich übte mich also in ausgesuchter Höflichkeit und war fest entschlossen mich auch darin stetig verbessern. Selbst als ich mal wieder beleidigt wurde. Was für andere nach außen hin vielleicht als kameradschaftliche Neckerei wahrgenommen wurde, das war es für mich nicht. Wir waren keine Kameraden, er kein Freund für mich. Genauso wenig, wie ich das für ihn je gewesen war. Aber mochten Außenstehende das glauben. Im Moment war das sicher nützlicher so.

Ich drehte mich einmal um die eigene Achse, ein Rundumblick, bevor ich in den Wald am Kloster abbog und streifte dabei den innerlichen Ärger zur Gänze ab, ließ ihn hinter mir, und hüllte mich in das Gewand des Gleichmuts. Mochten sie noch so versuchen mich zu triezen und zu ärgern, mit jedem weiteren Schritt wandte ich mich ab davon.
Die Spiele waren eröffnet, auf einem neuen kleinen Schlachtfeld. Und ich hatte nun die Nacht über zu tun, den anfänglichen Plan etwas weiter auszuarbeiten und zu überdenken. Die neuen Details, die Neralon und ich schon jetzt erhalten hatten, halfen weiter einen vielleicht brauchbaren Plan aufzustellen. Sicher nicht bar jeden Risikos, aber ein Plan, der wenigstens Aussicht auf Erfolg haben konnte. Und auch wenn der kleine Mann mich noch sehr bei der Truppe sah, die das umsetzen würde, so sehr verwehrte ich es. Der Sir hatte es verboten, der Stellvertreter konnte das Feld auch nicht räumen in des Sirs Abwesenheit. Seiner Versicherung, dass es ihm nicht darum ging, meinem Leben ein Ende zu setzen, traute ich so weit, wie ich einen Drachen schmeißen konnte. Welch‘ ironischer Gedanke!
Denn… wir waren keine Kameraden, auch wenn die Situation uns gerade zur Zusammenarbeit zwang.
Zuletzt geändert von Lucien de Mareaux am Mittwoch 17. Mai 2017, 18:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Torjan Eichental
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Registriert: Freitag 28. Dezember 2007, 03:30

Beitrag von Torjan Eichental »

Nach dem Zoff mit Maralynn, der noch nicht bereinigt wurde, fand er zu sehr später Nachtstund eine seiner Schülerinnen und eine externe vor. Und auch einen Regimentler.
So entschloss er sich, einfach mal mitten zwischen Palissaden, mitten am Feld - was jedoch kein Schlachtfeld war - eine spontan improvisierte Lehrstund abzuhalten.

Er, der alte Zausel, der, bevor er auf Gerimor seine Ruhe fand, war 30 Jahresläufe lang am Stück im Krieg.
Der Lagerkollaps war ihm dabei nicht fremd.

Ein Regimentsmäderl blaffte ihn an, er empfand sich im Unrecht und gab Widerworte.
Für ihn war das jedoch nebensächlich, als er versuchte, jenen, die zu sehr später Stund immer noch Wache hielten, etwas darüber zu vermitteln, in einer spontan gewollten Lehrstund.

Ale waren sehr aufgekratzt.
Immer wieder musste er die Stimme erheben, um zu der Thematik zurückzudriften.
Das was ihm vorschwebte, es gelang ihm nicht. Doch erhoffte, dass jene wenigen, die dabei waren, besser mit der Situation umgehen könnten, sich bewusst wurden, wie sehr es in jenen brodelte, die Tag für Tag Wache schoben und gen Norden blickten. Immer wieder denselben Wald anzuschauen. Kaum eine Regung von dort wahrzunhemen ... vielleicht die eines Eichhörnchens oder eines Wildschweins, was nach Futter suchend durch die Gegend irrte.

Nichts zu tun zu haben, ist schlimmer, als jeden Tag in eine Schlacht zu gehen. Dessen war sich Torjan bewusst.

Es zermürbte jene, die immer noch im Lager aushielten. Aber vielleicht, so dachte sich der alte Zausel, war es doch genau das, was taktisch vom Gegner erwünscht wäre.
Sich gegenseitig an die Kehle zu fahren, wegen kleiner Verfehlungen oder einfach in der Überlastung von unzähligen Wachen an diesem inzwischen eintöniigen Ort an der Brücke - wo man schon die Blätter jedes Baumes, der um einen rum stand, nachzählte und sich vielleicht erfreute, wenn es am nächsten Tag einige mehr waren.

Er wollte nur noch in dieses unbequeme Bett, die wohlverdiente Nachtruh finden, um morgen wieder dort stehen zu können.
Neralon Manaris
Beiträge: 54
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Neralon Manaris »

Die ersten Vorbereitungen begannen also.

Ich reichte dem Hafenmeister den Brief des Ritters der nicht schlecht staunte das wohl gerade jemand wie ich an so einen Brief kam.
Sofort begann er zu Philosophieren und erzählte mir überschwänglich von den Schiffen.
Ein langgezogenes "Ohhh" entlockte ich ihm durch die frage was ich tun müsste um das Schiff salopp gesagt kaputt zu machen.
Auch hier gab er mir mehr oder minder hilfreiche Ratschläge was ich tun konnte.
Ich musste zugeben das der Zausel mir gefiel er nahm mögliche und unmögliche Wege und zeigte mir hier und da sogar etwas das mir half.
Nachdem ich also wusste was man gegen einen Dreimaster alles nicht tun konnte, sprach ich kurz das mir bekannte größere Schiff an.

Ich kam direkt auf den Punkt da ich auch nicht unendlich Zeit hatte,
Mannzahl, Lagermöglichkeiten, mögliche Bewaffnung all sowas interessierte mich.
Sollte dieses Schiff dafür sorgen das unser Hafen leer blieb musste es irgendwann versorgt werden.
Diese Rechnung wollte ich wissen.

Gut gelaunt machte ich mich auf den Weg nach Bajard, ich wurde um etwas gebeten das ich nicht Aufschieben wollte außerdem war ich schon lange nicht mehr auf der Insel gewesen.

Auf dem Weg dort hin machte ich mir so meine Gedanken was wir tun konnten und mit wem.
Eigentlich eher mit wem.
Wer aus dem Regiment konnte so Eiskalt sein und Leute die vielleicht nur Seemänner waren einfach umbringen weil sie uns im Weg standen?

Luninara sagte zwar auf unserem treffen das ein Befehl ohne Umschweife ausgeführt werden musste aber Menschen ticken und handeln meist anders als man es erwartet.

Lucien würde nicht mitkommen, was ich gut verstehen konnte, auch wenn andere das nicht unbedingt so sahen aber gut jedem seine Meinung.

Also wer blieb noch?
Diese Frage würde ich heute Abend stellen, mal sehen welche Namen man mir so zuwarf.
Und was man von den anderen Seiten für Neuigkeiten hatte.
Die Neuigkeiten des Adoraner Hafens hatten sich bestimmt schon Rumgesprochen, was wieder nur zeigte das unser Gegner schlau war und mit bloßer Waffengewalt sicher nicht zu schlagen war.

Zumindest hoffte ich das dies jedem bewusst war.
Wir mussten es endlich schaffen einen Schritt vor der Faust zu sein statt zwei dahinter.
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Reondar Kramen
Beiträge: 71
Registriert: Sonntag 9. April 2017, 09:04

Beitrag von Reondar Kramen »

*einige Tage war es nun schon her, als das Großväterchen ihn mit auf die kleine Rundreise genommen hatte ... und ihm all die Kleinigkeiten zeigte die ihm bei seinen ersten Wanderschaften entgangen waren ...

Doch mit wem er auch sprach, ob Soldat oder Offizier ... die Antwort die man ihm gab war immer die gleiche:
"Wir wollen niemanden töten" ... das taten sie auch nicht, dass musste man Ihnen lassen.
Sie verstärkten ihre Verteidigung sowie das gegenüberliegende Lager genau so, doch bis auf die Besetzung der Stadt, bei welcher zumindest laut seinem Wissen niemand getötet worden ist ... gab es keine kämpferischen Handlungen.

Er hatte geschworen, sich nicht in die Entscheidungen der Menschen ein zu mischen, egal wie weitreichend diese auch sein mögen, ihre Kriege müssten sie alleine Ausfechten ... doch die Frage nach dem Warum? Die stellte er sich trotzdem und so ging er wie jeden anderen Tag auch nach Norden und begann das Gespräch zu suchen ...*
Johanna Hohenhain

Beitrag von Johanna Hohenhain »

  • Am Vormittag zogen die schwarzen Rauchschwaden über Schwingenstein hinweg. Der Tag war heiß und die Sonne des Eluviars hatte sich durchgerungen nun langsam den Sommer mit seiner Beharrlichkeit einzuläuten. Die Hitze des Tages hatte noch nicht zu ihrem Zenit gefunden, doch die Aura der Flammen schlug Johanna heiß ins Gesicht. Es brannte kein Heuhaufen, es brannte kein Stall, es brannte kein Haus. Versetzt vom Kloster Richtung Westen wurde ein Scheiterhaufen entzündet und was dort qualmte waren das Holz und die menschlichen Überreste, die alsbald zu Asche zerfallen sollten. Einige Wachen aus dem Kloster hatten die Geweihtenschaft unterstützt die Gefallene der goldenen Faust aufzubahren und sie darauf vorzubereiten von den Flammen gereinigt zu werden, wie es noch in der Tradition Eluvies stand. Johanna hatte lange mit sich gerungen, wie sie am taktvollsten mit der Situation umgehen sollte. Im Vordergrund stand die Seelenreise der Verstorbenen, welche im Leben Temora folgte und auch im letzten Schritt nach ihr streben sollte. Ein Handeln gegen die politischen Machtverhältnisse war und sollte für die Kirche kein Grund sein einem Gläubigen die Kausalien zu verwehren. Nur ein Angriff gegen die Kirche oder ein Ausschluss aus eben dieser zog eine solche Konsequenz mit sich. Etwas, was ein jeder fürchten sollte, wollte er seine Seele retten.
    Johanna sendete die Seele in das ewige lichte Reich der Herrin. Es war Zeit gewesen. Die Verwesung wurde durch die Kühle der Krypta nicht zur Gänze aufgehalten und je länger sie gewartet hätte, desto entehrender wäre es für die Tote gewesen, für die Angehörigen, den eingekerkerten Ehemann. Die Demütigung, auf einer Bahre im Kloster vergessen zu verrotten sollte nicht Titel ihres Tuns sein. Und sie vergraben, hier? Fern der Heimat, fern der Grabsteine der Verwandten und Bekannten, wo ein Lichtenthaler das Grab verpöhnen würde? Nein. Eine Urne war handlich, sie würde ohne große Komplikationen überreicht und verschifft werden können.
    Doch bevor die Verstorbene zurechtgemacht und in Leinen gewickelt auf die Holzstämme gelegt worden war, hatte Johanna ihr eine Locke abgeschnitten und sie mit einer Schleife verbunden in einen kleinen Stoffbeutel gelegt. Ihre Seele war sicher, ihr Leib verwandelt. Aber vielleicht würde dies jemand anderen helfen Abschied zu nehmen...
Kila Rabbe

Beitrag von Kila Rabbe »

"...Waffenstillstand, bis Morgen zur 20ten Stunde." Zeit genug um die Toten aufzulesen, so sagte man es. Kila versuchte ihre Emotionen hinter einer versteinerten Mine zu verbergen, ob es ihr gelang wusste sie nicht. Der Befehl kam und sie wanderte Richtung Schlachtfeld und blieb wie vom Blitz getroffen stehen. "So viele..." murmelte sie heiser. Ihre dunkelblauen, trüben Augen schauten über dem Blutbad und plötzlich gab einen Ruck in ihren Glieder und sie ging leise scheppernd zu einem gefallenen Schwertbruder und sank auf die Knie. Kila legte ihre Hand auf den Rücken des Kameraden und schloss einen Moment die Augen, ehe sie behutsam eine blutige Haarsträhne aus seinem Gesicht strich. Sie kannte ihn, mit ihm hatte sie so manchen Dienst am Tor verbracht. Nebst am Morgen erst das Brot am Feuer geteilt. "Temora möge deiner Seele gnädig sein, Kamerad." Kila zog den Umhang von ihren Schultern und legt ihm über den toten Gardisten.
Sie erhob sich und blickte sich um, sie war die Ranghöchste auf dem Feld und versuchte den Helfern und dem Rekrut mitfühlen und behutsam Anweisungen zu geben. Torjan sammelte Leichenteile ein, die offensichtlich zu ihren Waffenbrüder gehörten. Sie war ihm dankbar dafür, dankbar, dass er da war und mit seiner Erfahrung eine Last von ihr nahm. Nachdem ihre Toten aufgelesen waren salutierte Kila stumm vor dem karren und verharrte so eine gefühlte Ewigkeit. Sie versuchte das zuvor erlebte erst ein mal zu verdrängen. Ihre Stirn pochte und brannte und riss sie somit wieder in die Gegenwart. Sie hatte etwas Mühe die noch verbliebenen dazu zu bewegen endlich ins Lager zurück zu gehen. „Wenn ihr so weit seid, sammeln wir unsere Toten ein.“ rief der Feldwebel der Faust. „Wir sind es und ziehen ab.“ Gab Kila zurück. Die beiden salutierten sich zu. Eine Geste des Respekts, des Mitgefühls und der teilenden Trauer. Sie konnte ihm ansehen, dass er in jenem Moment das gleiche dachte. Sie nickte ihm stumm zu und bewegte die Menge zurück ins Lager. Kila saß anschließend schweigend im Lager und starrte vor sich hin, ihre Gedanken waren leer, ihr Herz voller Trauer und nach einer Weile wurde es still um sie herum.
Gast

Beitrag von Gast »

Bis in die Knochen erschöpft kehrte Veilya über den 'kurzen Weg' in den Sumpf zurück und setzte sich ans noch schwach glimmende Kaminfeuer.
Gedankenversunken schaute sie auf die Küchensitzgruppe, an der sich die Schwesternschaft getroffen hatte, um zu entscheiden weiter nicht in den Konflikt einzugreifen und zu beobachten...

Sie saß am Krötentümpel und sinnierte über den jungen Schößling nach, der vom Tal des Vernementon nach Sturmouve reisen würde, als er an sie herantrat, um von der Invasion zu berichten...
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Ungelenke Schläge wurden mit der geliehenen Axt auf die Holzstämme gerichtet, um sie anzuspitzen. Kurz hob sie den Blick, während emsig Leute um sie herumwuselten, um die 'Reiterbremse' zu errichten....
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Reglos stand sie an der Brücke, an eine Palisade gelehnt, während die Gesichter der wachhabenden Gardisten vom Feuer der Fackeln beschienen wurden. Des Praeceptors volltönende Stimme erzählte von Ereignissen aus alten Tagen...
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Lockernd bewegte Veilya ihre Schultern durch, ehe sie sich in die Reihen der Liedweber eingliederte.
Wenig später stob der 'Eulen-Erkundungstrupp' in den Himmel...
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Lautes Waffengeklirre, Schreie von Verwundeten, helles magisches Blitzgewitter schwirrte durch die Umgebung, während sie rasch einige Wasserklänge um sich zu einem schützenden Gewebe zusammenzog, um einen Feuerball abzulenken....

Schwere Schritte des Verfolgers dicht hinter ihr, ein Ast der ihr ins Gesicht peitschte. Der Griff um ihre Feueraxt wurde gefestigt, ehe sie sich umdrehte, als sie eine Lichtung erreichte. Der schwer gerüstete und erfahrene Kämpfer aus den Reihen der Eirensee'er brach mit gold schimmernden Schild durch das Unterholz...

Reglos starrten graue Augen nach oben gen Himmel, Leere in ihnen, während Veilya heftig schnaufend an einem Baum lehnte...

Stumm und begleitet von der tiefen, trauernden Musik Onis reinigten die beiden Frauen die Gesichter der gefallenen Gardisten, schlossen Augen und richteten die Wappenröcke.
Eine Stoffplane wurde aufgespannt und Fackeln um den Karren in den Boden gesteckt, um wilde Tiere abzuhalten.

Der Freiherr gab den Tross nach Schwingenstein frei und das leise Rumpeln des Karrens tönte dumpf und unwirklich durch die Nacht.


Als die Erinnerungen an die Erlebnisse der vergangenen Tage an ihren Augen vorbeigezogen waren, hatte sie der Schlaf übermannt.
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