Unaufhörlich drehte sich das Rad der Zeit. Und in jenem präzisen Uhrwerk sorgte seit einigen Mondläufen ein kleines Zahnrädchen mehr für Antrieb. Jenes tapfere Zahnrädchen drehte in Junkersteyn seine Runden und mit jeder Umdrehung wurde es größer und gleichsam stärker. Jenes Zahnrad schimpfte sich ‚Hüter des Nordlichts‘ und es war nun endlich die Zeit gekommen, an dem das heranwachsende Zahnrad Einzug in ein eigenes Uhrwerk halten würde.
Blinzelnd sah Kaleya auf die Skizze vor sich am Tisch und fuhr mit müden Eisaugen die tintenblauen Linien auf dem Pergament nach. Trotz ihrer Müdigkeit zauberte der Anblick des erdachten Bauplans ihr ein Lächeln auf die Züge. Vorsichtig strich sie mit den Fingern über das Pergament und dabei ging sie in Gedanken die erdachten Räume durch. Es würde viel Arbeit bedeuten jenes Vorhaben umzusetzen und schon jetzt wusste der Eisdrache, dass jener Ort am Ende eine heimelige Anlaufstelle werden würde, man sich hier viele gemütliche Stunden teilen konnte und immer voller Herzlichkeit Gäste wie Freunde empfangen würde.
Sie legte den Plan auf den Tisch im Gemeinschaftsraum der Hüter, der seit einigen Mondläufen das Wohnzimmer in ihrem privaten Wohnhaus ersetzte, und schrieb dann schwungvoll auf einem neuen Pergamentblatt eine Nachricht für die Mitglieder der Gemeinschaft.
- Cirmias und der Mutter Segen,
es ist soweit, wir können nun ein Gelände für unsere Gemeinschaft bauen. Damit wir am Ende jenes Vorhabens einen Ort haben, an dem man sich wohlfühlen kann, seht euch doch die Skizze mit den Bauplänen an und vermerkt darauf, was ihr euch noch wünschen würdet. Danach werde ich mit den Bauherren das weitere Vorgehen besprechen. Wir werden sicher auch Unterstützung von einigen Handwerkern benötigen und deshalb macht euch doch schon einmal Gedanken, wer uns bei diesem Vorhaben unter die Arme greifen kann.
gez. Kaleya
P.S.: Eine neue Ladung Honigkekse werde ich demnächst backen, scheinbar haben wir Mäuse im Haus, die alles wegfuttern. Wir brauchen unbedingt eine Katze!