Maralia trat ein Stück seitlich hinter Burkhardt und neigt den Kopf, wobei sie ihre geballte Faust senkrecht vor die Brust hob. Die in schwarz gekleidete Frau erwiderte die Geste still und nickte einmal, ehe ihr Blick in die Schwärze der Nacht ging und sie dem Rauschen der Bäume einen Moment lauschte. Es dauerte eine Weile bis ihre leise und doch im Ausdruck feste Stimme hörbar wurde. "Treue und Stärke, Soldaten. Der Oberst möchte von euch hören, was ihr in Erfahrung bringen konntet. Er ist... 'überaus neugierig' wie er sagte. Ihr habt euch einen Tag Ruhe verdient." - Kurz drehte sie sich mit der Kerze zum Boot hin und hob eine Hand um jemanden heran zu winken. "Feldwebel? Ihr bringt den Stoßtrupp an Land und sorgt für die nötige Vorbereitung." - Kaum waren die Worte gesprochen, knarzte das Boot leise als einer der Männer hinaus stieg. Leises, metallisches Rascheln verriet, dass er gerüstet und bewaffnet war. Als er sich dem Schein der Kerze näherte, schien es zunächst als wäre es lediglich das fahle Licht, doch alsbald offenbarte sich selbst im Dunkel der Nacht sein rotes Haar am Kopf und an den Wangen, kurz darauf auch das goldene Wappen auf seiner dunkelblauen Tunika und dem Umhang. Auch er hob die Hand vor die Brust und ballte sie zur Faust. "Jawohl, Frau Oberstleutnant.", erwiderte er leise. "Ihr kommt mit mir.", waren die letzten Worte der dunkel gekleideten Frau, dabei ein Wink gen Burkhardt und Maralia. Beide folgten in der Stille der Nacht zum ersten Boot am Ufer. Alsbald hatte der Rothaarige eine Fackel in den Boden gerammt, die das Ufer sichtbarer machte. Während Burkhardt und Maralia das Boot bestiegen, näherten sich vom Wasser her nun weitere hölzerne Gefährte, die nach und nach anlegten und ihre menschliche Fracht von Bord gehen ließen.
Maralias Blick lag noch eine ganze Weile auf dem Ufer, während sie sich entfernten und nur das leise Plätschern des Wassers zu hören war. Still und nachdenklich beobachtete sie die größer werdende Ansammlung von dunkelblauen Farben am Ufer von denen bald lediglich noch die goldenen Wappen auf der Kleidung sichtbar waren.
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Gläsern klimpernd wurde der Beutel auf dem Boden abgesetzt, als der Rothaarige das improvisierte Nachtlager betrat. "Heute trinken wir auf die wehrhaften Weiber von Lichtenthal.", meinte er grinsend, ehe er über die Schulter blickte und dort die junge Frau erspähte, die ihn den Abend über beim Streifzug durch die Ländereien begleitet hatte. "Aber auch auf dich, du kleines Biest!" Das Grinsen wurde dabei noch deutlicher. Die Köpfe, der um das Feuer sitzenden Soldaten, hoben sich während die Körbe mit Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch ausgiebig gemustert wurden. Der Sack voller Flaschen fand jedoch die meiste Beachtung. "Ein Festessen! Spendable Bauern habt ihr da gefunden, Feldwebel!", erklang es von einer Soldatin am Feuer, die deutlich erheitert klang. Der Rothaarige hob eine Hand leicht an und einen Finger mahnend ebenso. "Wehe, einer von euch hat morgen einen Kater!", mahnte er ernst. Die junge Frau, die neben ihm stand hob nur die Brauen und gab ein leises, pfeifendes Geräusch von sich, bevor sie leise in sich hinein murmelte: "Verdammter Weiberheld...", und sich zum Feuer gesellte. So kam langsam etwas mehr Leben in die Versammelten, die sich rasch daran machten die mitgebrachte 'Sondersteuer' zu begutachten und einen eisernen Kessel auf einem Gestell über dem Feuer platzierten. "Bringt mal Wasser! Ich mach uns einen Eintopf!", klang es von einem der männlichen Soldaten, während er in dem Korb mit Gemüse herumwühlte. Zwei weitere machten sich derweil über den Sack her, der vorsichtig ausgepackt wurde. Nach und nach wurden die Flaschen aufgereiht und ordentlich aufgestellt, dabei jedes Etikett mit großer Neugier gelesen. "Was hast du da Gutes?", fragte einer der Soldaten seinen Nebenmann. Dieser strich mit der Hand einmal über das Etikett und las dann leise vor: "Aniviels Hochzeitswein." Kurz waren beide still, ehe die Flasche mit leisem Lachen geöffnet wurde, woraufhin beide jeweils einen guten Schluck aus der Flasche nahmen. "Auf die gute Aniviel! Möge ihre Ehe erfüllend sein!"
Unter heiterem Gelächter wurden die weiteren Flaschen ausgepackt, während über dem Feuer rasch der angenehme Duft des Eintopfs aufstieg. Obgleich die Stimmung heiter war, hörte man doch dann und wann leises Knacken im umliegenden Wald. Nur hin und wieder konnte man in der Dunkelheit die umherwandernden Wachen sehen die in ihrer dunkelblauen Uniform kaum auszumachen waren und doch in stoischer Pflichterfüllung dem Gelage am Feuer entsagten und das Lager vor wilden Tieren und allem, was da kommen mochte absicherten.
Als die Sonne am nächsten Morgen über der leicht überhangenen Lichtung stieg, wies kein Zeichen mehr auf das Lager hin. Nur eine leere, vergessene Flasche lag im Gras und glitzerte im Licht.