Im Namen der Faust [Lichtenthal - Quest]

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Thelor Reensdorf
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Beitrag von Thelor Reensdorf »

>>Geh Schlafen Alter Mann und diesmal länger als 3 Stunden<< War die verabschiedung von Arenvir.

Hatte er sich daran gehalten?
Wohl kaum , zu vieles ging ihm durch den Kopf. War er der Aufgabe wirklich noch gewachsen? Weit nach Mitternacht ging er erst zu Bett und war schon vor Helisande wieder auf.

Einiges hatten sie besprochen und auch von den Vorgängen im Hintergrund erfahren. Arenvir war es der um den Oberbefehl gebeten hatte und trotz des Versagens des Kronritters Junkersteyn zu halten, war er es nun der nun den Befehl mit der Königlichen Bulle in den Händen hielt. Eine Aufgabe die er freiwillig Abgegeben hatte, doch die ihn nun zu Verfolgen schien.

Erneut Rollte er das Pergament auf aber so offt er es auch tat, der Name darin wollte sich einfach nicht verändern.



Adoran 12. Eluviar 260



Im Namen seiner MAJESTÄT, Ador I. von Alumenas, wird hiermit der KRIEGSZUSTAND über das Gebiet LICHTENTHAL verhängt.
Der Kriegszustand hält an bis dieser durch seine Majestät erneut aufgehoben wird.

Seine Hochwohlgeboren Sir Thelor von GIPFELSTURM wird für die Dauer des Krieges zum alleinigen OBERBEFEHLSHABER über das Lichtenthaler Heer bestellt.

Verfügt im Namen Adors I. durch den Königlichen Hofkanzler.

Anselm von Eulenburg

Reichsgraf zu Eulenburg
Königlicher Hofkanzler



Lange genug hatte er den Titel vorher ja schon gehabt, nun würden Entscheidungen von ihm abhängen und es galt die neuen Informationen in die Pläne einzubeziehen.
Er bräuchte nun eigentlich etwas Zeit um alles zu Ordnen, aber grade die hatte er nun nicht. Also weniger grübeln mehr Arbeiten. So Hart wie Nötig, so milde wie Möglich. So verschwand der Kronritter erstmal in seiner Arbeitsstube und ließ sich Papier und Tinte bringen und so blieb nur die Königliche Anweisung auf dem Frühstückstisch zurück.
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Kaleya Auenbacher
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Kaleya Auenbacher »

Pure und reine Angst war etwas, das man nicht so einfach ablegen konnte. Wurde man aber angetrieben von einer Kraft, die dazu im Stande war Berge zu versetzen, so zeigte sich ein mutiges Drachenherz dem Betrachter.

"Bei den Lichten Göttern, lasst uns das heil überstehen... Ihren Segen mit uns." Der Eisdrache schnaubte tief durch und griff dann nach der Türklinke, um aus dem Nordquartier zu flüchten. In den frühen Morgenstunden herrschte noch nicht so ein reges Treiben in dem eingenommenen Junkersteyn, sodass die Chancen gut standen zu entkommen. Bis zum Haus von Maire konnte Kaleya noch unbemerkt durch die Siedlung wuseln. Doch nördlich fand sich eine der Palisadenwände, die von Soldaten schwer bewacht wurde. Es dauerte nicht lange, bis Kaleya entdeckt wurde und mit ängstlich dreinsehendem Gesicht mehrere Schritte zurücktrat. Der Soldat gab sich ihr gegenüber freundlich und wollte ihr allen Ernstes erklären, dass sie durch die Belagerung damit begonnen hatten die Bürger Lichtenthals von dem Joch des Königs zu befreien. Mit jedem Wort wurde sie erboster und am Ende quietschte sie in hohen Tönen ihren Ärger hinaus. Es war wohl das Glück des Soldatens, dass Maire just in diesem Moment um die Ecke bog, vollgepackt mit einem Korb voller Pilze.

So hörten sich die beiden Frauen noch eine ganze Weile die Schmähungen gegen Ador und den Adel an, bekamen am Ende gar Geleitschutz angeboten sowie das Versprechen, dass man sie beschützen würde und kein Interesse daran hatte ihnen zu schaden. Mit doch immernoch ängstlichen Gefühl traten die beiden dann den Weg zum Nordquartier an, um dort bei Pfannkuchen mit Erdbeeren und Rahm die Lage zu besprechen. An Ende war klar, dass sie die Lage ausnutzen würden, um für das Regiment Informationen zu sammeln. Irgendeinen Vorteil musste es immerhin haben mitten in dem Lager des Feindes zu stecken. Maire würde versuchen mit dummchenhaftem wie liebenswertem Gehabe die Soldaten auszuquetschen und Kaleya würde eine Karte des Lagers mit allen Wachposten der Soldaten anfertigen.

Es war also klar, dass sie alles daran setzen würden Junkersteyn wieder zurück zu bekommen. Nun hieß es Vorsicht walten zu lassen und aufmerksam zu sein.
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Moira von Bergfall
Beiträge: 942
Registriert: Sonntag 29. März 2015, 21:19

Beitrag von Moira von Bergfall »

Seufzend und erschöpft lehnte Moira sich an diesen Abend in den Sessel Zuhause zurück, als sie noch nach dem Dienst ihre Kinder bei Amelie besucht hat, an solchen Tagen war sie doch froh das Aries und Amelie da waren, so hat sie doch etwas Schlaf finden können bevor es wieder in den Dienst geht.

Still war es an diesen späten Abend Zuhause und so nutze sie die Möglichkeit und die Zeit etwas nachzudenken, denn es ist viel passiert, in der Zeit seit Moira in Lichtenthal lebt.

Der eintritt ins Regiment und noch die Ausbildung zu Scharfschützin, die ihr immer noch das schlechte gewissen bereitet ein Fehler begannen zu haben, als sie jene abgebrochen hat.

Doch Wiederum wurde sie Ehefrau und Mutter. Ein schönes Gefühl geliebt zu werden und eine große Familie zu haben die einem beisteht …

Und nicht nur das, Moira ist eine Soldatin des Regiments zurückhalten aber aufmerksam und egal wie müde und erschöpft sie ist von den letzten tagen, wird sie trotzdem alles tun, um ihren Kameraden beizustehen um Ihre Kinder und Familie zu beschützen…
Also war auch für sie die Nacht kurz bis sie dann früh morgens wieder vor der Brücke stand und ihren Dienst aufgenommen hat.
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Keylon von Salberg
Beiträge: 1801
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Keylon von Salberg »

Keylon haderte in der Tat.
Das erste Mal seid er Soldat war tobte ein Streit in ihm und er wünschte Arwan wäre da, damit er mit ihm über seine Zweifel seinen Zorn sprechen konnte.
Selbst während er noch an der Brücke Wache stand, tobte der Zorn in ihm.
Diese Marodeure hatten Junkernsteyn eingenommen und sie hatten nichts dagegen tun können.
Immer wieder hatten sie zugeschlagen.
Eine Herberge angezündet.
Seine Kameraden überfallen, an Seilen gefesselt an den Zinnen aufgehängt.
Alles in allem hatten sie mit jeder ihre Aktionen das Lichtenthaler Regiment und damit seine Kameraden dem Spott ausgesetzt und sie so verhöhnt.
Und ER sollte sie mit Respekt behandeln?
Verständnis für sie aufbringen weil sie Soldaten wie er waren?
Temora genauso wie sie dienten?

Respekt? Ja.
Denn man brachte für seine Gegner stets Respekt auf.
Damit hatte er kein Problem, aber sie waren Verräter an der Krone!
Auch wenn sie nur Befehle verfolgten. Sie hatten den König beleidigt und ihn mit Worten geschmäht. Das war nicht nur Verrat, das war sogar Hochverrat.


Wenn die Sicherheit des Königs bedeutet, dass selbst weniger ``Schurken`` eure Mauern durchbrechen, wie wollt ihr gegen die Armeen Alatars bestehen, die an den Grenzen des Herzogtums stehen?

Stellt in Frage was geschieht, denn ihr seid jene die unter dem was der König heraufbeschworen hat leiden. Die dunkelste Stunde des Königreiches bricht an, es liegt an euch wie eure Heimat daraus wieder empor tritt!


Das waren ihre Worte gewesen.
Sicher hatte er am Abend des Kampfes gebrüllt „Qualität vor Quantität“ das hatte er nicht nur so empfunden sondern auch laut gebrüllt um damit seine Kameraden auf zu bauen, die anhand der angegebenen gegnerischen Truppenstärke vielleicht haderten.
Mut aufbauen, in ihnen die Überzeugung wecken, und es gab genug Kameraden die ihm mit einem Ha-Rooo dabei zustimmten.

Selbst ein "Temora ist mit uns wurde gerufen..und er hatte diesen Ruf jedeglich aufgenommen und enthusiastisch wieder gegeben.
Natürlich wusste er das auch ihre Gegner ebenso im Namen Temoras kämpften.
Aber war es wirklich im Namen der Streiterin?
Bruder gegen Bruder ?
Ehre ... Loyalität?
Sie folgten lediglich den Befehlen ihrer Vorgesetzten.
Ja.
Auch würde vorbehaltlos den Befehlen Helisandes folgen, aber deswegen verlor er doch nicht sein eigenständiges Denken und würde den Eid den er auf den König geschworen hatte brechen.

Auch das er Frau Obersts einen Vorschlag zur Auffindung, der Verrätern, gemacht hatte, empfand er nicht als Falsch oder als einen schlechten Plan.
Das er damit nun so niedergemacht wurde, hatte ihn verwirrt.


- denn ihr seid jene die unter dem was der König heraufbeschworen hat leiden.-
Vielleicht sollte er das Tun des Königs hinterfragen ?


Er schüttelte sich. Alleine der Gedanke an das Geschriebene, ließ ihn innerlich aufbegehren.
Jene Verräter drüben verrieten alles an das Keylon glaubte und an dem er stets festhielt.
Jene jetzt mit Respekt behandeln ?
Im Kampf? Ja.
Ansonsten? Er zuckte die Schultern .
In ihm tobte ein Kampf, was Richtig was Falsch war.
Befehle folgen das würde er natürlich auch weiterhin, und wenn sie angriffen würde er sich verteidigen, so wie am Tage gestern auch.
SIE hatten angegriffen.
Sie hatten ein Teil Lichtenthals übernommen.
Nun ...es hieß jetzt eh erst einmal warten,
und wie er es gelernt und verinnerlicht hatte, so war das auch hier natürlich richtig.
Das Wort stand stets vor dem Schwert.
Jetzt kamen erst einmal Verhandlungen dran.
Vielleicht konnte man etwas damit erreichen und er hoffte es.
Aber glaubte er auch daran? Nein.
Zuletzt geändert von Keylon von Salberg am Samstag 13. Mai 2017, 13:24, insgesamt 2-mal geändert.
Amber Cedewain

Beitrag von Amber Cedewain »

Schatzkarten! Ich habe eine neue Leidenschaft an mir entdeckt! Etwas woran ich nie im Leben gedacht hätte. Ich bin zu einer leidenschaftlichen Sucherin geworden. Es liegt nicht nur daran quer durch das Land zu hetzen um dem Weg zu folgen, der auf dieser Karte eingezeichnet wurde, von wem auch immer. Und all diesen heimlichen Kartenzeichnern die mich in Verstecke locken danke ich, weil es mir richtig Spaß macht!

Jedenfalls war ich an diesem gewissen Tag frohen Muts endlich ganz nahe zu sein, gleich da bei Junkernsteyn musste es sein. Ich fühlte dieses ganz besondere Kribbeln in mir, so muss es nach Janas Beschreibung sein, wenn man verliebt ist. Nur Schätze suchen ist viel besser, denke ich!

Tief im Wald rannte in meiner Vorfreude an Lucien vorbei in der Hoffnung er würde mich nicht entdecken, denn es war mein Schatz und vielleicht war genau da inmitten dieser wunderschönen Truhen mein Lapis?
Schon war ich außer Reichweite und richtig beschwingt, weil es mir gelungen war an ihm unentdeckt vorbei zu laufen, da hörte ich seinen Schrei „Amber“! Verflixt, dachte ich noch, er hat mich entdeckt und dem Gebot meiner Schwester immer höflich zu sein, schrie ich zurück „Lucien“? und hielt inne. Es könnte ja wichtig sein, dachte ich mir, gehofft habe ich es nicht!

Und es war wichtig, als Lucien heran kam und mir erklärte, dass ich geradewegs in die Arme des Feindes gelaufen wäre. Und was der mit mir machen würde, haben mir bereits viele besorgte Menschen in diesem Land sehr anschaulich erklärt. Ich war in diesem Augenblick so dankbar, dass ich Lucien einfach umarmen musste! Ich bin mir ganz sicher die Sterne haben ihn geschickt damit er mich rettet.
Alle Schätze dieser Welt waren in diesem Augenblick vergessen. Rasch folge ich seiner Weisung und rannte so schnell ich konnte zurück nach Berchgard diesmal traurig, weil mein Schatz nun warten musste und zugleich glücklich, weil ich dieser Faust dank Lucien und den Sternen entkommen war.
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Helisande von Alsted
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Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42

Beitrag von Helisande von Alsted »

Sie wachte erst deutlich nach ihrem Gatten auf, seine Seite war schon erkaltet und der Geruch des Schlafes verebbt. Ihrer inneren Uhr, die sie selten trog, nach war es noch früh. Sie blinzelte zur Decke hin, die Gedanken und Eindrücke der letzten Tage brachen erneut mit ungebremster Kraft über sie hinein. Anfang der Woche hatten sie Varuna durchsucht, ohne Ergebnis. Außer dass der Fluch Varunas sein Möglichstes getan hatte um sie alle zu erledigen.
Vorgestern hatten sich dann die Ereignisse überschlagen. Nach einem Scheinangriff auf Schwingenstein hatte die Faust Junkersteyn in einem Handstreich eingenommen, Palisaden errichtet und operierte nun von dort aus. Angebote an die Bürger und auch an die Thyren kamen von ihnen. Sie hatten gewaltsam einen Landstrich eingenommen um dann ganz friedlich und ohne Schaden an der Bevölkerung den König zu stürzen.
Kopfschmerzen.
Dieser Denkansatz machte ihr ganz ekelhafte Kopfschmerzen. Hinzu noch die Behauptung, die fröhlich gestreut wurde, dass Seine Majestät seine Macht nur über Intriegen und Lügen aufrecht erhalten würde. Sein Truppen würden eh die Bürger nicht schützen können, das hatte man in den letzten Wochen ja demonstriert. Aber die Faust würde es können...

Für den Offizier und den Ritter in ihr stellte sich die Frage der eigenen Loyalität nicht. Für die Frau ebenso wenig. Es erschien ihr beinahe Jahrzehnte her, dass sie Sein Schildknappe gewesen war. Sicher nur für ein paar Wochen, aber sie hatte den Mann, der die Krone trug kennen gelernt. Vielleicht näher als die meisten seiner Berater, vielleicht auch besser als Er es selbst realisierte wollte. Die Tugenden erlaubten ihr nicht von ihren Eiden zu weichen, ihre eigene Haltung lies dies gernerell nicht zu. Dennoch war sie vorgestern nicht nur Zeugin einer großen Schmach geworden, sie war zu ihrem eigenen Missfallen auch Zeugin von Anmaßung, Zersetzung und bodenloser Überheblichkeit in ihren eigenen Reihen geworden. Soldaten, die sich für mehr und besser hielten als sie waren. Soldaten, die auf Krathor komm raus nicht auf Befehle warten konnten, sondern eigenmächtig meinten loszuziehen. Adlige, die sich auf offener Straße in einen Disput verstrickten und das vor den Truppen. Bürger, die ohne jegliche Ausbildung oder Absicherung glaubten als Helden geboren zu sein.
Sie selbst hatte sich in einer Blase der Nachdenklichkeit an diesem schicksalshaften 11. Eluviar zurück gehalten. Nachdem es über eine halbe Stunde gebraucht hatte bis sie beim Sammeln in Berchgard gnädigst die Aufmerksamkeit aller hatte um das Vorgehen zu koordinieren, war dieser Entschluss von ihr gefallen. Helisande mischte sich an diesem Abend nicht ein und glättete die aufbrausenden Wogen. Helisande rief niemanden zur Ordnung. Helisande wagte es nur einmal Bedenken zu äußern und wurde übergangen.
Das brachte ihr nach dem Einrichten des eigenen Brückenkopfes dann eine Standpauke von Hochwürden Hohenhainein. Die Priesterin mahnte sie an ihre Pflicht zu führen und sich durchzusetzen. Und sie segnete sie. Die Erinnerung an diesen Segen lies die aufkeimenden Kopfschmerzen wieder abebben. Dieser Segen hatte ihr die Kraft für den gestrigen Tag geschenkt.

"Frau Oberst von Gewittersturm."


So hatte der Praeceptor sie getauft und ihr dann eine Zigarre in die Hand gedrückt. Kurz nachdem sie aus dem Brückenkopf verbal 'Varuna nach Kryndlagors Angriff' gemacht hatte. So leid es ihr auch um den Wachtmeister tat, aber seine letzten hirnrissigen Äußerungen hatten nun gereicht. Er durfte als erster dran glauben für seinen offenen Hochmut. Als nächstes war dann der eigene Gatte dran. Die Lage war kritisch, die Lage war bepilzt, aber Haltung und Beherrschung verlieren geht nicht. Kurz danach hatte dann jeder Soldat auch eifrig zu tun und war schwerst bemüht dem Goldkäppchen nicht mehr aufzufallen.
Wie gut, dass sie ihrem Mann noch eine schwungvolle Predigt zu öffentlichem Auftreten und Beherrschung gehalten hatte. Im Laufe des Abends war sie nämlich kurz davor jene selbst in den nahegelegenen Fluss zu werfen und einfach mal mit einer Hellebarde um sich zu schlagen.
Bürger, die sich für erfahrene Taktiker und Kundschafter hielten und vor allem nicht mit Ratschlägen zurück.
Soldaten, die meinten Frau Oberst hätte gerade nur auf ihre Meldung sehnsüchtig gewartet und sei nicht tief in einem Gespräch.
Ein Thyrenkerl, der feststellte "Dey trayst das goldene Umhängchen, damit dey jeder vollpalavern kann, aye?"
Bürger, die mit ihren ach so wichtigen Meldungen unbedingt sie behelligen mussten anstatt die Wachtmeister.

All das war gestern gewesen und hatte sie eines gelehrt:
Man hatte flächendeckend die Hierachie im Feld vergessen. Kollektive Amnesie bezüglich Befehlstruktur, Meldestruktur und persönlichem Verhalten.
Heute würde daran erinnert werden und das ausdrücklich. Nachlesbar für alle.

Angekleidet und frisch gewaschen erklomm sie die Stufen zur Küche hin. Noch trug sie keine Rüstung, noch war der Tag jung und voller Unschuld. Er hatte sein Frühstück nicht ganz verzehrt. Ein Schreiben lag daneben. Ihr Blick fiel darauf und der frisch aufgebrühte Kaffee wurde nach dem Lesen unangetastet abgestellt. Sie nahm das Schriftstück auf und lenkte ihre Schritte durch die noch schlafende Stadt zu seinem Büro hin. Ritter, Oberst... aber jetzt gerade nur die Frau. Leise und ohne ein Wort erstmal zu verlieren, trat sie neben ihn und drückte ihm einen Kuss auf den Kopf. Eine intime Geste, die beiden schon so vertraut war wie der Herzschlag des jeweilig anderen.

"Seine Majestät hat den besten Mann dafür ausgewählt, Sir. So wie ich den besten Mann ausgewählt habe."
Sachte wiederholte sie einige Worte aus ihrem Ehegelöbnis.

"Ich werde reden, wenn du irrst,
Ich werde vorangehen, wenn du zögerst..."


Sie war einige der wenigen Personen in Lichtenthal, die den stets pflichtbewussten und aufrechten Kronritter erden und vor allem einbremsen konnte. Die nächste Zeit würde für sie beide ein erneuter Prüfstein sein. Als seine Frau war sie sein Halt und seine Stütze. Als ihm unterstellter Offizier Krathors Advokat und sein schärfster Kritiker. Heute Abend würde sie ihren Knappen zur Schwertleite ins Kloster bringen, danach würde sie sich mit ihrem Oberbefehlshaber unterhalten. In beiden Rollen. Mochte Temora ihnen beiden beistehen und die noch junge Ehe schützen.


So wenn Krieg muss sein,
lass Krieg in meinen Zeiten,
und Frieden in Zeiten
meiner Kinder sein.


Unbekannt
Arenvir von Kronwalden

Beitrag von Arenvir von Kronwalden »

Arenvir rieb sich die brennenden Augen und warf einen Blick auf die alte Standuhr, die ihm vorwurfsvoll zu Bedenken gab, dass er eigentlich schon längst im Bett hätte liegen sollen. Nicht so aber heute. Vor ihm ausgebreitet lagen die Karten des Herzogtums und seiner Grenzen und eine Aufstellung der eigenen Kräfte, ihrer Moral, Ausrüstung und Ausbildung wie auch der viel lückenhafteren Aufstellung des Feindes.

Hätte er überrascht sein dürfen? Nein, vermutlich nicht. Irgendwann in seiner persönlichen Historie musste er derart in Ungnade gefallen sein, dass man ihm einfach kein Kommando mehr anvertraute. Dabei war er für diese Form des Krieges wesentlich besser geeignet als sein bester Freund Thelor. Thelor war Kronritter, sein Platz war nicht hinten, sondern vorne. Das hatte man ihn zeitlebens gelehrt, so funktionierte das Gros der Ritter nun einmal. Erst, wenn sie wirklich ein militärisches Kommando führten, lernten sie, wie man zu führen hatte. Es gab verschiedene Stile, aber die Ritterschaft operierte nach Maßstäben, die normale Soldaten weder erreichen noch einhalten konnten. Blitzschnelle Taktikten, Angriffskeile in die feindlichen Reihen, der ritterliche Zweikampf um die Schlacht zu entscheiden. Wertvolle Dinge, die er über die Maßen respektierte. In Lichtenthal jedoch kaum anwendbar. So zuvor auch in Hohenfels. Die Geschichte, die Erfahrung, hatte das immer wieder aufgezeigt.

Aus einem Impuls heraus fegte er mit dem rechten Arm einmal über den Schreibtisch, beseitigte alles, was dort gelegen hatte mit einem lauten Krach. Wer war es denn, so dachte er bitter, gewesen, der in Varuna einen kühlen Kopf bewahrt hatte? Rafael war ein tapferer Mann gewesen und seinen Verlust betrauerte Arenvir bis heute. Aber auch dieser Graf und Kronritter hatte immer von ganz vorne geführt, immer das erste Schwert, doch niemals der, der den Überblick wahren konnte. Thelor war kein Befehlshaber. Er war Frontoffizier. Man gab ihm eine Schlüsselstellung, die er einnehmen sollte, ein Fort, das er halten sollte, ein Ziel das er erreichen sollte und Thelor tat es. Doch die Geduld, hinten zu stehen und die Fäden in der Hand zu halten, lag ihm einfach nicht. Dafür war Thelor ein viel zu empathischer und gutherziger Mensch, der es partout nicht leiden konnte, wenn er nicht kämpfen sollte, während seine Leute kämpften.

Die Ritter, die das Regiment vorgebracht hatte, dachten anders darüber. Sie hatten sich ihre goldenen Sporen durch den militärischen Dienst erworben, wussten um die Realitäten, die Bürde des Kommandos. Und alle anderen wussten es scheinbar nicht.

Man hatte ihn vor vollendete Tatsachen gestellt. Er war in dieses Büro gegangen um dem Kanzler zu eröffnen, wie schwerwiegend das stetige Versäumnis eines mangelnden Oberbefehlshabers eigentlich wog. Er hatte sich den Mund fusselig geredet, seine Erfahrung zum Besten gegeben und seine Eignung hervorgetan. Helisande konnte es nicht tun, Thelor wollte es nicht mehr tun und alle anderen hatten noch nicht die Position und Erfahrung erreicht, die ihnen diese Bürde erträglich macht. Höflich und zurückhaltend hatte man ihn sich verbal sich selbst aufhängen lassen. Am Ende war der Fall klar. Die Entscheidung war bereits gefällt worden, ehe auch nur irgendwer dazu angehört wurde. Was zweifelsfrei eine Lüge war. Anders erklärte sich das sichtliche zögern Anselms und Josephines in dem Fall nämlich nicht. Sie waren überrascht worden und eine Entscheidung musste ad hoc herbei. Thelor würde den Oberbefehl erhalten obwohl er selbst Arenvir vorgeschlagen hatte. Dem Praeceptor dankte man für, nun was auch immer, denn da hatte er schon nicht mehr zugehört.

Die einen hatten nicht die Kraft, die anderen nicht den Mut, wieder anderen fehlte die Fähigkeit und die Mehrheit wollte so eine undankbare Position nicht. Er, der seine Meriten genau auf diesem Pfad erreicht hatte aber war unwürdig.

"Du wurdest gewogen." Er nahm sein Tintenfass zur Hand und betrachtete es intensiv. "Du wurdest gemessen". Ein Blick ging zum Fenster. "Und du wurdest für nicht würdig befunden!" Hier erlitt das Tintenfass sein jähes Ende, als es zum geöffneten Fenster hinausflog und am Zaun seines Anwesens zerschellte. Es dauerte nicht lange, da ging unten die Tür und ein bewaffneter Posten kam herauf geeilt um sich nach seiner Unversehrtheit zu erkundigen. Er hatte noch nicht den Mund geöffnet, da er sich dem Blick des Praeceptors ausgesetzt sah, salutierte schweigend und zog sich ebenso wortlos wieder zurück.

Man wollte seinen Rat - und hörte nicht darauf. Man wollte seine Erfahrung - schickte ihn aber einen Schreibtisch. Man wollte, dass er sich einbrachte - und hielt ihn isoliert.

Vor Sechs oder Sieben Jahren hatte man endlich erreicht, dass der Odem der alleinigen Kommandobefähigung von der Ritterschaft gewichen war, hatte klar gestellt, dass Erfahrung und Studie einen dazu befähigten, Befehle zu erteilen und dass dies jedem gelingen konnte, der sich seinen Weg erdient hatte, sei er Ritter, Krieger, Schütze, Magier oder weiss Temora etwas. Offenbar hatte man das vergessen. Wieder wurde die alte Zweiklassengesellschaft eröffnet. Wieder stand er da, wie der dumme kleine Junge, dem man den Kopf tätschelte und ihn spielen schickte. Aber er sollte Vorbild sein. Er war nur noch ein Relikt, das kaltzustellen man bisweilen zu höflich gewesen war. Weder würdig, beachtet zu werden, noch wichtig genug, um ihm die Wahrheit zu sagen.

Als er die linke Hand zur Faust ballte, den Blick immer noch finster durch die Fenster gerichtet, explodierten die Glasscheiben und übersäten den Garten mit kleinen Splittern. Der Posten auf der Straße sah diesmal nur hoch, erkannte seine reglose Gestalt im Fenster und blieb auf seinem Posten.

Schlaf fand er ohnehin nicht und so machte er sich kopfschüttelnd daran, dem Amulett des bald jüngsten Ritters Alumenas' den letzten Feinschliff zu geben. Morgen würde wieder ein langer Tag werden und Thelor brauchte Unterstützung.
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Torjan Eichental
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Registriert: Freitag 28. Dezember 2007, 03:30

Beitrag von Torjan Eichental »

Etwas abseits an der Brücke fanden sie sich zusammen. Zwei von die Fellleut, zwei Mäderl und er selbst. Sie sprachen leise, sodass sie niemand hören konnte.
Sowohl das Mäderl von die Fellleut als auch die zwei andern waren begierig darauf, ob es stimmte, dass man in Junkerstein, so man in Frieden kam, ungehindert ein- und ausgehen konnte.

Zwei Versuche fanden statt, unbemerkt vom Regiment. Man fand eben seine Wege.
Als Ashtar zu dieser Gruppe stieß und lange mit Torjan darüber plauderte, dass ihm vom Goldendings verboten wurde, sein Heim aufzusuchen, entschied sich Torjan dazu, wo auch er das Verbot auferlegt hatte, sich Junkerstein zu nähern, seinen guten alten Freund zu begleiten.
Hängen würden sie sie wohl nicht dafür und ein paar Nächte im Kerker würden wohl beide verkraften.

Als sie aus der Kutsche stiegen, wurde ihnen sogleich entgegengerufen, dass man Junkerstein durchaus betreten dürfte, so man in Frieden kam.
Beide, sowohl Ashtar als auch Torjan machten Beobachtungen, bemerkten die unzähligen Wachen und beide waren froh, als Ashtar die ausgehungerten Fisch in seinem Aquarium fütterte, die wohl am nächsten Tag verreckt wären.

Beide beschlossen, noch einen nächtlichen Abendspaziergang durch Junkerstein zu machen, soweit es die Palissaden zuließen. Freilich ließen sie neugierig die Augen schweifen, blickten auch vorsichtig in jedes Zelt, was dort aufgestellt war und gewannen interessante Erkenntnisse.

Nach ihrem Rundgang durch Junkerstein beschlossen sie dennoch, nach Adoran zurückzukehren. Ashtar hatte getan, was getan werden musste. Seine Tiere gefüttert, geschnitten, was bei Pflanzen zu schneiden nötig war.

Als der alte Zausel in seinen Lehstuhl sank, sinnierte er drüber, wie man dem Regiment beibringen könnte, dass jene, die in Junkerstein lebten, ungehindert ihrem normalen Tagesablauf nachgehen könnten und auch Kundschaft und Freunde empfangen könnten. Er hatte es bei der Helisan deponiert, doch war jeder Regimentler wild darauf, jeden, der sich von der Brücke aus nach Norden bewegte, einzufangen und zurückzuhalten.

Vielleicht würde er schweigen über diesen nächtlichen Ausflug, vielleicht auch nicht. Wichtig war ihm, dass sein guter Freund, der Ashtar, endlich wieder in seinem Haus war und dort zufrieden feststellen konnte, dass da alles in Ordnung war - abgesehen von dem ausgehungerten Viehzeugs.

Er hatte für sich selbst und wohl auch der Ashtar neue Beobachtungen gemacht. Doch sollte er oder Ashtar darüber reden? Wäre es denn nicht auch einem Regimentler in Zivil möglich, genau dasselbe herauszufinden wie sie selbst?

Waren seine Worte an Helisand ins Leere gelaufen?
Musste es sein, dass Zivilisten verschiedener Völker herauszufinden suchten, was in Junkerstein los war?
Hatte die Faust Recht?

Für sich selbst, ganz alleine in seinem Lehnstuhl, hatte die Faust in einigen Punkten Recht. Und genau deswegen hatte er das Risiko, das ihm gering erschien, gewagt.

Dass er nun im Hospital in seinem Lehnstuhl saß, und darüber sinnierte, gab den Umständen Recht. Er war am Leben, sein guter Freund auch und auch die Mäderln und das Mäderl von die Fellleut.

Todmüde entschlummerte er, unzufrieden. Seine Gedanken, Ideen, Vermutungen wollte ja keiner von der Obrigkeit hören. Selbst nicht, da er 30 Jahresläufe im Krieg fernab von Gerimor verbracht hatte. Er war Bürger ... Heiler ... Feldscher.

Doch musste er schweigen, so schwer es ihm auch fiel. Diese Profession hatte er sich selbst gewählt.
Zuletzt geändert von Torjan Eichental am Sonntag 14. Mai 2017, 01:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Kaleya Auenbacher
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Kaleya Auenbacher »

Mit schnell schlagendem Herzen wuselt Kaleya durch Junkersteyn. Hier und da nickte sie einem der Belagerer zu und zwang sich zu einem Lächeln oder einem freundlichen Gruß. Bloß nicht auffallen! Einfach weiter so tun als würdest du nichts im Schilde führen. So wie wir es mit Maire besprochen haben. Sei einfach du selbst! Immer wieder bläute sich Kaleya das bei jedem ihrer Schritte ein, bis sie endlich am Haupttor an der südlichen Palisadenwand angekommen war. Mit hämmernden Herzen klammerte sie sich an das kleine Bündel in ihren Armen, dann kneifte sie Anneen und begann das Ablenkungsmanöver. Die Kleine fing sofort zu schreien an und die Soldaten am Haupttor sahen sie eher bemitleidend an. „Die Kleine muss dringend zu einem Heiler, böser Durchfall…!“, erklärte sie dem Torwächter mit einem schiefen Grinsen und der nickte sofort und öffnete ihr das Tor.

Gut gemacht, mo cridhe. Ich bin stolz auf dich. Lächelnd blickte sie auf Anneen hinab und während Kaleya mit langsamen und noch immer sehr gemäßigten Schritten den Weg zur Kutsche antrat, schnaufte sie innerlich durch. Es war geschafft, sie war nicht durchsucht worden, der Plan war aufgegangen. Endlich in der Kutsche angekommen, zupfte sie die Pergamentrolle aus Anneen ihrem Tragetuch hervor und sandte dabei ein Stoßgebet zu den Göttern. [url=http://forum.alathair.de/viewtopic.php?p=687278#687278]Dann wurde das Pergament eigenhändig an Thelor und Helisande überbracht.[/url]
Myrkjartan Tryant

Beitrag von Myrkjartan Tryant »

Die Neugierde, herauszufinden welcher Dreimaster dort die Küsten Sturmouves passierte, wurde teuer bezahlt. Das blaue Segel, das man von weitem gut sehen konnte ließ in ihm bereits eine Ahnung aufkeimen, unter welchem Banner das Schiff stand und dennoch obsiegte die Neugier, dem näher nachzugehen. Als sie den Strand Junkersteins erreichten, setzten die ersten kleineren Boote bereits an der Küste an. Eine grobe Schätzung der Mannschaftsstärke verriet einen größeren Trupp, der sich hier breit machte und dennoch stellten sie sich ihnen entgegen, ob nun aus Übermut oder falsch verstandenem Stolz bleibt offen. Dem Kampf, dem sie unterlagen viel nicht nur Myekkars Auge zum opfer, auch die treuen und geliebten Kaltblüter wurden von dem Trupp geschlachtet. Wie konnte es nur dazu kommen? Hätte er den Konflikt nicht verhindern können, der so teuer bezahlt wurde? Der Verlust sollte ihm eine stete Mahnung sein, wohin falsche Entscheidungen führen können. Trotz des Aufeinandertreffens beider Parteien versicherte ihnen der Kerl der sich Alfred nannte und wohl die Befehlsgewalt über den Trupp inne hatte und generell einen höheren Rang bei den Fäusten zu bekleiden schien, die Grenzen der Sturmheuler zu respektieren und nicht zu übertreten. Ihre Absichten folgen einem anderen Ziel, als sich in ein Scharmützel mit dem Rudel zu stürzen. Bei der nächtlichen Begegnung des Geisterrufers Arzgeda's mit Alfred, wurde dies nochmal wiederholt und bekräftigt. Solange die Sturmheuler nicht in den Konflikt eingreifen, würde nichts geschehen, dass die Sicherheit und Unversehrtheit der Claner in Gefahr bringen könnte.

Dennoch konnten sie sich nicht einfach so raus halten und dem Ganzen stillschweigend beiwohnen. Sturmouve und Adoran standen in einem Bündnis und die Hilfe, die die Städder dem Rudel zuteil werden ließen, als jenes von der Flut getroffen am Boden lag, musste entsprechend gezollt werden. Die Meinung der meisten Wölfe dazu war eindeutig, wenn auch nicht eines jeden, aber das Groß der Claner stand ohne Frage auf der Seite der Städder. Norwin, Ridder Wulfgards vertrat die Meinung ebenso. Abzuwarten bleibt, welche Position Nesbjorn, von Bernulf nach Sturmouve entsandter Jarl der die Geschicke des Rudels von nun an führen sollte vertritt. Seit seiner Ankunft hatte er sich bisher dazu zurückgehalten und sich weder zu einer Entscheidung abgerungen noch mit irgendjemanden darüber palavert. Es bleibt abzuwarten, welche Position er vertritt.

Die Besetzung Junkersteins verlief rasch und Palisaden um das beanspruchte Gebiet waren schnell gebaut. Das Regiment war in ihrer Befestigung der Brücke gen Berchgard aber nicht minder schnell. Was die Brücke gen Sturmouve anging wurde zwar von Fäusten versichert, diese nicht betreten zu wollen, ein paar Getreue Nesbjorn's bezogen dennoch Stellung und hielten von nun an Wache. Die Sturmheuler werden sich bei einem Thing darüber austauschen müssen, wie sie sich in dem nahenden Konflikt verhalten werden, denn die Annahme, dem ganzen als stille Beobachter beizuwohnen wäre töricht. Außerdem wird eine Entscheidung fallen müssen, welchen Konsequenzen sich die Fäuste stellen werden müssen, die sie unweigerlich heraufbeschworen als sie die treuen Kaltblüter abschlachteten.
Kila Rabbe

Beitrag von Kila Rabbe »

„Beeindruckend...“ murmelte Kila, als sie vor dem Spiegel stand und ihre Nase mit spitzen Fingern vorsichtig berührte. Arenvir hatte ganze Arbeit geleistet und nur minimal war die Haut um die kleine Nase gerötet. Sie war ihm wirklich dankbar dafür, dass er ins Lied eingegriffen hatte und die Heilung beschleunigte... die Verletzung aufhielt..? Kila wusste nicht genau was er getan hatte, aber es hatte verhindert, dass ihre Nase angeschwollen und grün und blau geworden war. Die Nacht war aufreibend gewesen, zu lange wach und zu wenig Schlaf hatten Kila geschwächt und sie hatte es nicht alleine geschafft den großen breiten Kerl nieder zu ringen und ihn fest zu nehmen. Er gab ihr eine schmerzhafte Kopfnuss auf die formschöne hübsche kleine Nase und sie hörte die Feen singen und sah kunterbunten Sternchen vor den Augen flimmern. Sie war benommen gewesen und das Blut sprudelte ihr so über Mund und Kinn. Zak gab sich einige Mühe daran den Kerl fest zu halten und irgendwann reichte es Kila und sie zog die Klinge und hielt sie dem Unbekannten vor die Nase. Und dennoch mussten noch weitere zwei Männer dazu kommen um den Mann in Eisen zu legen. Was für eine Schande, dachte sie. Ein flüchtiges Lächeln huschte über ihre blassen Züge, als der Befehl des Freiherrns in ihren Kopf nachhallte „Schlagt ihn halt bewusstlos!“ Kila hatte ihre letzten Kraftreserven zusammen gerafft und mit ihrer gepanzerten Plattenhandschuhfaust zugelangt. Aber bewusstlos wurde der Kerl nicht, nur etwas benommen. Was allerdings reichte um ihn abführen zu können. Sie brauchte dringend Schlaf und war froh, als sie endlich abmarschieren konnten.
Heute Nacht würde sie zu Hause schlafen, denn das provisorische Feldbettlager brachte sie um den Verstanden. Die Kameraden wimmerten im Schlaf, schnarchten wie ausgewachsene Thyren und von dem Geruch wurde ihr schlecht. Und dennoch blieb sie einige Nächte bei ihnen, gab Acht auf sie und schaute, dass jeder genug zu Essen bekam und ausreichend Wasser trank. Vor allem die Kameraden, die sich ausgiebig Bier gönnten, mussten am nächsten Morgen wieder fit gemacht werden und so verteile Kila Tee und Kaffee an die Kameraden, die sich mit einem Kater rumplagten.

Sie lies die Hände von der Nase sinken und suchte frisches Verbandsmaterial aus ihrer Erstversorgertasche raus um Luninaras Schulter neu zu verbinden. Sie hatte sie in der Nacht nicht alleine gelassen und auch wenn beide gut getrunken hatten, gab sie dennoch Acht auf die Freundin und weckte sie nun behutsam um ihr einen schmerzlindernden Tee zu reichen. „Wie geht es dir?“ fragte Kila sie leise und setzt sich zu ihr auf das Bett um sich die Schulter an zu sehen. Ein paar Dinge hatte sie im Hospital gelernt und hielt zumindest ein Auge auf die Wundheilung. „Ich fühle mich so, wie du aussiehst, Kila...“ „Charmant wie immer, Wachtmeister.“ Die Freundinnen lächelten sich an und Kila verband ihre Schulter neu, ehe sie runter in die Wohnstube ging um das Frühstück vor zu bereiten. In der stupiden, einfachen Arbeit hallten die Worte der Kameraden immer wieder in ihrem Kopf nach.

„Wenn es doch Rahaler wären... „ „Es sind alumenische Soldaten, genau wie wir...“

Kila seufzte unbewusst, so waren die Worte doch auch wahr und schnürten ihr die Kehle zu. Es sind alumenische Soldaten und es sind Temoragläubige. Aber sie sind des Krones Feind und niemand hetzt unbehelligt gegen seine Majestät. Eingestrickt in ihren Gedanken wurde Kila etwas wütend, eine Machtlosigkeit machte sich in ihr breit und sie warf eines der kleinen, selbst gebackenen Brötchen durch die Wohnstube und es landete vor Luninaras Füßen, die gerade eintrat. „Himmel, willst du den Feind mit Gebäck erschlagen?“ sie hob das Brötchen auf, warf es in den Schweineeimer hinter Kila und schob sich auf einen der Hocker an der langen Theke. „Nur meine Gedanken los werden.“ brummelte Kila leise, schenkte Luninara Kaffee ein und blickte sie nachdenklich an. „Wir müssen gleich los, volle Montur an der Brücke.“ „Wachablöse?“ Fragte Luninara und Kila nickte schweigend in ihren Gedanken versunken.
Zuletzt geändert von Kila Rabbe am Sonntag 14. Mai 2017, 15:54, insgesamt 5-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

"Sie sind Soldaten wie wir auch, behandelt sie mit Respekt!"

Soldaten waren sie ohne Frage, pflichtbewusst und opferbereit. Doch wie respektiert man einen Feind, der zu dem geworden ist was man selber am allermeisten verabscheut?

Müde hielt die erst kürzlich erwachte Magierin die erste Wache an der Brücke, nach diese entsetzt worden war, die letzten Tage lagen ihr wie ein düsterer Schleier auf dem Gemüt und ihr Blick schweifte gen Junkersteyn, dort hinter den Bäumen, die jegliche direkte Sicht verbargen.

"Bin ich fehlerfrei? Nein!
Aber tue ich stets mein Bestes? Nach bestem Wissen und Gewissen? Ja, das tue ich!"

"Wo hört Respekt auf und wo fängt Weichherzigkeit an?
Verweichliche ich etwa?
Nein! Sie waren Soldaten, aber sie waren auch Verräter. Verräter am König, an ihren Eiden, an ihrem Heimatland. Wie respektiert man einen würdigen Feind? Man beendet es schnell, sauber, schmerzlos. Und für Verrat gibt es nur eine einzige Wiedergutmachung."

Das rechte Maß... wie sich alle immer dahinter versteckten. Milde, Warmherzigkeit, Mitgefühl.
Zuviel Zeit hatte sie bereits in den Gassen und Winkeln des Königreiches verbracht. Sie war keine Frontkämpferin, das Schlachtfeld nicht ihr Zuhause. Der Krieg tobt überall, am meisten jedoch im Herzen des Einzelnen.

Immer wieder hatte man die Magierin angefeindet in den letzen Monaten... für ihre Art, für ihr Wesen, für ihre Denkweise.

"Bin ich herzlos? Nein, ich tue was getan werden muss. Ich verstecke mich nicht hinter Gnade und Mitgefühl, weil ich nicht den Mut habe zu vollenden, was notwendig ist, um den Frieden und die Ordnung aufrecht zu erhalten."

Sie hatte Arenvir erlebt, in diesem Abend, im Kerker. Als Hure wurde sie beschimpft, als uniformierte Nutte. Doch ihr war es gleich, sie setzte nur die Anweisungen um, nicht zimperlich, denn Gnade hatte der Verurteilte sich nicht verdient. Doch dann sah sie den Freiherren, seine Gefühle, seine aufbrausende Art, seine Wut, wenn er es zuliess. Und ansatzweise sprang es auf sie über. War es Empathie? Bewunderung? Sie wusste es nicht, doch im Nachinein stellt sich die Frage: "Wie weit kann man seiner Beherrschung noch vertrauen, wenn die Gefühle erstmal überhand nehmen?"

Emotionen verleiten uns, beherrschen uns, wenn wir es zulassen, das gilt für jene im Westen genauso wie für jene im Osten. Fühlte sie Zorn? Nein. Fühlte sie Hass? Nein. Neid oder Gier? Nein. Aber auch keine Reue, Gnade oder Mitgefühl. Denn nur das kalte Herz ist in der Lage zu vollstrecken, was getan werden muss.

"Was bringt es mir meinem Feind das Leben zu schenken, wenn er mir das Schwert in den Rücken rammt, sobald ich mich umdrehe?" Dass sich ihr die Frage gerade jetzt stellte, schien ihr etwas komisch, immerhin hatte sie diese Frage für sich selber schon vor Jahren beantwortet.
"Kein unnötiges Risiko eingehen..."

Sind wir Götter und erheben Anspruch auf Tugendhaftigkeit oder sind wir fehlerbehaftet so wie jeder andere Mensch auch. Und wer sich erdreistet zu urteilen, möge in sich kehren und überdenken, ob sein Urteil gerecht ist, denn das letzte Urteil wird nicht auf Erden gefällt.
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Torjan Eichental
Beiträge: 978
Registriert: Freitag 28. Dezember 2007, 03:30

Beitrag von Torjan Eichental »

Er hatte lange gehadert mit sich selbst, ob er jemanden darüber berichten würde, was er entdeckt hatte.
Wieder und wieder hatte er über das Gespräch nachgedacht, was er mit diesem Alfred geführt hatte.
Es war ihm etwas aufgefallen, eine Verwirrung mit Namen ... deshalb kein von ... jetzt war ihm alles klar. Sein Namensgedächtnis, das wie ein Sieb war, hatte etwas in die falsche Richtung geleitet, was von ihm völlig unbeabsichtigt war. Nach einigen guten Schlucken Zwergenbier in seinem Lehnstuhl gestand er sich ein: Jo er war halt a alter Trottel, der sich kaum Namen merkt oder Namen durcheinander bringt.

Den Goldenfall, der nimmer Goldenfall hieß, wollte er finden, doch Thelor traf er, der ihm mitteilte, dass dieser sich schon der Nachtruh hingab.

Obwohl der Thelor auch schon ins Bett wollte, widmete er dem alten Zauseln noch Zeit, um mit ihm über das zu reden, was er wusste und was ihn - und auch das Volk - bedrückte. Riesig groß was das Ohr vom Thelor-Baron zu nachtschlafener Stund und auch einem von den Zwergeln widmete noch sein Ohr, als sie auf den Bänken in Berchgard saßen. Und auch konnte der Thelor-Baron ihn beruhigen, dass dem Namen, dem er genannt hatte, nachgeforscht wurde und diesen es gar nicht gab. Torjan atmete erleichtert auf.

Torjan wusste nicht, ob das, was er wusste und weitergegeben hatte, wichtig, zielführend oder dem Regiment nicht bekannt war.
Er deponierte das, was er erfahren hatte, beim Thelor.

Um einen Zentner Steine, die ihm danach vom Herz gefallen waren, machte er sich auf den Heimweg, um in seinem Lehnstuhl endlich Ruhe zu finden.
Zahrak Salberg

Beitrag von Zahrak Salberg »

Stunden waren in den letzten beiden Tagen vergangen, in denen man den Ältesten der Salbergs nicht an der Front, sondern dahinter erblicken hat können. Da er Schneider war, so behaupteten einige Mitstreiter, war das endlich das, was er auch wirklich machen sollte. Man hörte manche munkeln, dass er für einen Handwerker viel zu freudlos bei dieser Arbeit wirke. Aber seine Arbeit - so beteuern sie dennoch - sei von nicht zu bemängelnder Qualität. Immerhin stecke er auch da sein ganzes Können und die ungeminderte Aufmerksamkeit hinein. So wurden also der von der Führung abgesegnete Ort für das Zeltlager aufgesucht, dieser mit Schritten abgemessen, alle Gegebenheiten aufgeschrieben, erste Skizzen angefertigt und das Material heran geschafft. Man konnte dem Schneidermeister anmerken, dass er nur ungerne von der Front weg blieb. Das fiel so manchem wohl besonders über die Wahl seines Arbeitsplatzes auf. Statt seine bestens eingerichtete Arbeitsstube im Hauptquartier der Allianz des Berges zu nutzen, hatte er sich zu den Schneidersdamen ins Handelshaus, gleich hinter Brunos Mischwarenhandel gesetzt und dort seine Arbeit vollrichtet. Die jungen Fräuleins, die noch am Anfang ihrer Lehre waren, bekamen so teilweise auch die Möglichkeit, etwas eher Ungewöhnlicheres dazuzulernen und gleich auch mal in der Praxis mitmachen zu dürfen. So leisteten sie ihren Teil zur Unterstützung des Reiches und ihre Lehrmeisterinnen hatten etwas mehr Zeit für andere Aufgaben. Eifrig und gewissenhaft wurden also die riesen Leinen abgemessen, zurechtgeschnitten, mit Wetter abweisendem Wachs bearbeitet, ihre Ränder gesäubert und versiegelt, entsprechende Stellen mit stabilen Kreuznähten verbunden, Ösen an ausgewählten Stellen angebracht sowie auch Leder verstärkte Laschen mit Schlaufen dran und so weiter und so fort. Hatte man Langeweile genug, sich mit den Arbeiten im Hintergrund zu befassen, so frug man sich teilweise, wann der Meister überhaupt schlief und schloss Wetten über die mutmaßlich verschlungenen Liter Kaffee ab.
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Doch am Ende sollte sich seine Arbeit wohl auszahlen. Die Zeltplanen waren irgendwann fertig, einsatzbereit sozusagen, und Zubehör wie reißfeste Hanfseile und Holzpflöcke wurden gleich mit gestellt. Alles wurde noch in der Nacht nach Sir Heinriks Ritterschlag sorgsam auf einen Karren geladen und zur Baustelle gezogen, wo es dann auf die Bauarbeiten warten würde. Eine saubere Skizze mit Randbemerkungen wie
"Kuhle, Abwassergraben, Stroh/Laub" und einem Hinweis zu den Wetter- und Windseiten wurde schlussendlich noch einmal angefertigt und dem Ganzen beigelegt. Schließlich sollte jeder wissen, wie so ein Ding aufzubauen war, ohne dass er zwingend die ganze Zeit daneben stehen musste. Bei so einer wilden Ansammlung von Helfern wusste man ja nie, wer wo wie viele Kompetenzen mitbrachte. Es blieb nun abzuwarten, wann der Zeltbau beginnen sollte, wer dafür zuständig war und ob dann am Ende alles passend und ausreichend war.
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Zahrak jedenfalls nahm sich nach diesen Strapazen erst einmal 5 Stunden Auszeit, verzog sich etwas weiter ab in den Tiefenberger Wald und schlief da seinen Schlaf der Gerechten, bevor es wieder an die Arbeit ging. Es standen immerhin noch 20 Wappenröcke, 20 Umhänge, ein kleiner Auftrag von Reondar, ein kurzer Besuch bei den Kindern und bestimmt noch viel mehr Dinge an. Die Arbeit ruhte eben doch nie....
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Montag 15. Mai 2017, 14:41, insgesamt 2-mal geändert.
Lucien de Mareaux

Beitrag von Lucien de Mareaux »

„Ich weiß nicht, ob ich überzeugend genug sein kann.“

Ich stand vor dem neusten Aushang und las ihn, gefühlt, bestimmt schon das 10. Mal. Sinnvoll, sicherlich, aber lästig. Und es warf eine Frage auf, die mir klar machte, dass ich mit dem Holzwurm würde sprechen müssen, so zügig als möglich, weil ich mich sonst unter Umständen in des Dämons Küche brachte, wenn ich nicht aufpasste.

Generell aber brachte mich der Aushang auf den Gedanken, dass ich mich vielleicht vom Pickel am Arsch der Führung vielleicht in etwas Nützlicheres wandeln sollte, wobei ich mich auch so nicht für nutzlos hielt, um ehrlich zu sein. Es war ja schließlich so, dass man sich nicht gern haben musste, um zusammen zu arbeiten. Weitestgehend fand das auch so schon statt, aber gewiss nicht umfassend. Es war nur recht enervierend sich mehr ins Zeug zu legen, wenn man das Gefühl hatte damit sowieso nichts erreichen zu können.
Ich konnte sie verstehen, den Unmut, den Frust, das Gefühl zu haben ungehört zu bleiben. Dass ich manches Mal wie der Oger in der Keramikstube auftrat, resultierte aus dem gleichen Frust heraus. Die Folge davon war in der Regel ein entnervtes, gereiztes: „Klugscheißer mag keiner, Mareaux.“
Meine eigene Absicht war sicherlich eigentlich eine Gute, die Art des Herantragens hingegen oft mehr als schlecht gewählt und nur dazu gut zu provozieren. Ein Umstand, der mir mehr als bewusst war. Generell konnte ich ja froh sein, dass sich der Verärgerte danach die Zeit nahm um mich über einige Umstände mehr aufzuklären – die mich selbst nicht sonderlich interessierten in solchen Momenten, aber der Höflichkeit halber bis zum Ende angehört wurden. Gleichsam drängte sich die Frage auf, woraus diese Mühe resultierte, die man sich in dem Moment mit mir gab. Vielleicht sollte ich das mal hinterfragen, anstatt meiner selbstgegebene Antwort zu vertrauen, die da lautete: Es musste ein gewisser Hang da sein, sich zu profilieren, eben als besser darzustellen oder ähnliches. Wahlweise sprach da auch Betroffenheit heraus, wie eben Zorn. Vielleicht war es sogar eine Mischung aus allem, vielleicht aber tatsächlich nur der aufkeimende Wunsch den Klugscheißer an die Wand zu klatschen und ihn eines Besseren zu belehren. Ganz vielleicht sogar noch zusätzlich die Intention, dass der verfluchte Besserwisser was dazu lernte.

Nun ja, diese Zeit war für keinen leicht hier, das stand fest. Solche, wie ich, machten es der Führung meistens schwerer, manchmal auch unnötig. Ich sollte wirklich daran arbeiten, ob ich nun selbst wen für fähig hielt oder nicht.
Tatsächlich kamen mir die Lektionen meines alten Herren in den Sinn: „Arbeite mit dem, was du hast, denn dir bleibt oft nichts anderes übrig.“
Ja, da hatte er wohl leider mehr als Recht. Und ich musste mir auch überlegen, was für ein Vorbild ich als Vater war, wenn ich mich derartig benahm.

Das wiederum ließ mich zu dem Aushang zurückkehren, ich las ihn gleich noch einmal. Wollte ich mich an alle Regeln halten, die dieses kleine Pamphlet enthielt, reduzierte sich mein Nutzen rapide auf: Versorg die Verletzten, bewahre das Leben, das hinter die Brücke geschafft wurde, oder hau den Angreifern vor der Brücke ebenfalls mit aufs Maul.
Das Schöne aber war, wenn man wusste, wo noch andere Möglichkeiten lagen, die niemanden dazu brachten hier Verrat zu begehen, sich schuldig zu machen oder gar angeklagt werden zu können, für dieses oder jenes. Wusste ich, je ausführlicher ich darüber nachdachte. Schon fühlte ich mich nicht mehr ganz so eingekerkert, trotz aller Bewegungsfreiheit, die ich noch besaß.
Der Sinn dahinter, die Motivation so strickte Regeln zu treffen, erschloss sich mir tatsächlich. Es konnte ungemein viel in die Hose gehen, wenn ein falsches Wort fiel. Allerdings irritierte mich schon ein wenig, wie sie darauf kamen, dass irgendwer Verhandlungen eingehen, geschweige denn diese auch abschließend zusichern würde.
Das konnte allenfalls der, der die Befugnis dazu hatte, alles andere würde die Situation nur verschlimmern, und das war wirklich überhaupt nicht wünschenswert und von niemandem gewollt. Zumindest war mir derartiges noch nicht zu Ohren gekommen. Mit einem Schulterzucken löste ich meinen Blick endlich von dem Aushang und setzte meinen Rundgang weiter fort.
Bewegung machte den Kopf frei für Überlegungen.

Keine Ahnung, ob mir das gelingen würde, denen, dir mir auf den Sack gingen mit irgendwas, nicht ebenso erheblich auf selbigen zu steigen. Versuch macht klug, hieß es ja immer. Es war bestimmt schon der 10. davon, aber aufgeben kann ja jeder.
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